Berechnung Wandheizung nach Großeschmidt

29.04.2009



Hallo an alle Bauleute

Wer kann mir bitte bei der Berechnung meiner Wandheizung nach Großeschmidt helfen?
Die von mir gefundenen Formeln zur Berechnung der Rohrlängen sind etwas verwirrend. Ich habe versucht ein System zu finden.

1. Großeschmidt schreibt in den „Fallbeispielen“ von 1994 unter minimal Lösung das 2 Stück 18er Cu Rohre pro Außenwand ausreichend sind.

2. zwei Seiten weiter kommt er zu dem Ergebnis von 15 W/m

3. Gerner kommt auf 30 W/m für Wohnräume

4. Großeschmidt schreibt in „Das temperierte Haus“ von 2007 auf Seite 111 Punkt 4 „ Wohnnutzung 10-15 Watt pro m³ umbautem Raum.

5. Im gleichen Artikel Seite 15 Punkt 7 über Minimalbeispiel
“Alf Lechner Museum“ steht ein Energiebedarf von 15KWh
pro m³umbauter Raum.

6. auf Seite 17 in der Tabelle „Wärmebedarf Q bei Wandheizungen“ steht: Bei Raumtemperaturen von 19-21°C laut Beispiel, Ziegelwand 50cm Stärke, Raumhöhe 3m ermittelt er einen Wärmebedarf von 84W/m.
Leider steht nicht ob das m Außenwand oder Gesamtwandfläche ist.Es kann laufender Meter sein oder aber auch m² gemeint sein???

7. auf gleicher Seite steht auch:„Wärmeleistung Kupfer-Doppelrohr 18mm leistet bei einer mittleren Wassertemperatur von 60°C=100W/m
d.h. ein Rohr 18 mm hat Wärmeleistung von 50W/m
ein Rohr 15 mm hat Wärmeleistung von 42W/m


Nach meinem Verständnis ergibt sich also
„Bei Raumtemperaturen von 19-21°C laut Beispiel, Ziegelwand 50cm Stärke, Raumhöhe 3m ermittelt er einen Wärmebedarf von 84W/m.“
Das bedeutet „das 2 Stück 18er Cu Rohre pro Außenwand ausreichend sind.“
Da“ ein Rohr 18 mm Wärmeleistung von 50W/m hat“
Also gesamt 100W/m bei geforderten 84W/m.

Ich habe eine Natur Kalkstein Mauer von 60cm Stärke und eine Höhe von 2.80m,
dann hätte ich einen = Bedarf sollte 74W/m
Wenn ich dazu noch Kupfer Rohre mit 15mm verwende, Wärmeleistung von 42W/m.
So komme ich mit zwei Rohren auf = 84W.
Das alles gerechnet bei 60°C. Diese Temperatur erscheint mir recht hoch. Ich würde 40°C bevorzugen. Das sollte einen Bedarf von 50W/m ergeben.

Ich baue ein recht langes Haus von 20m Länge und der Heizkessel steht am Anfang.
Daher beziehe ich meine Grundrechnung auf ein mittleres Zimmer.
Dieses Zimmer hat 11m² und ist 2.8m hoch. Die Außenwand ist 2.6m lang. Das sind 30m³x 15W/m³ 450W
Bei der Verlegung von 15er Cu Rohren(42W) wehren das 11m Rohr.
Zimmer als Einzelschleifen, Zuleitung (2x4m) im Sockel dicht über einander entlang der Zwischenwand bis zur Außenwand. Dort Schleifen,Fensterbrett, Wand und im Sockel zurück.(gesamt 6m).
Dann komme ich so wahrscheinlich auf eine etwas niedrigere Temperaturen oder eben geringere Heizzeiten.
Bei den Zimmer weiter weg (vom Grundrechnungspunkt, Mitte Haus) würde ich 10% Rohrlänge dazu geben.
Bei den Zimmern näher zum Kessel 10% Rohrlänge weniger verwenden.

Mein Stahl-Kessel ist für Holz und Steinkohle, parallel schalte ich noch eine Elektroheizung für Nachtstrom. Ebenfalls aus Stahl.
Alles läuft über Umwälzpumpe Grundfos Alpha 2. im geschlossenen System mit 2Atü.
Die Heizschleifen sind aus Kupfer-Rohren.
Deswegen galvanische Trennung der Metalle durch armierte Plastikrohre für die Stränge. Im langen Korridor werde ich die Stränge in PU Material verlegen.
Vom Kessel weg 1“ in der Hälfte runter auf ¾“ und die einzelnen Schleifen in ½“ also 15er Cu Rohr.


Ich würde mich freuen eure Meinungen zu hören.

Danke Reinhard Links





Hallo,

Sie schreiben "ich baue....ein Haus". Sollte es sich um einen Neubau oder ein nicht unter Denkmalschutz stehendes altes Gebäude handeln, greift die EnEv 2007 als gesetzliche Bestimmung.
Sie müssen, wenn Sie es machen wollen, wie beschrieben, also ohne Dämmung, einen Antrag auf Befreiung schreiben.
Elektro-Nachtspeicherheizungen werden nach EnEV 2009 verboten sein und mit einer gewissen Übergangsfrist ausgebaut werden müssen. Mein Rat: Tun Sie es sofort.

Darüberhinaus ist die Wandheizung in der Konzeption nichts für Selbermacher, es sei denn, Sie können Heizlastberechnungen und hydraulischen Abgleich aufgrund Ihrer Ausbildung selber machen.
Bauen können Sie dann gerne wieder selber.

Zwei Fehlerkomplexe können Ihre Heizung nämlich zur Geld- und Energieschleuder machen:
1. eine zu hohe Vorlauftemperatur. Was sollen eigentlich 40 Grad Celsius in einer Wand ? Um die Wand zu temperieren, reichen im Winter (!!) meistens 24 Grad vollkommen aus.

2. fehlender oder falscher hydraulischer Abgleich bewirkt die kuriosesten Betriebszustände der Anlage.


Mein Rat:
- Gehen Sie zu einem Heizungsing., der Ihnen die Anlage projektiert. Fragen Sie ihn nach Mikropumpen (die dürften noch rechtzeitig zum Winter am Markt sein)
- schmeißen Sie die alte Grundfos weg.


Die konkreten Fragen in Bezug auf Großeschmidt möchte ich dahingehend beantworten, daß eine Dimensionierung von Rohren ohne Heizlastberechnung und hydr. Abgleich regelwidrig ist.
Alle genannten Zahlen sind Faustwerte, danach können Sie schon einmal budgetieren, wenn sonst nichts da ist, aber in einer Heizungsprojektierung haben sie nichts zu suchen.

15kWh pro m² umbauter Raum sind Quatsch, von der Dimension her wie von der Höhe. Möglicherweise ist damit der jahresheizwärmebedarf gemeint, das wären dann 15.000 kWh/a für ein 1000 m³-Haus.
Mir scheinen hier Äpfel, Birnen und sonstwas auf den Obstteller gelegt zu sein.

Grüße vom Niederrhein



Berechnung Heizung



Hallo Herr Beckmann
Ich baue auf der Krim, dass sind ca. 2500km weg von Deutschland. die Krim ist eine Halbinsel im schwarzen Meer und gehört zur Ukraine. Gesetzliche Bestimmungen wie in Deutschland haben wir NICHT, leider auch keine Firmen die mir auch nur ansatzweise so eine Anlage projektieren können. Von dieser Heizungsart hat hier noch nie jemand etwas gehört und ich weiß mehr als alle anderen. Da ich aber weiß wie beschränkt mein Wissen ist frage ich im Forum nach. Ich brauche eine Faustregel für die Berechnung meiner Anlage und nicht eine komplizierte Abhandlung, diese ist hier nicht anwendbar.
Also über praktische Hilfe würde ich mich sehr freuen.
Danke Reinhard Links





Hallo,
ich baue zur Zeit auch eine Wandheizung und mache es nach folgendem Schema: Bodenfläche/2 = Fläche der Wandheizung. Und auf dieser Fläche lege ich ein 16er Verbundrohr im Abstand von 10cm. Heizkreislänge max 100m (bis Verteiler).
In unserem Haus haben wir 180qm Bodenfläche. Wir benötigen also 90 qm Wandheizung. Sicherheitshalber verlege ich 30% mehr, denn im Zweifelsfall sorgt eine größere Abgabefläche für eine geringere Vorlauftemperatur.
Grüße
Schild