Sandsteinwand heizen/dämmen? Idee

04.08.2008



Hallo liebe Community-Mitglieder und Forenschreiberlinge!

Ich habe mir kürzlich ein sehr heruntergekommenes Sandstein-Haus gekauft. (nicht unterkellert) So ziemlich alles daran muss neu gemacht werden. Es wurde so um 1870 gebaut und steht unter Ensembleschutz, also von außen sichtbares muss alles beantragt werden (ganz schön nervig) und wird dann natürlich nur zum Teil bewilligt. (Je nach Veränderung des Erscheinungsbildes) Innen habe ich alle Möglichkeiten.

Was bisher geschah: Ich hab bereits alle Wände vom Putz befreit und Strom/Heizung entfernt. Dann im EG 30cm ausgegraben und eine 12cm Betonplatte reingegossen. Später soll da mal Estrich mit Fußbodenheizung rein. Im Moment bin ich am Dachdecken und fast fertig.
Ich werde die Dachschräge und die Decke im 1. OG (Dach bleibt kalt) mit Dämmfilz zwischen den Sparren und unter den Sparren zusätzlich dämmen und die Fenster komplett erneuern.

Nun, klingt ja alles ganz toll. Mein Problem ist nun, dass ich schon eine ganze Menge über diese verflixte Außenwanddämmung von innen gelesen und gehört habe und nun völlig verwirrt bin. Ansich bin ich für eine Diffusionsoffene Lösung und habe mir auch schon zahlreiche Beiträge in diesem Forum angeschaut (wo die Meinungen ja meilenweit auseinanderragen). Dennoch konnte ich keine Optimallösung für mich ableiten. Perfekt wird es wohl eh nie.

Ich hatte jetzt eine ganz wilde Idee: Ich stell eine Ständerwand (Gipskarton) vor meine Sandsteinmauer mit ca. 5-10cm Abstand (Luft) und diese Luft dazwischen heize ich. Ich verlege praktisch meine Fußbodenheizung und lasse eine Heizschleife hinter meine Ständerwand laufen.
Klingt im ersten Moment doof aber damit hätte ich doch ansich einen abgeschlossenen Bereich an Luft, der mich energetisch trennt von der Außenwand (Dämmung). Meine Innenwand (Gipskartonplatte) wäre immer warm (warme Strahlung) und die Feuchtigkeit könnte schön rein- und rausdiffundieren wie sie mag.

Da ich auf dem Gebiet *nur* Meinungen gelesen und mich auf dieser Basis so gut es geht informiert habe, (kein Fachbuch oder sowas) hab ich natürlich keine Ahnung ob das funktioniert.
Hat jemand evtl schon mal etwas Ähnliches gemacht oder kann mir ein Feedback geben ob das funktionieren könnte? Ziel sollte sein: Viel Wärme bei wenig Heizung und wenig Wasser an der Wand. ;)

Vielen Dank im Voraus :) und zerfleischt euch bitte nicht so wie in diversen anderen Innen-Dämm-Threads.

Philipp Lennert



Sandsteinwand heizen



Lieber Philipp,
Deine Idee ist eine sehr gute Möglichkeit, die Außenwand zu heizen, ohne das im Innenraum Wärme ankommt.
Wem soll das nützen?
Wie sieht die Außenwand im Einzelnen eigentlich aus?

Viele Grüße



Meine Außenwand



Die Wand besteht aus ca 30cm Sandstein. Sie ist sehr uneben, also schwer verputzbar (Amplitude von bis zu 10 cm) deshalb kam ich grundsätzlich mal auf Rigips-Verkleidung.

Was es bringen soll? Naja, der Gedanke wie gesagt war, dass ich eine warme Innenwandoberfläche habe. Außerdem hab ich mir sagen lassen, dass Luft solange sie keine Verbindung nach außen oder innen hat auch isoliert.

Was würden sie denn empfehlen? Wandheizung, Sockelheizung? Oder Blähton vormauern? Bin für Vorschläge offen.



Sandsteinwand heizen



Stimmt, Luft dämmt recht gut, aber nur bei Wärmeleitung.
Hinter so einer Wand wird die Wärme durch Konvektion übertragen. Die erwärmte Luft steigt an der Wand auf, gibt dabei die Wärme an die kältere Außenwand ab und sinkt dann wieder zu Boden. Es entstehen Luftwirbel, die wie eine Pumpe die Wärme an die Außenwand transportieren und abgeben. Dieser Motor, den Du mit Deinem Heizkreislauf betreibst, transportiert auch noch Wärme aus dem Innenraum ab, da an der ungedämmten Vorsatzschale der gleiche Effekt passiert, nur das hier die warme Innenluft gekühlt wird.
Wenn die Luftschicht nicht völlig vom Innenraum abgedichtet ist, können noch ein paar unangenehmere Effekte wie Kondenswasseransammlung, Staubakkumulation, Schimmel usw. auftreten.

Nun zum eigentlichen Problem:
Wenn Du Energie sparen willst, tu das dort, wo sich Dämmung problemlost einbauen läßt, das ist der untere und obere Abschluß, also Fußboden und Decke.
Dann Fenster und Türen, die Wahl einer modernen Heizungsanlage.
Die Wärmeverluste über die Außenwände betragen nur etwa ein Drittel bis ein Viertel der jetzigen Gesamtwärmeverluste.
Verbessern läßt sich diese lage durch eine Innendämmung. Damit verbessert sich auch die Taupunktproblematik.
Als Innendämmung empfehle ich Dir einen mineralischen Leichtputz als Dämmputz oder in Lehm eingebettete Weichfaserplatten.
Möglich ist auch eine gedämmte Vorsatzschale in Trockenbauweise; eine Variante, die etwas problematisch in der Ausführung ist, da sie keine Fehler toleriert.
Auf jeden Fall sollte die energetische Modernisierung von einem Fachmann geplant und überwacht werden, da hier der Teufel im Detail steckt, also in Anschlußpunkten, Materialübergängen usw.

Viele Grüße



Gipskarton



... ist bei Sandstein nicht zu gebrauchen - siehe auch meine Fotos.

Noch ein anderer Aspekt, der gegen das Rohr im Hohlraum spricht: auch im Sommer, wenn nicht geheizt wird, nimmt der Sandstein Feuchtigkeit auf (Regen) - dieser wird durch die Sonne getrocknet, aber auch zum Teil nach innen abgegeben.
Hier kondensiert er an der Wand - was zu Schimmel führen kann.

Wir haben unsere unebenen Wände innen mit Lehm grob glatt gezogen und dann mit Holzfaserdämmplatten eine glatte Wandfläche erzielt.
Eine Innenwand, war in alle Richtungen schief - damit wir wenigstens einen Schrank dagegen stellen können, haben wir sie zum Lot hin ausgeglichen, indem wir Holzfaserdämmplatten in unterschiedlicher Stärke wie ein Puzzle an die Wand gebracht haben - Differenz von oben nach unten vorher 6 cm!

Nachdem wir bei der Tochter positive Erfahrungen mit der Wandheizung gemacht haben, sind wir von unserem ursprünglichen Plan, eine Fußbodenheizung einzubauen, weg und werden hier nur noch eine Wandheizung installieren.



Ich empfehle Ihnen eine Sockelleisten-Heizung ohne zusätzliche



Innendämmungen der Außenwand. Evtl. einen leichten Putz, wie Herr Böttcher vorgeschlagen hat. Dämmen Sie das Dach bzw. die Decke im Speicher gut und sorgen Sie für einen gut gedämmten Bodenaufbau im EG.



Im weiteren



wäre mir neu das Gipskarton-Platten überhaupt strahlen. Zumindest nicht so gut wie andere Vollstoffe. Diese Platten besitzt nicht die nötige Dichte. Aber ihre Steinwand kann wärme sehr gut speichern und abstrahlen. Die Idee mit den Leisten direkt an der Wand ist daher eine gute Idee.

Gruß

Alexander Zima



Danke!



Vielen, vielen Dank für die zahlrreichen, beinahe fürsorglichen Antworten. Freut mich total. Bins nicht gewohnt, dass sich Menschen so für "Unbekannte" einsetzen. :)
Also was ich jetzt zusammenfassend verstanden habe:
Mein Plan, so gut er sich vorher in meinem Kopf auch anhörte, is wohl quatsch. Was ich mal näher ins Auge fasse ist
- Lehmputz und diese
- Holzfaserplatten, aber wohl hauptsächlich zum Ausgleich der Unebenheiten. Ich glaube von Pavatex gibts da welche. Sind halt teuer... (aber sicher die Investition wert). Kann man die einfach auf den Lehmputz draufklatschen und sie wieder verputzen? (also im Grunde "einbetten"?) Oder verwendet man sie wie Gipskartonplatten? (Gips in die Rillen und streichen)
- Wandheizung (falls irgendwie umsetzbar) oder zur Not tut auch die
- Sockelheizung ihren Zweck. (Wand trocken)
- Dämmung Decke 1. OG, Dachschräge 1. OG mit Dämmfilz und Dampfbremse
- Dämmung Boden mit 10cm Styropor + Estrich
- Neue Fenster und Türen
- Neue Gas-Brennwert-Heizung
- Bloß kein Gipskarton an Sandstein

Okay. Kann ich mit dem Lehmputz auch Ritzen zwischen den Sandsteinen füllen bzw verfugen oder brauch ich da was anderes?

Viele Grüße, Philipp Lennert





Hallo!
[quote]Holzfaserplatten, aber wohl hauptsächlich zum Ausgleich der Unebenheiten. Ich glaube von Pavatex gibts da welche. Sind halt teuer... (aber sicher die Investition wert). Kann man die einfach auf den Lehmputz draufklatschen und sie wieder verputzen? (also im Grunde "einbetten"?) Oder verwendet man sie wie Gipskartonplatten? (Gips in die Rillen und streichen)[/quote]=> Zitat von Philipp Lennert

Die Holzfaserplatten erfüllen nicht nur den Zweck, Unebenheiten auszugleichen, sie sind gleichzeitig auch Dämmung (und bei uns Schallschutz - vorher hatten die Nachbarn trotz ca. 1m dicker Wand gewusst, dass wir gedartet hatten - jetzt hören sie uns nicht mehr)
Die Holzfaserdämmplatten sollen auch in Lehm eingebettet werden - sonst entstehen Hohlräume, wo Kondenswasser sich sammeln könnte
Lehm in die Ritzen zum Verfüllen geht - soll es eine sichtbare Natursteinwand sein oder werden, würde ich noch etwas Kalk dazumengen.

Statt Styropor auf dem Fußboden gibt es auch belastbare Holzfserdämmplatten, wenn es vom Gewicht her geht, auch hier Lehm mit Blähhtongemisch

viele Grüße
Silke



Sorry



Beim Speichern kam eigentlich ERROR!!



@ Silke



Die Antwort ist leider nicht gerade sehr gewinnbringend und auch den Materialien entsprechend ganz schön abwertend.
Bei den angesprochenen Aufbauten handelt es sich um hochwertige Konstruktionen, die auch einer akuraten Verarbeitung und Ausführung bedürfen!
Ob es ein Selbstbauer auch dann noch ausführt, hängt von der korrekten und fachlichen Gesamtbetreuung ab.
In Lehm klatschen, Rillen verschmieren, zeugt von wenig Achtung zur Materie.
Hier sind bei weitem wesentlich mehr Dinge zu beachten, als man denkt.
Energiekonzept, Taupunktberechnung, Ausführungsdetails, um nur einige zu benennen.
Sollte eine Holzweichfaserdämmung zur Ausführung kommen, der Untergrund sehr uneben sein, so kann man mit Lehmgrundputzen ausgleichen. Doch diese Schicht sollte dann erst austrocknen (Schimmel, Fäulnis!).
Erst danach wir eine dünne Kontaktebene aufgebracht (gekämmt), in die dann eingebettet wird.
Mit einer Wandheizung darüber macht die ganze sache dann vielleicht auch noch Sinn.
Aber wie bereits vorngenannt erörtert, Grundsätzlichkeiten müssen geklärt und analysiert werden.

Nachdenklicher Gruß
Udo Mühle





Hallo Udo!
was in "[quote] [/quote]" steht, ist ein Zitat von Philipp
Leider funktioniert hier diese Schreibweise nicht, so dass das auch als Zitat ersichtlich ist.
Deshalb habe ich nun diesen Beitrag mit einem entsprechenden Verweis ergänzt und einen Absatz zu meiner Antwort gesetzt.

Meine Antwort darauf war, dass die Holzfaserdämmplatte wesentlich mehr kann, als wie nur Unebenheiten ausgleichen.

Viele Grüße
Silke



Fachwerkhaus mit Innendämmung



Hallo, lieber Ratsuchender. Vor demselben Problem stand ich auch. Allerdings schon vor ca. 30 Jahren. Ja und was tat ich damals in meiner Unwissenheit. Ich dämmte einfach von innen!! Und ich sage ihnen, bis heute ist kein Schaden aufgetreten, weder bei mir, noch bei meinem Mieter, der nun auch schon über 12 Jahre drin wohnte. Im Nachhinein betrachtet, hatte ich offensichtlich alles richtig gemacht: Alten Putz innen komplett runtergeschlagen (war sowieso nur Sand und Wassergemenge gewesen). Alle Risse und Fugen der Ausriegelungen mit Schlackensteinen habe ich mit Kalk/Zementmörtel zugeschmissen. Darauf befestigte ich sogenannte Gipskarton Federstreifen von Knauf mit ca. 5 cm Stärke im Abstand von ca. 40 cm als Vorsatzschale. Zwischen die Federstreifen packte ich Stein/Glaswollematten mit dieser Stärke und darauf kamen die Gipskartonplatten als Vorsatzschale. Die Federstreifen waren u. a. für eine besserer Geräuschdämmung gedacht. Ja und eh ichs vergesse, außen ist Schieferverkleidung auf der Wand. So und warum sind da bis jetzt keine Schäden aufgetreten, habe ich mich auch schon gefragt. Innendämmung ist doch ein äußerst sensibles Gebiet und bisweilen sehr schadensträchtig. Nach meiner Meinung liegt der Hauptgrund darin, dass ich nirgends eine Diffussionsfolie verarbeitet habe und die Dämmstärke unter einem kritischen Bereich liegt. Inzwischen sehe ich die theoretischen Hintergründe etwas klarer, nicht zuletzt wegen meiner Ausbildung zum Energieberater bei der Architektenkammer in Stuttgart.



Manches kommt erst später!



Ihre Lösungen sind für ein Fachwerkhaus wirklich super.
Und als Energieberater für nunmehr sicherlich tausende Gebäudebesitzer eine gute Ansprechadresse.
Sie wissen aber schon, dass Gipskarton nur ein Ersatzbaustoff ist und kein Baumaterial!
Recycling-Gips aus der Rauchgasentschwefelung, wo tonnenweise Sondermüll mit verbrannt werden.
Beraten Sie so, wie Sie es gelernt bekommen haben.

Ein Hoch auf die Nachhaltigkeit und auf die Arbeit die da kommen wird.

Nachdenklicher Gruß

Udo



Lehm oder Gipskarton



Hallo, Udo

Danke für deine Information. Ich wollte mich da in keiner weise in irgendwelche Nesseln setzen, indem hier Lehm gegen Gipskarton gestellt werden soll, diese beiden Materialien lassen sich nach meiner Meinung nicht direkt vergleichen. Zwei Botschaften sollten ankommen: Ergebnisse aus der langjähriger eigener Erfahrung zählen einfach mehr als graue Theorie und bei Fachwerk und Innendämmung lasse ich die Finger von Dampfdiffussionssperre. Eine gute Alternative bieten Kalziumsilkatplatten von Epasit etc.



@ Kalziumsilikatplatten?



Funktioniert nicht im Fachwerkhaus!!
Im Massivbereich ja, aber bei Holzständerkonstruktionen, Finger weg.
Die Kalziumsilikatplatten bedürfen stets eines tragenden und massiven planen Untergrundes, auf die sie dann homogen verklebt werden.
Die Holzständerkonstruktionen (auch Fachwerk!) sind aber stets in Bewegung und somit als Tragwerksebene für diese Produkte sehr ungeeignet.

Nachdenklicher Gruß

Udo Mühle



Kalziumsilkatplatten



Hallo Udo, Der Epasitvertreter empfahl mir bei einem Renovierungsunterfangen im Treppehaus des Fachwerkhauses Kalziumsilkatplatten in verschiedenen Stärken und zwar auf Untergestell verschraubt oder direkt auf die mit Kalziumsilkatmörtel verputzte Fachwerkwand. Mit Kalziumsilikat habe ich selber bisher keine eigenen Erfahrungen, kenne kompetente Personen der WTA (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft
für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege) und ich denke so ganz falsch liegen die Aussagen der Experten über die Wirkung und Funktion von Kalziumsilikat wohl nicht.

Grüße Gerhard



@ Gerhard Weingart



...und wenn's zum Bauschaden kommt, übernehmen die WTA-Leute dann auch die Kosten den erneuten Sanierung!
Einfach eine schriftliche Vertragsregelung ansprechen und auf die Reaktion der Herrn warten!
Denn wenn es zu Nachfolgeschäden kommen sollte, ist immer eine Lösung parat, wen man die Schuldigkeit zusprechen kann.
Entweder der ausführende Handwerksbetrieb oder eben der Bauherr, weil er Verarbeitungsrichtlinien nicht eingehalten hat.
Der Hersteller wird nie eine Schuldigkeit auf sich ziehen.
Und so geht es mittlerweile am Markt mit vielen Bausystemen, die urplötzlich nach gewissen Jahren gravierende Mängelerscheinungen aufzeigen.
Ob es die großformatigen Ziegel sind, Liaporsteinsysteme geklebt oder auch mit Wärmedämmmörtel versetzt usw., die Bauschäden treten erst nach einigen Jahren auf.

Nachdenklicher Gruß und was auf dem Papier steht ist auch geduldig,

Udo





hallo phillip
ich selbst habe auch ein massivsandsteinhaus aus etwa der gleichen zeit mit einer Wandstärke von EG +1.OG von 45cm.
im Keller sind es sogar 60cm.
ich habe von fast allen meinen gesprächspartnern, mit denen ich über aussendämmung sprach, gehört,das ich mir bei 45cm wandstärke keine sorgen um meine dämmung machen muss...
wenn du deine idee mit deiner rigipswand verwirklichen willst, machst du dir den sandstein kaputt, weil die feuchtigkeit im Mauerwerk bleibt und nicht ungehindert zirkulieren kann.
du solltest auch nur diffusionsoffene putze verwenden.
wenn du die aussenfassade auch noch als Sichtmauerwerk hast, würde ich den gedanken weit weg schieben das ganze zu verputzen - mich würde man im dorf töten wenn ich mein haus aussen verputzen würde.
aber die meinungen gehen bei diesem thema weit auseinander.
ich werde bei meinem haus nur den teilkeller Isolieren und das dach noch in den nächsten jahren neu machen.
Mfg Jupp Schmitz



lehm und schilf



nach vieler überlegerei und natürlich in anbetracht der vielseitigen antworten und meinungen, die ich hier und woanders gesammelt habe, *lufthol* habe ich mich für lehm und schilfmatten 5cm von innen entschieden. der lehm lässt sich bisher super verarbeiten. wir haben ihn mit einer spezialmaschine an die wände gespritzt als ausgleich für die unebenheiten und darauf nun die schilfrohrmatten gedübelt. alles lief recht reibungslos und einfach. die baustoffe sind total toll bisher und jedem zu empfehlen.

nächster schritt ist die wandheizung. da sind wir uns noch nicht sicher was wir da für ein rohr nehmen sollen und wie groß wir die heizschleifen dimensionieren sollen. vielleicht hat da jemand den ein oder anderen tip was so gängig ist bei wandheizungsrohren. ich dachte an das PE-Xa rohr 17mm. das verlegt man normalerweise im boden aber klingt so als könnte man das auch in der wand verwenden...
hat jemand erfahrung?



PE vs. Verbundrohr!



PE-Rohr ist zwar nicht schlecht, aber da unter Wärme verputzt werden sollte, muß damit kalkuliert werden, dass das Rohr sich ausdehnt. Und nicht gerade wenig!!
Somit muß ein erhöhter Materialaufwand zukalkuliert werden.

Bei Verbundrohrleitungen ist das optimaler, das Rohr liegt fast bewegungsfrei und somit ist der Materialberechnungsfaktor effektiv.
14 oder 16 Querschnitt ist dabei völlig ausreichend.
Mit einer Klippsschienenhalterung montiert benötigt man durchschnittlich 4 cm Gesamtputzauftrag incl. Gewebeeinbettung.
Nebenstehendes Bild läßt einen kleinen Eindruck vom "bewegten" Rohr erkennen.

Handwerkergruß
Udo



Wandheizung



Hallo Philip, Hallo Udo und all die weiteren Teilnehmer

Diese Wandheizung hat schon was faszinierendes, einfach den "Fußboden an die Wand stellen".
Ich mein das im Ernst und wollte die interessierte Welt auf eine Adresse lenken, die ich zufällig gefunden habe.
http://www.hafnertec.com/wandeinbautipps.html hat in seinem Produktkatalog ganz gute Ansätze. Ist aus Österreich, aber in dieser Hinsicht können wir von unseren Nachbarn vielleicht noch was lernen. Hier kann man einfach abspicken, was der Profi vertreibt und für den Selbstbau Anregungen holen.



@ Gerhard



Mit soviel Styropor an den Wänden und Chemie in den Putzen und Mörteln?
Und auf einem Bild war eben auch dieses Phänomen mit der Rohrausdehnung! (sicherlich nur PE) zu sehen.
Und dann ohne jeglichen Gewebes?
Wäre uns alles etwas abenteuerlich.

Nachdenkliche Grüße,

Udo



weiter gehts...



Also. Mein Lehmbauer meinte es is kein Problem mit der Ausdehnung der Rohre. Im Grunde kann ich das logisch nachvollziehn. Wenn die Rohre bei ca. 10 Grad gelegt und bei 30 Grad betrieben werden da dehnt sich nicht viel. Aber wir werden das ja bald beobachten können wenn unsere Heizung dann läuft.
Im Moment haben wir die Schilfarbeiten beendet und Rohre gelegt. Eigentlich wären wir schon viel weiter mit dem Verputzen, aber die Misch-Maschine hat die ganze Zeit gestreikt. (So ein blödes Ding) Hat mich schon ein wenig geärgert. Nun bin ich bei der Heizung angelangt und überlege wie groß ich die dimensionieren soll und ob ich ein Kompaktgerät nehmen kann. Hab nämlich gehört die Kompakt-Thermen haben enger gebaute Wärmetauscher und die verkalken wohl recht schnell. Was ich mich frag: Was geht denn so durch 30cm Sandstein, gut 5cm Putz und 5cm Schilfrohrmatten an Wärme durch nach außen? An diesen Werten würde ich dann meine Heizungsgröße festmachen. Ich glaub nämlich 15kW reichen vollkommen, aber wenn ich mich da verrechne dann hab ich ewig ein kaltes Haus im Winter und das will ich ja auch nich...

Viele Grüße, Philipp

PS: Bild von der Wand in einem unverputzten Wandausschnitt, den ich für die neuen Fenster hergestellt habe.



Betreuung?



Betreut Euch (Dich!) kein versierter Heizungsbauer?
Denn der würde Dir eigentlich die entstehenden Fragen und Werte erklären und erläutern können.

Die Erläuterung der Temperatur hinsichtlich des Rohrmaterials und dessen Verhalten, erscheint aber sehr abenteuerlich!
Woher nimmst Du diese Erkenntnis?
Zum Verputz mit Lehm sollte eine etwaige Vorlauftemperatur von ca. 35° - 40°C schon ermöglicht werden.
Schnelles anstocken (antrocknen) und sofort einsetzende Abtrocknungsprozesse des Verputzmateriales sind die Vorteile dieser erfahrenen Herangehensweise.
Und die Ausdehnungserscheinungen bei PE-Rohr sind ja auf den Fotos zu erkennen und keine Hirngespinste.
Eine höhere Materialwahl (Materialeinsatz) ist dabei auch mit zu beachten.

Handwerklicher Gruß
Udo



weiter gehts => Wärmedurchgang



Hallo, Welcher Art Putz wurde denn verwendet?

wenns Lehm/Strohlehm sein sollte kann mit ca. 0,5 - 0,6 W/qmK und bei Kalkzementputz mit 0,9 - 1,0 W/qmK gerechnet werden.

Gruß gerhard



weiter gehts loses Zeugs auf dem Bild



Hallo, was ist denn das für loses Zeugs, da auf dem Bild. Ich mein die "schwarz weißen " undefinierbaren Dinger hinter dem Schilf und dem Putz.
Das wurde bei der Rechnung nicht berücksichtigt.



@ Gerhard



Das sehen wir auch so und hinterfragen ebenfalls, was das für eine Ebene ist.
Auch die dünnere darunter ist so erst einmal nicht definierbar.
Wurden die Schilfrohrdämmmatten eigentlich homogen in eine Kontaktschicht (Lehmmörtel) eingebettet?
Ist nicht erkennbar.

Viele Fragen!

Nachforschende Grüße
Udo



so...



Hallo ihr interessierten Lehmbauer!

Tut mir Leid, dass ich euch so verwirrt habe mit dem Bild. Ansich ist da keine ominöse Schicht mehr dahinter. Das Bild ist nur entstanden als ich mit der Flex den Fensterausschnitt vergrößert habe um die neuen Fenster ein klein wenig größer machen zu können. Das was man da sieht habe ich noch entfernt und mit Lehm nachträglich ausgefüllt. Es ist wohl ein Rest Gips und Dämmwolle von den Fensterlaibungen der alten Fenster.
Grundsätzlich habe ich eine ebene Stroh-Lehm-Ausgleichschicht geschaffen auf meinem Sandstein und die Matten draufgedübelt. Alles ohne viel Luft dazwischen. Die neuen Fotos hab ich jetzt noch nicht hier am PC. Auf die Matten habe ich mit recht vielen Kabelbindern meine Rohre befestigt. Die können sich also ruhig noch ein wenig ausdehnen bevor sie wegstehen. Darauf wird nun verputzt - wieder mit Stroh-Lehm.
Woher ich das alles nehme? Also ich habe einen Lehmbauer, der ohne Probleme schon viele Wandheizungen gelegt und in Betrieb genommen hat. Das Ausdehnungsverhalten entnehme ich meinem physischen Grundverstand. Kein Material bewegt sich so viel, dass die paar Zentimeter, die das Rohr ja pro Meter Spiel hat nicht ausreichen würden.
Danke Gerhard für den Wert. Wenn ich das mal durchrechne komme ich auf 8,5kW bei Höchstlast (40° Differenz). Es ist ein kleines Haus. Der erste Stock hat nur 90cm Außenwand. Dabei habe ich jedoch das gut isolierte Dach und den neuen Boden schon mit dem gleichen Wert wie die Wandfläche mit einberechnet.
Außenfläche (Dach+Boden+Außenwand) = 350m²
Temperaturdifferenz (innen - außen) = 40°C
U-Wert (30cm Sandstein, ca 3-5cm Lehm-Ausgleichschicht, 5cm Schilf, 5cm Lehm) = 0,6

kW = U-Wert*Fläche*Temperaturdifferenz

Mit revolutionären Grüßen,
Philipp



Transmissionsverluste



Hallo Philipp

Das freut mich, wenn dir mein Tipp helfen konnte. War übrigens interessant, deine Fragestellung. Ich war vor kurzem beim BadenWürttemberg Energietag am Stand unseres Energietisches und genau diese Frage kam des öfteren: es muß doch Kennwerte geben mit denen eine überschägige Schätzung erfolgen kann. Ja wie du selber gesehen hast, es gibt sie und es geht auch so. Nun ist dies nur die halbe Wahrheit, da gegenseitige Beeinflussungen von Bauteilen und unterschiedliche Bauausführungen Fehlinterpretationen verursachen. Besser ist natürlich der integrative Ansatz, den DIN 4108 beschreibt und der nach EnEv auch verwendet wird. Ein kleines Beispiel auf dem Bild.



Kurz noch zum Rohr?



Was hast Du gelegt?
PE oder Verbund?
Bei PE wird die Ausdehnung schon enorm.
Verbundrohr liegt wirklich ruhig.

Grüße Udo



PE



PE hab ich.
angenommen es dehnt sich aus, dann kann es sich doch aber nur an der wand ausdehnen, also nicht in den raum rein. meine Schleifen sind viel häufiger befestigt als mit so einer schiene. ich bin ja echt mal gespannt...