Keller Aussenwand abdichten

06.05.2012



Hallo zusammen,

ich bräuchte mal bitte euren Rat. Wie auf dem Bild zu sehen ist habe ich die Aussenwand ca. 1,60m tief aufgegraben und möchte diese Abdichten und dämmen. Jetzt musste ich feststellen, dass man die Wand 1928 gegen das Erdreich gegossen hatte und diese total krumm und schief ist. Auf so eine Wand kann man doch kein Bitumen auftragen oder?
Was kann ich tun?

Grüße aus Frankfurt
Nicolas



selbes Problem



Hallo Nicolas,

ich hatte das gleiche Problem vor Kurzem:

http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/186503$.cfm

Bis jetzt ist alles trocken ;-)

Gruß
Markus



Aussenwand



Hallo Nicolas



Wenn es nicht anders geht, altes Fundament mit Hochdruckreiniger reinigen, Schalung vorstellen und nachbetonieren. Abbinden lassen, trocknen lassen, abdichten.

Ich hoffe, Deine Wand hat eine Horizontalsperre, ansonsten kann die Feuchte durch die Isolierung nicht mehr raus und steigt höher.

Was hält Dich davon ab, in den Graben eine Drainage zu legen und mit groben Kieseln zu verfüllen?



Andreas



Fugen



Also wie ich das so auf dem Bild sehe sollte zuerst einmal die gesamten Fugen instand gestezt werden.

Im Anschluss eine dicke Lage Luftkalkmörtel PS50 von Solubel da vor und gut ist.

Dann noch eine schöne Kiesschüttung und es passt wieder

LG.Peter Schneider





Danke für eure Antworten!

@ Andreas: Da es eine Doppelhaushälfte ist, und an der einen Seite ein Anbau steht, kann ich nur diese Frontseite ausgraben. Macht dann ein Drainagerohr sinn? Wo soll denn dann das Wassser ablaufen?

Eine Horizontalsperre hat die Wand in ca. 0,50m aus Teerpappe, die dazwischen gelegt wurde....

Wobei wir Sandboden haben und kein Stauwasser.

@ Peter Schneider: Den Luftkalkmörtel PS50 von Solubel komplett zum nachbetonieren für die gesamte Wand?

Danke für eure Hilfe!
Nicolas



Luftkalkmörtel PS50



Ja komplett eine schöne Schicht davor.
Funktioniert tadellos.


LG.P.Schneider



Luftkalkmörtel?!



Freunde, Luftkalkmörtel im erdberührten Außenbereich auf Wände die mit KMB abgedichtet werden sollen.
Was geht denn nun hier ab?

@ Mantey, ich würd mich am Rat des Herrn Kapitzke orientieren.





Hallo,

und welchen Mörtel nehme ich dann für die ganze Wand (bis 1,70m tief ins Erdreich)?

Ich wollte von ganz unten (wobei ich nicht erkennen kann wo der unterste Punkt ist)bis über die Klinkersteine (bis über die Erdreichkante) neu betonieren. Danach Bitumen drüber, Noppenmatte und Erdreich wieder dagegen.



Garkeinen!



Wozu auch wenn du eine Schale vor betonierst?
Die Fugen kannst du etwas ausräumen im Bereich wo du eine Schale vorbetonierst. Dort wo das Bruchsteinfundament bzw. die Bruchsteinwand ist stemmst du kleine Taschen ins Mauerwerk damit die Schale sich richtig verankert.

Alternativ dazu, weil auf dem Bild die Wand so schlimm nicht aussieht. Einigermaßen mit dem Abbruchhammer begradigen, mit Zementputz verputzen. Anschließend die KMB mit Voranstrich aufbringen. Die Fugen im Sockelbereich mit Zementmörtel verfugen und den Sockelbereich Hydrophobieren um ein Hinterfeuchten der KMB zu verhindern. Die Fugen darüber können bzw. sollten, je nachdem wie hart der Mauermörtel ist, mit Kalkmörtel verfugt werden.

viele Grüße



Oha



Ich zitiere mal Herrn Fischer

Du armer Gewölbekeller! Weh Dir, nasse Wand! Freu Dich auf Nachschub, salzverpestetes Mauerwerk: das Handwerk, nein, die Spezialisten, ach wo, DIE WELTWEIT EINZIGARTIGEN EXPERTEN für Bautenschutz & Bausanierung, für trockenlegen & Mauerentfeuchten rücken an!

Im Heft "Vorsorge, Pflege, Wartung. Empfehlungen zur Instandhaltung von Baudenkmälern und ihrer Ausstattung, Denkmalpflege Informationen, Ausgabe A 88, Oktober 2002, Hrsg. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München", heißt es auf Seite 19 im Kapitel 22 "Sockel" unter anderem:

"Grundsätzliches: Der Sockel eines Gebäudes ist häufig von aufsteigender Feuchtigkeit sowie von Spritzwasser in Mitleidenschaft gezogen. Aufsteigende Mauerfeuchtigkeit gibt es in fast allen Gebäuden. Es kommt nur darauf an, sie nicht zu hoch steigen zu lassen, um großflächige Schäden in Putzen, Wandmalereien und auch im Stuck zu verhüten.
Inspektion: Aufsteigende Mauerfeuchtigkeit zeigt sich als markante horizontale Zone, die durch Salzausblühungen oder Absanden gekennzeichnet ist. Durch Ausbesserungen mit diffusionsdichten Sperrputzen wird diese Schadenszone nicht beseitigt, sondern nur höhergelegt: Ihr Beginn wandert an die Oberkante der Ausbesserung.
Pflege: Ausbesserungen nur mit zementfreien Mörteln vornehmen.

Weiterlesen bitte hier.

http://www.konrad-fischer-info.de/2aufstfe.htm

Feststellung meinerseits was haben die armen Menschen vor 100 und mehr Jahren gemacht wo es noch keine Baumärkte,Chemiebuden oder der gleichen gab..

Grübel.

Also LKM PS50 funktioniert tadellos

LG.Peter Schneider



KF



Hallo Peter


willst Du wieder den Troll wecken? (KF)
Versuch doch mal einen Beitrag ohne Werbung...

Und zu Deiner Frage: Feststellung meinerseits was haben die armen Menschen vor 100 und mehr Jahren gemacht wo es noch keine Baumärkte,Chemiebuden oder der gleichen gab..

Die haben mit dem gebaut, was sie hatten. Und mit dem, was sie hatten, sind die Buden oft nach einer Generation zusammengebrochen, oder die Bewohner an Schwindsucht gestorben. Da gab es noch nicht den Spleen, für die Ewigkeit zu bauen.
Und mit dem Pfusch der vergangenen Jahrhunderte ärgern wir uns heute noch rum: Kirchen, Schlösser, Kulturdenkmäler, die genau von dem zerstört werden, was wir nicht in den Griff bekommen: aufsteigendes Wasser.


Außerdem waren feuchte Wände oft bauteilwichtig: Feldsteinfundamente mit Lehm gemauert. Die leg mal trocken. Dann sind die hin und bald drauf wech...

Dazu kommt, daß der heutige Bewohner den Keller oft nicht für das nutzt, für was er konzipiert war: Lagerraum mit ausgeglichener Feuchte. Heut soll er Fitnessraum sein, SM Studio, Sauna, trocken und warm...



Andreas



Errare humanum est



Zitat:
"Und mit dem Pfusch der vergangenen Jahrhunderte ärgern wir uns heute noch rum: Kirchen, Schlösser, Kulturdenkmäler, die genau von dem zerstört werden, was wir nicht in den Griff bekommen: aufsteigendes Wasser."

Das liegt aber nicht an dem "aufsteigenden Wasser" sondern an der Dummheit der Handwerker und Planer und der Lobbyarbeit der Zement+Schmier-Industrie, die immer wieder "was Neues und viiieeel Besseres" aus dem Zauberhut der eigenen Hexenküchen zu ziehen.

Wasser und Feuchte muss man verstehen und die Zusammenhänge verstehen, dann kann man sinnvoll dagegen angehen - absperren, einsperren, verkleiden und wegsehen bringt gar nichts - auf Dauer!

FK





Ich bin irritiert.....einfache Frage:

kann ich mit Beton Estrich den Sockel von ganz unten ca. 10 cm bis oben aufbetonieren?
Das wurde mir nämlich vom Baustoffhändler geraten.....



randnotiz...



-Pantheon gebaut aus Beton und Zementmörtel 27 vor Chr.
-Kolosseum gebaut aus Beton und Zementmörtel 72 nach Chr.
-Die Bäder von Caracalla gebaut mit Zementmörtel 206 nach Chr…. etc.etc.

Alles zu einer Zeit wo die teutonischen Kalkjünger noch mit ner 10kg Eichenholzkeule im Teutoburger Wald auf Eichhörnchen einschlugen und auf Varus warteten. Als der dann kam hatten wir Glücklicherweise einen Anführer der nicht an althergebrachtem festhielt.

Herr Schneider, ich will Ihnen nichts böses. Sie sind sicher ein guter Handwerker genau wie Herr Fischer und Herr Kurz gute Architekten sind. Nur dürfen Sie nicht den Fehler machen und sich für so versiert wie die beiden halten.
Herr Kurz hat zwar hier gegen die Chemie im allgemeinen gewettert. Nicht jedoch in diesem Fall explizit einen Kalkputz empfohlen! Dieser kleine Unterschied ist dann der große Unterschied wenn es zu Baumängeln und die Frage der Kostenübernahme kommt. Sie tun sich also selbst den größten gefallen wenn Sie bei Ihren Sanierungskonzepten die Sie zukünftig erstellen, erstellen wollen, die DIN 18195, 1045 sowie die Flachdachrili beachten und einhalten.

mit den besten Grüße



Kleine



Anmerkung zum Kommentar von Andreas:
Meiner Meinung nach kann eine Vertikalabdichtung Probleme nicht verstärken. Ohne Horizontalsperre verdunstet aufsteigende Feuchtigkeit an der Wandoberfläche. Unter Erdgleiche wird aber, da der Boden dort vermutlich auch nicht trocken ist, keine Verdunstung stattfinden. Mit einer Vertikalabdichtung reduziert man also nur die Gesamtmenge Wasser, die überhaupt in die Mauer kommt deutlich, es sei denn der Boden wäre so geschichtet, dass die Fundamentsohle im Grundwasser steht und der Boden knapp darüber wesentlich trockener ist.

Abgesehen davon reden wir hier über einen Beton(!)sockel, der ohnehin nicht sehr kapillaraktiv ist, ganz im Gegensatz zu einem klassischen Ziegelfundament.

Worin das Problem liegen soll, ein Betonfundament außen mit Beton zu begradigen, erschließt sich mir sowieso nicht, aber ich habe keine Lust, hier wieder seitenlange Streitgespräche loszutreten, deswegen stelle ich das einfach nur mal als meinen ganz persönlichen Zweifel in den Raum.



senkrechte Abdichtung



Hallo Nicolas (oder Mantey),
natürlich können sie eine Betonvorsatzschale zur Begradigung der Wand und als Träger für die Abdichtung davorstellen, die jetzige Kellerwand ist ja auch aus Beton. Die Alternative wäre Zementputz mehrlagig. Es geht nicht darum eine schöne ebene Fläche zu erzielen (das ist nur bei einer Perimeterdämmung wichtig) sondern einen Untergrund ohne Löcher, Spalten und Grate als Träger für die Abdichtung (sei es nun mineralisch oder bituminös) zu erhalten. Der Sockelbereich sollte natürlich ordentlich verfugt werden.
(Luft)kalkputz ist hier im Erdreich kontraproduktiv, da er ewig zum Aushärten braucht bevor man weiterarbeiten kann.

Dann noch was Grundsätzliches:
Durch ihre Schachterei haben Sie die vorhandene! Abdichtung zerstört, die bestand nämlich aus undurchlässigen bindigem Boden. Das Betonieren gegen den Boden sorgte dafür, das hier keine wasserdurchlässige Fuge entstand. Diesen wasserdichten Verbund haben sie zerstört, der ist im Prinzip nicht wieder herstellbar. Deshalb dürfen sie jetzt zur Schadensbegrenzung eine neue senkrechte Abdichtung bauen.
Das reicht aber nicht, denn das Wasser wird jetzt an der Fuge zur Wand und in der nicht bindigen Verfüllung trotzdem nach unten laufen und sich dort auf der Höhe des Arbeitsraumes aufstauen, denn die Anfüllung kriegen sie nie wieder so dicht wie den gewachsenen Boden. Deshalb dürfen sie noch eine Dränebene und einen Anfüllschutz vor die Abdichtung bauen, um das Wasser aus der Wandfuge drucklos nach unten zu leiten und samt dem anderen Sickerwasser aus der Verfüllung über eine Dränung zu fassen und abzuleiten.
Wer keine Arbeit hat macht sich welche.
Abdichtung und Dränung sollten Sie einem Fachbetrieb überlassen.
Was mir bitter aufstößt ist das bei solchen eigentlich überflüssigen Arbeiten jedes Jahr in Deutschland Hobbybastler in ihren zusammenrutschenden weil nicht richtig gesicherten Baugruben ersticken.
Was für ein sinnloser Tod.

Was kann ich ihnen empfehlen:
Gehen sie zurück auf Null und fragen sie sich nochmal, wozu sie das Ganze angefangen haben, also welches Problem mit Feuchte haben sie eigentlich.
Dann überlegen sie nochmal, welche Ursachen es dafür geben könnte und wie man die abstellen kann, wenn es denn sein muß. So können z.B. die Wanddurchbrüche Quelle von Feuchteeinträgen sein, da hier partiell geschachtet und mit Sand wieder verfüllt wurde.
Dann sollten sie sich mal mit dem Produkt "Dernoton" beschäftigen, für sie vielleicht eine (wenn auch nicht DIN- gerechte) Alternative um das Loch vor der Wand wieder zuzukriegen.

Viele Grüße