Wand rausgemacht --> Hält das?

30.03.2006


Hallo Forum,

ich möchte nur mal sicherheitshalber nachfragen...

Wir wollten eine Wand entfernen, die aus 16cm Ziegelsteinen bestand. Da wir nicht wussten ob sie tragend ist oder nicht, wollten wir einen Stahlträger einziehen.
Nun kam gestern beim Abschlagen des Putzes aber raus, dass es sich bei der Wand um Fachwerk (grins, jetzt bin ich "legal" hier im Forum)handelt welches mit Ziegeln ausgemauert war. Die Gefache waren schon total locker, so dass nach Entfernen des Putzes die Ziegel von selbst der Schwerkraft folgten. Zum Glück auf die andere Seite als die wo wir standen ;)
Also die Wand ist draussen, das Fachwerk steht noch da, die Bauspriessen (welche vorläufig da hin sollten) liegen noch im Garten, und wir haben komisch aus der Wäsche geschaut.
Sieht etwa so aus:
___
I H also
____ --> ein Balken der oben links in die Aussenwand eingelassen ist und rechts noch von einer Mauer unterstützt wird

I --> links ein Stützbalken

H --> rechts zwei Stützbalken die mit einem kleinen Horizontalen verbunden sind, der den ehemaligen Türsturz bildete.

Meine Frage nun: hält das?
oder müssen wir das noch mal irgendwie abstützen?


Staubige Grüsse
Kate



Fachwerkstatik



Grundsätzlich bildet das Fachwerkgerüst ein zusammenhängendes Gefüge aus tragenden und aussteifenden Gliedern, von denen nicht so ohne weiteres einzelne herausgenommenwerden können. Nach der Beschreibung scheint das Gefüge in Eurem Fall aber nicht mehr zusammenzuwirken. Das kann man aber von Ferne schwer beurteilen.

Mei Rat: Nehmt Euch einen erfahrenen Zimmermann oder Architekten, der Euch vor Ort berät. Das spart meistens viel Kosten und Ärger, und das Honorar für eine Beratung ist eine gut angelegte Investition.

Gutes Gelingen wünscht,
jh



das Gerüst



-ist ja noch da, nur der Inhalt (die Ziegel) sind rausgefallen. Übernehmen diese Gefache auch eine tragende Funktion?

Alle mir bekannten Architekten kennen sich eher mit Beton aus.

Grüße
Kate



Gefache



übernehmen keine Tragende Funktion. Wenn man das Fachwerkgerüst stehen lässt, gibt es keine Bedenken.
Wenn das Gerüst jedoch nicht mehr komplett ist (Schwellen, Stiele, Streben sind verrottet und nicht ersetzt worden, wie häufig bei alten Fachwerkhäusern nach "Reparaturen"), mag es durchaus sein, dass Wandstücke unfreiwillig zu tragenden Bauteilen geworden sind.

Man muss also prüfen, ob die Fachwerkwand in ihrem Gefüge noch funktioniert.
jh




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