Fundstücke (nicht ganz ernst gemeint)




„Liebling, kannst du bitte mal in den Heimwerkerbüchern etwas nachschlagen? Ich habe hier etwas in der Wand gefunden, damit komme ich nicht klar!”, rufe ich meiner Frau zu. Die bügelt im Wohnzimmer, während ich das alte Bad abreiße. „Was soll ich denn suchen?” "Ein Kapitel über Körperteile in Wänden. Vielleicht findest du auch etwas Spezielleres über Hände. Also etwas von Händen in Wänden meine ich!"

Als frisch gebackener Hausbesitzer sollte man über eine Bibliothek von Fach-, Sach- und Selbst-ist-der-Mann-Büchern verfügen. Erst recht, wenn das Haus alt oder gar sehr alt ist. So ein altes Haus hat schon etwas, aber ein altes Fachwerkhaus, das ist ein Traum. Generationen von Hausbewohnern haben diesen Häusern eine Seele und Erinnerungen eingehaucht. Nun scheint es so, als ob einer oder zumindest seine Hand, länger hier ist als angebracht. „Ich finde nichts in den Büchern! Ist es wichtig?” Die Frage ist gut! Aus der Badezimmerwand, die ich gerade mit dem Hammer bearbeite, baumelt eine Hand und meine Frau fragt, ob es wichtig ist. „Ja, es ist wichtig! Ich komme mal runter.” Ich hatte gerade angefangen, die ersten alten Fliesen von der Wand zu klopfen, da kam sie mir entgegen - die Hand, nicht die Wand. Eine Hand, die augenscheinlich schon hinter den Fliesen in der Wand steckte, als das Haus noch nicht uns gehörte. Verborgen hinter den Fliesen fristete sie ihr unbemerktes Dasein und ich frage mich, ob das, woran eine Hand normalerweise hängt, auch noch dahinter ist.

Unter normalen Umständen hätte ich auf diesen Fund hysterisch, panisch oder zumindest erschrocken reagiert, aber wer ein Fachwerkhaus renoviert, nimmt alles viel gelassener und versucht immer das Positive in einer Sache zu sehen. Der Fund der Hand ist zum Beispiel ein klarer Beweis dafür, wie gesund das Wohnklima in diesen Häusern ist. Denn sie ist extrem gut erhalten, ja, man könnte fast sagen, wie neu. "Hast du auch wirklich in allen Büchern nachgeschaut?""Natürlich, aber was soll das Ganze überhaupt?" „Ich hab da ne' Hand in der Wand und entweder ich finde eine fundierte, bauphysikalische Erklärung dafür, oder ich muss vielleicht die Polizei anrufen.” Bisher fragte uns noch niemand nach einer Hand, also schien sie niemand zu vermissen. Es war demzufolge keine Eile nötig, zumal sie ja auch noch sehr gut erhalten war. Als die Fliesen von der Wand fielen, knickte die Hand im rechten Winkel aus der Wand heraus und hängt nun frei, mit der Handfläche nach oben, in unserem Bad. „Die Polizei?”, fragt meine Frau.

„Vielleicht, habe ich gesagt. Vielleicht!” Die Hand ragt zwischen dem Waschbecken und der Toilette aus dem Lehm. Setzt man sich auf die Toilette, so ist diese in Augenhöhe, steht man am Waschbecken, könnte sie gut den Zahnputzbecher halten. Es wirkt schon ein wenig unästhetisch. „Ja wieso musst du vielleicht die Polizei anrufen? Ist was mit der Hand?”

Wenn in den Büchern nichts zu finden ist, bleibt immer noch das Internet. Dort gibt es eine virtuelle Gemeinschaft von Handwerkern und Fachwerkhausbesitzern, auf Neudeutsch Community genannt. Ich startete also meinen Computer und tippte die Webadresse www.fachwerk.de in den Browser ein. Immer wenn ich nicht weiter wusste, konnte mir dort geholfen werden. Warum sollte hier nicht jemand sein, der schon einmal ein ähnliches Problem hatte? Also schrieb ich in das Forum:

Liebe Fachwerk-Freunde,
ich habe gerade die Fliesen von der Wand gehauen, da kommt mir eine Hand entgegen. Die Hand ist in gutem Zustand und der Rest steckt wohl auch noch drin. Kennt jemand das Problem? Gibt es einen historischen Hintergrund? Wurden schon häufiger Hände in Wänden gefunden? Was soll ich tun? Für Tipps und Ratschläge wäre ich sehr dankbar. Danke.

Es kamen sehr schnell die ersten Antworten und die Lösung des Problems schien greifbar nahe. So schrieb Uwe B.:

Lieber Hartmut,
nutz doch bitte einmal die Suchfunktion des Forensystems. Hier ist schon soviel darüber geschrieben worden, dass ich wirklich langsam keine Lust mehr habe.

Es war nicht ganz die Antwort, die ich mir erhofft hatte, aber immerhin schien das Problem nicht neu zu sein. Klaus B. wurde schon konkreter:

Hartmut,
ja, das kommt häufiger vor. Zwischen 1740 und 1976 wurden häufig Hände in Wänden entdeckt. Nachdem diese, seit 1977, unter Supersonderdenkmalschutz gestellt wurden, Riss die Kette von Entdeckungen jedoch ab.

Frank B. schrieb, und das war der Durchbruch:

Ich habe eine in der Küche. Meine Frau ist ganz begeistert, da die beim Kochen hilft. Lass sie einfach hängen und denk dir eine Aufgabe für sie aus. Das ist wie mit Hunden, die brauchen auch eine Aufgabe, sonst verkümmern sie.

Meine Frau und ich haben lange über die Hand gesprochen. Für und wider abgewogen, und heute? Heute ist die Hand ein echtes Familienmitglied geworden. Gerade im Bad, da haben wir wirklich Glück gehabt, erweist sie sich als treuer Helfer. Sie hilft beim Eincremen des Rückens, reicht einem das Toilettenpapier und, wie anfangs angemerkt, hält den Zahnputzbecher. Fachwerkhäuser sind toll!



Hand in der Wand



ist doch ne praktische Sache!

Juckt es einem(r) auf dem Ruecken ist die Hand in der Wand eine fantastische Sache, auch zum rueckenabtrocknen sehr gut geeignet.

Sicherlich sind auch einfach Dinge, wie das Halten von Zahnputzbechern moeglich. Dies erfordert jedoch einige Uebung, da die Hand, nach laengerer Untaetigkeit in der Wand, schnell ermuedet.

Viel Spass und Freude an der gefundenen Hand



...???...



Versteh' ich nicht!
Ist die Hand nun aus Holz, oder einem anderen Material?
Es ist doch wohl keine menschliche Hand gemeint.
Habt ihr denn mal enwas tiefer nachgegraben um festzustellen, was sich dort verbirgt?

ps. Falls es sich um eine menschliche Hand handelt, ist doch selbstverständlich, daß die Polizei zu informieren ist!



@Herr Flender



Äh, hm, ne, ne - die ist schon echt ;-). Haben Sie noch keine gefunden?



*gg* meine hand aus der wand...



... ist am anderen ende noch sehr lebendig :)

sie taucht auch nicht immer an der gleichen stelle auf *g* sie wandert sozusagen :) meistens treffe ich sie an, wenn ich gerade keinen "rueckenkratzer" brauche, aber auch dann ist sie mir als "werkzeughalter" willkommen :)

@herr flender ;)

"matschen" sie doch mal im lehm *grins* vielleicht begegnet ihnen unsere hand auch :) und sie ist garantiert menschlich, dennoch ist ein einsatz der pathologie nicht erforderlich :) alle haende sind noch "warm" und leisten ihrem besitzer weiterhin gute dienste :))

liebe gruesse
heide



???...???



...also - wenn man sich das hier so durchliest könnte man fast auf die Idee kommen, daß sich hier welche einen kleinen Scherz erlauben. Das kann doch nicht ernst gemeint sein!

Also wenn ich eine Hand in meiner Wand finden würde, bekäme ich sicherlich vor Schreck erstmal zwei, drei Herzinfarkte und würde anschließend zur Polizei rennen;-)

und Sie: als Klorollenhalter und Rückenkratzer?
...das übersteigt meinen Verstand bei weitem....



@ Heide



....habe gerade Ihren Co-Autor entdeckt- ihre rechte Hand sozusagen. Würde mich dann händeringend um den Auftrag als Vertriebsleiter bemühen....was halten sie davon?
Gruß Petra