Backsteinwand von innen richtig Dämmen

09.12.2010



Hallo zusammen,

hat jemand eine Idee, wie ich eine Fassade von innen vernünftig dämmen kann, so das ich auch schwere Gegenstände an der Wand aufhängen kann?

Meine Idee ist eine Leichtbauwand vorbauen, mit Steinwolle oder Glaswolle füllen, dann 22mm OSB-Platten draufschrauben und dann Rigipsplatten direkt auf die OSB-Platten.

Macht das Sinn oder eher nicht?

Vielen Dank im Voraus

Grüße
Chris



Aufhängen



Ich habe in der Küche zum Beispiel mit Dämmung und Begradigung der alten Wände mit mit Steinwolle gearbeitet,
dann kam der Gips oben drauf.
Für die Hängeschränke habe ich umlaufend in der entsprechenden höhe hartholzbohlen eingezogen, welche ich nach Ausgleich der unebenheiten auf die alte wand gedübelt habe.



Suchfunktion



Suchfunktion--> Wenn Sie diese mal nutzen, stellen Sie schnell fest, das "...Fassade von innen vernünftig dämmen..." und "...Steinwolle oder Glaswolle ..." nicht wirklich zusammenpassen.
Die Wände, die bei uns so "gedämmt" waren, haben starke Schäden am Holz (Eichen Fachwerk), Wände, die noch im Urpsrungszustand Waren (Schilfrohr+Kalkputz) sind fast ohne Schäden.
Die Gründe für die Schäden finden Sie in unzähligen Forenbeiträgen hier erläutert.
Bei mir zumindest wird bei der Innendämmung sicher weder Stein- noch Glaswolle zum Einsatz kommen.

Viele Grüße
Michael



Hallo Chris,



Innendämmung ist zu ziemlich das komplexeste und fehlerträchtigste was es bei der Altbausanierung gibt.

Die Schlagworte dafür sind:
- Diffusionsoffner Aufbau
- Kapillare Baustoffe
- Winddichtigkeit
- Baustoffe mit hohem Trocknungspotential

Grüße aus Koblenz





Hallo Chris,

Innendämmungen an Außenwänden können problematisch werden. Beim vorgeschlagenen Wandaufbau wird es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zum Kondensatausfall an der Innenseite der Backsteinwand kommen.

Bei Leichtbauwänden werden - beispielsweise zum Aufhängen von Küchenoberschränken - Traversen auf entsprechender Höhe in der Konstruktionsebene vor dem Beplanken eingebaut. Diese können - wie bereits beschrieben - aus Hartholz oder aus den Systemtraversen bestehen.

Wenn mehrere Oberschränke nebeneinander montiert werden und so ein – von der Rauminnenseite betrachtet - nicht mehr von der Raumluft erreichbarer größerer Wandbereich entsteht, kann dies erneut zu einer Taupunktverschiebung in Richtung Raumseite führen. Nicht gut.

Wenn es sich hier um ein Projekt aus Ihrer Tätigkeit handelt sollten Sie Ihren Kunden hierauf aufmerksam machen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke...



... für die Antworten.

Es handelt sich nicht um ein Projekt für Kunden, sondern um mein ganz persönliches kleines Häuschen. Auch soll es sich nicht um eine Küche handeln, sondern um die komplette Innendämmung der Wohnung. Zumindest weis ich jetzt, das meine Idee nicht sinnvoll ist, aber wie ich es doch richtig hinbekomme weis ich noch nicht. Die Sache mit Schilfmatten und Lehmputz finde ich gut, aber ich mache mir wie schon gesagt Sorgen um die Tragfähigkeit (schwere Bilder, Schränke die an der Wand hängen um nichts auf den Boden stellen zu müssen aus optischen Gründen usw....)

Grüße
Chris



Holzweichfaserdämmplatten in Lehmbett gelegt...



Für schwere Hängeschränke wird an entsprechender Stelle ein Kantholz oder eine Bohle montiert.
Bilder und ähnliches stellen kein Problem dar. Im Zweifelsfall Dübel und lange Schraube bis in die Backsteinwand. Bei ganz normalen Bildern reichen in der Regel aber ein oder zwei Nägel...

Grüße aus Nordhessen



Sparschalung



Wir haben an einem größeren denkmalgeschützten Ensemble in der Pfalz mit Fachwerk und Bruchsteinwänden eine Innendämmung aus Kork-Leichtlehm verwendet, die hinter eine Sparschalung auf Lattung eingestampft wurde. Die Schalung hat den Vorteil, dass das Dämmmaterial nicht auf der Wand Kleben muss (Denkmalschutz für alte, nicht so gut haftende Originalputze), lässt andererseits aber auch die direkte Befestigung von schwereren Teilen zu - solange man nicht gerade den Zwischenraum der Bretter erwischt. Erscheint mir damals wie heute als eine stabile, langlebige Konstruktion, ist allerdings eher teurer (Material+Aufwand) als die gängigen Innendämm-Lösungen.

Beste Grüße aus der Vorderpfalz

Marc Sattel



Vielleicht...



...mal Gedanken machen über einen Innendämmputz.
Herr Kornmayer hat die Bedenken über die Leichtbauwand gut dar gelegt.
Schränke an die Außenwand ohne Abstand zur Wand ist immer ein Problem.
Die Firma Hessler-Kalk bietet einen Kalk-Dämmputz (HP 9 SL)an, den ich kürzlich auch Verarbeiten durfte.
Er ist eine echte Alternative zu den ganzen Plattensystemen.





Ich werde nicht müde an dieser Stelle immer wieder anzumerken dass wir mit Innenwanddämmung aus Zellulose beste Erfahrung gemacht haben. Wenn dann Wandheizung mit Lehmputz aufgebracht wird hat man eine Putzstärke in der sich so einiges befestigen läßt.