Nebengebäude komplett neu aufbauen...

28.11.2006



...ohne es vorher abzureißen. *fg*
Hallo,
vielleicht kennt ja der ein oder andere das Problem: Da steht ein Gebäude (ein Wunder dass es noch steht), darf auch da so stehen. Das vernünftigste wäre: Abreißen und neu aufbauen. Darf man aber nicht, weil die Stadt da etwas gegen hat. Ich dürfte gerne an anderer Stelle auf demselben Grundstück einen völlig untypischen Neubau hinstellen, oder sogar einen Garagenhof aus dem Grundstück machen, aber das alte, völlig marode Nebengebäude abreißen, und an der selben Stelle wieder genauso aufbauen ist verboten. Also bleibt mir nur die Alternative: Wand für Wand erneuern. Eine nach der Anderen.
Meine eigentliche Frage nun ist:
Kann man Eiche und Fichte/Tanne/Kiefer kombinieren? Eigentlich spricht bei einem derart kleinen Nebengebäude (8,5 x 3,5m) nichts dagegen (bisher) es in FiTa aufzubauen. Die Schwellen würde ich aber gerne in Eiche legen, wegen der Feuchtigkeit vom Boden her. Kann mir da jemand einen Rat geben?





Sehr geehrter Herr Palm,

Fachwerk hat den Vorteil, daß Sie einzelne Bauteile abschnittsweise reparieren können.
Es ist auch möglich einen ganzen Ständer auszutauschen. Ob Sie das ganze Gebäude erneuern müssen, vermag ich aus der Ferne nicht beurteilen. Oftmals lassen sich auch augenscheinlich
stark geschädigte FW-Konstruktionen noch gut reparieren.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



Wand für Wand erneuern ...



... bringt baurechtlich ganz und gar nichts, wie wir sehr schmerzlich haben feststellen müssen:
Wenn ein gewisser Prozentsatz der Bausubstanz ausgetauscht wird (wieviel und in welchem Zeitraum konnte mir keiner sagen, da scheint viel Willkür im Spiel zu sein) ist es ein Neubau und als solcher genehmigungspflichtig und womöglich nicht -fähig.
Wir sollten unser Rückgebäude (4 x 6m und 200 Jahre alt) abreissen, weil wir etwas mehr als die Hälte erneuert haben. Nur mit Hilfe eines (sch.....teuren) Fachanwalts für Verwaltungsrecht und mittels einen statischen Gutachtens, dass sich unser Vordergebäude an das hintere lehnt und ohne dieses nicht mehr standfähig ist, haben wir es geschafft das hintere doch noch zu behalten.
Und wir wollten eigentlich nur so wenig wie möglich austauschen, bloß wurde der Umfang der Misere erst nach und nach offenbar!
Auch bei uns hätte ein Neubau a la Baumarkt weniger Probleme bereitet als der Erhalt des alten (kein Denkmalschutz).

Mein Rat: Sehr, sehr aufpassen!
Und: Wenn das Bauamt einem Böses will, hat man schon verloren!

Viele Grüße (und viel Glück),
Frank



Eiche...



...verträgt sich mitunter, besonders wenn's immer mal feucht wird, nicht so gut mit Nadelhölzern. Bei Fenstern (Wetterschenkel Eiche, Rest Kiefer) habe ich an der Eckverbindung Eiche zu Kiefer untypische starke Schäden am Kiefernholz bemerkt. Möglicherweise hatte das Kiefernholz Probleme mit der Gerbsäure.

Statt eichener Schwellen könnte der Einsatz von splintfreier Kiefer / Lärche / Douglasie erwogen werden. Lärche ist von diesen Hölzern am resistentesten. Es gibt da aber große Qualitätsunterschiede. Feinjährige einheimische Gebirgslärche (www.thoma.at) sollte das Problem meistern.

Sicher sind einige Fachwerkteile zu halten und wiederverwendbar, der Aufwand wird zwar nicht geringer dadurch - aber dann murrt die Stadt vermutlich nicht.

Gutes Gelingen

Thomas





@ Bernd Kibies:

Also erstmal vielen Dank für Ihren Beitrag.
Ich werde vor Begin der Arbeiten ein paar Fotos von dem Gebäude machen, da Sie den Umfang der notwendigen Maßnahmen offensichtlich doch gewaltig unterschätzen. Es ist also beiweitem nicht damit getan, den ein oder anderen Ständer auszuwechseln. Das gesamte Gebäude ist nicht nur substantiell marode, sondern zudem konstruktiv auch noch eher Flickwerk denn Fachwerk. Ehrlich gesagt ist mir Angst und Bange bei diesem Vorhaben, aber irgendwann muss ich ja mal damit anfangen. Es gibt auch noch viele Fragen von denen ich hoffe, sie mit Hilfe dieses Forums beantwortet zu bekommen. Ich muss nur gestehen, dass ich mich mit der Navigation hier etwas schwer tue.

Bis dahin erstmal, einen "Guten Rutsch" und alles Gute für das Jahr 1007 wünscht Allen
Udo Palm





PS.: Ich meinte natürlich 2007..., sorry, vertippt ;-(
Natürlich gilt Mein Dank auch für die übrigen
Antworten, ich werde wohl von Eiche Abstand nehmen und
mit Lärche liebäugeln... ;-)