Tiefe ausreichend

22.08.2010



Hallo,

schon lange lese ich in diesem Forum mit und habe schon so manches dazugelernt. Heute möchte ich mal wiedermit einer Frage an Euch wenden.

Situation:
Ich besitze ien Fachwerkhaus im Sauerland, welches wir zZt noch als Ferienhaus nutzen und somit nicht dauerhaft bewohnen. bereits vor Erwerb des Hauses wurde im Rahmen von Straßenumbauten zwecks Einsparung einer Brücke der angrenzende Bach verrohrt und das Niveau angehoben. Dabei wurde der Baukörper auch ca. 1,10 m eingegraben und aus dem ehemaligen Erdgeschoss ein Keller. Zum Glück bestehen die Wände in diesem Bereich zum größten Teil aus Stein. Der ehemalige Fachwerkanteil wurde in diesem Zusammenhang entfernt.

Problem:
Im Rahmen von Baumaßnahmen - Verfüllung von Stollen einer ehenmaligen Zeche - scheinen sich die wasserführenden Schichten so veränderd zu haben, dass das Grundwasser nun gegen die dem Hang zugewandten Seite drückt. Bei starkem Regen oder nach der Schneeschmelze wird der Keller richtig feucht. Ok, es steht nicht direkt Wasser auf dem Boden aber der alte Zement-/ Betonboden sieht nass aus.

Wir haben nun vor dieser Wand vor Jahren zwei Schächte eingebracht, mit einer Kiesschicht umbeben und mit je mit einer Tauchpumpe bestückt. Dies hat lokal im Bereich der Schächte zu Verbesserungen geführt.

Vorhaben:
Über die Länge der Wand (ca. 15 m) möchte ich nun eine Drainage installieren, um das Wasser zu sammeln und abzupumpen. Angedacht ist neben einer Rohrdrainage eine Mauer aus Bisotherm Drainsteinen.

Wir haben nun außen frei geschachtet und sind auf einer tiefe, die etwa 30 cm unter der Ok inneren Bodenplatte liegt. Die Unterkante der Hausmauer haben wir noch nicht erreicht. Wie tief diese noch liegt ???.

Der untere, unverputzte Bereich der Hausmauer (Wandstärke etwa 50 cm) besteht aus geschichteten Felssteinen in deren Fugen sich Erdreich befindet. Auch sin einige alte Rohrdurchführungen vorhanden.

Ich möchte nun diesen nicht verputzten Bereich der Mauer säubern, einschalen und eine Schicht aus "wasserfestem" Beton davorgießen. Dieser soll einmal die Durchbrücheverschließen, wie auch die Felssteine festigen. Anschließend soll das ganze einschließlich der Hausmauer mit entsprechender Dichtmasse überzogen werden.

Vor diesen Betonsockel soll dann die Drainage verlegt werden.

Frage:
Macht es Sinn einen solchen Betonsockel zu gießen oder macht dies nur Sinn, wenn man die UK der Hausmauer erreicht bzw. unterschreitet(was ich eigentlich wegen der Statik nicht unbedingt möchte)?


Uups, ist jetzt doch ein bischen lang geworden. Hoffe aber, dass trotzdem viele von Euch mir hier weiterhelfen. Dank im Voraus.

Gruss in die Runde
Volker



Also



auf keinen Fall tiefer graben, wenn ihr die Unterkante Fundament erreicht, wird´s gefährlich. Da das Feuchtephänomen bei starkem Regen und Schneeschmelze auftritt, wird es kein Grundwasser, sondern Schichtwasser sein. Hier dürfte eine Drainage mit Sammelschacht und schwimmergesteuerter Tauchpumpe berits für Abhilfe sorgen.
Oder aber den Originalzustand wieder herstellen und einen Graben mit Winkelstützwänden herstellen. Dann ist die ehemalige EG-Wand wieder eine EG-Wand ;-)).
MfG
dasMaurer





Eine Dränage kann hier durchaus Sinnvoll sein, dazu gehört allerdings etwas mehr als das versenken von Dränagerohren im Kies.
Diese Arbeiten sollten Sie durch einen Fachmann ausführen, oder durch einen Gutachter begleiten lassen.
Allein ein Graben vor der Wand kann das Problem sicher nicht lösen, dieser würde auch mit Wasser volllaufen.


Grüße aus Schönebeck



Erforderliche Tiefe



@ Maurer

Daß es gefährlich werden kann unter die Unterkante des Fundamentes, welches offensichtlich ja nur aus geschichteten Felssteinen besteht, hab ich mir schon gedacht. wurde im Forum ja schon des Häufigeren darauf hingewiesen.

Wenn ich die Antwort richtig verstehe, ist es aber sinnvoll bei der geplanten Maßnahme sich dieser aber möglichst anzunähern.



@ Oliver

Vielleicht können Sie mir ja den ein oder andern Hinweis geben, was bei einer Drainage nun so zu beachten ist.

Ich habe mir gedacht vor der ursprünglichen Wand in einem gewissen Abstand eine Drainwand von Bisotherm mit Fußrinne zu errichten. Die ursprüngliche Wand, bereits vom Vorbesitzer Verputz und "geteert", nochmals mit Dichtschicht (Ceresit) Abdichten und mit Noppenbahn schützen. In dem Hohlraum zwischen den Wänden soll mit Gefälle eine Drainage in Kies verlegt werden. Der Hohlraum mit Kies verfüllen.

Vor der Drainwand nochmals eine Drainage mit Gefälle in Kies verlegt. Das ganze mit einem Filtervlies abdecken und verfüllen.

Am Anfang der Drainagerohre Öffnungen vorsehen, damit eine Spülung der Rohre möglich ist.

Drainagerohre und Fußrinne der Drainwand sollen an eine Erdzisterne angeschlossen und überschüssiges Wasser mittels schwimmergesteuerter Tauchpumpe in den angrenzenden Bach entsorgt werden. Ansonsten soll das Wasser ggf auch für den Garten oder als Brauchwasser genutzt werden.


Gruß in die Runde
Volker



Dränanlage



Hallo Volker,
Konstruktionsprinzipien und -Hinweise einer Dränanlage hier aufzulisten würde den Rahmen des Forums sprengen.
Ich empfehle Ihnen sich selber durch Lesen der DIN 4095 zu informieren.
Ich hoffe, das dies dann zur Erkenntnis führt, für den Bau einen Fachbetrieb zu beauftragen.

Viele Grüße





Ja Volker,

wie Herr Böttcher schreibt sollten Sie sich ausgebildeten Fachleuten anvertrauen.

Das gilt übrigens auch für Ihre Abdichtung, auf Teer hält nichts außer Teer und der ist schon lange nicht mehr zulässig. Noppenbanen sind KEIN Anfüllschutz, die bewirken das Gegenteil und gehören bestenfalls in den Gala Bau.

Grüße aus Schönebeck



ausgebildeten Fachleuten anvertrauen



Ich finde es schade, dass sich außer den Hinweisen sich doch einem Fachbetrieb anzuvertrauen keine Informationen zur Sache an sich ergeben.

Wer oder was ist nun aber ein Fachmann oder ein Fachbetrieb und woran erkenne ich ihn.

Der von mir skizzierte Aufbau der Drainanlage wurde mir so einschließlich der Verwendung der Noppenbahn als Anfüllschutz, wie auch der Verwendung der gelben, endlosen Drainrohre von angeblichen Fachbetrieben (Bauunternehmen) empfohlen und angeboten. Allein die Ausschachtung und Reinigung der Wand sollte in Eigenleistung erfolgen.

Ich hatte mir erhofft hier über die wesentlichen Eckdaten einer Drainanlage Informationen zu erhalten , um die fachliche Kompetenz der Fachbetriebe besser beurteilen zu können. Habe ich bislang als einen der wesentlichen Aufgaben eines solchen Forums erachtet - den Austausch sachdienlicher Informationen.

Es ist leider so, dass sich zu viele Fachbetrieb nennen oder sich für den Fachmann an sich halten, ohne dass sie letztendlich wirklich Ahnung haben. Für den Laien, wie ich einer bin, sind diese nun schwer zu erkennen.

Also nun einen Fachmann hinzuziehen, der die Fachleute beaufsichtigt. Und wer kontrolliert dann diesen Fachmann?

Gruss in die Runde
Volker



Dränanlage



Wer kontrolliert einen Fachmann?
Eher was.
Die Angst, Geld und seine berufliche Reputation zu verlieren.
Jemand, der im Auftrag und im Interesse des Bauherren als Planer/Sachverständiger/Baubetreuer/Berater arbeitet steht für den Erfolg seiner immateriellen Tätigkeit gerade, auch hier gilt das Werkvertragsrecht. Wenn er Fehler macht, muß er mit seinem Geld oder dem Geld seiner Haftpflichtversicherung dafür einstehen.
Wenn ich bei einem von mir gemachten Fehler dafür bezahlen muß, ist das eine recht starke Motivation anständig zu arbeiten.
Außer dem finanziellen Verlust droht noch der Verlust des guten Rufes.

Also suchen Sie sich jemanden, der davon lebt, für Bauherren als Interessenvertreter zu arbeiten.
Zum Beispiel Tiefbauplaner.
Das muß nicht ausarten.
Ein Gespräch vor Ort, ein paar Zeilen per Email, eine Zeichnung, eine Baubeschreibung, ein oder zwei Kontrollen vor Ort reichen da manchmal schon. Das kostet ein paar hundert Euro, Geld das Sie wieder durch Vermeidung von Fehlern einsparen.

Wie unterscheiden Sie richtige von falschen Fachleuten:
1. Fragen Sie nach beruflichem Werdegang, Ausbildung und Qualifikation.
2. Fragen Sie nach der Berufshaftpflichtversicherung für diese Tätigkeit, also vorhanden, wenn ja Höhe und Versicherer.
3. Erteilen Sie einen klaren schriftlichen Auftrag, handeln Sie den Preis dafür aus und lassen Sie beides vom AN bestätigen.
4. Was Sie an relavanten Hinweisen bekommen, immer auch schriftlich verlangen.


Wenn Sie eine klare schriftliche Anweisung erhalten, dann tun Sie es auch.

Viele Grüße





Lieber Volker,

Herr Böttcher hatte ja bereits geschrieben:

“Konstruktionsprinzipien und -Hinweise einer Dränanlage hier aufzulisten würde den Rahmen des Forums sprengen.”

und genau so sieht das aus.


>>>“Ich hatte mir erhofft hier über die wesentlichen Eckdaten einer Drainanlage Informationen zu erhalten“<<<

noch mal:

1. Auf Teer hält nichts
2. Noppenbahnen sind kein zulässiger Anfüllschutz (drückt sich beim verfüllen in die Abdichtung und reist diese ab)
3. Die gelben endlos “Dränrohre” sind nicht zulässig (Verlegung mit exaktem Gefälle nicht möglich)

So, und jetzt hören Sie auf zu jammern das Sie hier keine Infos kriegen.
Das Ihr Anbieter kein Fachmann ist sollte für Sie erstmal Information genug sein.

Fachbetrieb, Gutachter oder Restaurator sind alle samt nicht geschützte Begriffe, jeder kann sich so nennen.
Wenn “staatl. Anerkannt” oder “öffentlich bestellt und vereidigt” davor steht wird’s warm, dann dürfen Sie auch von theoretischen Fachwissen ausgehen.

Grüße aus Schönebeck