Wand neu verputzen möglich




Hallo,
in unserem Fachwerkhaus gibt es eine Wand mit Glasfasertapete.
Muß die Tapete zwingend entfernt werden oder kann man neu auf dieser Tapete Verputzen und dann Lehmstreichputz auftragen?
Vielen Dank



Arbeit schadet nicht



Wenn man ein besseres Klima haben will, kann man sich auch eine Tüte über den Kopf ziehen und so verhält es sich auch mit der Tapete. Bei den anderen Dingen kommt es darauf an, was darunter ist und was man will. Will ich Lehm als klimaregulierenden Putz dann nehme ich Lehmputz. Dazu gäbe es auch noch einiges zu sagen. Habe ich beanspruchte Wände, dann nehme ich einen Kalk oder leichten Kalk-Zementputz. Die Dünnputze kann man sicherlich bei der Oberflächemgestaltung günstig einsetzen, haben aber dafür auch Ihren Preis. Mit ein wenig Übung geht es auch mit herkömmlichen Materialien. Es stellt sich die Frage, will ich nur fertig werden oder will ich was dazu lernen, soll mich die Arbeit auch mal bereichern? Viel Spaß beim Abenteuer. Immerhin ist es Ihr Haus, Ihre dritte Haut!
Mit freundlichem Gruß



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Hallo,

auf dieser Basis kann man eigentlich überhaupt nichts sagen oder schreiben, weil nicht einmal gesagt wird, was für eine Wand es ist.

Bei einer Innenwand kann man wohl einfach Acryl-Streichputz mit Sand (oder wohl einen Haftputz wie HP 14 von Hessler Kalk als Verputzungsgrundlage auftragen, wenn man nicht allen Kunststoff raus haben will. Und auf der rauhen Oberfläche haftet wenigstens Kalkputz ... und die Lehmputze sind teilweise auch 'verbessert' ... sonst kann man natürlich auch die radikale Lösung nehmen.

Petrochemische Ausdünstungen sind zwar nicht schön, aber mit lufthungrigem Kamin, Lüftung oder Abluftsystem braucht man sich nicht darum kümmern, weil man nicht EnEV-gestört ist ... oder weniger als um die Möbel, Wohntextilien etc.

Saugfähige Wandbeläge wie Lehm oder Kalk oder Wohntextilien puffern das Klima ... aber bewirken keine Wunder, wobei natürlich alkalischer Kalk besser gegen Schimmel ist als Lehm ...

So wäre vielleicht(!) eine Aussenwand mit Glasfasertapete mit Acryl- oder Latexfarbe ideologisch oder praktisch zu bearbeiten:
* Haftputz auf Kunstharzfarbe
* (Tapeten-Spike-Roller, wenn man keine Dampfsperre will.)
* Alternativ oder additiv: Dämmung mit Schilf oder ...
Wandheizung
* Einputzen mit Intonacatrice Tigre (= weltweit verbreitetes Putzspritzgerät für Putz bis 8 mm getestet mit Glasschaumgranulat ür ca. 200,- plus Mischer und Kompressor ... aber in Vorbereitung für Test mit 20+ mm Holzspäne etc., sowie 'Peeble-Dash-Kiessplitt 2 - 5 ... ) und magerem * Lehm oder Schamott-Kalkputz oder ...
* Endbeschichtung

... da ist alles von 10 bis 100(0) Euro/qm möglich ... es gibt Berichte von Kalkputzarbeiten für 600.000 Euro auf Rügen, auf Kreuzfahrtschiffen oder in Mittelasien ... genauso wie unvorstellbare 300.000 qm Betonboden mit Hartstoffoberfläche ... da sucht man sich wohl jemand, der alles tun wird außer sich hinter dem Recht zu verschanzen.

Keimfarben hat zum Beispiel ein Farbsystem für Holz, wo die Kunstharzgrundfarbe die Haftung sicherstellt und dann die mineralische(re) Farbe die UV- und Witterungssicherheit leisten soll.

Hier im Keller lüfte, trockne ich im Sommer die Wände, auch wenn man sagt, daß dies nicht geht, aber hier an der Weinstrasse mit 600 mm Niederschlag und der speziellen Haussituation mit Dauerquerlüftung und 21° im Keller (plus 1 cm Perlitputz an Teilen der Außenwände) ist der Keller in den letzten Jahren immer besser geworden.
Mit www.hypothermal.de oder www.haustemperierung.net könnte man sicher auch im Winter dort angenehm schlafen ...

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Nicht die Glasfasertapete ist wichtig, sondern der Feuchtehaushalt einer Wand, den man durch Sperrung (Petrochemie oder Wasserglas) oder Transport und Wetterschutz bzw. Heizung regulieren muß ... inklusive Kondensation ... die auch Lehm grün werden läßt ... und der von der EnEv sträflich vernachlässigt wird, was zum 'Absaufen' (nach Konrad Fischer) von Dämmung führt ... 'ähnlich' zur Osmose bei GFK-Booten, die Wasser saugen ...
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Die Wand ist definiert durch Geographie, Wetter, Sonne/Nebel/Windchill/Heizung/Lüftung uvm. und die Fehler, die man ohne Problem am einem Ort machen kann, rächen sich grausam unter anderen Bedingungen. Auch abhängig von der Systemkonzeption oder -bedienung ...

Wenden Sie sich an jemanden in Ihrer Nähe, der folgende Dinge verbinden kann:
* Haus-Situation
* Haus-Klima
* Wandheizung oder Temperierung
* Putz

... und die Aussagen hier dienen nur dazu, Fragen zu provozieren ...



Innenputz



Werte Fachwerkliebhaberein,
mit Putz bezeichnet man im Bauwesen normalerweise die Bekleidung einer rohen gemauerten Wand mit Mörtel.
Zweck: Um eine glattere, ebenere Fläche zu erzielen.
Da Sie schon Putz an der Wand haben wäre ein Neuverputz nur möglich wenn Sie vorher den Altputz abschlagen.
Das ist nur erforderlich wenn der alte Putz nicht mehr funktioniert, z.B. er ist zu weich, mürbe oder er löst sich in großen Schalen vom Untergrund, also dem Mauerwerk.
Die Ebenheit eines funktionierenden Altputzes kann man durch eine Spachtelung verbessern. Dabei wird auf den von Farbe und Tapete befreiten Altputz als Ausgleich ein Spachtel auf Kalk- und/oder Gipsbasis in mehreren Arbeitsgängen aufgetragen und geschliffen.Die Stärke beträgt bis zu einem halben Zentimeter, nicht mehr.
Darauf kommt dann die ENDBESCHICHTUNG, üblicherweise Tapete, ein Anstrich oder beides; Glasfasertapeten kann man z.B. mehrfach überstreichen (nicht überputzen!).
Wenn Sie einen Spachtel haben wollen dann müssen Sie logischerweise die alte Endbeschichtung entfernen. Sie legen auch nicht einen neuen Teppich auf den alten wenn der dreckig geworden ist.

Ein Mittelding zwischen Tapete, Spachtelung und Anstrich sind Roll- oder Strukturputze aus der Malerecke im Baumarkt. Sie sollen Ebenheitsunterschiede in der Putzoberfläche kaschieren. Sie werden zwar als Putz bezeichnet, sind es aber nur im entfernteren Sinn.
Wenn Sie Ihre Wand damit "verschönern" wollen dann müssen Sie vorher die alten Endbeschichtungen runterholen.
Achtung, dieses Zeug geht nicht so einfach wieder runter wie eine Tapete!