Trockenlegen aber wie?

31.07.2011



Hallo und einen schönen guten Abend,

Wir haben ein Haus BJ ca. 1890. Das Haus soll komplett saniert und umgebaut werden. Eine Trockenlegung ist erforderlich, da wir nasse Wände im EG haben. Unser Bauplaner schlägt nun eine teure Mauerwerkssägung vor. Injektage und sonstige Chemie kommt für uns überhaupt nicht in Frage. Wir glauben aber das eine vernünftige Abdichtung und evt. Drainage ausreichend sein müßte. Folgende Ausgangssituation: Streifenfundament aus Feldstein (Grundfl. EG ca. 85m²) etwa die Hälfte der Außenwände besteht bis zum OG aus Feldsteinen (vor allem innen verputzt und das ziemlich dick!), der Rest ist ab Boden aus Ziegelsteinen und ein paar Lehmsteinen gebaut. Deshalb haben wir keine durchgehende Fuge und müßten im Bereich der Feldsteine also Diamantsägen lassen, was ja sehr teuer ist und meines Erachtens auch rausgeschmissenes Geld. Wir haben keine Bodenplatte (nur Stampfbeton mit aufgelegten Ziegeln), das Erdreich um unser Haus ist extrem lehmhaltig, also sehr fest und sehr feucht. Außerdem steht bei uns das Schichtwasser sehr hoch. D.h. die im Erdreich befindliche Feuchtigkeit ist relativ hoch und trocknet auch kaum ab und kann ungehindert ins Mauerwerk eindringen. Wir haben schon mal vor ca 2 Jahren einen Großteil des Erdreichs am Haus abgetragen, da die Erde zwischen unserem und Nachbarhaus (Abstand nur 2,5m) über Fußbodeniveau war. Wir haben es fast bis auf Fußbodenniveau runter, da war schon nach kurzer Zeit ein Erfolg zusehen. Zumindest außen ist das Mauerwerk abgetrocknet und Moos und sowas was schon schön am Haus wuchs, ging wieder weg, ohne Chemie! Nur innen sind die Wände weiter feucht, liegt aber sicher an der nicht vorhanden Abdichtung nach unten und vor allem in der Küche an den Fliesen bis auf 3/4 der Raumhöhe. Daher unsere Überlegung: würde es nicht ausreichen, wenn wir Stück für Stück aufschachten, Noppenwand o.ä. dran, Drainage, Kies und fertig. Innen wird eine Bodenplatte aufgebaut, dann Außenwand innen auch nach unten abdichten und fertig ohne Sägen... Fliesen kämen nicht wieder an die Wand. Außen käme dann ordentlicher Putz bis runter dran, sodaß kein Mauerwerk mehr offen liegt (was im Moment noch der Fall ist) und keine Wärme- oder Kältebrücken entstehen.Eins noch es gibt bisher keine vernünftige Regenwasserableitung und der Nachbar hat nicht einmal eine Regenrinne, da ist also extrem viel Wasser im Regenfall zwischen den Häusern und kaum Luftzirkulation,da Abstand so gering - deshalb die Idee mit der Drainage. Wer kann uns da Auskunft geben? Unternehmen wollen ja eher ihre Produkte verkaufen und unser Bauleiter sagt könnte reichen, muß aber nicht... Wer hat da Erfahrung? Vielen lieben Dank im Vorraus!



Richtig



ist, daß das Regenwasser erst einmal vom Gebäude weg muß.
Hast Du Denn nicht mal ein paar Fotos, die sagen mehr als 100 Zeilen Text.



Ja Bilder sind immer besser...



.... aber so wie sich das für mich anhört ist es ein Problem das durch aus ohne das zeure Zeug behoben werden kann. Von diesem Aufsägen und so weiter halte ich so und so nichts...
Ich habe hier mal im Forum gelesen, das man immer erst einmal nach den Ursachen schauen muss und diese dann bekämpfen sollte. Bisher hatte sich das bei mir immer als die günstigere und langlebigere Version heraus gestellt.

Nun aber zu deinem Problem....

Die Entscheidung mit dem Senken des Bodenniveaus war schon mal sehr richtig. Gibt es auf dem Boden ein Gefälle?
Das sollte im günstigsten Fall aus dem Gang heausführen....

Es wäre auch mehr als günstig und würde dir weiter helfen wenn dein Nachbar eine Dachrinne anbringen würde. Dann wäre schon mal ein großer Teil des Wassers weg. Dann würde ich zwischen den beiden Häusern eine Drainage einbringen und das Wasser, das sich dort befindet ableiten.

Die Erde würde ich dann nicht bis an die Hauswand gehen lassen sondern ca 50 cm vor der Hauswand eine Kiesfläche machen, damit Spritzwasser nicht an die Hauswand kommt und das sich dort ggf sammelnde Wasser schneller von der Wand weg in den Boden versickert.

Steht das Grundwasser da so hoch oder ist das nur das Regenwasser.... Wenn es nur Zeitweilig hoch ist, könnte man im Haus zusätzlich noch einen Pumpensumpf einbauen und, wennd as Wasser zu hoch ist, das dann abpumpen.

Also gibt es, wie man sieht mehr Möglichkeiten die sicherlich etwas Aufwändiger aber kostengünstiger sind als Chemie und aufsägen....

Und wenn dann die Randbedingungen passen ist die Wand wieder trocken und Fliesen könnten auch wieder drauf...

Mfg
Rene



Achso habe ich vergessen...



..... mal so als Hilfe wegen dem Forum...

Bitte den Text mit ein paar Lücken etwas auflockern, damit er dann leichter lesebar ist :-)

Mfg
Rene



feuchte Wand



Hallo susi,
wenn Ihrem Planer nix Besseres als diese stereotype waagerechte Sperre einfällt dann machen sie ihm Beine.
Nach meiner Erfahrung ist kapillare Feuchte nur zu einem geringen Teil an solchen Erscheinungen beteiligt.
Die überwiegende Menge kommt aus Kondensatbildungen innen und Spritzwasser am Sockelbereich außen.
Diese teure und substanzschädigende Aufsägerei, das haben Sie richtig erkannt, wird wohl kaum etwas an der Situation ändern.
Ihr Planer sollte langsam anfangen ganzheitlich zu denken. Dazu gehört die Betrachtung der jetzigen und zukünftigen Raumnutzung, Beheizung und Lüftung, Gestaltung der Wandoberflächen, Außenanlagen...
Auf welcher Grundlage hat er Ihnen denn diesen Vorschlag mit dem Aufsägen gemacht?
Wurde ein waagerechtes Feuchteprofil der Wand durchgemessen?
Das mit der Dränanlage würde ich mir an Ihrer Stelle auch erst einmal überlegen. So etwas ist kompliziert zu planen und zu bauen und bedarf einer Genehmigung. Wenn dabei Fehler gemacht werden haben Sie eine Wandbewässerungsanlage ums Haus liegen.
Wenn alles richtig gemacht wird ändert sich gar nichts. Wenn Sie keinen (nassen)Keller haben ist so eine Anlage für Ihren Fall ohnehin völlig überflüssig.

Viele Grüße





Vielen Dank erst einmal für die schnellen Antworten.
Ich muß erst einmal schauen, wo man sich hier anmelden muß, sonst kann ich keine Bilder hochladen.


Keller haben wir übrigens nicht.

Ich mach mal ein paar Bildchen..





So ich habe es geschafft:
Auf den Bildern sieht man einmal die Wand die es hauptsächlich betrifft. Da sieht mnan den Abstand zw. den Häusern. Gefälle zum Garten hin ist übrigens vorhanden.

Außerdem noch ein Bild wo man sieht wie die Wand innen aussieht. Da wurde vor ca. 9-10 Jahren mal Sanierputz aufgetragen, seitdem sieht das so aus.





Außenwand Nr. 1 wie man sieht Moos etc. nur auf dem Verputzen Teil





Noch ein Bild wie die Wand im Moment aussieht





Und das Bild von Innen



Trockenlegen



Und nun noch zur Frage des Grundwassers bzw. Schichtwasser, das steht bei uns sehr hoch. Wir haben im Brunnen nach ca. 4 m Wasser. Wir sehen im Brunnenschacht das Wasser stehen, wenns lange sehr stark regnet kommt das manchmal so hoch das wir schon Bedenken hatten, es läuft über *g*

Wir haben auch etliche Seen und Kiesgruben hier in der näheren Umgebung. Deshalb hat auch niemand im Ort einen Keller ( nur die ganz Bekloppten, die hier alle neu bauen ;-))

Es ist also wirklich immer recht feucht, zumal bei uns wie schon gesagt sehr fester zäher Boden vorherrscht.

Aber im Grunde kann man schon sagen, das wir es ohne Sägen probieren sollten oder?
Also Sperre ans Fundamentm das die Erde wegkommt, alten Putz ab, Regenrinne dran, Kies und ordentlich verputzen mit so einer Tropfkante oder wie das heißt.

Das sollte doch ausreichend sein, zumal wie gesagt die Wänden innen nicht verfliest werden o.ä.



Also von dem Sanierputz...



..... halte ich hier nicht viel (persönliche Meinung), aber ich denke das man hier mit einer gut geplanten und ausgeführten Drainage und einer Kiesschicht vor dem Haus, damit die Erde nicht bis an die Wand geht schon recht nahe an ein entsprechendes Ergebnis kommt.

Das Abtrocknen der Wand von innen wird, wie auch nicht anders zu erwarten, recht lange dauern....

mfg
Rene



solche



Bauabstände kenne ich aus der Großenhainer Ecke. da ist sogar die Röder vorm Haus, 3 m Abstand, etwa 1 - 2m tiefer.

Ich persönlich würde die Grundmauer Freilegen und einen Kalkzementputz außen aufbringen. Drainage wird hier nicht viel bringen, es sei denn, man hat einen wesentlich tieferen Abflußpunkt (Einbindung an Schleuse - Genehmigung ?).
Der Grobkieselstreifen wäre ein Option, wichtig wäre aber auch, mit dem Nachbarn mal wegen einer Dachrinne zu reden. Vieleicht hat er sogar ein eigenes Interesse.
Aber auch das Feuchtbiotop Auffangwanne sollte anders gelöst werden.
Die Feuchtigkeit innen kann zum Teil auch Kondensat sein, da die nun noch feuchten Bruchsteinwände auch nicht gerade dämmen. Und innen keine Farbe. Möbel auf Abstand. Im Winter gut heizen und lüften.
Mit einer gewissen Grundfeuchte werdet Ihr aber leben müssen.



ohne Horizontalsperre ,???



schade um jegliche Mühe!!!

Das Absenken des Erdreiches auf oder unter Bodenniveau des Erdgeschoss ist schon richtig. Wenn dies nicht geht, so ist in jedem Fall eine entsprechende vertikale Abdichtung anzubringen.
Nur Aufschachten, Noppenbahn dran und fertig funktioniert nicht!!!
Drainage ist in diesem fall, da ohne Keller in der Regel nicht erforderlich.

Eine funktionierende Horizontalsperre ist in jedem Fall erforderlich! Das Erdreich bzw. Kalkmörtel welcher sich innerhalb des Naturstein, bzw. Mischmauerwerkes befindet wird weiterhin, auch nach vertikaler Abdichtung, Feuchtigkeit nach obern transportieren. Die Sanierung der Sanierung wird dann ein Vielfaches der heutigen Kosten für ein Sägeverfahren kosten.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs- und Bau GmbH



Das Sägeverfahren ist...



.... aber auch nicht das allheil Mittel für und gegen alles...
Die Argrumente sind durchaus schlüssig, jedoch ist es auch möglich das Haus Trocken zu bekommen ohne derartigen Aufwand.

Man muss nicht immer mit Spatzen auf Kanonen schiessen :-)

Mfg
Rene



Feuchte Wand



Die Bilder bestärken meine Ansicht, das hier eine Dränanlage völlig überflüssig und kontraproduktiv ist.
Zwei der üblichen Verdächtigen sind klar zu erkennen:
Einmal die nicht eingebundene Dachentwässerung des Nachbarn und die eigene. Hier wird bei Regen so einiges herunterkommen, von Schneeverwehungen im Winter ganz zu schweigen.
Zum zweiten ist die nicht vorhandene Abdichtung des Sockelbereiches zu sehen.
Hier gelangt das Spritz- und Regenwasser in die Wand, das reichlich von den Dächern fließt.
Der Sockel ist der Bereich der Wand zwischen etwa 0,4 m unterhalb und ca. 0,3 m oberhalb des Geländes.
Dieser Bereich sollte gemäß den Regeln der Baukunst gedichtet und verputzt werden. Fragen Sie Ihren Planer danach, er möchte bitte mal in die Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton in die DIN V 18550, die Richtline zu mineralischen Dichtschlämmen und in die DIN 18195 schauen.
Dann gibt es zu beiden "Verdächtigen" immer noch eine dritte Erscheinung, die untrennbar damit verbunden ist:
Kondensatbildung auf Grund zu niedriger Bauteilinnentemperatur.
Von außen auffeuchtende Wand- Verlust der Dämmwirkung- niedrigere Bauteilinnentemperatur- Kondensatausfall- von innen auffeuchtende Wand- das ergibt einen Kreislauf, der zu immer nasseren Wänden führt.

Viele Grüße
p.s. Und rühren Sie bitte ihr Fundament nicht an!
Das bisschen kapillare Feuchte was dann noch über die Bruchsteinwand nach oben gelangt können Sie getrost vergessen.



Da wo cih gelernt habe...



.... war der Spritzwassser bereich immer noch 50 cm vom OK Erdreich... Aber heutzutage werden die Fundamente auch nicht mehr 80cm tief gemacht sondern nur 40 cm... was man davon hat sieht man ja....

Bis auf diese und die Frage warum eine Drainanlage kontraproduktiv sein soll stimme ich meinem Vorredner auch zu...

Das wäre auch der kostengünstigste Weg....

Mfg
Rene



@Georg Böttcher



Wie meinen Sie das mit dem "Nichtanrühren des Fundaments?" Keine Sperre von außen zwecks abdichtung oder meinten Sie das in Bezug auf das Sägen?



Aufwand minimieren,



ist schon in Ordnung.
Jedoch sollte dann schon eine klare Alternative genannt werden, welche mit Sicherheit und ohne Wenn und Aber zum Erfolg führen.
Dem Fragesteller ist aus meiner Sicht nicht damit geholfen wenn nur immer die Kosten im Mittelpunkt stehen, sondern sollte als erstes das Problem und die Ursache zumindest in der Theorie bei der Wurzel gepackt werden.
Die Umsetzung, auch Finanziell, ergibt sich dann aus den erforderlichen Maßnahmen.
Nur billig ist gerade bei Feuchtigkeit mit Gewissheit keine Lösung!!!

Mit freundlichen Grüßen

Jens Zinke
Zinke Bausanierungs- und Bau GmbH



Feuchte Wand



Fundamente freizuschachten ist ein höchst gefährliches Manöver, das regelmäßig zu toten Heimwerkern und Hauseinstürzen führt.
Grund ist der Wunsch, "das Fundament trockenzulegen". Niemand muß ein Fundament trockenlegen.
Wenn man beginnt unterhalb der Oberfläche eines Streifenfundamentes zu schachten besteht die Gefahr eines partiellen Grundbruchs, vor allem wenn hohe Lasten auf dem Fundament ruhen. Bei den Traufwänden geht alles gut,dann wird man mutiger, beim Giebel passiert dann etwas.

Viele Grüße



Aber Geld rausschmeissen auch nich......



.... Wie schon geschrieben wurde.. erst einmal die Ursachen bei der Wurzel packen und ausmerzen und nicht gleich die Säge nehmen....das bringt dann nichts...

Auc das Sägen ist, wie schon so manches mal fest gestellt werden musste keine Allheillösung, vor allem wenn es dann nicht richtg gemacht wurde und man der Firma hinter her rennen muss und am Ende feststellt das 5m Fallrohr die selbe Lösung gewesen wären...

Denkt bitte mehr an den Bauherren als an euren Verdienst....

Mfg
Rene



@ Rene



Es ist richtig, im Interesse der Bauherren zu denken. Das machen wir auch.
Die Schadensbilder und die Beschreibung des Schadens und die Lage des Objektes (Umkreis Leipzig?) lassen jedoch keine anderen Schlussfolgerungen zu.
Wie schon geschrieben, jetzt ist der Einbau einer HZ-Sperre im Sägeverfahren noch möglich. Später nach Sanierung bleibt nur noch eine chemische Sperre.
Auch die Leistungen die jetzt erbracht werden und nach wenigen Jahren wieder Zerstört werden, weil eben die hier sichtlich notwendige HZ-Sperre und eventuell andere Leistungen nicht eingebaut werden soll, haben wir im Kostenblick.
Eine teilweise Abdichtung gegen Feuchtigkeit ist nunmal nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Zinke



@ Herr Zinke



Leipzig war gar nicht schlecht ;-)

Es ist halt so eine Sache, verständlicherweise wollen wir an den Kosten sparen wo es nur geht, denn die Mittel sind begrenzt und wir haben sehr viel vor (kompletter Innenumbau, neues Dach, Dämmung etc)

Die Frage nach dem Nutzen der Sägung kam auf weil wir folgende Erfahrung gemacht haben:

Die Erde zw. den Häusern war ursprünglich vorn zur Straße hin bis auf Niveau des gelben Putzes und es war gar keine Dachrinne dran (auch bei uns nicht) Das Haus war wesentlich nasser, richtig grün und die Ziegel die man gesehen hat waren dunkelrot.

Nachdem wir die Rinne wenigstens bei uns angebracht hatten und das Erdreich abgetragen ist außen das Mauerwerk abgetrocknet und zwar innerhalb von Tagen. Nach einem Jahr war dort nichts mehr grün. Nur innen ist es nach wie vor feucht, aber der Boden liegt innen vom Niveau her noch tiefer als außen.

Daher die Überlegung ob es nicht vielleicht doch ausreicht, wenn man alles schön abdichtet - hat ja sozusagen schon mal recht gut geklappt ohne Sägen oder Chemie.. Ist eben eine wirklich schwere Entscheidung.

Wir wollen es natürlich in der Hauptsache so trocken wie möglich haben... Das steht an erster Stelle



@ susi



da der Boden tiefer als das Erdniveau außen liegt ist die vertikale Abdichtung in jedem Fall notwendig. Tiefer als 20 bis 30 cm unter Fußbodenniveau ist nicht notwendig.

Das Ableiten des Regenwassers ist auch richtig, hat auch wie Beschrieben einen gewissen Trocknungseffekt gebracht. Wenn jetzt nur die vertikale Abdichtung nach WTA (da Altbau)ausgeführt wird, wird sich die Feuchtigkeit in jedem Fall nochmals reduzieren. Jedoch ein trockenes Außenmauerwerk wird es nicht. Durch die kapillar aufsteigende Feuchte in dem vorhandenen Ziegelmauerwerk und in den Fugen und Zwischenfüllungen im Natursteinmauerwerk wird weiterhin Feuchte aufsteigen. Spätestens wenn wieder ein Innen-und Außenputz aufgebracht wurde, wird sich das Schadensbild verstärken.
Anhand der Bodenverhältnisse, der Lage und den Fotos werden Sie um die Horizontalsperren nicht herum kommen. Die vertikale Abdichtung bitte wie beschrieben Regelgerecht in diesem Atemzug aufbringen.
Auch wird es bei entsprechender Kernfeuchte des Mauerwerkes zu Kondenswasserbildung kommen, da dieses Mauerwerk wie von Herrn Böttcher beschreiben immer niedrigere Temperaturen besitzt.

PS.: Wenn Sie eine Komplettsanierung durchführen und eine neue Bodenplatte einbringen, so sollten Sie in jedem Fall auf den Unterbeton eine Dampfsperre aufbringen (z.B. V60 S4+AL) mit entsprechender Aufkantung.

Mit freundlichen Grüßen

J. Zinke
Zinke Bausanierungs- und Bau GmbH



Trockenlegen - aber wie? Ein Thema das sich leider oft wiederholt.



Gut, wenn sich hier mehrere Fachleute zu Wort melden.
Schlecht, wenn sich einige mit ihrem Halbwissen ständig zu Problemen äußern von denen sie nichts verstehen.
Ich würde mich auch nicht in Fachforen in der IT-Branche in fachliche Diskussionen einmischen.
Und immer wieder der Vorschlag einer Drainanlage um Wasser hin zu leiten.
Lassen Sie das Fundament feucht - es bringt doch nichts, außer unsinniger Arbeit und Geldausgabe.
.
Zu den Verfahren einer Trockenlegung verweise ich auf die Seite:
http://www.isarbautenschutz.com/schriften/maerz2005/20_verfahren_gegen_aufsteigende_feuchtigkeit.pdf
.
Herr Zinke ich stimme in vielen Angaben mit Ihnen überein.
Sie haben auch auf Ihrer Homepage eine Tabelle die etwas zur Wärmeleitfähigkeit bzw. Dämmung aussagt, dies ist entscheidend.
Es muss "trockener" werden um die Wärmeleitfähigkeit zu reduzieren.
Richtig ist, dass es eine geringe Feuchte von unten gibt und diese schaukelt sich dann sehr schnell mit Tauwasser auf.
Ich würde hier auch eine Horizontal-Sperre empfehlen, denn sonst sind alle Maßnahmen nur von kurzer Dauer.
Bei den zu erneuernden Verputzen ist außen von unten ein Sockelputz und darüber ein Sanierputz (natürlich nach WTA) erforderlich.
Ein weiterer entscheidender Punkt ist noch die Nutzung.
Denn daraus abgeleitet muss die Wand auch frei von Tauwasser bleiben. Darauf hat jedoch schon Kollege Böttcher hingewiesen. D.h. eine Erwärmung des Boden-Wandanschluss z.B. durch das Verlegen des Heizungsvorlauf an der Wand - nicht in die Wand!
Wenn innen das Bodenniveau tiefer liegt, dann brauchen Sie evtl. eine Abdichtung, aber auch eine Wärmedämmung.



Zur Nutzung



Im EG sollen eine Küche, eine Stube, ein Gäste-WC und ein Technikraum rein, mehr nicht, also 2 sehr große offene Räume und 2 kleinere Räume. Flur natürlich auch.

Geplant ist eine Fußbodenheizung. Und außen soll gedämmt werden.

Soviel zur Nutzung.

Also nach allem was ich hier lese verstehe ich es wohl so, das wenn wir nicht sägen lassen, es nicht absehbar ist, wie feucht das Mauerwerk am Ende bleiben wird oder?

Wenn wir sägen lassen, ist es dann wenigsten sicher, das wir es trocken kriegen? So in 2-3 Jahren?





Nun mach erst einmal das naheligendste, nämlich eine funktionierende Dachrinne, und zwar auch auf Nachbars Seite. Das Fallrohr soll nicht wie auf dem Bild in einem Kübel am Mauerfuss enden, sondern das Wasser soll in einer Leitung vom Haus weg geleitet werden.
Weil der Dachüberstand klein ist, würde ich auch noch eine Reihe Gehwegplatten der Mauer entlang mit Gefälle vom Haus weg verlegen.
Dann mal ein paar Wochen lang schauen, wie sich die Sache entwickelt. Das volle Programm, mit Experten, Abdichten, Sägen, kann man dann immer noch anpacken.



Feuchte Wand



Hallo Susi,
ich habe schon etliche Sanierungsvorhaben ähnlicher Art ohne waagerechte Abdichtung erfolgreich durchgeführt. Der vorhandene Bruchsteinsockel wirkt in sich schon wie eine Abdichtung; die Bruchsteine sind viel weniger porös und damit weniger kapillar als Vollziegel. Solche Bruchsteinsockel waren früher selber die Abdichtung. Die Ableitung des Traufwassers durch den Nachbarn auf Ihr Grundstück ist übrigens gesetztwidrig.
Wenn die Dachentwässerung in Ordnung gebracht und der Sockelbereich abgedichtet ist, dann können Sie immer noch über eine waagerechte Abdichtung nachdenken, wenn Sie genügend Geld übrig haben und falls es dann immer noch erforderlich sein sollte. Aber möglichst nicht im Sägeverfahren.

Viele Grüße



In dem Punkt .....



..... und dem Ablauf her Stimme ich Herrn Böttcher zu...

Schritt für Schritt, wenn es die Zeit erlaubt, vorgehen. Dann kommt man der Lösung recht schnell recht nah...

Immer erst die Ursachen ermitteln und diese abstellten und dann kann man immer noch zu schwerern Geschützen greifen

Wie schaut es denn bei dem Nachbaran aus. Hat er auch das Feuchtigkeitsproblem? Wie ist da der Wandaufbau....


Mfg
Rene



Wenn ich eine Wand wäre ...



Hallo Susi,

bevor Du an Mauersägeverfahren, Drainage, chemische Abdichtungen o. ä. denkst, solltest Du erst einmal an den Randbedingungen "schrauben", die hier schon benannt sind. Erst wenn die augenscheinlichen Mitverursacher ausgeschaltet sind und sich dass Schadensbild nicht bessert, sollte dort weitergedacht werden. Wenn beispielsweise Kondensat ein Mitverursacher wäre, würde auch eine chemische oder mechanische Horizontalsperre erfolglos bleiben.

Ein Rechenbeispiel:
Die halbe Dachfläche Deines Nachbarn wird im betroffenen Bereich auf Deiner Gebäudelänge etwa 10m x 5m = 50 qm messen. bei durchschnittlich 700 l/qm/Jahr in Sachsen sind das etwa 35.000 l Wasser die vom Nachbardach jährlich in den Hauszwischenraum schießen.
Im Hauszwischenraum (10x2,5) entstehen nochmals (25x700) 17.500 l/Jahr
Wenn Deine Dachfläche ausschließlich über den schwarzen Eimer entwässert, entstehen hier nochmals ((85*0,5))*700) etwa 30.000 l. Dies führt zu einem Gesamteintrag von 82.500 l/Jahr.

Mit über 82 cbm Wasser Jahreseintrag würde auch ich nasse Füße bekommen – wenn ich eine Wand wäre... Ich denke ist an der Zeit sich einmal mit dem Nachbarn zusammen zu setzen und auch die eigene Dachentwässerung zu verbessern.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Nun auch daran denken, dass es sehr lange dauert bis diese Wand austrocknet



Wer glaubt, dass diese Wand - auch wenn alles was vor beschrieben durchgeführt wird, kurzfristig abtrocknet hat wenig Ahnung davon wie lange dies dauert.
Es gibt ja einige sehr aufschlussreiche Arbeiten die sich damit beschäftigt haben.
Ich gehe davon aus, dass es mehr als ein Jahr sein wird, zumal wir in den letzten Jahren Luftfeuchte-Werte von über 80% hatten. Ich glaube auch nicht daran, dass dies heuer besser wird.
Als Beispiel Daten von 1981. Jahresdurchschnitt > 85%.
Wie soll da die Wand trocknen?



Leider doppelt



Die Daten aus 2010 und 2011 werden nachgereicht.





Hallo Susi,

eine Horizontalsperre die im Säge erfahren eingebracht wird ist lediglich eine Sperre gegen kapillare Feuchtigkeit, hier gilt diese aber auch als die beste Möglichkeit.
Wenn der innere Fußboden unter dem des äußren Gelände liegt müsste eine solche Sperre oberhalb des äußren Gelände eingebaut werden.
Würde man sie unterhalb des äußrem Gelände einbauen kann es durchaus seien, selbst mit Vertikalabdichtung, das diese undicht ist.
Gegen aufstauendes Sickerwasser dichtet eine Horizontalsperre nämlich nicht ab.
Besonders abenteuerlich finde ich ja immer wieder die Tips aus der "Planerrunde" erstmal rumdocktern und dann warten.

Prima, ob die dann in zwei, drei Jahren nochmal fragen
"baust du noch oder wohnst du schon?"

Ihr Planer weiß aber zumindest das erdbrührte Bauteile abzudichten sind.
Bodenfeuchte ist zwar der geringst mögliche Lastfall der an einem Bauwerk anliegen kann, mindestens der liegt aber eben immer an.

Am besten Sie suchen sich einen Fachmann.

Grüße
Oliver Struve





Fachmann ist immer gut, aber wenn ich die Aussenmauer meines Bruchsteinkellers jedes Jahr mit 50 Kubikmetern Regenwasser giesse, kann ich als normal denkender Mensch auch ohne Spezialausbildung und Fähigkeitsnachweis mindestens eine Ursache des feuchten Kellers vermuten.
Dass durch das Instandstellen bzw. Anbringen einer Dachrinne Schäden an der Bausubstanz verursacht werden könnten ("Sanierung der Sanierung"), habe ich noch nie gehört.
Aber warum einfach und naheliegend, wenns auch kompliziert und umständlich geht.



Herr Paulsen, hilft dieser Beitrag weiter?



Es war doch ein guter Hinweis einen Fachmann (wer auch immer sich dafür hält) hinzuzuziehen. Man kann ja dann darüber reden.
Von Ihnen kam noch kein besserer Vorschlag!
Das Wasser weg leiten ist doch kein fachlicher Vorschlag gewesen sondern sowieso schon dem Bauherrn bewusst gewesen.





Jens Paulsen,

es geht hier nicht um einen Keller sondern um Wohnräume.