Verankerung einer Innenwand an einem Fachwerkmauer

23.06.2003




In einem umgebauten Fachwerkhaus (Scheune mit grossem Dach, bj. ca. 1900) das wir eventuell kaufen wollen wurde das Yton Innenmauer an dem ostgierbel mit festen Metallverbindungen fälschlicherweise an das alte Fachwerk verankert. Dies lies Spannungen in Verbindung mit der Windbeweglichkeit des Dachs und des Giebels enstehen im Innenraum (Risse im Yton). Soll durch Dachlatten diagonalverbindungen im Dachstuhl aufgehoben worden sein. Kann jemand mir sagen, wie ernsthaft dieses Problem zu nehmen ist?



Verankerung Innenwand an Fachwerkmauer



Dachlattendiagonalverstrebungen, sog. Windlatten bzw. Windstreben, sind notwendiger Bestandteil von Dachverbänden. Es ist unwahrscheinlich, daß sie nachträglich eingebaut wurden. Wenn ja, müssen sie zusätzlich zu den bereits vorhandenen
Windstreben eingebaut worden sein, als Ersatz für womöglich entfernte Bauteile. Eine Scheune ist ein Hallenbauwerk, welches sich aus mehreren Binderfeldern zusammensetzt. Beim Ausbau zu Wohnraum können Konstruktionshölzer der einzelnen Binder störend gewirkt haben, (Wandfluchten, Raumaufteilung usw.) Die Entfernung oder unsachgemäße Rekonstruktion von Konstruktionshölzern solcher Windverbände können, da die Aussteifung des Gebäudes nicht gewährleistet ist, durchaus zu den beschriebenen Schäden führen. man sollte überprüfen, inwieweit die ursprüngliche Konstruktion noch vorhanden ist. Die vorgesetzte Ytong-Schale ist meiner Meinung ohne Belang. v.e.



Verankerung Innenwand an Fachwerkmauer



Dachlattendiagonalverstrebungen, sog. Windlatten bzw. Windstreben, sind notwendiger Bestandteil von Dachverbänden. Es ist unwahrscheinlich, daß sie nachträglich eingebaut wurden. Wenn ja, müssen sie zusätzlich zu den bereits vorhandenen
Windstreben eingebaut worden sein, als Ersatz für womöglich entfernte Bauteile. Eine Scheune ist ein Hallenbauwerk, welches sich aus mehreren Binderfeldern zusammensetzt. Beim Ausbau zu Wohnraum können Konstruktionshölzer der einzelnen Binder störend gewirkt haben, (Wandfluchten, Raumaufteilung usw.) Die Entfernung oder unsachgemäße Rekonstruktion von Konstruktionshölzern solcher Windverbände können, da die Aussteifung des Gebäudes nicht gewährleistet ist, durchaus zu den beschriebenen Schäden führen. man sollte überprüfen, inwieweit die ursprüngliche Konstruktion noch vorhanden ist. Die vorgesetzte Ytong-Schale ist meiner Meinung ohne Belang. v.e.



Ehemalige Scheune



danke sehr für die Antwort! Die Dachlatten wurden auf jedem Fall auf Grund des vermeintlichen Ytong "Problems" erst dieses Jahr vom aktuellen Besitzer eingebaut (er hat uns es erzählt). Es sind inzwischen an einigen Stellen Risse im Ytong zu sehen: darüberhinaus stecht an einigen Stellen das Fachwerk (mindestens eine kleinere Gruppe von vielleicht 6 Ziegelsteine) in der Ostgiebel hervor. In einem vertikalen Balken in der Ostgiebel gibt es ein Riss, der "könnte" neu sein. Daher die Vermutung, daß es sich auf Grund der Festbindung von Ytong und Fachwerk am Ostgiebel ein statisches Problem ergeben hat.



Verankerung Ytong-Schale an Fachwerkwand.



Verstanden: Welcher Art sind die Risse in der Y-Mauer? Zeigen sie sich in den Fugen oder an den Seiten, bzw. verlaufen die Risse vertikal oder schräg durch die Mauersteine mehrerer Schichten.
Im letzteren Fall können die Risse zu 90% ihre Ursache in statischen Problemen haben. An einem oder beiden Giebeln waren in Scheunen oft Keller zur Lagerung von Futterkartoffeln oder Futterrüben. Wo waren sie in dieser Scheune angeordnet? Sackt die Verfüllung ab auf der die Y-Wand steht? Wie erfolgte überhaupt deren Gründung? Alte Fachwerkwände stehen oft nicht im Lot. Sie schaukeln sich im Laufe der Jahre in ihre bequemste Lage und überdauern so Jahrhunderte. Sind an diesem besagten Giebel Lageänderungen aus den letzten Jahren erkennbar
z.B Anzeichen von unterschiedlichem Verwitterungszustand der Holzoberflächen ein-und desselben Konstruktionsholzes. Beim erwähnten vertikalen Riss in einem Ständer kann es sich um einen Trockenriss handeln, meiner Meinung tatisch belanglos wenn er nicht tiefer als etwa 1/4 der Kantholzstärke ist und nicht über die gesamte Länge läuft. Problem allerdings wenn der Riss sich in einer Richtung immer weiter verbreitert, das Holz sich spaltet. An dem Y-Problem will ich nicht so recht glauben. Eine Mauer muß für sich stehen, die kann nicht "angenagelt" werden, oder der Maurer ist ein Stümper. Das meine Theorie mit dem fehlerhaften Dachverband nicht ganz abwegig ist, bezeugt die Tatsache des nachträglichen Einbaus von Windlatten durch den Besitzer.
Dies läßt darauf schließen, daß der Bau ungenügend ausgesteift und somit windanfällig ist.
Wieder mein Rat: Lage, Art und Anzahl der Binder prüfen. Zeichnung geben lassen. Wenn die angeblich nicht mehr da sind, zum Bauamt, welches seinerzeit den Bau genehmigte. Dort muß zumindest ein Archivexemplar vorhanden sein. Dies studieren und dann am Objekt überprüfen. ve.