Außenwand von Innen dämmen - wie?




Hallo,
ich habe mir vor kurzem ein altes Stadthaus ( Reihenhaus, 2 Parteien ) gekauft das von grundauf saniert werden muss. Nach dem Krieg wurde das Haus größtenteils wieder aufgebaut, deshalb sind die Wände auch aus Vollziegel und teils aus Bruchstein. Die Fassade steht unter Denkmalschutz, deshalb ist von außen nicht viel zu machen.
Ich habe schon Wochen lang im WWW gesucht, aber irgendwie findet jeder Hersteller sein Produkt ist das beste ( wie sollte es auch anders sein ) und alle anderen haben keine Ahnung.
Anfangs wollte ich Rigipsplatten mit angeklebten Styroporplatten an die Innenwände kleben. Bis ich gelesen habe das Schimmelgefahr besteht, Taupunktverschiebung und dass sich Styropor auch im Brandfall nicht gerade positiv verhält. Deshalb ausgeschlossen.
Dann bin ich zu gepressten Steinwollematten gekommen ( Rockwoll ), diese sind nicht diffusionsoffen und die Tragfähigkeit in Bezug auf Bilder aufhängen, Schrank befestigen usw. ist relativ klein. Brandklasse ist A1 also nicht brennbar. Allerdings preislich recht hoch.
Dann habe ich noch eine alternative gefunden und zwar Silikatplatten ( z.B. Multipor ). Auch nicht brennbar, etwas schlechtere Dämmung wie Steinwolle aber auch etwas massiver. Leichte Lasten wie Bilder sind kein Problem. Preislicht etwas niedriger wie Steinwollplatten. Verarbeitung in etwa gleich, allerdings sind diese Platten diffusionsoffen und sorgen für eine "gute" Luftfeuchte. Nun stellt sich mir die Frage, wenn ich eine Lüftung ( wahrscheinlich dezentral, ist aber noch in Klärung ) habe, muss/soll/darf ich eine diffusionsoffene oder muss/soll/darf ich eine Dampfsperre in die Isolierung einbringen? Oder ist eine Lüftungsanlage sogar schlecht? Wie würdet Ihr da urteilen?



Moin Andi,



unter dem Stichwort "Innendämmung" findest du hier im Forum eine Menge lesenswertes.

Schwere Lasten muss man logischerweise in der Steinwand verankern, also längere Schrauben und Dübel verwenden.

Lüftungsanlagen bedürfen der regelmässigen Wartung, damit sie nicht zur Staub- und Sporenschleuder verkommen.....ich hab's gelassen.

Das bedeutet dann aber auch mehrmals täglich querzulüften - das ist erstmal gewöhnungsbedürftig. Ein Hygrometer im Raum hilft als "Gedächtnisstütze".

Gruss, Boris



Innendämmung...



... gehört sorgfältig geplant und ausgeführt. Das ist mit der Materialauswahl alleine nicht getan. Hierzu ist vielfache Meinung im Umlauf, wie Du ja auch selber festgestellt hast.

Ich habe hier bei mir in der Küche Hängeschränke im Gipskarton (Innenwand) aus den 80ern hängen (war schon da), also Leichtbau geht grundsätzlich auch, muss aber ja nicht GK sein.

Zum Thema Lüftungsanlage:
Im Altbau ist das ganze sinnlose Technik, es sei denn, es gelingt wirklich die Butze weitgehend luftdicht zu bekommen. Und auch dann: Im Sommer ziehst Du Dir feuchtwarme Luft rein, im Winter trockenkalte... also Wärmerückgewinnung und Feuchterückgewinnung...

Im Endeffekt ist eine effektive zentrale Anlage eine Bakterienbrutschleuder und baulich aufwendig oder eine dezentrale ist energetisch ineffektiv.

MfG,
sh



Hmm....



Ich weiß nicht ob "dicht bringen" so gut ist. Stehe zur Zeit eigentlich mehr auf der Silikat-Seite. Diese wäre diffusionsoffen. Aber ob dann eine Lüftung noch sinn macht? Keine Ahnung. Ich werde wohl mal einen Energieberater holen und den um seine Meinung bitten.





Hallo,

wenns die richtige ist, macht Lüftung auch im Altbau Sinn, selbst wenn er nicht so dicht sein sollte, dass er einen blower-door-test bestehen würde. Gute Erfahrungen habe ich mit einem Abluftmotor von aereco (max. 250 m²/h). Klingt viel, meistens braucht er aber nur 30 und dreht dann entsprechend langsamer und sparsamer. Die Abluftansaugung geschieht über programmierbare Elemente (in der Wohnung feuchtesensibel eingestellt). Die Wartung beschränkt sich auf einmal jährlichen Filterwechsel, hygienische Probleme gibt es keine, weil die Rohre nur Abluft führen, und die Luft ist immer frisch. Die Zuluft geht über Wand-, Fenster-, oder Rolladenzuluftelemente.

Grüße