Feuchte Küchenwand

11.12.2008



Wir besitzen seit 12 Jahren ein denkmalgeschütztes Siedlungshaus aus "belgischen Feldbrandstein"(ß), das vor ca. 120 Jahren erbaut wurde. Unsere Küche ist in einem Anbau (bis vor 14 Jahren waren dort die Bäder drin), der in den 1930er Jahren erstellt wurde (auch Felsbrandstein- nicht unterkellert)und drei Außenwände hat.
Im September stellten wir nun fest, dass eine Außenwand, an der auch die Küchenzeile steht an einer Stelle von ca. 50x50cm die Tapete nasse Flecken zeigte. Nach der Kontrolle der ganzen Wand, zeigte sich, dass die Wand mehr oder weniger(!) vom Boden aufsteigend durchgehend feucht ist.
Da Leitungen o.ä. nicht durch diese Wand laufen, prüften wir die Wand von außen und stellten fest, dass sie auch außen nass ist. Die mehr oder weniger nassen Stellen ergeben sich nur dadurch, dass die Wand im Laufe der vielen Jahre, stellenweise neu gemauert (Fenster zugemauert) wurde und an den Stellen, wo neuerer Ziegel sitzt, dringt die Feuchtigkeit langsamer ein.
Jetzt folgende Situation:
An die Außenwand grenzt ein kleiner Hof und dann kommt das Nachbarhaus. Der Hof gehört zum Nachbarhaus. Und der Besitzer hat im Januar 2008 eine Holzterrasse zwischen beide Häuser gebaut und zwar nicht ebenerdig, sondern als einen ca. 60 cm erhöhten Aufbau. Die quergelegten Holzbretter (mit so Rillen) stoßen direkt an die Häuserwände. Das Gefälle dieser Konstruktion führt gegen unsere Hauswand. Hinzu kommt, dass die Mieterin dieses Hauses, auf der gesamten Länge riesige Kübelpflanzen direkt an unserer Wand aufgebaut hatund an der besonders betroffenen Stelle, stand direkt an der Wand ein Tisch mit Plastikdecke, an der Regenwasser entlang lief.
Durch diese neue Situation fiel das Regenwasser also nicht mehr einfach auf den Erdboden, sondern wurde über die Holzbretter erst mal gegen unsere Wand geführt und lief dann an Wand entlang auf den Boden.
Folgende Schritte (verbunden mit einem ziemlichen Ärger mit dem Nachbarn) haben wir bisher eingeleitet:
- Der Nachbar sollte eine ca. 3-4 cm breite Fuge zwischen Holzbretter und Wand sägen, damit Regenwasser nicht mehr direkt gegen unsere Wand geführt wird.
- Die Nachbarin sollte alle Kübelpflanzen von der Wand entfernen.
- Unsere Wand, die schlecht verfugt war (was wohl bisher kein Problem war, da dort kein Regen gegen kam- keine Wetterseite), wurde vom Nachbarn stellenweise verfugt.

Die Nachbarn sind uneinsichtig, dass ihr Terassenaufbau schuld sein soll und die Nachbarin sieht überhaupt nicht ein, ihre Kübelpflanzen von der Wand wegzustellen, da ihrer Meinung nach, das nicht schadet bzw. dadurch die Trocknung unserer Wand nicht beschleunigt wird.

Die Vermieter haben jetzt den Zugang zum Hof für uns verschlossen (vorher konnten wir ihn einfach betreten), was ihr Recht ist, aber wir haben dadurch keinen Zugang mehr zu unserer Außenwand und ich weiß nicht wie trocken oder feucht sie jetzt ist.
Jetzt zeigt sich auf der ganzen Länge von innen Feuchtigkeitsschäden, die meiner Meinung nach eher wachsen (wobei die Wand sich kalt aber nicht unbedingt feucht anfeühlt, Tapete ist auch eher trocken).

Meine Fragen:
Kann die Feuchtigkeit durch den Terassenaufbau entstanden sein?
Kann es sein, dass die Verschlimmerung des Aussehens der Wand innen, dadurch entsteht, dass die Feuchtigkeit jetzt nach innen abtrocknet?
Wie lange dauert es bis die Wand trocknet?
Reicht die Maßnahme Fugenschnitt aus oder müssen wir wegen des Gefälles (gegen unser Haus) und der Kübelpflanzen mit den Nachbarn streiten?
Welche Maßnahmen können wir von innen ergtreifen (Putz abschlagen?)?
Ich weiß, lange Geschichte, aber ich weiß überhaupt nicht, wie ich diese Situation angehen soll, zumal die Nachbarn sich natürlich auf den Standpunkt stellen, es läge nicht an ihrem Terassenaufbau und ich andererseits nicht weiß, was ich "handwerklich" mit dieser feuchten Wand machen soll.
Feuchtigkeit noch mal messen lassen, um zu sehen, ob sie trockener wird?
Sachverständige holen oder rausgeschmissenes Geld?
Abwarten?
Hat jemand einen Rat für den nächsten Schritt?



Nachbarschaft



Hallo Frau Commer,
Da scheint sich ja ein Nachbarschaftsstreit zu entwickeln.

Fragen Sie doch mal Ihr zuständiges Bauaufsichtsamt, ob die Terrasse des Nachbarn genehmigungspflichtig ist.

Wenn Ja, braucht der Nachbar Ihre Einverständnisserklärung.

Wenn es wirklich eng wird, brauchen Sie anwaltlichen Rat.

viele Grüße



Wenn es vorher trocken war und jetzt nass ...



Hallo Frau Commer,

erstmal würde ich noch versuchen das im Guten zu lösen. Ansprechpartner ist hier wohl nicht die Mieterin der Nachbarhauses, sondern deren Vermieterin. Sprechen Sie alles folgende ausschließlich mit dieser ab, das belastet dann auch nicht ganz so den bereits angegriffenen Nachbarschaftsfrieden.

Wenn der Sachverhalt so ist wie beschrieben, dass das Gefälle in Richtung Ihrer Hauswand geht und das Wasser sowohl an Ihrer Wand herunterläuft und auch die nun unter der Terrasse liegende Erdoberfläche weniger entfeuchtet wird als bei vorheriger Lüftungssituation schlage ich folgendes vor:

Machen Sie zunächst einmal einen Termin mit dieser Vermieterin und einem von Ihnen beauftragten Sachverständigen. Während dieses Termins machen Sie der Vermieterin unmissverständlich klar, dass Sie gewillt sind den Schaden beheben zu lassen und wenn die gute Frau nicht sofort den Grund des Schadens abstellt, dies sogar anwaltlich durchsetzen zu lassen - auf Kosten des Schadenverursachers. Der Sachverständige (auch wenn es wehtut) nimmt eher eine Statistenrolle bei der Drohgebärde auf, als unterstützende Geste können Sie sich auch noch einen Anwalt mit zum Termin nehmen.

Das sollte eigentlich reichen um die gute Frau gegenüber ihrer Mieter tätig werden zu lassen, beim Geld hört es meist auf mit den Spielereien.

Wenn es nicht fruchtet bleibt wohl nur noch der Weg zum Anwalt, Sie sollten es keineswegs hinnehmen, dass Ihr Haus geschädigt wird; dann lieber offensiv beginnen, bevor die Wand innen grün zu wachsen beginnt.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer

P.S.: Auch dem Hinweis von Herrn Göbel können Sie einmal nachgehen, je nachdem wie die Terrasse errichtet wurde und ob Sie ggf. ein Dach hat oder nicht, oder noch nicht – kann das durchaus genehmigungspflichtig sein. Ist die Terrasse gar an Ihrem Haus befestigt?



Danke



Vielen Dank an Sie Beide, für ihre schnelle Reaktion. Ja, leider wird sich eine größere Auseinandersetzung mit unseren Nachbarn nicht vermeiden lassen (Mieterin wie Besitzer sind Nachbarn).
Leider streiten sie sich nun auch untereinander, weil die Mieterin sagt, die Ursache ist nur der Aufbau der Terrasse und der Besitzer (Vermieter) sagt, es läge nur an den Kübelpflanzen. Und uns gegenüber behaupten beide Seiten, weder das eine noch das andere sei verantwortlich.
Meine Frage ist im Moment einfach auch, wer könnte uns denn bei der Beurteilung, was Entstehung und Beseitigung des Wasserschadens angeht, weiterhelfen. Wie finde ich einen kompetenten Gutachter? (Sachverständiger im Raum Köln??)
Des weiteren würde ich gerne wissen, wie wir im Moment mit der inneren feuchten Wand verfahren können?
Trocknet die von alleine? Sollen wir den Putz abschlagen ? Würde ein Trocknungsgerät helfen? Wie hoch sollte die Raumtemperatur sein? Reicht es die Rückwände der Küchenzeile zu entfernen, oder muss die Küchenzeile ab?
Woran merkt man, ob die Wand wieder abtrocknet?
Viele Fragen, aber vielleicht können Sie uns hier schon etwas weiterhelfen.
Eine wichtige Frage ist für mich auch noch, ob die genannten Feuchtigkeitsschäden mit diesem Terassenaufbau und den Kübelpflanzen wirklich zu erklären sind?