Verfliesen der Wände in der Dusche - Welcher Untergrund auf Lehm?

28.01.2013



Hallo!

Wir haben jetzt jede Menge Forumseinträge durchforstet, sind aber leider völligst verwirrt.

Welchen Untergrund brauchen wir für Fliesen (großflächig, Wände der Dusche)?
Was kann auf bereits vorhandenem Lehmunterputz verwendet werden?
Muss im Bereich der Wände und des Übergangs Duschwanne/Wand mit Flüssigabdichtung gearbeitet werden?

Wir würden uns freuen, wenn ihr ein wenig Licht in unsere Verwirrung bringen könntet :-)

Vielen Dank und liebe Grüße

Maik & Frauke



Duschflieswände



Hallo

… es kommt wohl wie immer darauf an …
Patentrezepte gibt's in der Rentnerbravo

Dann sagen die einen: Lehm geht nicht! die anderen sagen: geht schon!

Ist das ne Massivwand oder überlehmtes Fachwerk . im EG auf Massivboden oder im OG auf Holzbalkendecke ?

Ich würde möglichst wenig Fliesen verwenden - generell …
bei Duchabteilen evtl Glasscheiben im Abstand zur Wand montieren oder dort mit Kalkmörtel arbeiten … manchmal funktioniert es mit Kaseingrundierung (z.B. Kreidezeit) und Fliesen …

Der Übergang Wand - Duschtasse ist immer heikel - Silicon? Acryl? Glaserkitt?

Wenn massiver Boden ohne Holz gehen andere Sachen als auf einem Holzboden

… es kommt immer drauf an :

Gutes Gelingen

Florian Kurz



Fliesen



auf Lehm ist ganz schlecht.

Dringt durch eine Haariss Feutigkeit in den Lehm kann dies nicht mehr raus, der Schaden ist vorprogrammiert.

Die neuen Lehmbauregeln http://www.dachverband-lehm.de/normen/ schließen das im Feuchtbereich klar aus.

Grüße



Fachwerkwand und Holzboden



Schon mal vielen Dank für die Antworten.

Die Wände sind Fachwerk, mit Lehmsteinen ausgemauert und mit Lehmunterputz überzogen. Auf den jeweils anderen Seiten sind geheizte Wohnräume, an der einen Wand steht sogar der Ofen in der Deele. Ich denke, dass wir da wenig Probleme mit Feuchtigkeit in der Wand bekommen. Das ist ja der Vorteil vom Lehm, dass der Feuchtigkeitsgehalt ausgeglichen wird. Klar, auch nicht in rauen Mengen, aber Kapillarwasser sollte da kein Problem darstellen.

Der Boden besteht aus Holzbohlen, Glasschaumschotter und OSB-Platte oben drüber. Da drunter ist der Keller, nicht geheizt.

Wir haben schon so wenig Flächen wie möglich für Fliesen eingeplant, aber in der Dusche wollen wir schon gerne welche haben.

Um eben dieses Problem mit Haarrissen und Feuchteschäden auszuschließen, wollen wir unter den Fliesen eigentlich mit einer Flüssigabdichtung versiegeln, was aber wohl auf Lehm wieder nicht geht.

Den Lehm wieder runter holen von den Wänden im Duschbereich ist auch keine Alternative, weil dahinter ja auch wieder Lehm ist, in Form von Lehmsteinen in den Gefachen.

Im Übergang Duschtasse/Wand hat man uns beim Baufachhändler eine PE-Schnur empfohlen anstelle von Silikon etc. Aber das ist irgendwie nix Halbes und nix Ganzes. Die Systeme, die die da kennen, sind ja alle für "Standard-Situationen"...

Wir brauchen einen befliesbaren Untergrund, der auf Lehmputz aufzutragen ist, eine ausreichende Haftung herstellt und auf den man die Flüssigabdichtung oder irgendeine andere Art von Duschnischenabdichtung aufbringen kann.

Findet man zu diesem Thema denn speziell auch was in den Lehmbauregeln? Dann wäre es ja zu überlegen, sich die mal anzuschaffen, ansonsten braucht man die als privater Bauherr ja in den wenigsten Fällen...

Vielen Dank und liebe Grüße

Maik & Frauke



Lehm in Nassbereich



Entweder Sie holen den Lehmputz wieder runter und tragen einen mineralischen Putz PI oder PII auf. Oder sie arbeiten mit Trockenbaumaterialien als Vorsatzschale. Im Duschbereich bieten sich Platten der Marken Wedi oder Aquapaneel an.Darauf dann Abdichtung und Fliesen.
Auch der Vorschlag von Florian Kurz ist praktikabel.
Ich habe mal so eine Dusche aus eingefärbten Glastafeln in denen Blattgoldflitter eingeschmolzen waren gesehen. Mit indirekter Beleuchtung im Zwischenraum zur Wand ein eindrucksvolles Bild.
Es muß ja nicht gleich so großkotzig sein.

Viele Grüße



Glasduschwand



Hallo

da kann der Lehmputz bleiben, funktioniert noch als Feuchtepuffer …
an wenig Punkten befestigt …

Diffizil sind halt die Details an dem Übergang zur Duschtasse etc.

Da ist Hirnschmalz oder Erfahrung gefragt …

Funktionieren tut das …

Florian Kurz



Glaswände



Wie werden die Glastafeln dann montiert? Farbiges Glas oder wie muss ich mir das dann vorstellen? Hab noch nie was davon gehört, hört sich aber interessant an.

Den Putz wieder runter holen kommt, wie gesagt, nicht in Frage, weil drunter ja wieder nur Lehm ist..

Wenn man Trockenbaumaterialien als Vorsatzschale verwendet, wurde mir heute von einem namhaften Lehmhersteller gesagt, dann kann man mit Feuchtigkeit und Schimmelbildung zwischen den beiden Schichten rechnen. Die Idee hatten wir nämlich auch schon mal, weil es da keine Probleme mit den Fliesen oder der Abdichtung gibt.

Wir haben gerade nochmal in unserem Fotoarchiv nachgeschaut (über 10.000 Bilder der Renovierungsmaßnahme bisher...), um nochmal nachzuvollziehen, wie wir das im Stallbad gemacht haben. Da ist tatsächlich Kalkputz auf Lehmunterputz drauf gekommen und dann die Fliesen. Keine Abdichtung. Müssen wir hier damit rechnen, dass die Fliesen bald wieder abfallen? Oder dass sich Feuchtigkeit und Schimmel unter Umständen schon zwischen den Schichten gebildet hat?

Vielen Dank und liebe Grüße

Maik & Frauke



50 l auf 8 m²?



Hab da nochmal eine Frage:

Wir haben hier im Forum gelesen, dass 8 m² Wand mit Lehmputz 50 l Wasser aufnehmen können. Ist das wirklich so?

Ich weiß, das ersetzt nicht das Lüften, aber interessant finde ich das schon...

Vielen Dank und liebe Grüße

Maik & Frauke



Sorptionsvermögen Lehmputz



Nein, das ist nicht so.
5 Liter sorptive Wasseraufnahme sind real. Dann ist der Putz noch nicht weich, aber ein gutes Substrat für Schimmelpilze.
Wenn Sie die nicht bis zum nächsten Duschen wieder durch Austrocknung herauskriegen und der Lehmputz eine Temperatur unterhalb des Taupunktes hat wird er weich, weil dann Wasser kapillar aufgenommen wird.


Viele Grüße



Badeinbau



Zur Vorsatzschale:
Die Gefahr von Schimmelbildung besteht nur, wenn die Wand deutlich kälter ist (Außenwand) und wenn die Vorsatzschale nicht absolut dampf- und damit wasserdicht vorgesetzt wurde.
Das ist nicht einfach, aber ein Bad in einen Altbau zu implantieren ist nun mal diffizil und verlangt umfangreiche fachliche Kenntnisse sowie Sorgfalt.
Also entweder absolut dampfdicht oder einen so breiten Spalt, das er kontrolliert werden kann und genügend belüftet. Die Platten sollten mindestens 10 cm Abstand zur Wand haben. Die Platten werden freitragend als Einheit mit einigen Befestigungsankern in den Wänden fixiert.
Das ist aber nichts für Selberbauer!
Eine einfachere Alternative sind vorgefertigte Duschkabinen, die als Einheit frei im Raum aufgestellt werden. Sie sind mit Warmwasserbereiter und Armaturen ausgestattet. Man braucht nur noch Strom, Wasser und Abwasser anzuschließen.

viele Grüße



Bad und Lehm



Unser Badezimmer hat eine Lehmdecke gekalkt,Stakenwände mit Lehm verputzt,der Duschbereich ist gefliest,dort ist eine GKP vor die Wand gestellt.Dusche ist in der Ecke dahinter befindet sich der Kamin,von Gkp bis Kamin sind 30cm Luft.
Seit ca 20 Jahren so eingebaut und bis heute Schadensfrei.
Das Bad ist recht klein ,ca 10 quadratmeter,nachdem Duschen ,fünf Minuten lüften und das Bad ist trocken.
Abdichtung Duschtasse ,Fliesen mit Silikon,da hab ich aber immer ein Auge drauf und wird ca. einmal im Jahr erneuert.


Grüße Martin



Dampfdicht...



... wäre dann die Geschichte mit der Flüssigabdichtung, also so, dass kein Wasser durch die Fugen der Fliesen an den GK oder den Lehm drunter kommen kann?

Da es sich um Innenwände handelt und die Räume dahinter geheizt werden, gehe ich mal davon aus, dass wir keine Feuchtigkeitsbildung zwischen den Schichten zu erwarten haben.

Martin,

wie ist die GK-Platte befestigt? Habt ihr die Flüssigabdichtung verwendet?
Für mich sind Silikonfugen auch Wartungsfugen und es macht Sinn, die erstens gut im Auge zu behalten und zweitens regelmäßig auszutauschen. Das wäre dann bei uns genauso.

Vielen Dank und liebe Grüße

Maik & Frauke



@ Maik&Frauke



Das Bad war schon vor meinem Einzug im jetzigen Zustand,von daher kann ich zu der Flüssigabdichtung leider nichts sagen.
Vor den Kamin wurde Ständerwerk gestellt,da konnte ich mal einen Blick beim Ofenanschluss rein werfen.
Auf der Wand kann ich nur vermuten das die Streckmetall oder ähnliches aufgebracht und dann verputzt haben,darauf dann die Fliesen.
Unser Bad ist sicher keine Reverenz ala siehste geht doch,aber ich konnte bis heute keine Schäden ausmachen,die liegen hier ganz woanders.
Wenn ich das Bad irgendwann umstricke wird es Größer und da kommt ne Wanne rein,kann beim Duschen eh nicht stehen,weil Decke zu niedrig,aber es wird alles in Lehm bleiben.

Grüße Martin