Wandaufbau

09.09.2012 Patrick



Hallo zusammen,

bei uns geht es nun bald an den Innenausbau eines Raumes, der an eine Fachwerkaussenwand angrenzt, darum beschäftige ich mich im Moment mit einem möglichen Wandaufbau.

Momentan ist der Aufbau von aussen nach innen ca. 10-20mm Luftkalkmörtel, Heraklith M 25mm, Fichtenfachwerk mit 60er Jahre Bims und Kalkmörtel ausgemauert. Innen ist das Fachwerk mittlerweile freigelegt. In den 80ern hatte man hier eine Porenbetonwand mit 10cm Hohlraum vorgemauert...

Ich möchte nun gern 115mm Bimsbauplatten davormauern um eine gerade Wand zu bekommen. Rückseitig (zum Fachwerk) würde ich die Bauplatten vollflächig mit Luftkalkmörtel an das Fachwerk setzen.
Auf die Bauplatten sollen einige Heizschleifen ebenfalls in Luftkalkmörtel verlegt werden. Abschließend ein Reibeputz.

u-wert.net sagt, dass kein Tauwasser ausfällt. Erst bei -20°C zwichen Herklith und Aussenputz. Nach meinem Verständnis wäre das auch an der richtigen Stelle, sprich nicht in der Fachwerk-Konstruktion.

Was haltet Ihr von der Konstruktion? Gibt es bessere Möglichkeiten?
Für Vorschläge oder auch Zustimmung zu meinen Gedankengängen schon jetzt vielen Dank!

Viele Grüße
Patrick



Grundsätzlich ist dieser



Aufbau schon möglich, man sollte allerdings auf die Wärmebrücken achten.z.B.
-Anschluss Boden und Decke
-flankierende Bauteile, wie Innenwände angrenzend an Außenwand.
- Fensterlaibungen
Diese müssen auf jedenfall besetigt werden.

Die Wand dementsprechend vorbereiten und mit Luftkalkmörtel die Unebenheiten ausgleichen.
Wichtig ist dass die Fläche sauber geschlossen ist und sämtliche Anschlüsse Luftdicht sind, um eine Konvektion zu verhindern.

Sinnvoll ist hier eine Vor Ort Beratung, aus der Ferne lassen sich mögliche Schwachpunkte nicht feststellen und beurteilen.

Des weiteren sollte der Wandaufbau insofern überprüft werden, ob für eine Wandheizung die Bimsbauplatte überhaupt notwendig ist.

Grüsse Thomas



alternativ



Alternativ kann die Wand auch mit Lehm /Holzweichfaserplatten und Lehmputz oder gesprühter Zellulose und Lehmputz bzw. Kalkputz gedämmt werden.
LG
SB



Bimsplatten...



... weglassen, stattdessen HWL oder Heraklith als Putzträger... dann WH im Lehmputz...

Gutes Gelingen & LG,
Sebastian Hausleithner



Tauwasserausfall



Guten Morgen,

vielen Dank für Eure Antworten. Die Hinweise bzgl. der Wärmebrücken werde ich berücksichtigen. Fensterlaibungen werden als Holzrahmung ausgeführt, dahinter der hier in Frage stehende Wandaufbau. Eine Innenwand aus Bims ist direkt an die Fachwerkwand angesetzt, hier muss ich mir noch etwas überlegen.

Die Idee mit Holzweichfaser oder Heraklith als Putzträger habe ich auch schon verfolgt, da speziell Heraklith in der Verarbeitung sehr angenehm ist.
Wenn ich die Konstruktion bei u-wert.net eingebe ziehe ich damit jedoch den Taupunkt bei -10° genau in die Fachwerkkontruktion. Sowohl mit Holzweichfaser als auch mit Heraklith. Nur bei den Bimsbauplatten passiert das nicht.

Bewerte ich den Taupunkt in der Konstruktion über? Ich war immer der Meinung, er sollte so spät wie möglich irgendwo am Aussenputz liegen, über den dann Tauwasser abgegeben werden kann?

Danke und viele Grüße
Patrick



u-wert Rechner



Der U-Wert Rechner im Internet rechnet nach dem Glaserverfahren. mit Statischen Klimadaten.
Für Innenwanddämmungen vollkommen nutzlos.
Wenn man die Fechtigkeit in der Wand berechnen möchte dann geht das nur mit einer feuchtesimulation über mehrere Jahre mit konkreten Klimadaten.
Solche Berechnungen sind ein wenig umfangreicher aber aussagekräftiger.
Die Programme heißen WUFI oder Delphin.
Sicherlich gibt es bei diffusionsoffenen Wandaufbauten einen Feuchteeintrag. Sicherlich kondensiert das auch in der Konstruktion.
Viel interessant ist aber die Frage: Wieviel trocknet davon wieder aus in den trocknen Sommermonaten, und wie groß ist die Schlagregenbeeinträchtigung...