Schadstoffe im Mauerwerk

29.05.2013



Moin allerseits,

und auch gleich zur Problematik.
Wir sanieren seit fast zwei Jahren ein Massivhaus (BJ ca 1880). Der Vorbesitzer hat eine Außenwand auf einer Länge von 10m mit "Innendämmung" versehen, bestehend aus Unterkonstuktion aus Schalbrettern und darauf dann Rigips-styropor Verbundplattten angebracht. Wir haben den Mist natürlich sofort entfernt und mussten feststellen, dass die Schalbretter schön satt mit Carbolineum eingepinselt waren. Tolle Wurst! Da das Zeug teilweise in den Putz eingezogen war habe ich auch den komplett entfernt und zusätzlich die Fugen 2-3cm gleich mit ausgekratzt. Da wir auf "Mauerwerksoptik" stehen habe ich die Wand danach verschlämmt und abschließend mit Sumpfkalkfarbe gestrichen.
So weit so gut- sieht alles genau so aus, wie wir uns das vorgestellt haben und der Giftfluch schien gebannt. Doch nun nach einigen Wochen- insbesondere wenn die Luftfeuchtigkeit mal ansteigt- ist an einigen Wandstellen der gut bekannte Carbolineumduft wahrzunehmen. Super, ein Leben mit Phenolen haben wir uns nun wirklich nicht vorgestellt.
Ich bin an diesem Punkt mit meinem Latein am Ende, aber es muss auf jeden Fall etwas geschehen. Aber was???
Spontan fällt mir nur ein, entweder die gesamte innere Mauerwerksreihe zu entfernen und neu aufzumauern- eigentlich keine Option, da dreischaliges verzahntes Mauerwerk und der größtmögliche Aufwand, da das gesammte Zimmer bereits komplett fertig ist. Oder vielleicht die gesamte Wand mit Absperrgrund versiegeln? Dann ade Diffusionsoffenheit (wäre mir aber allemal lieber als Gift in der Luft). Falls mögl. welche Absperrfarbe? Neu Verputzen scheidet auch aus, weil die Suppe dann ja auch durch den neuen Putz wabern würde.

Was tun, sprach Zeus, die Götter sind besoffen, der Olymp ist vollgekotzt...

Wenn irgendwer irgendeine Idee hat, nur raus damit, ich bin fürr alle Anregungen unendlich dankbar.

Viele Grüße, Michael



Absperren



Kronengrund!
Da die Backsteine nur überschlämmt werden, fällt die Variante mit Kuhdung im Putz ja weg.



Hallo Michael



Bevor ihr Maßnahmen ergreift , die Schadstoffbelastung im Raum messen lassen ,vielleicht ist eure Sorge unbegründet und es stinkt einfach nur noch.

Grüße Martin



Wandfragen



Hallo

noch ne Möglichkeit: Backsteinvormauer
noch ne Möglichkeit: vollflächiger Putz (Kalk)

absperren würd ich wenn nur mit richtig angewandter Kuhdungmischung

was für ne Heizung ham Sie?

feuchte Wand ist immer kälter als trockene – Temperierung andenken … ?

Florian Kurz



Besten Dank



für die wirklich schnellen Antworten- können gerne noch mehr werden.

Habe mir mal bei Jäger die Kronen Absperrfarben angeschaut und das wäre natürlich die verlockendste Lösung, auch, weil die angeblich speziell Carbolineum absperren und trotzdem diffusionsoffen bezgl. Wasserdampf sein sollen. Hmm, allerdings wenn der Pamps erstmal drauf ist, dann geht er auch so schnell nicht mehr ab.

Eine Raumluftanalyse lassen wir auch noch vornehmen. Allerdings denke ich, wenn ich das Zeug schon mit bloßer Nase direkt an der Wand wahrnehme, dann ist es auch mit Sicherheit in der Luft, oder? Aber wer weiß...

Ok, eine Backsteinvormauer wäre mit Sicherheit die eleganteste Lösung, aber auch ein Riesenhype. Die müsste u.a. fundamentiert werden und wie gesagt ist der Raum bereits komplett fertig incl. Fenster, Decke, Dielenboden u.s.w. Das alles nochmal zu ändern wäre wirklich nur das ultima ratio.
Mit Kalk verputzen würde wohl auch nichts bringen, da der Geruch ja schon durch die Schlämme und die zwei dicken Lagen Kalkfarbe ohne Probleme durchdringt. Wahrscheinlich dann auch durch Kalkputz. Außerdem scheut mich bei dieser Lösung ganz ehrlich auch der Aufwand, denn ich habe noch etwa 70% Haus zu sanieren vor mir...
Habe in diesem Raum (ca.60m²) einen Kaminofen (Gusseisen) als Heizung + Gaszentral eingebaut. Gas wird aber so gut wie nie in Anspruch genommen. Mit feuchten Wänden haben wir eigentlich auch keine Probleme, nur dass man den Geruch erst bei Luftfeuchte >60% wahrnimmt, was ja nicht heißt, dass bei weniger keine Ausdünstungen da sind. Hätte denn eine (mehr)Temperierung einen Einfluß auf mein Problem?

Also momentan tendiere ich schweren Herzens zur Absperrfarbe, auch, weil die betroffene Wand nicht die komplette Außenwand des Zimmers darstellt (etwa 60%). Was spräche denn konkret dagegen, wenn die Farbe diff.offen ist?





Könnte mir vorstellen die Wand mit Schellackgrundierung satt zu streichen. Ist ein sehr gutes Absperrmittel aber am Mauerwerk/Putz fehlen mir hier die Erfahrungswerte.
Viel Erfolg.