Lehmwand sanieren

31.08.2007



Hallo,
ich bräuchte etwas Rat bezüglich der Sanierung einer Wand in einem ca. 130 Jahre alten Fachwerkhaus.

Es ist die Trennwand zwischen Küche und Bad, sie ist aus Lehm. Auf der Badseite sind momentan Pressspanplatten aufgeschraubt (ich weiß, wenig sinnvoll), die mittlerweile arg in Mitleidenschaft gezogen sind. Ich weiß nicht, wie viele Jahre oder Jahrzehnte die schon drauf sind. Auf der Küchenseite ist der Lehm noch offen, allerdings auch stark beschädigt.

Im Bad soll gefliest werden und in der Küche zumindest ein Fliesenspiegel angebracht werden.
Die Wand an sich ist soweit trocken, auch wenn sich an einer Stelle Schimmel gebildet hat. Ursache dafür ist vermutlich, daß an dieser Stelle vorher eine Plastikfolie als Spritzschutz auf die Wand geklebt war.

Folgende Alternativen stehen mir zur Auswahl:

1. Die (nicht tragende) Wand einreißen und im Trockenbauverfahren neu aufbauen.

2. Die Wand an beiden Seiten abtragen, bis die Beschädigungen beseitigt sind und dann mit grünen Rigipsplatten wieder vervollständigen.

3. Selbe wie 2., nur mit Styrodurplatten anstatt Rigips.

Ich habe drei verschiedene Handwerker befragt, und diese drei Vorschläge kamen.

Zu welcher Variante würde man mir hier raten? Vielleicht noch eine weitere Alternative?
Es sollte auch von einem Laien ausführbar sein und keine immensen Kosten verursachen. Und als Endergebnis muß ein Fliesenleger darauf arbeiten können.
Danke schonmal für Antworten.

Marcel



Lehmwand



Hallo Marcel,

wie vor Ort schon beschrieben rate ich Dir zu folgendem Aufbau der tragenden und aussteifenden (!) Fachwerkwand:

1. Sämtliche Platten und Putze auf beiden Seiten entfernen bis nur noch die Fachwerkwand mit Ausfachungen steht.

2. Nun kann man die Schaden an der Holzkonstruktion erkennen. Diese sollten fachmännisch Saniert werden.

3. Ausfachungen die durch die Sanierung ausgebaut werden mussten oder ohnehin nicht mehr in Ordnung wahren ausbauen und mit Lehmsteinen oder weich gebrannten Ziegelsteinen und dem entsprechendem Mörtel. (Lehm- oder Kalkmörtel) wieder ausmauern.

4. In den Spritzwasserbereichen sollte Kalkputz mittels Putzträger aufgebracht werden, um dort später Fliesen anzubringen. Alle anderen Bereiche möglichst mit Lehm verputzen.

So entsteht ein homogener Wandaufbau ohne Hohlräume und gefahr neuer Schimmelbildung.Falls Du weitere Fragen hast kannst Du mich gerne unter meiner Handynr. anrufen.

Viele Grüße vom Edersee



Frage - Antwort - Spiel!



Sie haben also selbst gemerkt, drei (3) "Fachbetrieben" eine Frage gestellt und dabei drei (3) Antworten bzw. Herangehensweisen bekommen.
Manchmal ist es auch noch mehr!!
Nunmehr möchten wir uns hier erst einmal der Antwort unseres Berufskollegen mit anschließen und gehen seinen fachlichen Handwerkervorgaben so mit.
Trotzdem sollte aber anfänglich erst einmal geklärt werden, handelt es sich um eine massive Lehmwand oder eben eine Fachwerkwand mit Lehmausfachungen.
Bei letzterer Variante ist die erörterte Fachlichkeit vom Mathias Josef zu favorisieren.
Trotzdem gibt es hier auch noch weitere Lösungen, die aber eben nachhaltiger sind, als die von Ihren handwerkern bereits vorgegebenen Lösungen.
Putzträgeraufbauten mit magnesithgebundenen Heraklithplatten, dort wo eben Fliesenbelegungen geplant sind. Denn da sollte gewährleistungstechnisch ein Kalkputz als Untergrund aufgebracht werden.
Alle weiteren bzw. nicht zu befliesenden Flächen kann man dann ohne weiteres mit Lehmputzen versehen.
Auch ein Offenlassen der Fachwerkwand im Küchenbereich ist denkbar und kann hervorragende gestalterische Reize haben.
Doch dazu bedarf es eben Ihrer eigenen Ansprüche als Grundlage.
Handelt es sich aber nunmehr um eine massive Stampf- oder Lehmsteinwand, so sieht eine Sanierung dann schon ganz anders aus.
Und dazu sollte ein versierter Lehmbaufachbetrieb diese vor Ort präzise in Augenschein nehmen, um eine gezielte sanierungsvorgabe dazu zu erarbeiten.
Standartfachbetriebe sind da nicht die individuelleren Handwerker.
Hiermit möchte ich aber keinen Fachbetrieb benachteiligen oder verurteilen, denn es gibt da auch gute Ansätze bei einigen.
Doch der Großteil bringt eben die von Ihnen oben benannten Lösungen!!
Und diese funktionieren meistens nicht lange.
Zu weiteren fachlichen Hilfestellungen stehen wir gern mit bereit.

Freundliche Grüße aus
einer Region mit vielen derartiger
Gebäuden,

Udo Mühle



Lehmbau-Schleusner



Für die Sanierung ihrer Wand in einem ca. 130 Jahre alten Fachwerkhaus.
Stellen wir das richtige her.:
Sanier-Lehm für dicke Auftragsstärken in einem Arbeitsgang auftragbar zB, Geflechte, Staken, Löcher und Risse. (bei Lehmbauwetter !)
1m³ Ca 2,2to/m³ 1m³ Netto-Preis Ab Werk ! 150,00 €