50cm Backsteinmauer - Wie dämmen ???

13.03.2006



Auch wenn ich auf einer Internetseite für Fachwerkhäuser bin, fühle ich mich mit meiner Frage hier sehr wohl, denn es gibt bereits einige Forenbeiträge zu diesem Thema. Dennoch wurde meine Frage bislang in keinem der Einträge genau beantwortet.
Ich möchte gerne einen Flügel eines alten Vierkanthofes, komplett aus Backstein sanieren. Eine Dämmung von aussen kommt aus optischen Gründen nicht in Frage.
Deshalb plane ich folgenden Wandaufbau von aussen nach innen.
1. ca. 50cm Backsteinwand (vorhanden)
2. Holzständerwerk mit Holzfaserdämmplatte (Pavatex)
3. ca. 8cm eingeblasene Zellulose ins Ständerwerk
4. ca. 1,5cm Lehmputz auf die Holzfaserplatte
Ist dieser Aufbau sinnvoll oder gibt es bessere Möglichkeiten? Hat jemand Erfahrung mit Zellulose an Backsteinwänden?
Vielen Dank.
Timo





Hallo Herr Sachsen,

Dieser Wandaufbau ist durchaus sinnvoll und spricht grundsätzlich nichts dagegen.

Aber es es gibt noch andere Möglichkeiten.

Möglicher Wandaufbau:

- Mauerwerk vorhanden
- Lehmmörtel mind. 10 mm
- Holzfaserplatte (Stärke je nach Wärmeberechnung)
- Lehmgrundputz 3 mm - max. 15 mm
- Gewebe aus Jute oder Glasfaser
- Lehmputz 2 - 5 mm
- Endbeschichtung (Feinputz, Streichputz, Farbanstrich usw.)

Weitere Informationen über diese und andere Ausführungen finden Sie z.B. auf der Seite gutex.de

Grüsse Thomas





Danke für die Antwort,
wenn ich es richtig sehe, dann sind vor allem drei Aspekte von Bedeutung.

1. Die Verwendung diffusionsoffener Materialien
2. Keine Hohlräume
3. Die aufgebrachten Schichten sind möglichst gering zu halten.

Gruß

Timo



Jain,



In der oben beschriebenen Variante mit der Hiolzweichfaserplatte sind nur geringe Dämmstoffstärken machbar. In jedem Falle einen Diffusionsnachweis erstellen lassen.
Die Variante mit der Holzrahmenwand und Zellulosedämmung kann man auch wie ein Haus im Haus betrachten. Dann ist es sinnvoll einen ausreichenden belüfteten Abstand zwischen neuer und alter Wand einzuhalten.
Das Bauvorhaben hört sich wie eine Nutzungsänderung an. Wenn dem so ist, ist ein Bauantrag erforderlich. Auf jeden Fall ist es auch Sinnvoll die Statik im Auge zu behalten und einen Nachweis nach EnEv durchzuführen. Dann weiß man welche Dämmmassnahmen erforderlich sind.





Danke Herr Heim,
meine Absicht war es, die Zellulose direkt zwischen Backsteinwand und Holzfaserdämmplatte zu blasen, um so Hohlräume zu vermeiden.
Gruß
Timo



Das geht



nicht so ganz ohne weiteres, hier gilt was ich schon vorher gesagt habe. Diffusion nachweisen lassen. Außerdem ist es natürlich ganz wichtig, dass die Wand trocken ist.



Innendämmung!



Hallo
Warum wollen Sie den Weg der riskanten Innendämmung gehen?
Die Berechnungen können auch Fehler aufweisen - wäre nicht das erste Mal - und dann "säuft die ganze Konstruktion ab".
Rechnerei hin oder her - der Taupunkt und die "Kälte" wandert von aussen weiter ins Wandinnere und verändert so die Dynamik der Wand und die Temperaturverläufe!

Würde in Ihrem Fall eher auf Wandheizung und oder andere Strahlungsheizsysteme setzen, als die risikobehaftete Variante zu wählen!

Früher hat man Wände gebaut - heute berechnet man sie!
Die alten Wände haben lange gehalten - die neuen müssen es noch beweisen!

Wand - darauf Kalkputz (z.B.solubel.de) oder Lehmputz beides mehrlagig!
Einfach -gesund und nachhaltig passend!

FK





Wenn ich sie richtig verstehe, Herr Kurz, dann sollte ich ganz auf die Dämmung verzichten und statt dessen mehrere Lagen Lehmputz verwenden ??? Und darein eine Wandheizung einputzen ? Empfehlen Sie denn dann das Einputzen von Schilfrohrmatten oder wirklich nur Lehm ?
Gruß
Timo



Innendämmung!



Hallo
Jede Art von Innendämmung holt den Taupunkt bzw. die Kälte nach innen!
Das können Sie beobachten, wenn Sie nur einen Schrank an die Wand stellen!

Die Beate hat als Motto hier so schön den alten Aristoteles zitiert:
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile!

Wand und Fenster und Heizung etc. spielen zusammen.

Oft wird das ganze auseinandergepflückt udn scheinbar "optimiert" um dann wieder zusammengesetzt zu werden!

Ich würde entweder mit Kalkputz (solubel) oder mit Lehmputz arbeiten! (immer mehrlagig) Welches Strahlungsheizsystem ich nehmen würde hängt von den anderen Einflüssen ab - das kann man pauschal nicht sagen!

Aber da können Sie ja noch suchen, wenn Sie die Ausgaben der Innendämmung sparen, dann bleibt Ihnen ja mehr für eine gute Heizung, guten Putz und evtl. noch ne Beratung! :-)

Gutes Gelingen

FK



Früher hat man Wände gebaut



die waren dick, stabil und kalt.
Will man das verändern greift man auf die eine oder andere Art in das System ein. Eine Wandheizung halte ich ebenfalls für sinnvoll, ob es allerdings sinnvoll ist eine ungedämmte Wand aufzuheizen, darüber streiten sich die Gelehrten. Und die "nicht dämm Fraktion" bleibt immer noch einige Nachweise schuldig. Dass das gut gedämmte neue Gebäude funktionieren und einen sehr niedrigen Energieverbrauch haben ist seid langem erwiesen. Das gleiche gilt für sanierte alte Gebäude. Das hier auch viele Fehler gemacht werden können, gebe ich gerne zu. Aber auch in vergangenen Zeiten gab es das gute und soliede Gebäude und auch das mitz wenig können erbaute Haus mit Problemen, an denen immer wieder nachgebessert werden musste.
Ob überhaupt auf eine Dämmung verzichtet werden darf steht noch auf einem ganz anderen Blatt.



Früher - ja früher!



... war alles kalt und ungemütlich und unhygienisch und schlecht.
... und jetzt, wo wir die Segnungen der ENEV haben geht es uns besser!

Na! Spass beiseite und Fakten her!
Sie schreiben, dass neue Gebäude: … einen sehr niedrigen Energieverbrauch haben … und dass … ist seid langem erwiesen!
Haben Sies gemessen: ich meine: Heizkosten oder Gas oder Ölverbrauch vorher und nachher? Oder verlassen Sie sich da auf die Ergebnisse von G+H oder Pavatex?
Ob man sich diese für mich noch fragliche Einsparung nicht mit Bauschäden in ein paar Jahren erkauft muss sich noch herausstellen und es wird sich herausstellen!

Und der Satz: Ob überhaupt auf eine Dämmung verzichtet werden darf steht noch auf einem ganz anderen Blatt. hat auch nicht fehlen dürfen!
Stellen Sie sich vor, die Verordnung hat "nicht Recht" und Sie planen und beraten und es geht "schief"! Was dann? Gehen Sie dann zum Minister A oder B und verlangen Gewährleistungsübernahme? Oder Sie übernehmen eine Berechnung des "Taupunktes" von Firma X oder Y und die stellt sich nach 10 Jahren heraus, dass die damals nicht richtig war! Was dann? Greift dann das Produkthaftungsgesetz? Und Sie sind die Sorgen los?

Und die Märchen / Fabel vom "Pullovereffekt" ist auch nicht stichhaltig!
Wenn sich ein Mensch einen Pullover anzieht wird er doch nicht "warm" oder "wärmer" - er empfindet es auf der Haut "wärmer" - die Körpertemperatur sollte doch konstant bleiben - aus medizinischer Sicht!
Und wenn Sie jetzt einem Haus einen "Pullover" verpassen, wird es doch im Haus selber nicht automatisch wärmer! Oder wie ist das?
Und dann die Innendämmung! Der Vergleich stolpert dann! Dann sollte man den Pullover runterschlucken??

Vergleiche hin oder her!
Die Wände waren früher auch nicht kälter als heute - sondern die Heizung war eine andere! Wenn mann Luft warm macht, dann ist das heiztechnisch nicht so sinnvoll! Wenn man "Strahlungselemente" einsetzt wirds sinnvoller und auch viel gesünder (niedrigere Lufttemperatur) Stichwort: Grundofen; Strahlungsheizung ...

Aber wem schreib ich das?
Das wissen Sie doch längst als Ingenieur!

Sie versuchens so rum - und ich versuchs eben anders herum!

Die Zeit wirds richten!

FK



Es ist



die alte Diskussion. Wir werden vermutlich nicht übereinkommen, obwohl ich immer gesagt habe, dass ich teile ihrer Argumentationen gut nachvollziehen kann.
Folgende Dinge seien aber noch gesagt, weil sie altusehr hinken:
- Ich hab es gemessen
- Die Verordnung von der sie sprechen ist eine Verordnung zur Umsetzung eines Gesetzes, und damit genauso bindend wie das Gesetz, dass ihnen verbietet bei Rot über eine Ampel zu fahren oder mit 100 durch eine Ortschaft zu brettern.
- Wie sieht es mit ihrer Haftung aus, wenn sich herausstellt, das ihr Gebäude nicht der EnEV entspricht.
- Wer spricht davon, dass ein Mensch wärmer werden soll wenn er einen Pullover anzieht, er benötigt nur weniger Energie um die Temperatur zu halten. Abgesehen davon kann in bestimmten Fällen (Krankheit) der Mensch, wenn er sich zu "warm" anzieht tatsächlich zu warm werden. Dann nämlich, wenn er Fieber hat, kann jeder Kinderarzt bestätigen. (verschluckter Pullover :-))).
- Natürlich waren die Wände früher kälter. Eine ungedämmte 40 cm starke Ziegelwand selbst bei lang anhaltender Sonnenbestrahlung und einem normalen Heizsystem 16°-17° (mit einem Ofen - nicht Kachelofen oder Grundofen - wird's noch schlimmer gewesen sein, konnte ich noch nicht messen) während man mit einer guten Dämmung in der gleichen Situation die 19°-21° duchaus herstellen kann. (gemessen von mir, nicht von G+H oder Pavatex)



Von einem Laien für einen Laien ;-)



Ich vermisse hier etwas die Version mit den Leichtlehmsteinen die von innen als zweite Wand ohne Luftschicht vor die alte Wand gesetzt wird!? Ist das nicht der optimale Kompromiss zwischen Dämmung und Nachhaltigkeit für die Bausubstanz? Dann eine Wandheizung oder Sockelleistenheizung in den Lehmputz darüber und fertig ist das Haus mit annehmbaren Heizkosten, oder?

mfg Konstantin Petker



OK



50 mm Holzweichfaserplatte entspricht vom Dämmwert einer 130 mm Leichtlehmschicht mit der Rohdichte 400 kg/m³ oder 270 mm bei einer Rohdichte von 800 kg/m³. Kann man machen, man muss sich allerdings ein paar Gedanken zu Konstruktion und Statik machen.



Keine Innendämmung, sondern Fußleistenheizung oder Temperierung



würde ich bei 50cm Backstein-Außenwand vorschlagen.
Wenn dämmen,dann eine gute Dach/Speicherdeckenisolierung und die Decke über KG (EG-Fußboden) gut isolieren.
Bei Wandheizung muß zwingend eine Innendämmung drauf (die den Taupunkt nach innen holt).
Ich stimme der K-Werte-Kritik (mit ungeklärter Tauwasserproblematik, da nur gerechnet wird) bei diesem Projekt in vollem Umfang zu.



nicht nur der Dämmwert



wenn man sich doch in diesen interessanten thread noch mit einmischen darf...

M.E zählt nicht nur der Dämmwert. Die Diskussion um die geeignete Massnahme wird zu oft darauf reduziert. Auch der Hinweis auf einen diffusionsoffenen Aufbau für so eine Wand führt auf die falsche Fährte. Speicherfähigkeit und Materialverträglichkeiten gitl es auch noch zu berücksichtigen. Der Feuchtedurchgang durch eine Ziegelwand findet kapillar statt, man sollte also einen kapillar wirksamen Aufbau wählen, wenn man schon in das komplexe Zusammenspiel der raumklimatischen Bedingungen eingreifen will.

Daher würde auch ich, (wenn überhaupt bei einer 50 cm dicken Zeigelwand) eine lehmgebundene Dämmschicht einbauen, z. B. Leichtlehmsteine und mit einer Wandheizung versehen.

in einem ähnlichen Fall habe ich kürzlich eine zweite Ziegelwand innen davorgestellt (die Wand sollte insgesamt 66cm dich werden) und den etwa 6 cm dicken Hohlraum mit sehr leichtem Strohlehm hinterstopft (foto)

Im Übrigen ist die ganze Diskussion auch eine um Lebens-, Komfort- und Heizgewohnheiten. Früher war man offenbar einfach bescheidener und ist mit weniger ausgekommen. Kalte Wände- warme Wände- vielleicht gibt es auch was dazwischen, und mit etwas mehr Genügsamkeit fühlt sich die Wand gleich viel wärmer an.



@Jan Hülsemann



gerne gebe ich ihnen recht, in ihrer Darstellung, dass nicht nur die Dämmung zählt. Es ist aber genauso falsch jedwede Dämmmassnahmen abzulehnen. Wie Klaus Schillberg aufzeigt kann man erforderlich Dämmungen auch an anderer Stelle unterbringen. Trotzdem halte ich es für sinnvoll Massnahmen zu ergreifen, die Wandoberflächentemperaturen zu erhöhen, bzw. die Dämmsituation solcher Wände zu verbessern.
Dies kann natürlich auch über Heizflächen geschehen, aber aus meiner Sicht nicht ohne Dämmung, wobei diese entsprechend ihrem Vorschlag durchaus auch aus einem Leichtlehm bestehen kann. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll die Dämmsituation des gesamten Gebäudes einer Untersuchung zu unterziehen und es fällt mir schwer Gründe zu finden, warum dann die Gebäudetechnik und die Dämmsituation nicht auf einen Standard gebracht werden sollte, wie er von der EnEV gefordert wird und man sich beim Einzelbauteil an den wesentlich moderateren Grenzwerten der DIN 4108 orientiert.

Bezüglich der Genügsamkeit, gehe ich aber davon aus, dass sich die Genügsamkeit vergangener Generationen mehr an dem orientierte was der Geldbeutel und die damals zur Verfügung stehende Bautechnik hergab, als dass diese Genügsamkeit einer Lebenseinstellung entsprang.



Energiesparen ist doch das Ziel!



Da waren uns die Altvorderen meilenweit überlegen!
Die praktizierten das Energiesparen, weil sie wie alle Menschen eigentlich Faul waren!
Die hatten keine Lust unnützerweise Holz zu mahcne, das zu spalten, dann es zu trockenen und zu lagern um es dann einzuschüren! Wenn man das bedenkt, haben die aus wirtschaftlichen Gründen gespart!
Heute rechnen wir irgendwas aus, stecken Energien und Kapital in fragwürdige Massnahmen und "glauben" daran Energie zu sparen! Nur nach dem Motto: Money makes the world go round! Vergegenwärtigen Sie sich mal: Wer hat denn am meisten davon?

Dann schreiben Sie:
"Es ist aber genauso falsch jedwede Dämmmassnahmen abzulehnen"
Glauben Sie tatsächlich daran, dass die "Alten" nur "blöd" waren? Und die Segnungen nur durch die Technik zu erreichen sind? Und welche Segnungen sind das?

Ich sehe das im Zusammenhang und philosophischer!
Ich hinterfrage das und glaube nicht alles, was die uns erzählen wollen!

Nur immer weiter so!

FK



Excurs Genügsamkeit



Natürlich haben Sie Recht, Fred Heim, wir ringen ja um die beste Lösung für diese alte Problematik.

Natürlich haben die Menschen zu jeder Zeit das Optimum an Komfort und Behaglichkeit haben wollen, was machbar und bezahlbar war.

Noch nie gab es jedoch soviel Wahlmöglichkeit wie heute, und noch nie in dem Masse wie heute die Verlockung, über unsere tatsächlichen materiellen Möglichkeiten hinaus auf Pump das zu nehmen, was uns das Leben behaglicher macht.

Vor diesem Hintergrund scheint mir etwas mehr an Genügsamkeit durchaus ein Beitrag zur Energieeinsparung zu sein, denn es geht nicht mehr nur um das technisch Machbare wie zu früheren Zeiten, sondern um Beschränkung auf das was dauerhaft "richtig" ist.

Dies nur am Rande, hilft einem Fragesteller ja auch nicht wirklich weiter, aber etwas Nachdenklichkeit ab und zu ist auch nicht schlecht bei seinen Entscheidungen. Ich meine, im Vergleich, leben wir in Deutschland einen Standard, den wir und nicht mehr leisten können, und der Preis, den wir für den Fortschritt incl. Enev bezahlen, ist einfach zu hoch.

Weniger ist mitunter mehr.
jan



Wir würden heute nicht mehr dämmen.



Speichergebäude, Grundfläche 220qm, Wandstärke 50 cm Vollziegel, drei Wände innen gedämmt (10 cm Rockwool 035, Dampfbremse, Rigips) eine Wand natur ohne Dämmung und ohne spürbaren (?) Kälteeindruck.

Gruss Eckard



Jetzt ist mein ganzer Beitrag verschwunden !??



Jan Hülsemann kann ich bezgl. des letzten Beitrags fast vollständig zustimmen. Aber Genügsamkeit kann ich mir nur selber verordnen. Energieeinsparungen kann ich dadurch nicht erreichen. So bliebe dann, wenn ich die Energieeinspargesetzgebung aushebele nur, darauf zu warten, dass die Energiequellen versiegen, denn dann wird sich die "Genügsamkeit" von alleine wieder einstellen. Nun muss ich aber sagen, dass wäre nicht mnein Weg. Ich suche nach anderen Möglichkeiten und ich nehme an, dass tun sie auch.

Ach, Florian Kurz, wann hab ich jemals behauptet das die "Alten nur blöde" waren. Ich habe lediglich gesagt, dass die vorigen Generationen genauso wie wir ihre technischen und gesellschaftlichen Probleme hatten und sie haben versucht diese Probleme so zu lösen, wie sie eben konnten bzw Möglichkeiten hatten. Den Stein der Weisen hatten sie jedenfalls genauso wenig wie wir. Und wenn sie hingehen und die Probleme mit einer Wandheizung, Fussleistenheizung oder ... aus der Welt schaffen nutzen sie ebenso wie ich, eine heutige Technik um ein Problem das es schon gestern gab zu lösen. Die Frage die bleibt ist: Mit welcher Methode verbrauche ich wieviel Energie? Und mit welcher Methode erreiche ich das zu wünschende gute und gesunde Raumklima?

Jedenfalls möchte ich mich bei Jan Hülsemann und Florian Kurz für die angeregte Diskussion bedanken. Ob wir aber Timo Sachsen damit weiter geholfen haben?

Eckard Zöllner möchte ich fragen, warum die eine Wand nicht gedämmt wurde und warum er heute nicht mehr dämmen würde.



Antwort an Fred Heim



Die ungedämmte Wand grenzt einen Einzel-Büroraum (hinter der rechten Glaswand) und das Grossraumsekretariat nach aussen ab.

Auch meine Befürchtung war, dass diese Räume an dieser Seite kalt sind, bzw. die Wand einfach kalt strahlt. Alle Räume sind nur durch Fußbodenheizungen geheizt.

Hat sich nicht bestätigt. Ein direkter Vergleich ist in dem Büroraum im Vergleich zu den anderen gedämmten Büroräumen vorhanden. Die Fußbodenheizung läuft dort mit gleicher Vorlaufeinstellung.

Das Ganze war ein gestallterischer Kompromis, um den Speichercharakter im Innenraum zu betonen. Die Innenarchitekten haben für das gesmmte Büro einen
Preis der Deutschen Bank Bauspar AG (Neues Leben in alten Gebäuden) erhalten, was auch Motto dieses Forums ist. Kompromisse sind dann unumgänglich. Die ungedämmte Wand wirkt zumindest wärmer als die gedämmten Wände;-)

In meinem persönlichem Büro (zweites von rechts ohne ungedämmte Aussenwand) würde ich mir aus heutiger Sicht eine Backsteinaußenwand wünschen. Dies ohne ein Fan von Konrad Fischer zu sein, der zu diesem Thema bestimmt noch ganz andere Auffassungen hätte. Jedoch bin ich auch nunmehr (nach 8 Jahren Nutzung) der Auffassung, dass der Dämmwert dieser 50cm Wand abseits theoretischer Vorschriften (wahrscheinlich bei geringfügig höherem Energiebedarf)ausreichend ist.

Gruss Eckard



nochmal zurück ...



... zu Konstantin Petkers Beitrag (ein paar Seiten weiter oben).

Ich habe für mein Problem (70cm Feld/Bruchsteinwand), aussen denkmalfassed->keine Aussendämmung eine ähnliche Lösung ins Auge gefasst:

- Wand
- direkt Leichtlehm drauf, dadurch Ausgleich der sehr unregelmässigen wandstruktur
- darauf quasi "schwimmend" gutex holzfaserplatten (oder pavatherm, aber gutex ist bei uns in der nähe und die sind doch vergleichbar, oder)?
- darauf putz mit wandheizung

macht das Sinn?

:-) Christoph

ps: sorry wenn das doppelt kommen sollte. Ich hatte es schon mal getippt, aber irgendwie ist es nicht mehr zu sehen gewesen...



die Masse machts ...



Hallo
Wenn Sie eine so dicke Massewand haben würde ich Ihnen empfehlen NICHT zu dämmen!
Das Geld könenn Sie sich sparen m.E.
Die "Dämmschicht", die Sie da vorhaben, macht dass keinerlei Strahlungswärme, die evtl. durch einen Strahlungsanteil Ihrer Heizung (wichtige Entswcheidung!!!) entstehen kann, zusätzlich sekundär als Strahler wirken kann!
Manchmal kann es auch sinnvoll sein, wenn die Wände unverputzt bleiben oder mit Kalkputz verputzt werden!
Das kann man nich - wie so vieles - pauschalisieren!
Sparen Sie sich das "Dämmgeld" und legen Sie's in einer Strahlungsheizung an!
Als Gesamtkomplex sollte man Sanierungen planen!

FK



Sparen ist ja immer gut ... :-)



Danke für die konkurrenzlos schnelle Antwort!

> Das Geld könenn Sie sich sparen m.E.

> Die "Dämmschicht", die Sie da vorhaben, macht dass
> keinerlei Strahlungswärme, die evtl. durch einen
> Strahlungsanteil Ihrer Heizung (wichtige Entswcheidung!!!)
> entstehen kann, zusätzlich sekundär als Strahler wirken kann!

Ok, was heisst aber "weglassen"? Die rohe Wand ist reichlich "uneben" (das ist wirklich freundlich ausgedrückt), da hätte ich schon gerne einen Verputz. Und die Wandheizung möchte ich auch ungern einfach "vor der Wand stehen" haben, wie es KF wohl immer empfiehlt. Also den gleichen Aufbau nur ohne Gutex Platte? Oder nur Leichtlehm hinter Schilfschalung?

> Manchmal kann es auch sinnvoll sein, wenn die Wände
> unverputzt bleiben oder mit Kalkputz verputzt werden!
> Das kann man nich - wie so vieles - pauschalisieren!
Stimmt, will ich auch garnicht. Ich hätte es nur gerne für _mein_ Haus gewusst ;-)
Wovon hängt das ab?

> Sparen Sie sich das "Dämmgeld" und legen Sie's in einer
> Strahlungsheizung an!
"Strahlungsheizung" == Wandheizung?
oder
"Strahlungsheizung" == Kachelofen?
oder wie?

> Als Gesamtkomplex sollte man Sanierungen planen!
Ja, das Gesamte scheint mir hinreichend komplex und ich plane es ja....
... aber was ist damit jetzt konkret gemeint? Was muss ich noch in die Überlegungen einbeziehen, was ich bisher vernachlässigt habe?

Grübel, Christoph



Masse dämmt keine Wärme



Hallo,

Masse dämmt keine Wärme, sie speichert sie allenfalls. Wärmespeicherung und Wärmedämmung sind physikalisch voneinander unabhängige Materialeigenschaften. Dazu ein anschauliches Beispiel: Betrachten sie 2 50 cm starke Wände, wobei eine aus Eisen und die andere aus Styropor besteht. Obwohl die Wand aus Eisen eine etwa 8 mal so hohe Masse besitzt, "dämmt" sie rund 2000 mal schlechter als die Wand aus Styropor (Lambda Fe=80 W/mK, Lambda St.=0,04 W/mK).

Da die Thematik der Innendämmung recht komplex ist, empfehle ich Ihnen die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Architekten oder Ingenieurbüro. Lassen Sie sich vorher ruhig mal Referenzen nennen. Zusammen kann man bei Ihnen vor Ort unterschiedliche Lösungen für den Wandaufbau samt Heizung diskutieren und durchrechnen. Ich denke, dann haben Sie auch mal brauchbare Zahlen, um die Kosten und den Nutzen einer Innendämmung beurteilen zu können. Über die Risiken der Innendämmung wie z.B. Schimmelbildung in und auf der Wand finden Sie hier im Forum ausreichend Lesestoff.

Gutes Gelingen!