Wärmedämmende Innenschale aus Strohleichtlehm

11.05.2012



Hallo,
Wir möchten zwecks Isolierung eine Strohlehm- Innenschalung an die Außenwand setzen. Lehm bekommen wir sehr preiswert, Stroh haben wir massenhaft in der Scheune.
Wie es aufbereitet und verbaut wird weiß ich schon.
Nun habe ich eine Frage zur Unterkonstruktion einer Innerschale aus Strohlehm.
Folgende Ausgangssituation: Ziegel-Fachwerk- Außenwand und lackierte Eichendielung, unter der Dielung befindet sich Sandboden.
Sollte die Dielung entfernt werden um unter der Leichtlehmwand eine Unterkonstruktion aus Holz zu schaffen, die mit z.B. Bitumenbahnen abgedeckt wird?
Oder stellt man die Leichtlehmwand direkt auf den Sandboden?
Oder kann man die Dielung sogar drin lassen und sperrt sie lediglich mit einer Bitumenbahn ab?
Oder lässt man die Bitumenbahn weg und stellt die Wand auf Holzbretter?
Leider konnte ich nirgends Infos dazu finden?



Leichtlehmwand



Der Lehmbaustoff muss vor allem gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt werden. Die Dielung mit einer Mauerwerkssperrbahn abzudecken, wird zu einem verfaulen der Dielen führen.

Grundsätzlich ist der Dielenboden direkt auf dem Sandboden keine zeitgemäße Konstruktion. Hier ist immer mit Feuchteeintrag zu rechnen, auch aus der verdunstenden Bodenfeuchte. Schädlingsbefall z.B. durch Hausschwamm ist in solchen feuchten, dunklen und nicht belüfteten Konstruktionen nicht selten.

Das Gewicht der Wand von ca. 6kg/cm Dicke x m2 muss zuverlässig abgefangen oder gegründet werden. Baukonstruktive Hinweise für die Ausführung der Leichtlehmwand finden sie unter:
http://www.claytec.de/produkte/bautechniken/innendaemmung/31-innenschale-aus-leichtlehm.html

Darüber hinaus hat die Wand keinen besonderen Dämmwert. Der Wärmeleitwert von Leichtlehm 600 liegt bei 0,1 W/mK (zum Vergleich Dämmstoffe i.d.R. 0,035, ist damit an der Grenze dessen, was noch als Dämmmaterial bezeichnet werden kann.

Hier wäre eine Innendämmung mit Holzfaserplatten besser.



Vor mir



noch einge Ergänzugen zum Vorredner, dem ich in der Ausführung anschließe.

Wenn schon Leichtlehm dann besser Holzleichtlehm der sich viel einfacher zubereiten läßt uhnd vor allen nicht so schnell schimmelt.

Unbehandelte weiße Hackschnitzen sind i,. d. R. regional verfügbar.

Grüße



Ausführungsdetails



beiden Vorredner schließe ich mich mit an und möchte nochmals darauf hinweisen, dass ich bereits zwei Projekte gesehen habe, wo die Strohlehminnenschalen verkompostierten.
Einmal war die ursache unreiner Lehm aus Bauaushüben und beim anderen Projekt eine zu Feuchte und zu langsam austrocknende Situation.
Dabei entstand sogar noch Fäulnis im Konstruktionsbereich.

Holzhackschnitzellehmfüllungen sind da effektiver.
Beimischungen sollten Hobelspäne und Sägegatterspäne mit sein.
Im Gleitschalungsprinzip einbauen und gut durchlüftet abtrocknen lassen.



Unsinn,



ich verarbeite Srohleichtlehm und da verschimmelt nix!

..und das wärmedämmt super...

Ich weiß ja nicht, woher die "Fachleute" ihre Information nehmen, sicher nicht aus ihrer eigenen Erfahrung oder Baupraxis, vielleicht aus der Lehmbibel des Herrn Minke, der auch mit dubiosen Behauptungen zu punkten versucht.

Aber zurück zum Thema: Latürnich gibt die feuchte Lehmschale über längere Zeit viel Feuchtigkeit an die Dielung ab. Ich würde den Holzfußboden unter der Schale entfernen, also ca. 1-2cm Abstand zum endgültigen Wandaufbau lassen...

Schönen Gruß und gutes Gelingen...Jürgen



In den Anfängen



haben wir Strohleichtlehm verarbeitet, dann Holzleichtlehm oder auch mal Blähtonleichtlehm. Heute arbeiten wir überwiegend mit leichten putzfähigen Dämmplatten.

Und glaube mir Jürgen ich weiß genau wovon ich rede!

Öffne mal nach 4 Wochen eine Strohleichtlehmschale und mache mal eine Schimmelsporenmessung.

Und darüber speklulieren wer welche Information der hier antwortenden Personen hat, interessiert den Fragensteller überhaupt nicht.

Grüße



Hallo Gerd Meurer, Lehmsachverständiger,



Zitat:"Und darüber speklulieren wer welche Information der hier antwortenden Personen hat, interessiert den Fragensteller überhaupt nicht."

...was den Fragesteller interessiert, das würde ich ihm doch bitte selbst überlassen, seine Entscheidung. Immerhin macht es einen deutlichen Unterschied, ob eine Meinung von Greenpeace oder der Atomlobby...vom ADAC oder dem Bund deutscher Radfahrer oder...den Grünen oder der FDP...kommt.

Die Frage war doch nicht die nach "Leichtlehm oder nicht", sondern:"Kann ich die Innenschale auf die Dielung stellen?"

Ich meine nein, weil die Innenschale zum Baukörper gehört und der Holzboden Teil des Innenausbaues ist.

Über Stroh,Holz,Blähton oder Platten können wir ja in einem neuen Thema gern debattieren und ich freue mich drauf, aber das ist ein weites Feld.

Gruß Jürgen



Dankeschön



Hallo,
vielen lieben dank für eure schnellen und kompetenten Antworten, und eure Zeit.
Mit genauerem lesen meiner Quellen und logischem Denken hätte ich selbst auf die Antwort kommen können, aber mir schwirrte der Kopf.
@jürgen
Danke für die Antwort, es bringt mich wirklich weiter!
Ihr seid ja in der Mehrzahl Fachleute, die daher andere Anforderungen haben.
Wir haben ja vor allem Zeit und unsere Arbeitskraft, aber leider begrenzte Mittel.
Geld wollen wir in die Deckendämmung und rekonstruierte Holzfenster vom Tischler investieren.
Da kommen später dann in anderen Bereichen vermutlich auch noch Fragen…

Den Link von claytec kannte ich schon, danke. Gelesen habe ich generell schon sehr viel.
Die Beschäftigung mit diesem Themenkomplex dauert ja jetzt schon länger als vermutlich nachher die Ausführung der Baumaßnahme.
Das die Variante nur ein Kompromiss darstellt ist uns bewusst, es ist auch keine optimale Dämmung.
Dafür spricht das wir keine Versalzung im Mauerwerk haben und auch keine Feuchtigkeit von unten.
Das Haus steht seit 1846 ohne Bau- oder Feuchteschaden.
Wir planen eine Wanderschalungen und bauen nur bis August, damit eine Austrocknung gewährleistet ist.

Liebe Grüße
Bettina



Dank



Es freut uns Antworter und Fachleute und auch mich, dass Sie sich zu ihrem Fragenkomplex am Ende ganz einfach mal bedankten.
Ist leider die ganz große Ausnahme hier geworden.

Dann viel Spass bei Ihren Arbeiten und Ihren weiteren Interesse an uns Fachleuten hier drin.

Sie können ja dann mal berichten bzw. mit Bildern ein wenig dukumentieren hier.


Freundliche Grüße,
Udo Mühle



Da aus der Frage nicht genau hervorgeht,



um was für eine Wand es sich handelt, stellt sich mir die Frage ob eine Dämmung der Wand überhaupt Sinn macht oder ob ein das Verputzen der Wände mit Luftkalk nicht schon außreichend wäre.
Das hatte bisalng kein Probleme und so fragt man sich warum soll eine sonnenbeschiene Südwand mit einer Dämmung versehen werden, wenn man deren Speicherfähigkeit nutzen kann.
Hauptaugenmerk wird immer auf den Wärmedurchlasswiderstand gelegt, aber was ist mit der Wärmespeicherung? Selbst im Winter kann eine sonnenbeschiene Wand auch bei minusgraden aussen eine höhere Oberflächentemparatur als innen erreichen und somit kehrt sich das Temparaturgefälle um.
Man kann sich nun überlegen, ob man die Sonnenabgewanten Seiten dämmt, aber hier gilt es zu überprüfen um welche Räumlichkeiten es sich hierbei handelt.

Innendämmungen sind und bleiben ein sehr komplexes Thema, vor allem bei Fachwerkkonstruktionen.
Lehm ist ein sehr guter und gutmütiger Baustoff, aber man kann ihn nicht überall einsetzten, ausschlaggebend ist der Konstruktionsaufbau und welche Materialien verbaut wurden.
Anhand dessen sollte ein Dämmkonzept erstellt und geplant werden.
Ich weiss man kann daüber streiten, aber die Anmerkungen von Herrn Meurer sind richtig und man sollte diese nicht unbeachtet lassen.

Grüsse Thomas