nasse Granit-Bruchsteinwand - dauerhaft trockenlegen?

01.10.2004



Hallo zusammen,
wir grübeln nun schon eine Weile über diesem Thema:
Wir haben - optimistisch wie wir sind - uns wissentlich in ein wohl lebenslanges Abenteuer gestürzt und haben nun ein denkmalgeschütztes Haus welchem leider seit etwa 8 Jahren das Dach fehlt (der Vorbesitzer hatte scheinbar keinen wirklichen Bezug zu dem Haus)...Langsam wächst auch die Planung, aber wir haben noch ein dickes Problem bei dem wir bisher noch nicht bereit sind auf die wohlgemeinten "nimm einen Bagger"-Ratschläge zu hören: Eine Wand (20m lang) besteht aus Granit-Bruchstein (60 dick). Die wollten wir eigentlich später von außen sichtbar haben.

1. Problem: Wenn die Wand dermaßen lange im Regen/Frost stand, stellt das ein Problem dar? (es sind keine Steine rausgefallen, sie hat keine Risse, sie ist gerade aber selbstverständlich naß)
2. Problem: wir wollten sie wie gesagt nicht abreißen - wenn möglich - aber wie vermeidet man, daß sich später innen das Kondenswasser niederschlägt (aus dem Bekanntenkreis bekanntes Problem)?
3. bei guter Wärmedämmung (das Haus steht sehr frei in der Landschaft)

Wir wären Euch echt dankbar wenn Ihr eine Idee zu dem Thema hättet.

Danke!
Britta



Bruchsteinwand



Guten Morgen,

da die dicke Bruchsteinwand eine riesige speicherfähige Masse darstellt, an den der Körper immer Wärme abgibt, bleibt ein ungedämmter Raum unbewohnbar.
Wenn ich davon ausgehe, daß kein Holz in der Wand liegt, muß dieses auch nicht vor Feuchtigkeit geschützt werden, dem Granit ist sie egal.

Daraus folgt, daß eine Wärmedämmung nicht von außen erfolgen kann, weil die speicherfähige Masse zu hoch ist, gegen die man anheizen möchte. Sie brauchen also eine Innendämmung.
Zusätzlich wäre ein Feuchtigkeitsschutz von außen und eine periodische Austrocknung wünschenswert.

Fangen wir mit letzterem an:
ist der Dachüberstand groß genug?
kann man vielleicht eine "Kübbung", also ein Schleppdach anbauen ?
Kann man im Winter Holz vor der Wand stapeln und im Sommer die Sonne draufscheinen lassen ?

Die Innendämmung kann nach zwei unterschiedlichen Prinzipien hergestellt werden:
1. Kapillaroffen und kapillaraktiv, d.h. Feuchtigkeit wird nach innen herausgezogen, das kann man erreichen mit z.B Klimasan-Perlit-Putz - in größtmöglicher Stärke mehrlagig - mit einer Leichtlehminnenschale und zusätzlichem Kalkputz oder mit in noch feuchten Putz eingebetteten Holzweichfaserplatten.

2. Dampfsperrend und nicht kapillaraktiv mit Schaumglas-Wandbauplatten. Dann kann die Wand eben nur mit Hilfe von Sonne und hoher Außentemperatur nach außen abtrocknen. Sie wird dadurch aber nicht schadhaft, wie es eine Fachwerkwand
würde. Zusätzliche Feuchtigkeit durch Tauwasser oder Kernkondensat von innen her fällt wegen der Sperrwirkung nicht an.

Die oft diskutierte "Atmungsfähigkeit" spielt bei diesem Aufbau keine Rolle. Diffusion findet durch eine 60 cm dicke Granitschale ohnehin kaum statt.

Welche Lösung Sie wählen, hängt dann von Ihren persönlichen präferenzen ab.

Mit besten Grüßen



Massivwand mit oder ohne Dämmung?!



Über die Vorteile einer Massivwand ohne Dämmung
http://www.konrad-fischer-info.de/7temper.htm





Danke für die Antwort und die Ideen!
Das läßt uns nun - auch was die Bruchsteinwand angeht - optimistisch sein!

Ganz vielen Dank also,
viele Grüße
Britta