Bruchsteinmauer mit Lehm/Löss vermauert




Hallo,
ich bin gerade dabei eine Wand zu renovieren.(das Baujahr des Hauses ist unbekannt aber jedenfalls vor 1900)
Es handelt sich dabei um eine Bruchsteinmauer, die mit Lehm und oder Löss zusammen gesetzt wurden.
Die frage nun - wie kann sowas halten?
Der Innenputz wurde im vielschicht verfahren aufgebracht und sehr schlecht gearbeitet (neue Putzschicht auf Tapete usw...) daher habe ich mich entschlossen alles runter.
Da ich nun ein Teil der Wände auf Sicht Bruchstein Verputzen möchte, habe ich den Baustoffhändler gefragt und der hat mir Tubag - Trass-Zement-Mörtel empfohlen.
Was haltet ihr davon? und ist es sinnvoll den lehm so weit wie möglich auszukratzen und durch den Trasszement zu erseten?
Gruß vom Kaiserstuhl



Bruchsteinmauer



bitte erstmal mehr Informationen:

- was ist das für eine Wand (Außenwand, Innenwand, Keller, teilweise oder ganz unter Außenniveau, Erdkontakt usw)?
- ist das Haus sonst schonmal irgendwie saniert worden (Sperrschicht nachträglich eingezogen? außen aufgegraben worden für Drainage? innen neue Böden?)
- gibt es Feuchteprobleme? Salpeter? abplatzender Putz?
- wie soll der Raum genutzt werden (dauerhafter Wohnraum, Abstellraum, Heizungsraum, Waschküche)?
- Bild wäre hilfreich, um festzustellen, ob das nun Lehm oder Kalk im Steinzwischenraum ist?
- Was sind das für Natursteine (Sandstein, Schiefer, Granit...)?

dann könnte man an die Entwicklung von Vorschlägen gehen.

Danke und Gruß





Es Handelt sich dabei um eine Außenwand, sie liegt über Erdniveau (wurde in den 50er Jahren durch Straßenbau auf einen ca 1Meter hohen Sockel gestellt) - keine Sperrschicht Boden soll auch erneuert werden (durch mich) ...
in der Füllung ist purer Lehm/Löss - selbst 35cm tief in der Wand. Die Steine sind Vulkanfelstgestein hauptsächlich Phonolith.
Feuchteprobleme gibt es durch die erhöhte Position keine - durch die Vorbesitzer war aber sehr viel Feuchtigkeit im gesamten Gebäude, und die angebrachten Putzmaterialien von sehr schlechter Qualität - es wurde immer nur "drüber geschmiert" und nie richtig Saniert
Fotos gibt es dann später auch noch

Vielen dank und einen schönen Gruß vom Kaiserstuhl



Fragen - Antwort



Hallo
Frage 1:
hält über 100 Jahre … man siehts

Frage 2:
gar nichts … weder Trass noch Zement oder Trasszement oder Trasskalk … nix von dem würde ich nehmen

Ich würd im System bleiben und "weich" aufbauen … 

Genaues kann ich erst sagen, wenn ich es kenne … 
vom Prinzip: Luftkalk

Florian Kurz



stimme



Hrn Kurz zu, weich aufbauen. Man könnte auch einfach wieder Lehm nehmen.

Da es keine Probleme mit Feuchtigkeit gibt, ist auch eine nachträgliche Absperrung nicht nötig (in einer Bruchsteinmauer wahrscheinlich sowieso nicht realistisch, die vernünftig eingebaut zu bekommen).

Bleibt die Frage nach der Nutzung und damit einhergehender bauphysikalischer Beanspruchung infolge Ihrer Wohntätigkeit?



Meines Wissens



ist es nicht die Aufgabe von Mörtel die Steine ( aus was auch immer sie sind) zusammenzukleben, sondern für eine gleichmäßige Druckverteilung zu sorgen.
Das kann Lehmmörtel genauso wie Kalkmörtel.
Es ist möglich im Innenbereich mit Lehm oder Kalkputz zu verputzen ( der Lehmputz hält dann an Steinen UND Lehmmörtel, der Kalkputz NUR an den Steinen)
An der Außenseite würde ich die Wand entweder mit Kalkmörtel verfugen oder einen Kalkputz anbringen.





Ich bin ja überwältigt von den vielen Antworten und fragen...

Drum weitere Infos (is garnicht so einfach alles hier rein zu packen)

Also ich habe zumindest an den aktuellen 2 Wänden vor, das ganze auf Sicht zu verputzen (also so das man die Felsen/Steine später sehen kann.

Grundsätzlich steht aber früher oder später das ganze Haus zur Sanirung an. Nur das Erdgeschoss ist mit Bruchstein gemauert, bzw zu 85% - die Fenster und die obersten 15cm sind mit Backsteinen ausgemauert. Der verwendete Putz hält nur stellenweise gut - manchmal kommt beim versuch nen Nagel in die Wand zu hauen nen größeres Stück mit raus bzw wird nur von der Tapete dran gehindert... Es kam bisher auch mal vor, das eine Ameisenwanderung durch einen teil der Wand verlief (haben ja "leichtes" spiel bei kleinen rissen im lehm) - was ich nach dem neu machen nicht mehr haben will.

Nun zur Materialauswahl - das Trasszement vermutlich die falsche Wahl war, sehe ich ein - da ich nicht den ganzen Lehm raus kratzen kann und will sollte zumindest eine Richtung der Wand nicht Wasserdicht abschließen, und das ist dann am sinnvollsten die Innenwand (oder hab ich das falsch verstanden? )
Also Lehm selbst fällt da für mich raus, weil die Festigkeit/Stabilität zum Wohnraum hin einfach fehlt...
Lehmmörtel hab ich schon gelesen, bin mir aber nicht ganz sicher was das ist? bzw wie das verarbeitet von der Stabilität ist.
So wie ich das sehe, wurde beim Putz der angebracht wurde, Kalkputz verwendet (bei Reparaturen dann wildes Stoffgemisch aus Zement, Gips selbst stellen mit Harzkleber und Linoleum konnte ich aus der Wand entfernen...)allerdings denke ich, das der Lehm/Löss dem Kalkputz zuviel Wasser entzogen hat und dadurch eine nicht Stabile Verbindung aufgebaut hat?
Was also tun?
Vielen Dank schon im vorraus für die zahlreichen Antworten.
Jede Meinung bringt mich ein Stück weiter
Gruß vom Sonnigen Kaiserstuhl (28° solls heute geben...)