Haus von EG abheben?

07.11.2009


Hallo miteinander,

wie schon mal erwähnt, haben wir uns etwas in ein Fachwerkhaus von ca. 1920 verguckt. Teilunterkellert, EG gemauert, 2. & dritter Stock Fachwerk;

Leider hab sogar ich als Nichtfachmann schon einige Probleme erkannt;
Meines Erachtens ist das gemauerte EG relativ feucht, muffig & siffig - erst recht der kleine Keller (3 Räume).

Um Nägel mit Köpfen zu machen hab ich mir überlegt, dass man das eigentliche Fachwerkhaus vom EG abnimmt, verschiebt und dann einen neuen Keller mit neuem EG mauert und das Haus dann wieder aufsetzt.

Ein entsprechendes Stahlgerüst & Schwerlastkran wären sicherlich nötig!

Ich hab mal einen Beitrag gesehen, dass im Zuge des Braunkohleabbaus eine ganze Kirche versetzt wurde.

Meine Frage nun: Hat jemand mit so etwas Erfahrung?

Kann man hierzu eine Kostendimension nennen - oder lässt man von so etwas lieber die Finger?

Andreas





Ich denke Du solltest lieber in Erwägung ziehen das Mauerwerk des EG abschnittsweise zu erneuern. In wie Fern das wegen Feuchtigkeit nötig, und sinnvoll ist solltest Du vor Ort von einem sachverständigen prüfen lassen.

Foto: Austausch von Bruchstein- in Porotonmauerwerk.
[pubimg 19401]



hallo



der von O. Struve vorgeschlagene Weg ist der Übliche und wird häufiger praktiziert. Man kann selber mithelfen und sogar eine Eigenleistung bei entsprechenden Fachkenntnissen ist möglich. Das Mauerwerk mußt Du grob mit 400 € / m3 rechnen als Leistung mit Material und Abstützung, die übrig bleibenden Arbeiten am Holz kann ich von hier aus schwer schätzen. Dazu kommt natürlich Putz, Entsorgung usw.



Fachwerkteil anheben



Hallo,
nur der Vollständigkeit halber: Über das anheben von ganzen Gebäuden oder Gebäudeteilen kann man sich hier z.B. fundiert schlau machen: www.haushebung.de
Für den geschilderten Fall ist die vorgeschlagene Methode des stückweisen Unterfangens sicher sinnvoller, da erheblich billiger und auch besser für Selbermacher geeignet, aber potentielle "Hausheber" werden durch einen Blick auf diese Seite sicher nicht dümmer.
Gruß Gerhold





Danke erstmal für die Infos & Antworten;

Verstehe ich das System so, das ein, anderthalb Meter der EG - Wand weggerissen werden und entsprechend ein paar Steine nachgemauert werden?!

Das macht man so lange, bis man rundrum fertig ist?!

Adäquates gälte für die Innenwände?!??

Müstte dann an der offenen Stelle das Haus abgestütz werden oder wird es von der Restwand getragen?

Was bedeutet dies aber für den Teilkeller?

Wie müsste dieser **getauscht** werden?

Leider frage ich sehr dilettantisch!
Problem ist: Wir sind am überlegen, ob dieses Haus für uns finanziell stemmbar ist;

Ich weiß auch, dass ich um einen Fachmann bzw. professsionelle Hilfe nicht herumkomme; möchte mich aber eben bereits jetzt so schlau machen wie es geht!

Andreas



Hmmmm,



feucht, muffig und siffig verschwindet i.d.R. durch wiederbeleben....wenn die Substanz gut ist und das Haus nicht im Moor steht.

Ich vermute das Haus steht schon lange unbeheizt rum und den Kellern fehlt die passende Durchlüftung.

Gruss, Boris



Erst schauen, dann hauen.



Hallo Andreas,

ich sehe das wie Boris Webler. Vor einem Totalaustausch sollte erst einmal überprüft werden weshalb das Ganze feucht geworden ist. Möglicherweise war es tatsächlich nur der Leerstand, Leitungsundichtigtkeiten, etc. ...

Und wenn es von außen käme? Dann müsste auch hier zuerst angesetzt werden; ein neues Mauerwerk könnte das gleiche Schicksal ereilen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Wie gesagt…



...muffig und feucht ist nicht zwangsläufig ein Grund für derartige Geschütze.
Erstmal prüfen (lassen) ob alleine wegen der Feuchtigkeit das Mauerwerk ausgetauscht werden sollte. Feuchteschäden lassen sich durch aus auch nachhaltig sanieren.
Ich schreibe extra auch, weil man dabei auch sinnlos Geld versenken kann.
Das Mauerwerk auszutauschen kann in der Regel Wandweise erfolgen. Die Wand auf dem Foto wurde auf einer Länge von 18 Metern nach Abstützung in einem Ritt getauscht, Grund war sehr starke Versalzung wegen früherer Düngemittellagerung.
Bei den entstehenden Kosten kann man den positiven Effekt berücksichtigen, dass eine neue Wand, 1. gleich trocken ist, und 2. eine weitere Wärmedämmung bei vernünftiger Baustoffauswahl überflüssig wird.



Ein Keller...



...darf wohl etwas feucht sein und wird mit der richtigen Lüftung sicher kein Büro, aber halt ein brauchbarer Keller.

Im EG finden sich mit Sicherheit Wege, den Zustand ohne ruinöse Gewaltakte zu verbessern. Feuchtequelle finden: Wenn's längere Zeit leer stand, ist es häufig nur Kondenswsser. Über Wand- bzw. Fußbodenheizung nachdenken. Selbst der Wandaustausch wird fast immer vermeidbar sein. Was trägt, kann i.d.R. auch stehenbleiben.

Grüße

Thomas