Aufsteigende Feuchtigkeit



Hallo Fachwerkfreunde, Sanierer, Restauratoren.

Aufsteigende Feuchtigkeit!

Gibt es nun die aufsteigende Feuchtigkeit oder nicht?

Bitte versteht mich nicht falsch, möchte keinen Forumskrieg anzetteln,
vielleicht könnt Ihr die aufsteigende Feuchte bestätigen oder widerlegen.

Grüße

Mladen



Keine Ahnung,



wenn aber einer Probleme damit hat kann er sich an mich wenden.
Hab da sonne Sägen für die Wände und Pumpen für die Pampen.
Garantie, logo, bis zur Gartenpforte.

Mein Keller iss übrigens auch klitsch nass, ich sach meiner Frau immer…
muss alles Kondensat sein.

Wir denken auch schon über den Abriss nach, ihr iss nämlich im Keller mal ne Tüte Salz aus der Hand gefallen.


Grüße aus Schönebeck



Aufsteigende Feuchtigkeit



Danke Oliver,
dachte nur an die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk.
Was hat Deine Frau mit dem heruntergefallenem Salz gemacht? Dem Ziegenbock gegeben?Stelle mir vor, der hat es gerne gehabt:-)

Grüße

Mladen





ich hoffe auf rege Beteiligung, vor allem auch von Konrad Fischer.

Viele Grüße

Mladen





Das Salz, ach ja.
Es breitete sich, so berichtete meine Frau, ähnlich wie Trockeneis auf dem Kellerboden aus und verschwand dann in den Ritzen (sie muss die Fugen gemeint haben) der Wände.





Oliver, mein Wunsch wäre, beim Wasser zu bleiben.

Grüße

Mladen



Aufsteigende Feuchtigkeit



Welchen Lastfall nehmen wir denn an?

Grüsse



Kuriositäten



Ein Grund für mich GEGEN die "Fleißbildchenvergabe" (Anwanzen) und Runterstraforgiasten zu sein (Du Böse - oder - du lieb-Seilschaften):

Wie kann man den vorherigen Beitrag als "hervorragend" einstufen?

ICH kapier das nicht.

___________________________________________


Was versteht man unter diesem Schlagwort?
'ne nasse Wand?
feuchte Baumaterialien?
falsche Materialwahl?
Ausblühungen an der Fassade?

Ists Osmose oder Kapillarität? Oder beides?
Was ist der Unterschied?
In der Fuge, zwischen den Materialien oder im "Baustein" selbst?

Fragen über Fragen?

Die Antwort:
Jain!
oder auch nicht.

FK



Kuriositäten



Ein Grund für mich GEGEN die "Fleißbildchenvergabe" (Anwanzen) und Runterstraforgiasten zu sein (Du Böse - oder - du lieb-Seilschaften):

Wie kann man den vorherigen Beitrag als "hervorragend" einstufen?

ICH kapier das nicht.

___________________________________________


Was versteht man unter diesem Schlagwort?
'ne nasse Wand?
feuchte Baumaterialien?
falsche Materialwahl?
Ausblühungen an der Fassade?

Ists Osmose oder Kapillarität? Oder beides?
Was ist der Unterschied?
In der Fuge, zwischen den Materialien oder im "Baustein" selbst?

Fragen über Fragen?

Die Antwort:
Jain!
oder auch nicht.

FK



Kapillare Feuchte



Ja, und zwar dann wenn kapillaraktive Baustoffe und Wasser zusammentreffen.
Kapillarität funktioniert übrigens nicht nur von unten nach oben, sondern auch waagerecht und senkrecht nach unten.
Falls es um den berühmten feuchten Bereich an der unteren Kellerwand geht:
Nach meinen Erfahrungen ist senkrecht über das Fundament aufsteigende Erdfeuchte dafür nur selten verantwortlich und wenn dann nur zum geringen Teil.
Das meiste kommt waagerecht kapillar durch die Kellerwand in Höhe der ersten, machchmal noch der zweiten Lagerfuge, da sich an der Wand herablaufendes Wasser auf der überstehenden Kante des Fundamentes sammeln kann. Das bedeutet nicht automatisch, das sich auch hydrostatischer Druck aufbauen kann. Der Wandfuß wird außen einfach nass, dann marschiert das Wasser kapillar durch die Wand nach innen.
Das passiert auch noch nach einer senkrechten Abdichtung, wenn sie von Laien ausgeführt wird. Diese Fuge wird häufig falsch oder gar nicht gedichtet, wenn Wasser in flüssiger Form anfällt, dann hier am meisten. Sonst passiert solch ein Wasseranfall nur noch im Bereich des Sockels (ca. 30 cm jeweils unter und über der Geländeoberfläche). Von normaler Erdfeuchte aus nicht bindigem Boden wird kein Keller nass.

Viele Grüße



Die Frage



Hallo zusammen
Ersteinmal; wenn man etwas gelernt hat und man versteht es dann auch, weil es ganz logisch erscheint und dann beweist ein anderer, dessen Name über die Landesgrenzen bekannt ist, das Gegenteil, also mir fällt es nicht leicht das gelernte einfach wegzuwerfen.

Der Georg hat es schon gesagt:
"Kapillarität funktioniert übrigens nicht nur von unten nach oben, sondern auch waagerecht und senkrecht nach unten.
Falls es um den berühmten feuchten Bereich an der unteren Kellerwand geht"

Theoretisch also; kann Mauerfeuchte an die Raumluft, auch bei 100% Luftfeuchtigkeit abgegeben werden, weil sich doch Wassermoleküle gegenseitig anziehen.?

Zum Ziegel:
In feinporigen Baustoffen, wie in Ziegeln sollte das Wasser bis gegen 150 m hoch steigen. In Wirklichkeit steigt sie höchstens einige Meter hoch (abgeschrieben von interne Unterlagen)

Danke


Viele Grüße

Mladen



Kuriositäten



Hallo Florian Kurz,

es gilt zu unterscheiden
wenn ich nur rundes Korn zum mauern/verputzen nehme oder nur gebrochenes Korn, die Benetzungswinkel unterscheiden sich voneinander.

Grüße

Mladen



Kuriositäten



Hallo Florian Kurz,

"Ein Grund für mich GEGEN die "Fleißbildchenvergabe" (Anwanzen) und Runterstraforgiasten zu sein (Du Böse - oder - du lieb-Seilschaften):"

was bedeutet das?Ich verstehe es wirklich nicht.Ich suche eben zuerst bei mir.

Grüße

Mladen



nee Mladen



Dich mein ich nicht!

Ich mein die, die immer: "toller Beitrag" oder "böser Beitrag" klicken!
entweder um einen "Freund" zu protegieren oder um einem "Feind" eins reinzuwürgen!

FK



nee Mladen



@FK

Danke, verstehe genau was Du meinst.

Grüße und schönen Abend, bis dann...

Mladen



Kapillarität



Hallo Mladen,
natürlich kann Kondensat das sich auf einer Wand bildet durch Kapillartransport in der Wand verteilt werden. Die Wand fühlt sich dabei trocken an bzw. sieht trocken aus. Das geht aber nur eine Weile gut. Wenn ständig Kondensat nachgeliefert wird und zwar mehr als wieder verdunsten kann, sind die Baustoffe irgendwann einmal feuchtegesättigt.
Wenn die Wand einen dichten Belag hat, z.B. Fliesen, dann verbleibt das Kondensat an der Oberfläche, irgendwann rollen die ersten Tropfen herab. So eine Wand sieht schon bei wenig Kondensatanfall nass aus, bleibt im Inneren aber trockener als im ersten Fall.
Dann kann Wasser gasförmig in eine Wand diffundieren. Wenn in der Wand die Temperatur weit genug absinkt (Taupunkt) dann kann auch in der Wand Wasser kondensieren.
Dieses Szenario ist also möglich, wird m.E. aber maßlos überschätzt. Die kapillare Transportleistung ist ca. 100- fach höher als die durch Diffusion.

Was die 150 m betrifft:
Bei Baustoffen sind solche Angaben unüblich.
Eine Ausnahme bilden Lockergesteine die im Erd- und Grundbau eingesetzt werden, also bindige bzw. nichtbindiger Bodenarten.
Dort werden die kapillaren Eigenschaften durch zwei Kennziffern beschrieben, einmal die kapillare Steighöhe und dann noch der Durchlässigkeitsbeiwert.
Mit der kapillaren Steighöhe bezeichnet man den Abstand zwischen Grundwasserspiegel und Oberkante der geschlossenen Kapillarwasserzone. Angegeben wird sie in Meter.
Die Wasserdurchlässigkeit eines Bodens wird durch den Durchlässigkeitsbeiwert k in cm/s oder m/s angegeben. Es ist die Geschwindigkeit, mit der das Wasser durch den Boden sickert bzw. kapillar eindringt.
Beide werden im Labor durch Versuche bestimmt (Versuchsgerät von Beskow, Durchlässigkeitsgerät mit konstanter Druckhöhe).

Hier einige Werte von Bodenarten:
1. kapillare Steighöhe
sandiger Kies, Feinkies 0,2m
Grobsand, schluffiger Kies bis 0,5 m
Mittel- und Feinsand bis 1,5 m
Schluff bis 15 m
Ton bis über 50 m

2. Durchlässigkeit

Kiese 10 mm/s
Sande 1 mm/s,
Feinsand 0,1 mm/s,
schwach bindige Böden: 10 hoch -5 bis 10 hoch -7 m/s,
Ton 10 hoch -8 bis 10 hoch -10 m/s.

Es gibt also einen Zusammenhang zwischen kapillarer Steighöhe und der Durchlässigkeit.
Je kleiner die Kapillaren, je größer die Steighöhe. Da aber dabei die Reibung immer größer wird, nehmen proportional zur Steighöhe die Steiggeschwindigkeit und damit die Menge des transportierten Wassers ab.
Die Angabe, das Wasser kapillar in Ziegeln bis 150 m hoch steigen kann, ist theoretische Spiegelfechterei und hat praktisch keine Bedeutung.
Es gibt keine Wand aus einem 150 m hohen, gleichmäßig zusammengesetzten Ziegel, der unten im Grundwasser steht. Und wenn wäre das ein wasserundurchlässiger Baustoff, die Transportleistung wäre praktisch gleich 0.

Viele Grüße



Kapillarität



Hallo Georg,

als erstes möchte ich sagen, als Putzhersteller, haben mich neue Erkenntnisse zu interessieren, weil neue Baustoffe auf den Markt drängen, z.B. Ziegel. Aber wie Du schon sagtest, Theorie ist das eine...der Druck müsste auch enorm hoch sein um das Wasser so hoch steigen zu lassen, hängt aber auch vom Querschnitt der Bauteils ab und des Porenquerschnittes? Vielleicht ein Grund bei modernen Putzverfahren Porenbildner beizumischen,

Mit freundlichen Grüßen

Mladen



"Aufsteigende Feuchte" ist eben nicht nur kapillare Saugfähigkeit !



Dr. Helmut Künzel gebraucht in seinem Buch
Bauphysik und Denkmalpflege den Begriff Feuchte-Akkumulation.
Klar ist, dass dies meist mehrere Schädigungen sind - die sich auch aufschaukeln.
Dazu gehören auch Salze die an die Oberflächen transportiert werden, aber auch die "Verbesserung" der Wärmeleitfähigkeit.
Öffnung der Oberfläche durch Zerstörung - Kristallisation von Salzen und noch viel mehr.
Ich bin der Meinung, dass eine Horizontalsperre oft von Nöten ist, denn sonst hat die Wand keine Chance auszutrocknen.
.
Das Bild zeigt eine Schule in München bei der vor einigen Jahren eine sogenannte "elektroosmotische Entsalzungsanlage" eingebaut wurde.
Dazu noch ein neuer Putz - Sanierputz.
Zugegeben es hat eine Zeit gedauert bis man den "Erfolg" erkennt.
Nun auch die Gewährleistung ist längst abgelaufen.



Kapillarität



Hallo Mladen, mit Druck hat Kapillarität wenig zu tun, vor allem wenn es um den Fall "aufsteigende Feuchte geht".
Das, was im Grundbau gemessen wird, also die kapillare Steighöhe, ist eben nicht auf Wandbaustoffe übertragbar.
Im Boden bzw. Baugrund findet Kapillarität ohne einen entscheidenden Faktor statt, das ist die Verdunstungsrate, also eine von Raumklima und Atmosphäre abhängige Größe. Große Temperaturunterschiede, Luftdruckdifferenzen und Konvektion gibt es im Boden nicht, wohl aber an einer Wand, wo mindestens eine Seite der Luft ausgesetzt ist.
Und mit der Verdunstung kommen auch Salzanreicherung, mit der Luft und den Temperaturunterschieden auch Kondenswasserbildung. Dazu kommt die einseitige Belastung einer Kellerwand mit Erdfeuchte und flüssigem Wasser. Da wird die kapillare Transportleistung dann schnell zur Nebensache, da sie durch diese anderen Faktoren überlagert wird.
Außerdem ist Mauerwerk kein homogener Werkstoff, Mörtel, die Steine und der Putz haben unterschiedliche Eigenschaften. Ein dichter Putz, der die Verdunstungsleistung der Wandoberfläche behindert, sorgt eben für eine Feuchteakkumulation, egal aus welcher Quelle die Feuchte stammt.
Also: Nicht gebetsmühlenartig immer alles auf "aufsteigende Feuchte" aus dem Erdreich schieben, sondern raumklimatische Bedingungen, Materialien und Aufbau der Wand, äußere Einflüsse wie Gelände, Dachüberstand und den Salzsgehalt des Bauteiles und und und... beachten.

Viele Grüße





Hallo Zusammen,

danke für Eure Zeit, Eure Zeilen, jetzt will ich diese vorerst ein paar mal durchlesen...wenn mir was nicht klar ist, melde ich mich wieder

mit freundlichen Grüßen

Mladen