Wärmedämmung, Fachwerkwand, schief

13.07.2004



Hallo an alle,
komischerweise finde ich keinen entspr. Eintrag, daher:
Anfang Oktober (oder ggf. später) brauche ich ein bezugsfertiges Kinderzimmer (:-) Meine Außenwände im OG bestehen aus Eichefachwerk mit guten Lehmfachungen. Wie immer keinerleih Wärmedämmung und 'leider' schief. Mein Plan: Ich will die Wände mit C-Stahlprofilen abstellen (dabei gleich ausrichten). Zwischenraum zur Wand mind. 6 cm, auf die Profile kommen raumseitig 6cm Heraklithplatten (Magn.gebunden) mit anschl. Lehmputz. Als Wärmedämmung dachte ich an eine geblasene Zelluslosefüllung. Zuerst dachte ich an 4x6er Holz, bin aber jetzt der Meinung dass die Profile schneller, besser günstiger und gerader sind..... Jetzt die übliche Frage: WIE MACHT IHR DAS??



Viele Wege führen nach Rom



Hallo ersteinmal
Die Variante, die du beschrieben hast ist eine von wahrscheinlich zahllosen Möglichkeiten.
Allerdings würde ich mir zu allererst einmal die Wand genauer anschauen, die schon vorhanden ist. Welche Wandstärke, gibt es Schäden etc..
Grundsätzlich ist eine Innendämmung an Fachwerkgebäuden immer mit Sachverstand herzustellen. Dazu gehört auch eine Einschätzung zum möglichen Aufbau einer solchen Innendämmung. Besonders wichtig ist, darauf zu achten, das in der Konstruktion kein Tauwasser ausfallen kann, das dann die Konstruktion schädigen kann.
Bei Metallteilen in einer diffusionsoffenen Konstruktion kann es aufgrund der Materialeigenschaften schon eher zu einem solchen Problem kommen, als bei einem Holzständerwerk. Ausserdem ist das befestigen einer Sauerkohlplatte auf Metallständerwerk sehr mühselig, da sich die Ständer sehr leicht wegdrehen und die Platte aufgrund ihrer Zusammensetzung genug Spiel für dei Schraube bietet, um sich so richtig aufzuregen.
Aber noch mal, viel wichtiger ist es einen geeigneten Aufbau zu finden.
Wahrscheinlich ist eine Leichtlehminnenschale, gemauert oder gestampft, besser geeignet.
Um das beurteilen zu können, sind mehr Informationen nötig.



Wärmedämmung, Fachwerkwand, schief



Hallo Ralf,
die Wände sind substanziell OK. Der Lehm ist fest, die Balken sind nicht angegriffen. Mein Zelluloseplan hat sich geändert: ich denke auch mittlerweile, dass Leichtlehm besser ist (hauptsächlich wegen Mäusen unde der Chemie in der Cellulose...) Die Metallkonstruktion soll mit 'Abstandhaltern' befesigt werden, es gibt gute Systeme für CI-Profile etc. Gegen die Ständer will ich mit einer 2mm Kunstsoffplatte isolieren, Schrauben: V2A. Die Heraklithplatten sind 60mm stark und Magnesiumgebunden, also ziemlich fest und daher hoffentlich gut schraubbar. Wielange muß denn die Wandisolierung trocknen (mitlere Schichtstärke vielleicht 6-8 cm)??



Wärmedämmung Fachwerkwand



Eine Leichtlehmschale an der Innenseite der Außenwand ist bestimmt die bessere Wahl. Allerdings möchte ich noch mal darauf hinweisen, das Trockenbauprofile in der Konstruktion nichts zu suchen haben. Auch die 2mm Kunstoffplatte ist völlig fehl am Platze. Der vorteil bei einer Lehmwand ist der diffusionsoffene Aufbau. Selbiger sorgt für ein gesundes Raumklima und gewährleistet einen Austausch mit der Außenwelt. Neben dem Problem mit der möglichen Feuchtigkeitsentwicklung durch das Oberflächentemeraturgefälle ist auch durch die evtl. vorhandene Feuchtigkeit mit Rostbildung zu rechnen. Diese würde dann von den Schraublöchern aus losgehen.
Trocknungszeiten sind immer relativ und hängen von den Umgebungvariablen ab. Als Orientierung kann man aber von ca. 1,0 cm pro Tag ausgehen.
Grundsätzlich empfehle ich mit dem Experimentieren aufzuhören und einen Bauphysiker zu konsultieren. Schon allein um nachhaltige Schäden an der Konstruktion zu verhindern.
M.f.G.
Ralf Femmer



Die Dämmung an der Wand



Hallo,
vorallem: "Servus Ralf". 'Experimentieren' muß man wohl immer ein wenig, denn eine richtige Wissenschaft mit mathematischen Ergebnissen sind unsere Häuser ja nicht. Problem: je mehr Fachleute man fragt, desto mehr Menungen kommen zusammen. Grundsätzlich treffen sich aber 'alle' wieder bei der Leichtlehmfüllung. Mittlerweile hat sich rausgestellt, dass meine Wände schon einmal mit einer 2. (etwa 3cm) Lehmschicht verputzt wurden. Ich scheue mich noch davor die etwa 40m² etwa 6-8 cm stark mit Leichtlehm zu dämmen, da der Lehm damit ein recht großes Gewicht einbringt. Mit Holzständern (statt CD-Profilen) würde der Wandaufbau noch stärker. Hat irgendwer Erfahrungen mit Dämmstoffen wie z.B. "ceralith A oder W" gemacht? Vielleicht ist eine Schüttung doch sinnvoller......... Mein Architekt ist schon lange ausgestiegen, solche Sachen sind einfach zu speziell. GRUSS - Jörg