Alte Lehmwand rausreißen?

03.06.2008



Hallo!

Ich denke mal wenn ich mein Problem in diesem Forum stelle wird mir jeder die Überschrift mit nein beantworten und das ist mir eigentlich auch ganz recht.
Ich weiß nur nicht wie ich es umgehen soll.
Auf unserem Dachboden sind die alten Zwischenwände aus einem Lehm-Stroh-Gemisch, welches von einem Fachwerk gehalten wird.
Sie sind also nicht wie im restlichen Haus mit Zigeln zwischen dem Fachwerk gemauert.
Diese Wände sind leider sehr bröselig und ich weiß nicht, was da einigermaßen dran hält, damit das wieder wie eine gerade Wand aussieht.
Ich habe nicht den anspruch das die Wände so gerade wie eine Holwand sind, aber sie sollten schon wieder eine Ebene werden.
Alle Handwerker denen ich diese Wände gezeigt habe haben gesagt ích solle alles wegreißen und vor das Fachwerk eine Trockenbauwand machen oder mit Ytong eine neue wand mauern.
Wo es vom Raumverlust zu verkraften war, habe ich die alten Wände stehen gelassen und ein Ständerwerk davor gesetzt, auch um elektrische Leitungen besser zu verlegen.
Im Treppenhaus ist das aber nicht möglich, da müsste ich das Ständerwerk dann auf die Treppe bauen und das will ich auf gar keinen Fall!
Wie kann ich die Lehmwände neu verputzen.
Ursprünglich ist der Aufbau ein Lehm-Stroh Unterputz und da drüber ein Feiner (weißer) Haarputz (also da sind Tierhaare drin).
Irgendwann haben Leute da mal ne Tapete drüber geklebt und jetzt ist die wand hin.
Vor allem dieser feine weiße Haarputz ist stark beschädigt.
Was kann ich da machen? Rot oder Goldband auf den Lehmunterputz?
Ich hab mal ein paar Bilder gemacht damit ihr euch das besser vorstellen könnt.

Danke!

Jeremias



Auf Lehm



hält am besten Lehm. Einfach den Lehmputz reparieren, ganzflächig einen Lehmfeinputz aufbringen und das Ganze mit Farbe gestalten. Auf keinen Fall mit Gipsputzen arbeiten, das fällt bald wieder runter.
MfG
dasMaurer



Kann mich...



dem Ulrich nur anschließen, Gips ist die schlechteste Wahl. Dieser verbindet sich nicht mit dem Lehm (Schalenbildung) und neigt zudem zur Fäulnis. Ganz davon abgesehen dass Industriegips Baubiologisch gesehen eher Sondermüll ist bzw. als Abfallprodukt bei Entschwefelungsanlagen anfällt. Trockenbauplattenvarianten bieten zudem noch einen prima Unterschlupf für Kleingetier, Mäuse und anderes Ungeziefer.
Also: Alles lose runter die entsprechenden putzvorbereitenden Maßnahmen getroffen und mit Lehmputz wieder verputzt. Als Abschluss ein schönes Finish mit Lehmfarben oder z.B. Lehmedelputzen...
Kostet Materialtechnisch sicherlich nicht wesentlich mehr. Vor allem aber hat man die Gewissheit einen korrekten, funktionsfähigen und wohngesunden Wandaufbau zu haben.
Wünsche eine gute Entscheidungsfindung.
Gruß vom Edersee



Also !



ich bin auch gerade am Sanieren und renovieren eines Fachwekhauses - ich würde sagen was besseres wie eine Lehmwand gibt es nicht . Ich selbst habe im ganzen Haus die Lehmwände erhalten .. naja zunächst war es auch etwas fraglich was darauf hält und trotzdem diffusionsoffen ist .. also Gips in keinem Fall ! folgende Möglichkeiten habe ich in Betracht gezogen und gemacht 1.) den alten Lehm von den Wänden komplett entfernen - den Lehm mit samt dem Stroh über Nacht in einem Bottich einweichen .. am nächsten Tag dann mit der Maschine solange rühren bis wieder eine breiige Masse entsteht - die habe ich dann wieder auf die Wand aufgezogen ! so nun zum Finish damit ich wieder eine glatte Wand bekomme .. habe ich mit Legito Lehmputz von Knauf aufgezogen !darauf kamm dann Kalk- oder Marmormehlfarbe die man mit Pigmenten wunderbar abtönen kann ! selbst einStruktur- oder Rauhputz ist damit möglich ! Gruß Norbert