Innentüre erhöhen

30.12.2009



Hallo zusammen,

ich überlege, ein altes Bauern(fachwerk)haus zu mieten. Mit den Unebenheiten und geringen Zimmerhöhen kann ich leben - bis auf eine Türe: der Eingang zur Wohnküche ist mir eindeutig zu tief. Ich würde diese Türzarge gerne erhöhen - der Eigentümer hat dem zugestimmt, wenn es fachmännisch geschieht. Ich habe angedeutet, daß (durch Bohrung o.ä.) geprüft werden müsste, ob das Gebälk eine Erhöhung zulässt. Nur, wer macht das? Wer kann sagen welche Balken im Haus angefasst werden dürfen und welche nicht? Ein Zimmermann, ein Statiker, ein Architekt? Ein ganz anderer?
Danke für Eure Hilfe





Am besten kloppst du den Lehmverputz über der Tür erstmal ab, dann siehst du ob da überhaupt ein Balken vorhanden ist. Bei uns lag der Sturzbalken nämlich auch viel höher als die Tür selber.
Wieviel Platz ist denn von Oberkante Tür bis Decke noch vorhanden?



Türsturz erhöhen



Hallo Walter,
wenn die Trennwand in Fachwerkbauweise erstellt wurde, dann ist eine höhere Tür grundsätzlich kein Problem.
Zuerst sollten Sie aber klären, warum die lichte Höhe so gering ist.
Manchmal liegt es nicht an der Tür, sondern am Fußboden, der im Laufe der Jahre Schicht um Schicht erhielt.

Wenn der Fußboden in Ordnung ist, dann stellen Sie den Verlauf der Fachwerkprofile fest. Nehmen Sie ein Messer, einen Schraubenzieher o.ä. und klopfen Sie mit dem Griff in kurzen Abständen waagerecht auf den Putz rechts und links neben der Tür bis zum Rahmen.
Dann machen Sie dasselbe nochmal ca. 30 cm oberhalb des Rahmens quer über die Wand.
Bei einer Fachwerkwand laufen rechts und links neben der Tür zwei senkrechte Stützen aus Holz bis zur Decke, die Türpfosten.
Oberhalb der Tür liegt quer ein waagerechtes Holz dazwischen, der Türriegel.
Sie können das Holz beim Abklopfen lokalisieren, der Klang wird über dem Holz dumpfer.
Das Herausnehmen der Tür verursacht keine statischen Probleme.
Zuerst wird das Türfutter ausgebaut, der Teil der Wand oberhalb vom Putz befreit und die Füllung des Gefaches bis zur Decke herausgenommen.
Die Füllung besteht i.d.R. aus Ziegeln oder Lehm. Die Ziegel können Sie zum Teil wiederverwenden.
Der Türriegel muß dann herausgeschnitten und auf die gewünschte Höhe versetzt werden. Am einfachsten geht das mit Eckverbindern, das sind kräftige Stahlwinkel.
Danach wird das jetzt kleinere Gefach wieder geschlossen, dazu kann man die alten Ziegel nehmen.
Nach dem Beiputzen der Wand kann ein neues Türfutter eingesetzt werden.
Beachten Sie bitte, das es früher keine genormten Türmaße gab. Eventuell müssen Sie die Türbreite auf ein Systemmaß anpassen.
Unterschätzen Sie nicht den Umfang der Beiputzarbeiten.
Wenn man in einem Altbau anfangt den Putz abzuklopfen, dann werden daraus schnell etliche m² mehr, nicht nur an der Wand, auch an der Decke.

Viele Grüße



Danke...



....für Eure Antworten - das hört sich ja ganz gut für mich an. Zwischen Tür und Decke sind ca. 30 cm Wand, mehr als genug also. Werde mir vom Denkmalschutzamt einen Spezialisten empfehlen lassen, der das prüfen und dem Vermieter bestätigen kann. Die Wand werde ich selbst umbauen, die Tür wohl machen lassen. Halte Euch auf dem laufenden....