Nachträgliche Horizontalabdichtung




Hallo, liebe Experten und Altbau Besitzer,

Da ich z.Z. etwas ratlos bin, hoffe ich hier vielleicht einige hilfreiche Tipps zu Erhalten.
Unser Haus BJ 1906 ist ein kleines verputztes Fachwerkhaus mit länglichem Flachdachanbau (auch 1906) nicht unterkellert. Als wir im Zuge der Renovierung die Wandverkleidungen entfernten, lachte uns zum Teil der Schimmel an, es stellte sich heraus, dass die gesamte Wetterseite (Keine Fenster auf dieser Seite) feucht ist( im Flurbereich bis ca. 1,90m Höhe, hier jedoch gleichbleibend feucht), der Gutachter, der das Ganze kurz in Augenschein genommen hat( keine Bohrung o.ä., nur Gerät zur Feuchtemessung benutzt), gab an ich solle an den betroffenen Stellen eine Horizontalabdichtung im Hochdruckverfahren einbringen lassen und das Haus von außen neu Abdichten ( hatte ich eh vor, da hier der Bitumenanstrich schon beim hingucken abbröckelt)
Nun bin ich mir nach Information im www aber nicht mehr sicher, ob das Injektionsverfahren Sinn macht bzw. wirksam ist?(v.a. auf lange Sicht) Kennt sich hier im Forum jemand damit aus bzw. hat ein Horizontalsperre im Injektionsverfahren einbringen lassen?



Naja,



Abdichtungen im Injektionsverfahren mit Verkieseler hat bis dato gut funktioniert und ist auch langfristig ok. Aber ob das hier die richtige Massnahme ist, wage ich zu bezweifeln. Wenn die Feuchtigkeit hinter der Wandverkleidung auf der Wetterseite ist, wird es sich vermutlich um Kondenswasser handeln. Da die Aussenwand zur Wetterseite am stärksten abkühlt, schlägt sich hier das Kondenswasser zuerst ab und kann dann durch die Verkleidung nur sehr langsam abtrocknen. Und irgendwann ist die Wand klitschnass. Mein Tip: Schimmel mit Alkohol abwaschen und die Wand erstmal ein paar Wochen abtrocknen lassen, dabei gut heizen und lüften. Keine Verkleidung an die Wand und mit einer Kalk- oder Silikatfarbe streichen. Die Verkieselung im Injektionsverfahren ist nicht ganz billig und sollte auch nicht von Laien ausgeführt werden, zumal die erforderlichen Geräte recht teuer sind. Das macht aber nur bei entsprechendem Wasseranfall, z.B. im erdberührten Bereich Sinn. Bei Kondenswasserbildung durch konstruktive Fehler hilft´s auch nix. Einfach erstmal schauen, ob die Wand abtrocknet. Denn der ach so gefürchtete Schlagregen auf der Wetterseite kommt fast nie durch eine Wand. Und bituminöse Abdichtungen haben oberhalb des Erdreichs und der Horizontalsperre auch nix verloren. Sie verhindern nämlich das Austrocknen der Wände und stören die Bauphysik erheblich.
MfG
dasMaurer



An einer Stelle muss ich



widersprechen.
Schlagregen bei starkem Wind geht natürlich locker durch eine Fachwerkwand. (Ich habe z.Zt. ein Beispiel, wo der Regen durch eine massive 38 cm starke Ziegelwand geht bei von außen sanierten Fugen.) Aber warum die Wand dann nur bis 1,90 m naß ist muss vor Ort geklärt werden. Vielleicht gibt es darüber einen Wetterschutz?
Die Horizontalsperre mache ich lieber durch den Einbau einer Bitumenbahn aber ansonsten gebe ich Ulrich Warnecke recht. Bei Schimmelpilzsanierung sind aber auf jeden Fall so einige Sicherheitsmassnahmen zu berücksichtigen. Einfach mal ein bischen abwaschen reicht bei starkem Befall (> 0,5 m²) auf keinen Fall aus.



Feuchtemessung reicht für Diagnose nicht



Hallo, es gibt in diesem Bereich eine Vielzahl von möglichen Schadensursachen, ohne genau Diagnose der Ursachen verschwendet man hier sehr viel Geld.

Die Schadensbehebungsmöglichkeiten sind noch viel umfangreicher, allein die Materialvielfalt der eingebrachten Mittel und ihrer Wirkungsweise ist groß, hinzu kommen verschiedene Einbringverfahren (drucklos, druck etc.).

Mittel und Verfahren sind stark vom Wandaufbau und Zustand abhängig (Salzgehalt mittels Probenentnahme bestimmen!). Gutachter die hier nur "die Hand auflegen" sind ihr Geld nicht wert.

Gruß Frank



Mauerinjektion..........



Das eigenartige an der Frage ob eine Horizontalsperre Sinn macht oder nicht ist, das sie meist von Leuten gestellt wir die eine Nasse Wand haben!
Womit die Frage eigentlich beantwortet wäre.

Ob ein Injektionsverfahren erfolgreich und dauerhaft wirksam ist hängt vom verwendetem Injektionsmaterial, dem vorhandenem Wandbaustoff und des durchfeuchtungsgrades ab.
SMK- Microemulsionen, Verkieselungen, PUR und Acrylatgele besitze jeder für sich relativ enge Anwendungsgebiete die sich aus dem Wirksamkeitsprinzip und den Materialeigenschaften heraus ergeben, Kapillarverschließend oder Kapillarverengend.
Die beste SMK Lösung wird z.b. bei einem Bimsstein oder durchfeuchtungsgraden von 70% versagen.
KS- Steine wiederum mögen es nicht wenn sie mit den Salzen des Acrylatgels behandelt werden....etc.
Prinzipiell gilt, ein Horizontalsperre im Injektionsverfahren ist dauerhaft!

Um ihnen weitere alternativen an die Hand zu geben.
Es ist ebenfalls möglich im Sägeverfahren nachträglich ein Bitumenbahn oder Kunststoffplatten einzubringen.
Sowie das eintreiben von Edelstahlplatten in die Lagerfugen mittels Drucklufthammer.

Alles eine Frage des Vertrauens und des Geldbeutels.

frohes schaffen
jens