Neue Fachwerkwand aussen vor alte Ziegelwand stellen, ist das machbar?

03.06.2004



Eine neue Idee, die vielleicht etwas sehr verrückt klingt, ich aber trotzdem gerne mal konkret durchspielen möchte.
Es geht um eine 24 cm Ziegelwand, unverputzt. Leider taugen die Ziegel nichts mehr und ziehen Feuchtigkeit. Deshalb möchte ich irgend etwas vor die Mauer stellen, um den Schlagregen abzuhalten.
Mein erster Gedanke war eine Vorsatzschale aus Ziegeln, damit die Optik erhalten bleibt. Nun steht dieses Haus aber im Moor und der Untergrund ist sehr unberechenbar. Es kann auch kein anständiges Fundament gemacht werden und so habe ich nun Bedenken, das diese Vorsatzmauer sich zu stark setzt bzw. auch noch die alte Mauer mitzieht.
Mit einer Putzfassade kann ich mich überhaupt nicht anfreunden, weil es die Optik zu stark verändern würde ( die alten Häuser in Kehdingen sind nun mal einfach nicht verputzt).
Mit einer Holzverkleidung könnte ich mich noch so gerade eben anfreunden, würde das Haus aber auch verändern.
Jetzt meine neue Idee:
Da die andere Giebelseite des Hauses noch Fachwerk ist kommt mir der Gedanke man könnte doch auch eine Fachwerkwand vor die alte Mauer stellen. Diese hätte den Vorteil zur Vorsatzschale, das sie in sich statisch stabiler ist, die Last über eine Schwelle gleichmäßiger auf das Erdreich überträgt und ich denke auch leichter ist wie eine reine Steinmauer. Aber das hängt natürlich von der Ausfachung ab.
Und da ist natürlich meine Frage: wie bewerkstelligt man das am besten mit Dämmung und am allerliebsten natürlich mit Ziegel ausgemauerten Gefachen, damit es wieder so aussieht wie die Wand zum Hof hin? (Eventuell kann man sich auch nur auf aufgeklebte Klinker beschränken, als Kompromiss)
Was muss man beachten damit keine Staufeuchtigkeit in der Wand auftritt?
Das klingt jetzt wahrscheinlich alles sehr verrückt, und soll auch erst mal nur ein Gedankenspiel sein, wie man so was überhaupt umsetzen könnte und ob es eine Lösung für mein Haus sein kann.
Freue mich über jede konstruktive Antwort.



Fachwerk



Das Gewicht bei einer Fachwerkwand mit ausgemauerten Gefachen ist nicht viel anders, wie eine gemauerte Vorsatzschale und benötigt ebenfalls ein Fundament. Die Lastverteilung ist auch nicht anders zu bewerten.

Also bleibt aus meiner Sicht die Holzverschalung mit einer ausreichenden Dämmung und einer guten Hinterlüftung.
Bei den aufgeklebten Klinkern, gibt es, wenn auch noch eine Dämmung eingebaut wird (ist Vorschrift gem. EnEV) nur wenige zugelassene Produkte. Außerdem halte ich eine hinterlüftete Konstruktion immer für besser.

Ich würde Ihnen raten für die weiteren Baumaßnahmen einen Fachmann wenigstens beratend an die Baustelle zu holen.
www.baubiologie.de



Funktionstüchtigkeit!



Haben erst letzte Woch zufälligerweise eine Fassade wieder öffnen dürfen (nicht durch uns erstellt!!!!) und da überkam uns der absolute Schreck!
Im September erstellt und jetzt komplett der Schwamm drin.
Also einfach überschlafen, und dann mit gesundem Bauchgefühl entscheiden.
Im Telefonat haben wir ja da schon ein ganz paar vernünftige Denkansätze erarbeitet und begründet.

MfG die nachdenkenden Lehmbauer aus der Lausitz.