Durchbruch der Wand ?

14.09.2009



Hallo zusammen,
in unserer Wundertüte ( alte Mühle ) geht es munter weiter.
Jetzt stehen wir vor einer neuen Herausforderung.
Vom Flur aus soll in die neue Küche eine Tür eingebaut werden. Das heisst die alte Wand muss einen Durchbruch erhalten. Der Flur ist lang und 1,26m breit und besitzt eine Gewölbedecke. Die Wand ist...? und das ist die große Frage, denn bislang haben wir uns noch nicht getraut anzufangen, denn die Wand ist laut Ausmessungen ca. 70cm dick.
Wir vermuten, dass es sich dabei um Verschalungen handelt, denn bei anderen Baumassnahmen stellte sich heraus, dass der Vorbesitzer im Innern des Hauses alle Wände mit ( der alten DDR Methode) einer Plastikfolie (siehe Bild)ausgeschalt hat.
Nun meine Frage, wie gehen wir am besten vor, um die Türöffnung "gefahrlos" auszustemmen.Laut Vorbezitzer ist es keine tragende Wand...sagt er???
Vielen Dank im Voraus
Peppels



Das meiste enttäuscht, bevor man ihm auf den Grund geht.



Es wird nichts helfen: Maurerhammer genommen und nachgesehen. Die Oberflächen beidseitig öffnen, bis Du auf die Steine stößt.
Ohne einen Hinweis auf das Material der Wand oder dessen wirkliche Stärke wird Dir hier wohl niemand wirklich weiterhelfen können.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer





70cm sind schon ne menge zeugs. Was befindet sich denn auf der Etage darüber? Auch eine Wand? Würd auf jedenfall genug abstützen bevor angefangen wird wie wild drauf los zu Stemmen.



üblicherweis



könnte man, wenn die Unklarheiten mit der Wand beseitigt sind, auf einer Seite bis Mitte Wand erst mal die Öffnung für die Stürze (bis ca 125, besser 150 cm bei 100 Öffnung Tür) austemmen mit hinreichend Platz zur Montage (kein Auflager mehr im Bereich der Tür!).
Achtung: Betonstürze sind tragend und deshalb schwer, Ziegelstürze sind nichttragend und benötigen noch eine Aufmauerung aus etwa 3 Schichten Vollziegel.

Die Stürze auf Zementmörtelbett einsetzen und stramm ausmauern, die letzte Fuge mit Klinkerkeilen auskeilen !. dananch das gleiche von der anderen Seite und dann wieder von vorn und von oben nach unten vorsichtig die zukünftige Türöffnung abtragen. Die Stürze tragen dann schon die ganze Last. Anschließend die Ecken mit Mörtel und Reststeinen ergänzen, das ganze mit reichlich Wasser und Lot/Wasserwaage. Sollten Deckenbalken als Einzellast im bereich der Tür aufliegen, so sind diese abzustützen, die Wand trägt bei guten Zustand bis 150 problemlos sich selber, aber trotzdem vorsichtig arbeiten und wenn man unsicher ist - lieber Fachmann (Maurer) ranlassen. keinesfalls rauskloppen. Wandstärken kann man auch mitels Bohrung ermitteln !!



erst einmal vielen



Dank für Eure Antworten.
Zusätzlich sollte ich noch erwähnen, dass die Küche ein Kreuzgewölbe und der Flur eine Gewölbedecke hat. Somit fallen wohl Deckenbalken nicht an. Oder?

@Olaf aus Sachsen
vielen Dank für die ausführliche Beschreibung, so werden wir es wohl machen. Und der Tipp mit einem erfahrenen Maurer...
den hier auf dem Land zu bekommen ist nicht so ganz einfach....

VG Peppels



langsam ...



... nein, da fallen keine Deckenbalken an und deshalb lohnt es sich wohl genauer mal hinzusehen, für was die Wand wirklich da ist. Je nach Spannrichtungen von Gewölbe und Kreuzrippengewölbe kann die Wand eben auch Schubkräfte aus den Gewölben aufnehmen. Die Wandstärke könnte da schon ein Hinweis sein.

Anschauen lassen!

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer


Gibt es Bilder von den Gewölben?



Wanddurchbruch



Hallo Peppels,
wie breit ist denn die jetzige Fensteröffnung und wie breit soll die neue Tür werden?
Wie hoch ist die jetzige Fensteröffnung?

Viele Grüße



hier Bilder



also, ein Fenster gibt es dort nicht.
Es soll eine Tür vom Flur(Höhe ca. 2,30)in den Nebenraum = Küche ( Höhe ca,2,10)gebaut werden.

Vielen Dank
Peppels



und hier



die "Rückseite" von der Küche aus...

Peppels



Wanddurchbruch



Aha,
ich habe naiverweise angenommen, das zur Frage gehörige Foto zeigt den betreffenen Wandbereich.
Grundsätzlich ist ein Durchbruch möglich, man sollte sich aber vorher ein genaues Bild über den Kräfteverlauf in den Gewölbewiderlagern machen. Danach kann man die konkreten Arbeitsschritte im Einzelnen festlegen.

Üblicherweise werden Türdurchbrüche wie folgt realisiert:
- Wand ca. halbsteintief waagerecht schlitzen,
- Auflager schaffen, aushärten lassen,
- 1. Sturzträger einziehen (Stahlprofil)
- Sturzträger straff verkeilen,
- auf der anderen Wandseite Schlitz einbauen,
- analog verfahren,
- Sturzträger miteinander verbolzen,
- Öffnung ausbrechen,
- Laibungen aufmauern.

Viele Grüße

p.s. Sehr merkwürdig finde ich den Wechsel der Gewölbeform über der Wand von Tonnen- zu Kreuzgratgewölbe. So einfach eine Wand dazwischen - das kommt mir komisch vor. Messt mal die Wandstärke auf!



Sorry,



da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt. Mit dem ersten Bild wollte ich lediglich zeigen wie die Wände verschalt sind.

Zu der Wand von Flur und Küche, die hat eine Dicke von 70cm von Aussen gemessen, denn im hinteren Bereich ist eine Tür zur Stube hin.Heute Abend werden wir mal versuchen die Wand mit einem langen Bohrer zu vermessen.

Tüssi
Peppels



Hallo,



ich frag mal neugierig, ob jetze ne Tür drin ist, wo ihr sie haben wolltet? Oder nicht??? danke für eine Antwort!