Welcher Putz für den unteren (feuchten) Sockel ...?




Hallo,

ich bin gerade etwas ratlos ...
Vielleicht hat jemand eine Idee?

Wir Verputzen unsere Wände z.Zt. mit Lehm. Nun sind wir im Erdgeschoss angekommen. Das Erdgeschoss ist nicht unterkellert.

Weil die Deckenhöhe nicht sehr hoch war, haben wir uns entschlossen, den Boden tiefer zu legen. Dazu haben wir den alten Beton herausgeschlagen und das ganze um bisher 15 cm unter der bisherigen Oberkante ausgegraben (es sind noch 20 weitere cm geplant [für den Aufbau]).
Der Boden besteht nun aus "Erde". Der geplante Aufbau ist 20cm Glasschotter darauf Lagerhölzer (auf Waschbetonplatten)und darauf alte, geölte Holzdielen.
Nun zu dem Problem:

Seit gestern gibt es eine Feuchte Ecke im Bodenbereich und etwa 2 Steine hoch. Für mich ist nicht klar, woher das Wasser kommt. Die Erde war ein richtiger Matsch. Es ist aber nur ein Dreieck in einer Ecke (Schenkellänge etwa 1m). Die Feuchtigkeit in der Wand bleibt an der alten Teerpappe, die in der dritten Fuge von unten zu sehen ist, hängen. Die Wand darüber ist trocken. Die Ecke hat kein Fallrohr, der Boden keine Wasserleitung o.ä. . Die eine Wand ist 50 cm dick und sieht von außen trocken aus. Die andere Wand ist 30 cm dick und wird von aussen erst ab ca. 2m höhe bewittert, weil ein Schuppen direkt an der Wand anschließt. Im Schuppen ist die Wand trocken. Daraus schließe ich, dass die Feuchtigkeit aus dem Erdreich von unten hoch steigt.
Den Boden haben wir schon ungefähr 2 Monate so stehen. Feuchtigkeit war mir bisher nicht aufgefallen. Es hat in den letzten Tagen sehr stark geregnet - vielleicht ist das Grundwasser da "langgeflossen"? Allerdings liegt das Haus relativ mittig auf einem Hanggrundstück. Das heißt, das Wasser müßte unter dem etwa 3m breiten Schuppen (Betonplatte) durch "geflossen" sein und dann unter dem Haus weiter. Ist so etwas überhaupt denkbar?
Ihr seht, relativ komplex.

Die Frage ist jetzt was mache ich mit der Feuchtigkeit? Der Lehmputz dürfte da ja wahrscheinlich nicht bis auf die feuchten Steine geführt werden. Welchen Putz kann ich dann für den unteren, feuchten Bereich nehmen? Hat jemand eine Idee woher die Feuchtigkeit kommt?
Ich hatte die Idee zwischen den oberen Lehmputz und dem unteren ?-Putz ein Zinkblechstreifen in die Backsteinfuge zu mörteln (als Trennlage und Verlängerung der Teerpappe) ist so etwas praktikabel?

Danke für Eure Tipps!

Ach so, und ein Bild von der Ecke ...



Noch zu erwähnen wäre, ...



dass an diesen Wänden eine Randleistenheizung geplant ist. Die ja voraussichtlich auch die Trocknung der Wände unterstützt.



Feuchte Ecke



Hallo !

ich würde die Feuchte Ecke nicht auf die leichte Schulter nehmen, der geplante Aufbau lässt das Wasser in Form von hoher Luftfeuchte bis zu den Dielen kommen, die sich dann mit Sicherheit wölben "schüsseln" werden. Ich spreche da aus Erfahrung, bei mir war der Lehmboden trocken, und nur die Steinreihen ganz leicht feucht, die Dielen wurden in dem Bereich regelrecht zur Achterbahn. Kapillarbrechende Schicht,Diffusionsoffen, Sockelleistenheizung, schön und gut, aber läuft die Heizung auch im Sommer ?
Ich würde es nicht noch einmal so aufbauen, sondern eine Sauberkeitsschicht legen und darauf eine Schweissbahn bis auf Höhe der Horizontalspeere in der Wand.

Starker Regen, was ist denn auf der anderen Seite der Wand ? Wie groß ist der Dachübestand, wie kann das Regenwasser versickern, läuft das Wasser vom Haus weg ?

Viele Grüße,
Karsten



Keine leichte Schulter frei :-)



Hallo Karsten,

vielen Dank für Deine Antwort. Das ich die Feuchte Ecke nicht auf die leichte Schulter nehmen will siehst Du daran, dass ich mich noch einmal schlau mache ...

Nun zu Deinen Fragen:
Auf der einen Seite der Wand ist eine abschüssige (vom Haus weg) Wiese mit großen Fichten (ca. 10m hoch) direkt an der Wand entlang. Die andere Seite der Ecke ist von einem angebauten Schuppen "geschützt".
Da wir Hanglage haben, ist die problematische Wand wahrscheinlich, die oberhalb liegende. Das ist die "Schuppenwand". Der Regen müsste also unter dem Schuppen durch ... Vor dem Schuppen ist wieder Wiese.

Über die Bitumenbahn hatte ich natürlich auch schon nachgedacht. Bei mir bleiben bloss zwei Fragezeichen. Das eine ist, dass ich wahrscheinlich keine sichere Verbindung zu vorhandenen Teerpappe herstellen kann. D.h. es wird trotzdem an den Wänden Feuchtigkeit entweichen können. Wie befestige ich auf der Bitumenbahn dann meinen Putz?
Das zweite Fragezeichen ist, wohin geht die Feuchtigkeit dann?

Am Liebsten wäre mir natürlich die Ursache zu beheben. Wenn ich sie nur wüsste ...!



Kann jemand sagen, ob ...



... das Wasser unter einer Bodenplatte und einer Außenwand durchfließen kann und da als Bodenfeuchte (Nässe / Matsch) wieder im Innneren hochzukommen?
Ich habe einfach keine Idee, wo das Wasser herkommt. Deshalb ist ein sinnvoller Aufbau auch schwer zu überlegen ...!



Ich glaub es nicht ...



jetzt hat sich doch innerhalb von 2 Tagen dieser Pilz in 1 m Höhe gebildet. (Da ist die Wand eigentlich trocken)
Kann ich da jetzt meinen Lehmputz vergessen. Sollte ich im unteren Flur lieber auf Kalkputz umsteigen? Würde evtl. ein Kalkmilch-Auftrg ausreichen?

Mir ist noch der Gedanke gekommen ob die erhöhte Feuchtigkeit evtl. kondensiertes Wasser ist. Ich habe doch durch den Lehmunterputz in den Nachbarräumen das Feuchteniveau ganz schön angehoben!



Und noch etwas ...



zwischen den unteren Fugen (bis etwa 25 cm) wachsen stellenweise Wurzeln durch den Kalkmörtel ...



Des Rätsels Lösung ...



ist hoffentlich gefunden.

Ich hatte an der anderen Ecke mit Kalkmilch und Schellack gestrichen und da sehr bald der Lehm drauf sollte,die Trocknung mit einem Heizlüfter angekurbelt.

Die Warme Luft hat wahrscheinlich die Feuchtigkeit bis zur anderen Ecke transportiert und ist dort dann abgekühlt ...
Fazit: Kondenswasser.

Alle anderen Gründe machen aus meiner Sicht jedenfalls keinen Sinn.

Jetzt kommt Kalkmilch drauf und dann wird mit Lehm verputzt ....