Hilfe ! Feuchte Kellerwand !!! Wie saniert man soetwas ??

21.01.2008



Hallo, wir sanieren aktuell ein kleines Fachwerkhaus. Das Haus hat einen Anbau aus roten Steinen (Back- / Ziegelsteine). Der Keller unter dem Fachwerkbereich hat noch Lehmboden uns ist i.O. In dem Anbaubereich sind jedoch die Wände ziemlich feucht und vorhander Putz teilweise ab.
Ein Ausgrabe den Wand von aussen ist nur bedingt möglich.
Gern würden wir den Raum später nutzen. Allerdings hätten wir ihn dann gern ordentlich und auch gern gestrichen.

Was kann ich hier tun ?? Sanierungsputz auftragen ?? Was ist eurer Meinung nach eine gute Wahl ??



Wie bekomme ich meinen Keller „trocken“?



Feuchte Keller sind das „Aus“ für ein angenehmes und gesundes Wohnklima: Modergeruch verbreitet sich im Haus, Wände und der Boden fangen an zu schimmeln, das Werk¬zeug beginnt zu rosten. Kurzum - die Nutzung ist stark eingeschränkt.
An den Wänden zeigen sich Feuchteschäden und Ausblühungen. Es kommt zu Farbabplatzungen an den Oberflächen, oft werden auch die Putze geschädigt. Das Wasser läuft die Wände entlang, der Belag auf dem Boden fängt an zu faulen.
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Vor jeder Instandsetzung sollte genau geprüft werden woher die Feuchte kommt.
Bei Abdichtungsplanungen auf dem Gebiet der Altbauinstandsetzung wird sehr häufig vorschnell davon ausgegangen, dass die Ursache für Feuchtigkeit im Keller stets von außen eindringendes Wasser sei, obwohl diese nicht durch Grund,- Hang,- oder Stauwasser gefährdet sind. Und so wird fleißig von außen aufgegraben, abgedichtet, wärmegedämmt, geschützt und wieder verfüllt – und dabei das Kosten-Nutzen-Verhältnis völlig außer acht gelassen.
Man ist heute durchaus in der Lage, auch mit anderen Maßnahmen, nur von der Innenseite ausreichend trockene Oberflächen herzustellen, und dies ist in der Regel weitaus kostengünstiger als von außen abzudichten.
Zu bedenken ist, auch wenn außen abgedichtet wird, bleibt zunächst innen der „alte“ Zustand bestehen. Es müssen die Oberflächen erneuert werden. Dies bedeutet in der Regel, alten, salzbelasteten und meist schimmelpilzbefallenen Putz abzuschlagen und durch Sanierputzaufbau zu ersetzen.
Bei einem Bauobjekt, in das tatsächlich Oberflächenwasser von außen über die Wand eindringt, ist es oft ratsam, an allen eindeutig kritischen Stellen aufzugraben und von außen abzudichten. Außerdem sind weitere mögliche Fehlerquellen ausfindig zu machen und zu beseitigen, wie zum Beispiel eine undichte Wasserleitung oder auch ein schadhaftes Regenablaufrohr.
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Aber welchen Sinn hat das Aufgraben, wenn keine dichte Wanne hergestellt werden kann?
Man kann nur bis unterkante Fundament aufgraben. Aber was, wenn es tatsächlich entweder Stau,- oder auch drückendes Wasser ist? Nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren dringt es dann an einer anderen undichten Stelle ein.
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Wie kann diese Abdichtung am Boden ergänzt werden?
Man müsste dann das Haus hochheben und auch unten abdichten. Nur wie soll dies möglich gemacht werden?
Ein Teil dieser Maßnahmen ist technisch nicht möglich, ein anderer unter ökonomischer Betrachtung unsinnig. Teillösungen sind meist fraglich und schaffen keinen „trockenen“ Keller und/oder eine saubere, salzfreie und schimmelfreie Oberfläche.
Man stelle sich hier einen Eimer mit kleinen Löchern im Bodenbereich vor.
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Wäre es sinnvoll nur die Wände abzudichten?
Welcher Feuchtegehalt schädigt Baustoffe wie Ziegel; Naturstein; Mörtel oder gar Beton?
Es wäre sinnvoll vorab darüber zu diskutieren: was ist denn überhaupt trocken?
Oder ab wann wird ein Baustoff durch Feuchte geschädigt, sind 4, oder 9, oder 18% Feuchte „gefährlich“?
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Die Bedenken, dass eine Wand feucht bleibt und Schaden nimmt, wenn sie nur von innen „isoliert“ oder abgedichtet wird, sind unbegründet!
Denn:
• im Erdreich sind Baustoffe in der Regel nicht frostgefährdet
• sie wird durch Salze nicht geschädigt - diese bleiben in Lösung
• die können nicht faulen
• die Mauern dichten sich zum Teil selbst ab, wenn die Kapillaren mit Wasser gefüllt sind
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Es gibt auch kein Gesetz, dass wenn eine Wand schon einige Jahre feucht ist, dass sich die Feuchte - wenn innen eine Abdichtung aufgebracht wird, anschließend einen anderen Weg suchen könnte.
Die Fundamente unter den Häusern stehen auch im „Dreck“ und bleiben immer feucht.
Ob sich somit der arbeits- und kostenaufwändige Einsatz, außen aufgraben, lohnt, ist äußerst fragwürdig. Zumal man ja auch nicht unter dem Gebäude bzw. Fundament Abdichten kann.
Muss eine Wand „atmen“?
Weitläufig herrscht die Meinung vor, dass Wände auf keinen Fall „dicht“ zu machen sind, sondern „offenporig“, d. h. gut dampfdurchlässig sein müssen!
Was aber bedeutet das genau? Es handelt es sich nur um Phrasen - eine Wand atmet schließlich nicht.
Warum auch immer, es gibt genug Menschen die bewusst dieses Verkaufsargument einsetzen.
Leider nur auf meiner Homepage zu sehen.
Skizze 2: Entweder von außen abdichten oder von innen instandsetzen, wenn kein Wasser eindringt
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Im Keller können erhöhte relative Luftfeuchtigkeit und Kondensation zur Durchfeuchtung von Mauern, Treppen und Decken führen. Viele Hausbesitzer schenken ihrem Keller zu wenig Beachtung. Mangelhafte oder fehlende Abdichtungen bewirken eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, welche sich auch auf die Wohnräume im Erdgeschoss auswirken kann.
Instandgesetzte Grundmauern mit einer funktionierenden Abdichtung (diese muss nicht unbedingt außen und unten liegen, siehe auch I-Bausystem, reduzieren die Feuchteaufnahme aus dem Erdreich und damit auch die Verdunstung an der Wandinnenseite; somit nimmt die Feuchte auch im Decken- Wandbereich ab.



Kellertrockenlegung?!



Guter Beitrag Herr Bromm,
erwähnt werden sollte allerdings das die Probleme vielschichtig und genau wie die Häuser, individuell zu betrachten sind.
Woher kommt die Feuchtigkeit?
Was ist die Ursache?
Vorhandene Abdichtungen?
Woraus besteht das Mauerwerk?
Was für ein Mauermörtel?
Salze?

Besitzen die Kellerwände z.B. keine Vertikalabdichtung und sind feucht, führt eine innerer Sperre direkt auf den Kellerwänden aufgebracht zum Kapillarwassertransport bis zum Sockel des EG um dort mit allseits bekannten Schadensbildern auszudiffundieren!
Sehr richtig finde ich die Aussage das viel zu oft aus einer Mischung von Unkenntnis und Geschäftemacherei Horizontalabdichtungen verkauft werden wo keine Nötig sind! Dennoch bleibt festzuhalten dass es dieses Schadensbild sehr wohl gibt.

Mit freundlichem Gruß
j. h. schröters



erst mal



Erst mal:

Fenster auf im Winter.

Fenster zu im Sommer.

Bei mir ist die Feuchte jetzt ganz wech.

stt





Hallo ersteinmal und Danke für den Artikel. Ist sehr interessant ! Vorallem habe ich mir auch nie gedanken darüber gemacht, dass auch z.B. das Fundament ständig Dreck und Nässe ausgesetzt ist.
Also bei meiner Wand handelt es sich um eine Wand aus rotem Ziegelstein. Eine Stelle für das Wasser ist ein ebenerdiger Luftschaucht in des es hineinregnen kann und dann im Keller die Wand hinter läuft. Da das Rohr der Dachrinne auch ins Haus hinein läuft, möchte ich auch diese Stelle nicht aus schließen (hier habe ich allerdings vor, im Sommer die Dachrinne ganz aus dem Haus raus zu nehmen und das Wasser über ein Rohr im Hof in den Kanal leiten). Das Haus habe ich erst vor gut 8 Monaten gekauft und kann daher noch nicht sagen woher das Wasser eindringt. In jedem Fall habe ich schoneinmal den Dachrinnenanschluss neu abgedichtet und finde seit dem auch kein Wasser mehr auf dem Fussboden. Kann es sein, das dieses Wasser früher so verdunstet ist, dass es sich an die Wände gesetzt hat ??
Ein anderer möglicher Grund ist: Die Scheune (etwa 20 Meter vom Haus entfernt / Dachfläche ca. 70qm) sowie eine Schmiede (Dachfläche ca. 35 qm und rund 6 Meter vom Haus entfernt) hatten beide bei dem Kauf des Hauses keine ordentliche Wasserableitung. Das Wasser lief vom Dach durch den Hof (ca. 2,5 Meter am Haus vorbei) auf die Straße und in den Kanal. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Wasser auch von aussen an die Wand gedrückt hat.
Auch hier möchte ich künftig das Wasser über Abflussrohre nach aussen in den Kanal leiten.
Könnte ich den Kellerraum (4x4 Meter) z.B. durch einen Gaslüfter heizen und die Wand so von Innen trocknen oder ist das Blödsinn ??? Achso, wenn die Dachrinne weg kommt wollte ich an dieser Stelle eine weitere Lüftungsmöglichkeit erstellen. (der angrenzende Natursteinkeller mit Lehmboden hat überigens trockene Wände - hier stand allerdings lt. dem Vorbesitze des öfteren bei starkem Regen Wasser drin. Dies ist erst weg seitdem der Nachbar seinen Hof versiegelt hat.

So, dass ist nun leider alles was ich sagen kann (sorry bin halt kein Fachmann). Fakt ist, es ist an einer Stelle (wo vermutlich Wasser lief / Unter dem Luftschacht) Schimmel und der Kellerraum richt nach Moder (was allerdings auch an schon fasst verrotetem Holz liegen kann,
welches bis letzte Woche noch dort lag.

Also vielen Dank nochmals
Alex



Ja wer sagt denn sowas? Fenster im Winter auf



Denkt ihr auch daran, dass da oben jemand wohnt und damit der Fußboden warm wird.
Man heizt solange, bis sich auch die Füße wohl fühlen.
Und diese Wärme geht auch durch den Boden und dann raus zum Fenster - das kann doch nicht empfohlen werden.



Fusspilz oder Hauspilz



Tja, stellt sich natürlich die Frage, was schlimmer ist: Wollsocken und Fusspilz oder feuchter Keller und Hausschwamm :-))

Stimmt schon - bei uns spielt das offene Fenster im Keller kaum eine Rolle weil die Zwischendecke gedämmt ist (was ganz einfach zu machen ist).

Grüsse
stt