Zweischaliges Mauerwerk

22.01.2012



Hallo Forenmitglieder,

nun habe ich nochmal eine Verständnisfrage. Ich habe ein zweischaliges Mauerwerk mit einem Hohlraum dazwischen. Wenn nun Feuchtigkeit von außen anliegen sollte, wie kommt das denn an die Innenschale? Da ist doch Luft dazwischen.
Oder gibt es dort Feuchtigkeitsbrücken o.Ä.?
Oder kann das alles durch die Bodenplatte hochwandern?

Viele Grüße Martin



zweischaliges Mauerwerk



Das beide Schalen komlett durch Luft getrennt sind ist nur theorisch so. Es gibt Fensterbrüstungen, Türlaibungen, Drahtanker die beide Schalen zusammenhalten, Mörtel und Steinsplitter die sich einklemmen, ein paar alte Mörtelsäcke die vergessen wurden...
Bei altem Mauerwerk wurden ab und an "Durchbinder", einzelne Steine, zur Verankerung zwischen beiden Schalen gesetzt. Beim Mauern ist es kaum vermeidbar, das Mörtel in die Fuge zwischen beide Schalen rutscht. Das alles ergibt Verbindungen über die Feuchte an die innere Schale gelangen kann. Eine halbsteindicke Wand ist nicht schlagregensicher, durch die Fugen dringt Wasser an die Innenseite der Mauerschale und läuft dort herunter bzw. auf die (gewollten oder ungewollten)Verbindungsstellen. Das was nach unten läuft staut sich dort auf, wenn es nicht durch Entwässerungsöffnungen am Wandfuß abgeleitet wird. Wenn eine Abdichtung (Z- folie) zwischen beiden Wänden am Fußpunkt fehlt, dann kann aufstauendes Wasser über die ersten Lagerfugen nach innen gelangen.
Zweischaliges Mauerwerk war zum Zeitpunkt seiner ersten Anwendung zur Wärmedämmung in Fachkreisen umstritten.

Viele Grüße



Feuchtigkeitsbrücken ...



... sind nicht unwahrscheinlich. Man hat früher die Aussenschale mit einzelnen Ziegeln in die innere Schale eingebunden, um eine Standsicherheit zu erreichen.

An diesen Binderziegeln kann natürlich Wasser aus Schlagregen oder auch aus Kondensatausfall der ausdiffundierten Raumluftfeuchte bis auf die Innenschale gelangen. Heute werden Edelstahl-Drahtanker verwendet, die in der Mitte eine abgeknickte Tropfnase haben , um genau diese Wasserführung zu vermeiden.

Diese Binderziegel sind natürliche auch hervorragende Wärmebrücken, an denen die Raumluft auch direkt kondensieren könnte.

Auch Mörtelbatzen aus einer unsauberen Vermauerung können diesen Kontakt zwischen Innen- und Aussenschale herstellen.

Das kann z.B . über eine Thermographieaufnahme ermittelt werden.



Zweischalig



danke für die beiden Antworten...
Entwässerungsöffnungen kann ich keine finden... und ich denke Folien wurden 1930 auch noch nicht verwendet.
Ich habe jetzt einen Kellerraum von OSB Platten dahinter Spanplatten, dahinter gemauerter Vorsatzschale aus Kalkstein befreit und nun festgestellt, dass die Ziegel der Innenwand bis auf die Höhe, wo die Wände im Erdreich stecken feucht sind. Zumal das ein Keller ist, in dem ein Bodenabflußs verlegt ist, in den das Regenwasser von außen abläuft. Also Kellertreppe runter, unter der Tür her und dann quer durch den Raum in diesen Abfluß. Feuchtigkeit ist also en masse vorhanden....

Viele Grüße Martin





Möglicherweise konnte aber die Feuchtigkeit eben durch die Ansammlung von OSB- und Spanplatten gar nicht erst abtrocknen.

War die zweischalige Wand jene Holzplattenkonstruktion, oder existiert diese noch immer?

Bilder sagen mehr als tausend Worte.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Wand



Hallo Herr Kornmayer,

Fotos existieren nicht, da ich schon alles eingerissen habe.
Vor dem Ziegelmauerwerk befand sich eine Vorsatzschale aus weißem Kalksandstein dazwischen eine Plastikfolie, auf der Vorsatzschale saßen dann die Span- und darauf die OSB Platten.
Eine wilde Konstruktion...

Viele Grüße

Martin



Das liest ...



sich dann eher wie Kondensfeuchte aus der Raumluft, die sich zwischen KS-Wand und Spanplatte niedergeschlagen hat und die durch die Folie vor der KS-Wand nicht nach außen wegtrocknen konnte - wenn ich den Aufbau richtig verstanden habe.

Nach innen gab´s dann die bereits stark dampfbremsende doppelte Beplankung aus Span- und OSB- Platte - so blieb die Feuchtigkeit schön eingesperrt und sammelte sich an.

Ihre Vorgehensweise ist richtig: die Bekleidung zu entfernen und das MW austrocknen lassen. Die Folie zwischen den MW-Schalen ist allerdings ein Problem.





... dann ist jetzt das alte Bestandsmauerwerk sichtbar und das wars? Dann hilft nur noch Geduld und schlaues Lüften.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Lüften



Hallo Herr Kornmayer,

ja, jetzt ist das alte bestandmauerwerk sichtbar..
Das ist ja einfach :-)
Macht ein Luftentreuchter Sinn?

Danke und Gruß

Martin



Regenwasser



... ist es denn zu vermeiden, dass in diesem Keller der Regen, der die Kellertreppe herabfließt im alten Abfluß der ehemaligen Waschküche versickert?
Der benetzt ja den Kellerboden, Pfütze hier, Pfütze da, ich wische das immer nach... und irgendwo muss diese Feuchtigkeit (literweise bei Regen) ja auch hin, oder?
Wenn das alles an den Wänden kondesniert, dann wundert es mich nicht, dass das Ziegelwerk feucht ist...

Viele Grüße

MArtin



@ Herr Pickartz



Hallo Herr Pickartz,

in vier weiteren Kellerräumen existiert zumindest eine Vorsatzschale aus Kalksandstein mit einer einfachen Kunststofffolie zwischen MW und Vorsatzschale...
Das klingt ja nach: Besser alles entfernen, oder?
Danke und Gruß

Martin