Salzbelastetes




Mauerwerk aus Gneis.
Welche sinnvolle Sanierungsmöglichkeiten gibt es, nachdem das Gebäude vor Jahren bereits saniert wurde (ca 80 cm Bruchsteinwände) und in Nutzung steht.



Mit was



… ist es "vor Jahren" denn saniert worden?

… mit den Zement Fugen?
… mit Hydrophobierungsmitteln?
… anderen Anstrichen?

FK



zwei Fotos - zwei Fehler?



Sie schreiben:

sinnvolle Sanierungsmöglichkeiten …
… handwerklicher Pfusch …

Würde sagen: "richtig machen!"

Was hat das erste mit dem zweiten zu tun?

All das falsche Zeug weg machen - da ist das Kehren das wenigste!
Dann richtig sanieren.
Kalk - was sonst!

FK



es



geht nur um das 1. Foto. Das zweite war zu Verdeutlichung, dass es noch andere Problemzonen gibt.
Wenn ich die Antwort so richtige verstehe:

Kalk - Die Fugen mit Kalkmörtel erneuern und das Problem wäre gelöst ...........??



Gneis sanieren



Hallo Olaf,
ich sehe das Problem damit wahrscheinklich nicht gelöst. Es liegt nicht nur an dem bisschen Fugenmörtel.
Es muß erst einmal eine genauere Schadensanalyse durchgeführt werden.
Vorab kann ich nur orakeln:
Wenn das Wasser von der Wand (außen und innen)ferngehalten wird, könnte das helfen.
Wie- das muß man sehen.
Salze würden ohne Feuchtenachschub nicht mehr kristallisieren, die Auflösung der Feldspatkomponente (Feldspat ist wenn auch schwer wasserlöslich)könnt so gebremst werden. Die Entfernung des Anstriches wäre beim Abtrocknen sicher hilfreich.
Ob die Entsalzung eine Alternative ist bleibt abzuwarten.
Damit kann man aber nur konstruktiv bedingte Schadensursachen lösen, das jetzige Schadensbild wäre damit nicht beseitigt, nur der weitere Verfall.
Wenn der verwendete Gneis einfach nicht beständig und verwitterungsresistent ist, dann hilft letztendlich nur das Auswechseln. Das scheint mir hier nicht so arg schlimm zu werden; anscheinend wurden die Steine als relativ dünne Schale im Zuge einer Sanierung in die Wand eingebaut.

Viele Grüße



Gneis sanieren



Das verwundert mich doch sehr.
Solches Mauerwerk (regelmäßiges Schichtenmauerwerk) entspricht mehr dem Zeitgeist der 20-ger Jahre des 20-Jhr.
Im 19.Jhr. waren historisierende Mauerwerkstypen in Mode.
Außerdem erscheinen mir die Blöcke maschinell geschnitten, auch das passt mehr zu den Zwanzigern. Die Wände wurden bei solchen Stärken auch nicht voll mit Quadern gesetzt, sondern entweder als Mischmauerwerk ausgeführt (innenseitig sind 2/3 der Wandstärke Ziegel) oder zweischalig mit gestampften Betonkern (Opus caementitium würden die Römer sagen). Natürlich gab es auch schon im 19.Jhr. modern denkende Architekten, dann würde man mehr Stahlund Beton im Bauwerk offen sehen.
Dann habe ich ein ungutes Gefühl, wenn ich bei solchen Sockeln das Wort "Trockenlegung" höre. Was wurde denn genau gemacht?

Viele Grüße



Gneis sanieren



Damit stellt sich die Sache schon etwas anders dar. Das läßt auf Salzeintrag in die Wand schließen.
Ich würde folgende Schritte unternehmen:
1. In die Bauakte schauen wie die Wand aufgebaut ist. Bei solchen Bruchsteinen innen ist die Wand zweischalig und wahrscheinlich mit Stampfbeton gefüllt.
2. Ein paar Salzanalysen über den gesamten Wandquerschnitt machen lassen und Art sowie Konzentration der Salzbelastung abklären.
3. Hausmeister fragen wie im Winter geräumt und ob Taumittel gestreut wird.
Wenn die Ergebnisse vorliegen dann nachdenken und entscheiden.





Hallo Olaf,
Salze nehmen Feuchtigkeit auch hygrisch, also aus der Luft, auf.
Je nach dem um welche Salze es sich handelt gehen sie zwischen 50 und 70% rel. LF in Lösung.
Wenn wie hier aufsteigende Feuchtigkeit ausgeschlossen werden kann, kann ein Sanierputzsystem durchaus eine erfolgreiche Sanierungsmaßnahme sein.
Über Sanierputze findest Du unter "Leistungen" wissenswertes auf meiner Internetseite.

Grüße
Oliver Struve



zu



den Vorschlägen:
- Sanierputz außen nicht möglich: wegen Denkmalschutz.
- Hausmeister hat gewechselt, aber hier davor ist Wiese (bei Bild 2 könnte das auch zusätzlich eine Ursache sein).
- Salzanalysen wohl nächste Woche in Auftrag geben.
aufsteigende Feuchte noch möglich als Nachtrocknung, da diese Wände sicherlich mehrere Jahre brauchen. Neuer Nässeeintrag verlängert das ganze ja - man braucht nur rausschauen...

Danke!



@ Georg



werde mich nächste Woche mal auf die Bauktensuche begeben, zumindest sollten ja Unterlagen aus der Sanierung vorliegen.



neue Daten:



Baujahr um 1900, alles durchgängig Naturstein (Haldenmaterial möglich),
in der Nähe/ Windrichtung lagen Verhüttungsbetriebe (Arsen und Nickel), Chlorid in Masse% zwischen 0,07 und 0,15,
Sulfat SO/4/-2 0,25 bis 1,5; Nitrat 0,02 bis 0,1.

Bei der damaligen Sanierung wurde ein Entsalzen mit Kompressen (vermutlich Zellulose)durchgeführt.

Sollte nunmehr eine chem. Salzumwandlung durchgeführt werden oder die Kompressen wiederholt werden ?
In der damaligen Voruntersuchung vor etwa 10 Jahren wurde eine Hydrophobierung vorgeschlagen, jedoch nicht ausgeführt.



Gneis sanieren



Da muß ich passen, ist mir zu heikel.
Dafür gibt es Spezialisten im Restauratorenbereich, die sich mit sowas besser auskennen.

Viele Grüße



Muß



mal nachstoßen:

gibt es akteulle Möglichkeiten, das Salz im Stein zu binden, wobei ich hier vorrrangig an die Außenfassade denke, da innen durch Nutzung als Schule Putz, Farbe und Möbel die Möglichkeiten sehr beschränkt sind.