Sandsteinwand mit Betonmörtel verputzen?

07.12.2005



Hallo,

wir haben an unserem Haus (Bj. ca 1900) Stark sandende Wände aus Sandstein. Ein Orstsansässiger Bauunternehmer hat uns erklärt, Wand abbürsten, losen Mörtel auch abklopfen und dann einen Betonmörtel anwerfen.
Wie im Forum der Sandstein zu lesen, soll Beton (also Zement) nicht sonderlich gut zu Sandsteinen sein!?

Auf der Seite von Konrad-Fischer ist auch zu lesen, das auftretende Feuchtigkeit (welche wir auch haben) mit feinporigen Mörtel zu Sanieren sei (da Feuchtigkeit von Grob nach Feinporig verdunstet).

Nun haben wir aber bereits Angefangen mit Betonmörtel (1 zu 3) die Wände im unteren Bereich zu Verputzen.

War oder ist das jetzt keine so gute lösung???

Besten dank mal für hilfreiche Informationen & Tips.

Michael



Der ortsansässige Bauunternehmer ..



... hat recht!
... vor allem mit dem Vorschlag: Abbürsten; losen Mörtel entfernen; evtl. abklopfen
aber dann würde ich die Ratschläge nicht mehr verwirklichen ... ausser Sie wollen weitere Schäden produzieren ....

Den bereits draufgemachten Zementmörtel wieder runtermachen - als erstes!
Dann mit Kalkprodukten weiter arbeiten!
Von hier aus kann man nur pauschalieren und nichts Konretes sagen ...
evtl. mit Staubkalk die Absandung in den Griff bekommen, und mit einem Kalkputz weiter arbeiten (da dürfen keinerlei Zementbeimengungen uder Dispersionen drinnen sein)
schauen Sie mal unter www.solubel.de nach ...
Zwischen dem Sandstein und dem Zementputzen bildet sich eine Wasserschicht, die sich negativ auf die Gesamtsituation auswirkt.....

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



vergessen!



Hallo Florian,

danke für das schnelle Antworten, noch einige hinweise zur Informationsflut des Bauunternehmers sowie der Bausubstanz.
Einige stellen der Wand sind sehr Naß, überwiegend im Fundament bereich und ca 30 - 40 cm darüber. Ein Paar stellen sehen so aus, als sei der Sandstein verutscht.
Wie bereits erwähnt, Info vom Bauunternehmer wie bereits beschrieben. Dazu wurde noch bei den stark zerbröselten roten Sandsteinen ein Sanftes Reinigen und danach ein einsprühen mit Tiefengrund erwähnt. Das Verputzen mit Betonmörtel solle der Stabilität dann dienen!?

Nun gut, das Haus steht auf ehemaligen (so die alt eingesessenen) Sumpf gebiet, an der hinteren Hausseite ist eine alte Güllegrube, welche eigenetlich immer mit Wasser gefüllt ist (auch im Sommer). Ich nehme mal an, das von dort die Nässe herkommt. Einiges an Baurestlichen überbleibsel wurden schon früher dort eingefüllt, um das ganze Auf zu füllen.
Soweit mal, zurück zur Verputzerei,
- defenitive den Mörtel wieder ab?
- vorbehandeln mit Tiefengrund?
- Wenn mit Kalkputz arbeiten, welches währe der richtige um:
Die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk abzuführen
Die Mauer wieder Stabilisieren

Dank & Gruß

Michael



sehr komplex das Thema



in erster Linie sollte man die Wasserursachen beseitigen - die Grube entleeren und bindige Böden um die Kelleraussenwand entfernen und evtl mit Kalkschotter auffüllen.

dann sollten die zementären Sachen innen und aussen entfernt werden (auch evtl angebrachte bituminöse oder sonstige "Dichtungen"
es wäre auch nicht schlecht die Wand trocknen zu lassen innen wie aussen
KEIN Tiefgrund aufbringen - das sind häufig auch Schichtenbildner und lösen dann durch die Starrheit die Schichten hinter der grundierten und "verkieselnden Schicht" an und auf - hierzu evtl Staubkalkinfos von solubel einholen
beim Kalkputz sich von solubel aufklären lassen - ich denke der PS 50 wirds werden ... am besten die losen Fugen damit überarbeiten und dann mit dem 0-4er eine erste Schicht denn mit einem0-2er weitermachen

das sind wie gesagt nur Anhaltspunkte
am besten wäre es, wenn man das Teil sehen kann - das ist wie beim Arzt: der diagnostiziert auch nicht am Telfon und schreibt dann Rezepte aus ....!!!
Oder????
Da werden Sie dagen: ach ein Haus ist doch kein Mensch, da ist es nicht so schlimm --- Naja; wenn man die Lebensdauer von Häusern ansieht, dann müssen die Häuser länger "leben" (stimmt: jetzt nicht mehr so - bei "Neubauten" wird schon nach 5 Jahren wieder "saniert"!!!

mfG

FK



Rezepte versorgen einen NUR mit Chemie ...



... Chemie kostet unmengen Geld und das haben wir nicht!

Hallo auch,

neh, wir wollen ja auch kein Wunder Rezept hier erhalten, ein Erfahrungs Austausch und Meinungen von normal bis Meister Sanierer ist hilfreicher als manches Informations Blatt von Pseudo Keller und Wand Trocknungs Zauberer (von dennen ich Persönlich nicht viel halte).
--
Das Haus ist nun im 11. Jahr in unserem Besitz, viel alt Putz und Mörtel wurde schon entfernt. Einige Innen Wände wurden Teilweise Flächig neu Verputzt (Rheinsand 0 - 0,2 Korn). Dabei wurde ein Mischungsverhältnis von 1 zu 6 verwendet (1t Zement & 6t Rheinsand). An den Flächig verputzten innen Wandteilen (überwiegend Aussenwände) haben wir seither keine Feuchtigkeits flecken oder ähnliches bemerkt.
Andere freigelegte Wandteile wurden als sicht Mauerwek belassen (ist halt ne super Optik), mit gleichem Mischungsverhältnis bei geputzt und die Sandsteine halt freigelassen. Auch hier keine Spur mehr von Feuchte oder Salpeter ausblühungen.

Eine Generelle frage zum Kalk Mörtel:
Hat man die Möglichkeit, diesen auch selbst anzumischen (also kein Fertigprodukt)?

Thema Tiefengrund:
Meine eigene Erfahrung, bei einigen Sandsteinen angewand und machen immer noch einen Soliden Eindruck. Die behandelten Sandsteine wurden mit einer Drahtbürste und Reibebrett bearbeitet und leicht mit Tiefengrund (1t Tiefengrund & 2t Wasser) eingesprüht. Wenn man heute mit einem Hammerstiel dagegenklopft, hört er sich immer noch Voll/Massive an. Ansonsten sind diese Steine immer der Witterung aus gesetzt.

Wichtig währe jetzt mal ihre Meinung zum bereits angebrachten Putz. Da es ja eine sehr weiche Mischung ist, dem Sandstein genügend Bewegungsfreiraum läßt, scheint es vieleicht keine so schlechte Idee zu sein!?

Ansonsten, werden wir die Betonmörtelerei mal sein lassen und werden uns mit dem Thema Kalkmörtel etwas näher beschäftigen.

Fragen dazu folgen nach Intensiver belesung der Solubel Produkten.


Besten Dank für ihre Mühe ...

Gruß Michael



... nicht vergessen!



meine Fragestellung bezieht sich immer noch auf die Aussenwände, welche bearbeitet werden müßten!!!



wie schon geschrieben: …



… macht der Zementputz sicher "trocken" - os hat es den Anschein!
zwischen dem Sandstein und dem harten Zementmörtel bildet sich eine Feuchtigkeitsschicht, die dann den weichen Sandstein mit der Zeit löst und mürbe macht
dieses Thema betrifft die meisten "Tiefgründe" auch - die latent vorhanden Feuchtigkeit kann nicht schnell genug weg (ob nun Wasserglas oder "Pampenfestiger") (oh! das gibt wieder Minuspunkte von den Herren Korrektoren)
hinter diesen Schichten passieren die unwahrscheinlichsten Sachen, die dann in ein paar Jahren wieder zum Vorschein kommen werden - kostet einiges danach ...

... ob das alles nun an den Innenwänden ist oder an den Aussenwänden - das Resultat wrid auf lange Sicht das gleiche sein!

Florian Kurz



Gut zu wissen ...



... das es langzeit Schäden produziert!

Hallo Florian,

heute Morgen bin ich an einer Baustelle vorbei gekommen, wobei es sich auch um ein Sandstein Gemäuer handelt. Ein kurzes Gespräch mit dem Bauherren und kurze Besichtung war Möglich. Die haben ihre Wand entsprechend Flächig Verputzt, im unteren Bereich (ca. 40 cm vom Boden weg) Bohrungen eingebracht (etwa 5 cm tief und im Abstand von 60 cm). Darin sind KS-Rohre mit Bohrungen (so ne Art Trenage). Laut Info des Besitzers, soll das Kondensat was im Mauerwek entseht hieraus verdunsten bzw. Ablaufen.

Da wir nicht die bereits Investierten Materialien und Arbeitszeit für die Innenwände auf den Müll werfen wollen, könnte diese Lösung für unser Mauerwerk entsprechend auch in Betracht kommen?!

Bei den Aussenwänden wird dann halt Kalkmörtel verwendet.
Hier dann wiederum die Frage des selber Mischens, da es uns schon einmal passiert ist, das ne halbe Palette fertig Mischung hart wurde (mangels Zeit).

Herzlichen dank & Gruß

Michael K



Hallo zusammen!



Ich habe mit grosser Aufmerksamkeit die ganzen Antworten bezueglich Sandstein gelesen. Wir besitzen ein altes Bauernhaus in Spanien, welches mit Sandstein, Kalkstein u. grossen Kieselsteinen vor 100 Jahren erbaut wurde. Uns wurde geraten, weissen Zement vermischt mit Kalk und Sand zum verputzen der Waende zu benutzen. Die Wand koennte dann noch atmen und die Feuchtigkeit entweichen, was bei grauem Zement nicht der Fall waere. Sollte man ein Sichtmauerwerk wuenschen, dann waere eine Grundierung notwendig, die das Abbroeseln verhindert, aber trotzdem die Wand atmen laesst. Anscheinend gibt es hier spezielle Produkte fuer dieses Problem.