Feuchte Nachbarwand nach Abriss Scheunengebäude

26.05.2007


Hallo!

Im letzten Jahr haben wir eine Fachwerkhaus erstanden, dass sich mit dem Nachbarn eine Wand teilt (sowohl im Wohngebäude, als auch in der Scheune).

Der Nachbar hat die Rückseite zu unserer Scheune vor 5 Jahren zu Wohnraum ausgebaut. Wir haben inzwischen die Scheune abgerissen, so dass die ehemalige geteilte Scheuneninnenwand zu einer porösen Fachwerk-Außenwand geworden ist (Teil Lehm / Teil Ziegel).

Im Wohnraum des Nachbarn ist die Wand unverputzt mit Glaswolle und Rigips gedämmt. Wir haben bisher auch außen die Wand nicht verkleidet (es wird in 2 Monaten dort wieder angebaut). An einigen Stellen ist die Wand so kaputt, dass die gelbe Glaswolle zu sehen ist.

Inzwischen sind beim Nachbarn an den Schnittstellen der Rigipsplatten dunkle Streifen auf der Wand zu sehen (Feuchtigkeit).

Wie können wir die in den letzten 3 Monaten eingedrungene Feuchtigkeit aus der Wand ziehen? Reicht es für das trockenlegen aus, wenn die Wand für die nächsten 2 Monate mit Folie verkleidet wird (bis wir auf unserer Seite anbauen und die Nachbarn den Rest dämmen?)?

Muss die Dämmung des Nachbarn innen erneuert werden? Ist mit Glaswolle und Rigips überhaupt fachgerecht gedämmt??

Wir freuen uns über einen Rat zu diesem Thema :-)



Da hat Nachbar aber Pech



Bleiben viele Fragen:

Wem gehört die Wand, also auf wessen Grundstück steht die Wand?
Wie wird der Neubau gegründet, ohne das der Nachbarbau gefährdet wird?

Viele Grüße,
Philipp Kawalek



erst trocken - dann dämmen



Sehr geehrte Frau Dierks,

schaffen Sie eine Verdunstungsoberfläche für die Feuchtigkeit nach der betreffenden Seite der Wand durch einen wasserdampfdiffusionsoffenes Putzsystem (Entfeuchtungsputz) - zugleich schützt er die Wand bis zum späterem Bauen. Dieser hat im Aussenbereich auch den Vorteil das durch den in der Wand bestehenden Wasserdampfdiffusionsdruck kein Regenwasser von aussen eindringen kann - in der umgekehrten Richtung funktioniert das sehr gut - die Feuchtigkeit kann aus der Wand entweichen.

Erst trocken machen - dann dämmen.

Ob dann die Dämmung des Nachbarn Fehl am Platz ist oder überhaupt Sinn macht, wegen z.B. einer fehlenden Sperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit, kann man einfach messen.

MfG Andrea



Feuchtigkeit in der Wand



Hallo zusammen,

vielen herzlichen Dank für die Antworten!

Zur Info - die Wand steht auf unserem Grundstück.

Der Hinweis mit dem diffusionsoffenen Putzsystem ist auf jeden Fall sehr hilfreich. Wir planen aktuell mit einer diffusionsoffenen Folie, die einerseits der Feuchtigkeit erlaubt, zu entweichen, aber weiteres Regenwasser abhält.
Wir werden uns noch mal erkundigen, was da die geschicktere "Übergangslösung" ist.

Später möchte der Nachbar den nach dem Anbau frei bleibenden Teil der Wand dämmen.

Ich denke wichtig ist jetzt in erster Linie auf jeden Fall, dass keine neue Feuchtigkeit eindringt. Wir hoffen, dass in den letzten drei Monaten noch nicht so große Schäden entstanden sind und die Wand wieder gut trocknet.

Viele Grüße
Kirste Dierks



geschickt bis ins Detail hinaus



...die Anwort auf Ihre Frage war bauphysikalisch korrekt, dann müssen Sie es halt so tun wie Sie meinen das es korrekt wäre.

Andrea



Wand nass



Guten Morgen,

unabhängig davon, auf wessen Grundstück das Haus steht, hat natürlich der, der die Änderung der Situation veranlaßt hat, dafür zu sorgen, daß dem Nachbarn nichts passiert.
Das gilt eigentlich ziemlich unabhängig davon, ob nun das Nachbarrecht des BGB anzuwenden ist oder irgendwelche länderspezifischen Nachbarschaftsgesetze.
Bitte keine Rechtsberatung darunter verstehen, ich habe schließlich nichts zitiert !

Und damit hier nicht ebenso sinn- wie physikfreies im Raum stehen bleibt, merke ich noch an, daß ein Innenputz natürlich nicht vor Schlagregen schützt, eine Horizontalsperre ebensowenig. Und wenn man schon die Briefe durch die Wand zustellen kann, brauchen wir uns über Sanierputzsysteme nicht zu unterhalten.

Also rate ich Ihnen, was vernünftiges, auf der Hand liegendes zu tun: den Schlagregen abzuhalten. Den Rest müssen Sie auch noch bedenken, aber doch erst später.

Gutes Gelingen



Danke!



Hallo zusammen,

vielen herzlichen Dank für die vielen Tips! Das beantwortet meine Frage auch jeden Fall erstmal hinreichend.

Herzliche Grüße
Kirsten Dierks




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