Wanddurchbruch im Gewölbekeller abdichten

04.05.2008



Saniere mein gekauftes Haus 1920 mit Gewölbekeller seit 2 Jahren. Fundament ist aus Bruchsteinen. Querdurch den Keller läuft ein stillgelegtes Abflussrohr aus Guss, dass durch das Fundament, ca. 1.40 Meter unterhalb im Erdreich, im Hof mit dem Hauptabflussrohr verbunden ist. Da die Gewölbeinnenwand (Tonziegelsteine)im Bereich des Durchbruchs immer extrem feucht ist, habe ich die Aussenwand aufgegraben. Ich musste feststellen, dass der Durchbruch (ca. 30X30cm) quer durch das Fundament ( Stärke 1 Meter) nur mit Sand gefüllt ist.Nur die Kellerinnenwand wurde mit einer Lage Tonziegel und Putz zugemauert.Wie soll ich, mit Sicht auf Feuchtigkeit, dieses Loch schließen. Estrichbeton?Schnellzement? Aber wie sieht es mit Eindringen von Feuchtigkeit aus? Estrichbeton hat eine lange Trockenzeit?
Da ich bereits 1.50Meter in der Tiefe und ca. 3 Meter in der Länge meine Aussenwand aufgegraben habe( zum Trocknen!)spiele ich mit dem Gedanken diesen Bereich zuerst mit Beton gerade zu Verputzen und eine Mauersperrbahn an zubringen. Ist dies sinnvoll, da mir noch ca. 60cm bis Fundamentplatte fehlen? Habe bereits bei verschiedenen Baustoffhändler angefragt und jeder sagt etwas Anderes!
Im Voraus ein Dankeschön.



Durchbruch Hausanschluß



Guten Tag,

diese alten Hausanschlüsse können nicht so eingedichtet werden, wie man sich das 2008 vorstellt. Das liegt daran, daß seinerzeit die heutigen Mittel nicht verfügbar waren.
Im einfachsten Fall hat man kraftschlüssig mit dem Mörtel verschlossen, der gerade zur Hand war. Risse und Rohrbrüche waren programmiert. Im günstigsten Fall ist wenigstens mit Teerstricken gedichtet worden, die aber auch nicht absolut druckwasserdicht sind.
Heute macht man eine 200er Kernbohrung und setzt ein Durchführungsrohr rein, das beidseitig gedichtete Flansche hat, hierdurch wird ein 100er Abwasserrohr geführt. Details gibt es z.B. bei DOYMA.



Wanddurchbruch



In dem vorliegenden Fall empfehle ich den Sand auszuräumen, die Öffnung mit einem scharfen Wasserstrahl zu spülen und dann mit Zement- bzw. Kalkzementmörtel und Steinen aufzumauern. Danach Verputz mit Zement- oder Kalkzementputz. Darauf nach dem Anziehen (Einige Stunden) zweimal mit einer mineralischen Dichtschlämme (gibt es bereits auch im Baumarkt) zu streichen. Einige Tage später kann verfüllt werden.

Anscheinend ist die restliche Kellerwand trocken, also warum dann eine senkrechte Abdichtung?
Nur, wenn es Sinn macht und sich der Aufwand lohnt, dann:

Wand säubern,
grundieren mit mineralischer Schlämme,
Ausgleichsputz,
KMB,
Gleitebene/Verfüllschutz.
Wichtig ist das Material als System von einem Hersteller zu beziehen (Remmers, Deitermann, Schomburg usw.)und sich penibel an die Verarbeitungsrichtlinien zu halten.

Viele Grüße



Vorsicht bei



Grabungsarbeiten neben Gewölbekellern. Gebölbe benötigen unter Umständen das seitliche gewachsene Erdreich als Widerlager! Aus der beschreibung kann ich nicht entnehmen, ob dies in diesem Falle kritisch ist oder nicht.



Kann mich...



...der Warnung von Herrn Heim nur anschließen!
War auch mein erster Gedanke als ich den Beitrag las.
Ist der Durchbruch damals fachgerecht durchgeführt worden?
Geht das Korpus Delikti durch die Kopfwand oder durch das Gewölbe?

Viele Grüße



Wanddurchbruch



Vorsicht und Sorgfalt sollte man immer beim Aufschachten von Kellern walten lassen, das ist richtig.
Aber der waagerechte Gewölbeschub im Kämpferbereich wird nicht durch passiven Erddruck getragen.
Dieser Erdruck stellt sich IMMER erst nach Verformung ein, also die Wand müßte sich im cm- Bereich auf das Erdreich zubewegen.
Und das wäre bei einem Gewölbe, im Gegensatz z.B. einer Spundwand, tödlich.
Daher sehe ich diese Gefahr nicht vordergründig, das aufgehende Mauerwerk des Erdgeschosses sichert die Gewölbewiderlager ja zusätzlich durch seine Last und damit durch Reibung.
Die Gefahr bei Aufschachtungen liegt im Fundamentbereich, da Streifenfundamente als Tiefgründungen immer auch Last durch MANTELREIBUNG und nicht nur durch Sohlpressung in den Untergrund abtragen.
Diese Mantelfläche bildet sich IM Fundamentgraben aus, gegen den gemauert bzw. betoniert wird. Im aufgeschütteten Bereich an der Kellerwand spielt Mantelreibung kaum eine Rolle.

Viele Grüße



Dankeschön



Ich denke die Entscheidung, habe ich aufgrund der interesanten Meinungen für mich getroffen. Mittlerweile habe ich das alte Gussrohr entfernt, den Durchbruch mit Zementmörtel (mit hoher Beanspruchung) und Steinen wieder verschlossen. Wird bestimmt noch einige Zeit dauernd bis der Bereich des Loches getrocknet ist. Die weitere Freilegung meines Gewölbes habe ich abgebrochen und eine Abdichtung oberhalb des Fundamentes wird wohl auch keinen Sinn machen. Denn nur ein Teilbereich der Aussenwand zu dämmen, bringt kein nutzen.
Zum Verdichten hätte ich nochmals eine Frage.Ist das Verdichten mit Sand ohne Stamfer oder Rüttler möglich oder reicht reine Muskelkraft aus?



Ganz so einfach



ist das nun leider auch nicht mehr. Der einmal ausgehobene Bereich wird nach dem Verfüllen nicht mehr die gleiche Dichte wie das gewachsene Erdreich aufweisen. So bildet auch nach dem Verfüllen die Baugrube so etwas wie einen Trichter. Das Regenwasser sucht sich den leichtesten Weg um abzufließen, wird sich in der Baugrube sammeln und die Feuchtebelastung Belastung der Kellerwand wird größer werden.
Eine Lösung für dieses Problem kann ich so aus der Ferne nun allerdings nicht abgeben.