Wie lange braucht eine feuchte Außenwand zum trocknen?

18.07.2012 Claudia



hallo zusammen,

wir haben folgende ausgangssituation.

vor einem jahr haben wir ein haus erworben. Baujahr 30er jahre. teilweise unterkellert...keller ist trocken. nun wollten wir pflastern und dachten uns, machen wir mal die zwei "vom Pflaster betroffenen" wände gleich richtig auf ummal zu schauen, ob Drainage liegt oder nicht. hinter den beiden wänden, die nun offen liegen, befindet sich kein keller. der Sockelbereich war mit blechen verkleidet, die wir zum Schutz beim ausbaggern entfernt haben und auch wieder verwenden wollen. beim entfernen der bleche haben wir entdeckt, dass zum teil noch diese alten häßlichen sockelfliesen angebracht waren. aber nur zum teil. diese haben wir gleich mit entfernt und unter den Fliesen ist die Wand nun feucht. dort, wo keine fliesen mehr angebracht waren, ist die wand trocken. der Keller fängt ca. 2,50-3 m hinter der wand an. wie gesagt, im keller ist es trocken. eine Horizontalsperre ist auch angebracht. im haus gibt es keine anzeichen von feuchtigkeit. wir wollten die feuchten stellen nun trocknen lassen, verputzen, drainage ordentlich legen, noppenbahn mit den noppen in richtung wand legen, bleche wieder dran und endlich pflastern. die noppenbahn soll ran, um die Feuchtigkeit vom erdreich etwas abzuhalten. da es keine Kellerwand ist, wäre es blödsinn mit bitumenschicht abzudichten. die noppen der noppenbahn sollen in richtung fundament, damit die wand noch atmen kann. die wand ist seit einer woche freigelegt. in dieser woche ist leider fast ausschließlich regen gefallen. leider lässt sich noch kein trocknungsfortschritt erkennen. wie lange dauert so etwas? und wie beurteilen die fachmänner hier grundsätzlich unser vorhaben? und wo könnte die feuchtigkeit herkommen? wir gehen davon aus, dass es mit den fliesen zusammen hängt. wir haben keine hanglage, keinen bindigen boden und das haus steht ca. in höhe 750 m über NN.

liebe grüße
claudia



feuchte Wand



To much truble for nothing, Claudia.
Lasst die Schachterei und Drainiererei sein, besser kann es nicht werden. Höchstens und wahrscheinlich schlechter.

Viele Grüße





Hallo Herr Böttcher,

besten Dank für die Antwort. Leider nicht ganz das, was ich gern gelesen hätte. :-). Aber das ist ja meist so. Was ich nicht so ganz verstehe an Ihrer Antwort ist, dass wir es mit einer Drainage schlimmer machen können! Warum? Wir wollen nix abdichten. Die Wand soll nur vor Feuchtigkeit vom Erdreich geschützt werden. Die Drainage wird mit Gefälle gelegt und auch angeschlossen. Ob das jetzt erlaubt ist oder nicht, steht auf einem anderen Papier und interessiert uns jetzt hier erstmal nicht. Freu mich über nochmalige Antwort. Gestern sah der Teil der Wand im übrigen schon trockner aus. Gestern war auch der erste Tag ohne Regen. Was nimmt man zum Verputzen von Fundamenten/Sockel? Irgendwas ohne Gips und Kalk. Geht Maschinen Außenputz?

Aufgebaggert ist nun schon komplett. Einfach wieder zubuddeln, ohne was zu machen, ist keine Oprion für uns.

viele grüße
claudia



Sockel



Wie Herr Böttcher schon schrieb .Verzichten Sie auf die Drainage und Noppenpahnen das dürfte in ihren Fall alles eher die Angelegenheit verschlechtern.
Alten absprrenden Fliesenkram entfernen.Fugennetz überprüfen und ggf.mit Solubel Luftkalkmörtel PS50 in 2 Arbeistgängen neu Verfugen.Als Putz können Sie zusätzlich eine Schicht Luftkalkmörtel PS50 aufziehen.
Wenn Sie so verfahren dürften Sie für die kommenden Jahre auf der richtigen Seite liegen.
Vermeiden Sie starre Materialien. sonst dürften ihr Sockel demnächst so aussehen wie im Bild.

LG.P.Schneider





Gibt es diesen Luftkalkmörtel in üblichen Baumärkten oder eher bei spezialisierten Baustoffhändlern?

Ach und ohne nervig sein zu wollen:

Kann mir bitte jemand erklären, warum unser Vorhaben ins Gegenteil umschlagen könnte? Was kann genau durch Drainage und Noppenbahn passieren?

Viele Grüße
Claudia



Geduld ist eine Tugend



hallo,

ich finde es sehr löblich das sie instinktiv die reste der vorgefundenen schandtaten entfernt haben! wie schon in einer anderen antwort erwähnt würde ich auf die noppen-drainage-geschichte etc. verzichten und mit Kalkputz arbeiten.dieser muss aber nicht unbedingt ein fertigprodukt sein da sich dort meistens ein geringer anteil von Zement drin befindet! dies wiederum erzeugt eine absperrung die man mit den 'schönen' sockelfliesen vergleichen kann die mit hoher wahrscheinlichkeit auch mit einem zementhaltigen Kleber angebracht wurden. nehmen sie einen kalkmörtel,beachten sie das mischverhältnis von etwa 1/3 (1 T kalk/ 3T sand) und die karbonatisierungszeit (1 tag pro millimeter putzstätke) und danach dürfen sie gerne mit einer geeigneten Farbe hantieren bzw die gewünschte optik evtl durch zuschlag wie ziegelmehl (wird rot/rötlich/rosa) erzielen. weitere möglichkeiten bleiben natürlich ihnen überlassen. ich nutze jedenfalls keine fertigprodukte bei meinen kunden und minimiere das risiko doch irgendwelchen murcks zu produzieren.

by the way: ich kenne allerdings den empfohlenen Hersteller des kalkputzes auch nicht bzw dessen produkte,von daher sollten sie den erstmal auf den zementanteil ansprechen. also,nochmal:

KEIN ZEMENT!!!





Hallo Herr Stiwitz,

besten Dank für Ihren Rat und Ihre Meinung. Wir werden es beherzigen.

Warum würden Sie auf Drainage und Noppenbahn verzichten?

Viele Grüße
Claudia





hallo,

ich rate ihnen nicht unbedingt davon ab aber um sie ein wenig zu sensibilisieren wäre es vielleicht einfach mal darüber nachzudenken ob es zum zeitpunkt der erbauung des objektes schon noppenbahnen etc. gegeben hat.wohl eher nicht! ein bauwerk ist ein funktionierendes system das in seinem ursprung bei der erbauung den gegebenheiten entsprechend funktionell errichtet wurde.wenn ihr keller also erst nach einigen metern beginnt dann hat das seinen grund,nähmlich die Feuchte weitesgehend rauszuhalten durch die wandstärke. einfach ausgedrückt würde ich die ursprüngliche funktionsweise als grundlage zur findung der ursache nehmen. die haben sie meiner meinung nach aber schon entdeckt und durch das entfernen der untaten den ersten schritt vollzogen haben. natürlich ist das nur eine ferndiagnose die auch nur halb stimmen kann. ich kann ihnen leider da ohne es gesehen zu haben nur meine meinung abgeben die sich auf vermutungen stützt. jedes bauwerk ist anders und es gibt keine pauschallösungen oder 08/15 ratschläge die ihnen üblicherweise zu teil werden. holen sie sich einen fachmann,und damit meine ich einen fachmann,der sie beraten kann und ihnen auch jede frage beantwortet und dies auch darlegen kann warum das so ist.



Außenwand



Hallo Claudia,
gar nicht erst aufbuddeln wäre die beste Methode gewesen.
Die zweitbeste ist wieder verfüllen. Am Mauerwerk braucht nur etwas gemacht werden wenn es wirkliche Schäden gibt, also mürbe Steine auswechseln, tiefe Fehlstellen der Verfugung ausbessern usw.
Nix Noppenbahn, nix Dränung.
Wo sicher was gemacht werden muß ist im Sockelbereich, also etwa 40 cm unter- und oberhalb der Geländeoberkante.
Hier sollte ein neues Sockelputzsystem aufgebaut werden wenn kein Sichtmauerwerk vorliegt.

Viele Grüße



Danke



...schonmal an Sie beide, Herr Stiwitz und Herr Böttcher. Ich gebe zu, dass wir eventuell voreilig waren mit dem komplett aufgraben. Allerdings haben wir nur so die Sockelfliesen entdeckt. Und ich denke, es war gut, diese zu entfernen und der dem Teil der Wand die Möglichkeit zu geben, wieder zu trocknen. Ich werde heut Abend oder morgen mal ein Bild posten. Herr Böttcher, welches Material würden Sie empfehlen für ein neues Sockelputzsystem?

Viele Grüße
Claudia



Sockel



Die Betonung liegt auf "System". Das sind mindestens 2 Lagen mineralischer Putz und bei Bedarf noch eine mineralische Abdichtung. Wie das aussieht und welche Produkte man dafür einsetzt kann man nur vor Ort entscheiden.

Viele Grüße



zur



Eingangsfrage - eine wirklich feuchte Wand braucht Jahre zum Austrocknen. In der Sanierung von ganzen Altbauwohngebieten wurde angestrebt (um Nachfolgeschäden zu vermeiden), den Putz bereits 2 Jahre vorher in den leer stehenden Häuser abzuschlagen. Dazu kamen teilweise russiche Soldaten zuM Einsatz (Sonnenberg, Karl-Marx-Stadt/Chemnitz 1986-1989).
Bei den dicken Mauern im EG (48er und mehr) hat auch das manchmal nicht gereicht, da an den Häusern oftmals jahrelang die Dachrinnen kaputt waren und das Wasser dann die ganze Fassade flutete.