Wand mit Lehmputz trocknt nicht




Moin alle zusammen!

Wir haben eine ca 50 cm. dicke Wand von innen mit Lehm verputzt. Das ist jetzt schon etwa 2 JAHRE her. Der Lehmputz ist immer noch total feucht!!!! Es handelt sich um ein altes Haus, da ist also keine Sperrschicht in der Wand... Kann es sein dass die Feuchtigkeit bis auf eine Hoehe von ca 2,3m zieht?!?! Ich danke im voraus fuer Ideen, Ratschlaege und Hilfe
Mit freundlichen Gruessen Yannick



Bild 2



Hier noch ein Bild. Im oberen Bereich ist ne Pavatexplatte unter dem Putz und im unteren Bereich ist die Wand direkt verputzt worden...



Nein



das Feuchtigkeit kapillar in einer Wand über 2 Meter aufsteigt ist eigentlich nicht möglich.
Derartige Durchfeuchtungen hängen in den meisten Fällen mit einer Versalzung des Mauerwerk zusammen.
Salze, das ist allgemein bekannt, nehmen die Feuchtigkeit aus der Luft auf.



Nein ...



... eher Kondensat aus der Raumluft an der kalten Innenseite einer ungedämmten Wand. Die sog. aufsteigende Feuchte verdunstet 30-50cm über dem Fussboden/der Sockelleiste. Den weißen Trocknungsrand sehen Sie auf dem 1. Foto.

Ist das Haus trotz Sanierung immer unbewohnt/ungeheizt/nicht gelüftet gewesen? Handelt es sich um ein Stallgebäude? Salze im Mauerwerk (Kristallisation sichtbar?). Um welche Art Mauerwerk handelt es sich. Ist es eine Außenwand? Schlagregenbeansprucht.

Mehr Details sind notwendig.



Mehr Details



Also, erstmal danke fuer die schnelle Hilfe.
Das Haus ist ein altes Stallgebaeude, ist aber schon Ewigkeiten her. Es ist nur sehr selten bewohnt und ist daher meist unbeheizt... Die Wand besteht aus uralten Ziegelsteinen und ist mit Kalkmoertel gemauert. Es ist eine Aussenwand und Schlagregenbeansprucht. Das Haus liegt in Ribe DK was gleich an der Nordsee liegt, Salze in den Waenden sind in der ganzen Statd ein Problem.... Hoffe das hilft euch ein bisschen weiter...



Tja dann ...



... kommt so ziemlich alles zusammen. Am wenigsten die aufsteigende Feuchte. Lassen Sie mal eine Salzanalyse vom Mörtel/Mauerwerk durch ein Ingenieurbüro anfertigen. Bei starker Salzbelastung haben Sie eine Möglichkeit zur Salzentfernung bereits an der Wand hängen: den Lehmputz, als Kompresse, die dann entfernt werden muß.

Stark salzbelastetes MAuerwerk kann man so gut wie gar nicht sanieren. Spezielle Sanier- oder Opferputze speichern das Salz im Porenraum und müssen nach 5-10 Jahren wieder entfernt und erneuert werden.





Die seltene Nutzung und Beheizung spricht klar gegen Kondensatbildung aus der Raumluft.
Das weiße auf dem Foto dürften Salzkristalle sein und das ist bei einem ehemaligen Stall nicht verwunderlich.

Das man stark salzbelastetes Mauerwerk so gut wie gar nicht sanieren kann würde ich so nicht sagen.



Das ...



... würde ich so nicht sagen. Wenn es keine Bauwerksabdichtung gegen Erdreich gibt und die Bodenfeuchte in das Hausinnere verdunstet, kommt es zu mehr oder weniger starker Kondensatbildung, in der Kombination mit fehlender Heizung und Lüftung.

Ich habe Objekte begutachtet, die jahrelang auf diese Weise unbewohnt waren: da lösten sich die Tapeten bahnenweise von den (kalten, ungedämmten Bruchstein-) Wänden mit Raumluftfeuchten von über 80%.



Wuerde...



...also eine Bauabdichtung in den Aussenwaenden doch was helfen?!?





Moin Moin , das Problem der versalzenen Wand trifft man immer wieder . Der eine Handwerker misst super viel Feuchtigkeit mit seinem Messgerät alles muss saniert werden, der andere stellt eine defekte Horizontalsperre fest weil das Gerät überall Feuchtigkeit anzeigt. Es hilft nur eins ;: eine Bauzustandsanalyse . Eine Fachfirma oder Gutachter setzen an vorher festgelegten messachsen Kernbohrungen. Die anschließend im Labor auf Salz und Feuchtebelastung untersucht werden. Anhand dieser Daten können Sie gezielt die Arbeiten vorbereiten bzw. Angebote vergleichen . Alternativ können Sie natürlich auch den Putz abstemmen , eine Salsperre aufbringen . Eine nachträgliche Sulfatbeständige Horizontalsperre zb. im Bohrlochverfahren setzen .2 cm Grundputz auftragen als extra Salzspeicher anschließend mind. 2,5 cm Sanierputz WTA aufbringen . Und den eventuellen Feuchteeintritt vom Aussenmauerwerk mittels zb. Hydrophobierung schützen. Die Untersuchung sollte immer in der Relation stehen zur Schadensfläche . Mit freundlichen Grüßen Sven Seegert