suche Rat bzgl. Fachwerksanierung

16.09.2008



1.Problem: die Seitlichen Hauswände sowie der von der Wetterseite abgewandte Giebel sind Fachwerkwände. Balken 14x14cm dazwischen Lehmausfachungen mit innendrin Holzlatten. Alle Innenwände im OG sind genauso aufgebaut.
---> im Winter hat meine Ölheizung richtig zu tun das alles warm zu halten (Heizölverbrauch ca. 2500l p.a.) und im Sommer ist es Innen genauso heiß wie draußen. ---> Wärmedämmung is fast nicht vorhanden.
Binnen des letzten Jahres habe ich ein Bad in das OG eingebaut. Die Balkenoberflächen der Innenwände habe ich zuerst mit Holzschutz, und dann mit Hartwachsöl gestrichen. Die Lehmausfachungen der Innenwände habe ich verputzt (Kalk+Sand naß gemacht paar Wochen draußen abgedeckt liegen lassen und dann mit bissl Zement verputzt)(Balken sichtbar).
Die Außenwand habe ich von Außen so gelassen wie sie ist. Aber innen habe ich den Putz von den Balken und Gefachen abgehackt, so dass ich die Balkenflächen wieder mit Holzschutz Streichen konnte. Da die Fachwerkwand nur 14cm stark ist, aber unten im EG die Bruchsteinwand ca. 70cm ---> daher innen ca. 50cm übersteht hatte ich genug Platz innenseitig der Fachwerkwand im OG auf die überstehende Bruchsteiwand des EG eine 17,5cm starke Wand aus neuen Hohlkammerziegeln zu mauern. Die einzige Verbindung zwischen der alten und der neuen Wand besteht darin, das ich etwa auf halber Höhe zwei große Zimmermannsnägel von innen in die Fachwerkbalken geschlagen habe, und die dann in der neuen Ziegelmauer mit Vermauert habe. Den Freiraum zwischen alter Fachwerkwand und neuer Ziegelwand (ca. 2cm-8cm) habe ich nicht gefüllt mit Irgendetwas. Die Ziegelwand habe ich dann von innen ganz normal verputzt.
Bis jetzt bin ich damit zufrieden.
Frage:
Ist dieser Aufbau so OK? Kann ich so alle Außenwände des OG erneuern?
Bin für jeden Rat dankbar.
l.G. Marko



Fachwerkwand



Guten Tag,

ich nehme an, Sie haben fachwerk.de erst gerade entdeckt. Sonst hätten Sie sich sicherlich Rat geholt, bevor Sie mit dem Bau begonnen haben.
Es ist nicht so ganz die reine Lehre, was Sie da gemacht haben. Ein wesentliches Problem ist die Luftschicht zwischen neuer Hohlziegelwand und alter Außenwand.
Und das geht so: Gasförmiger Wasserdampf durchdringt aufgrund des Dampfdruckgefälles innen/außen die Wand und schlägt sich bei Erreichen der Taupunkttemperatur auf dieser nieder, läuft ab, sammelt sich unten und beeinträchtigt die Schwelle. Noch schlimmer: konvektiver Wasserdampftransport findet durch jede noch so kleine Undichtigkeit statt.
Also lautet die Frage, wie man reparieren kann.
Dazu fällt mir, ehrlich gesagt, kaum etwas wirklich praktikables ein. Verfüllen des Hohlraumes mit Blähton wäre vielleicht eine Möglichkeit, besser ist eine Verfüllung von oben mit Lehm, der sich weitgehend selbst verdichten sollte.
Dann wird eine homogene verbindung zwischen Außen- und Innenwand geschaffen, die kapillar Feuchtigkeit nach innen ziehen kann. Platz dazu hätten Sie beim modernisieren des OG, wenn die Holzbalkendecke am Rand aufgenommen wird. Nachstochern wird trotzdem nötig sein.

Für das OG empfehle ich Ihnen eine moderate Innendämmung aus Holzweichfaserplatten (40 - 50 mm), nicht hydrophobiert, als Putzträgerplatte. Die sollte in Lehmausgleichsputz verlegt sein.

Viel Erfolg



Eine gute Lösung ist auch eine Schalung mit



Stampflehm. Ich habe ein paar Kunden, die das in ihrem Fachwerkaus erfolgreich ausgeführt haben.

Näheres unter

http://www.claytec.de/download/fachwerk-innendaemmung/3-1_innenschalen_aus_leichtlehm.pdf

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Herr Beckmann,
danke erst einmal für die schnelle Antwort.

1. Diese beschriebenen Holzweichfaserplatten, wo sollte ich die anbringen? Meine neue Ziegelwand ist doch innen verputz, reicht das nicht als Dämmung?
2. Das von Ihnen erfasste Problem mit dem Wasserdampf, der sich zwischen neuer und alter Wand absetzt habe ich verstanden. Ich dachte mir, wenn ich in allen Zimmern im OG diese Ziegelwand so wie beschrieben gesetzt habe und meine Zimmer innen fertig habe ist es doch sicher möglich von außen die Ausfachungen zu entfernen, ggf. schlechte Balken zu ersetzen, dann die Ausfachungen mit Lehmziegeln wieder auszumauern und verputzen. Und gleichzeitig wäre es ja kein Problem vom Dachgeschoss aus den Spalt zwischen alter und neuer Wand mit entsprechenden Materialien zu verfüllen. Mir geht es eigentlich darum, damit ich innen die Zimmer fertig habe und mir dann außen mit dem Fachwerk Zeit nehmen kann?

Würde das so gehen???

Habe gleich noch eine Frage. Wie auf dem Bild zu sehen ist der unterste Balken sowie einige Balken-Stirnseiten über der Garage verdeckt/eingemauert. Mein Opa lebt leider nicht mehr, sonst könnt ich ihn fragen warum. Fakt ist, dass die Garage erst zu DDR-Zeiten eingebaut wurde, und auf alten Bildern meines Ur-Opas dieser unterste Balken bis ganz nach Hinten sichtbar war. Ich denke mir dass er darunter noch schlechter aussieht wie der noch sichtbare Teil (dieser unterste Balken ist der Schlechteste am ganzen Haus).
Sollte ich ihn ersetzen? Wenn ja wie?
Kann ich ihn rausmachen und den Freiraum zumauern?
l.G.
Marko