Innenwände sanieren? Alles bröckelt!!!

29.06.2007



Hallo zusammn,
trotz ausführlicher Lesearbeit hier im Forum bin ich leider immer noch nicht weitergekommen und möchte darum nun fragen.

Wir wohnen in einem Fachwerkhaus mit Bj. 1673, im Laufe der Zeit ist unendlich angebaut worden - es sind also alle möglichen Wände von Fachwerk bis Betonmauer vorhanden.

Ich möchte nun zwei Zimmer sanieren, und hatte mir das bis vorhin enfacher gedacht ;o)


Also, folgendes ist nach tagelangem Tapetenablösen zu sehen... ( in erster Linie brauner Staub... ;o) )

Zimmer I ( Hausecke)
- eine Aussenwand mit Rigips verkleidet, scheinbar ordentlich
- die andere Aussenwand mit festem Material verputzt (?), dort bröckelt es nur an den Stellen wo vor Jahren mal neue Fenster eingestetzt wurden
-Innenwand zum Flur hin: ebenfalls fest verputzt, bröckelt leicht, nur neben der Tür sehr stark, hier fällt quasi alles alleine ab, es ist ein großer Balken zum Vorschein gekommen der zwischen Tür ( sehr alt, scheinbar original, da es eine Metallschlaufe gibt um einen Holzbalken als Verriegelung vorzuschieben) und Wand sitzt
- Zwischenwand der beiden Zimmer bröckelt extrem, ebenfalls bis auf das Stroh


Zimmer II
- Aussenwand bröckelt leicht, vorallem am Fenster ( siehe oben),
- Zwischenwand zwischen den beiden Zimmern bröckelt leicht, an einer Stelle stark, hier ist ein Balken zu sehen, allerdings hat dort jemand mal ein Gitter drüber gegipst und ich will da nicht dran gehen - wer weiß was dann noch alles abfällt
- Innenwand zum Flur hin bröckelt stark, dort hab ich neben der Tür ebenfalls einen Balken entdeckt, allerdings höher als im anderen Zimmer


Wie kann ich diese losen Wände wieder herstellen?
Möchte eigentlich als Endergebnis einen schönen Putz ( Baumarkt, mit extra Farblasur für Effekte) und Tapete ( Vliestapete) anbringen.
Was ist davon zu halten? Schnapsidee oder machbar?

Ausserdem würd ich gerne die sichtbaren Balken nicht wieder überarbeiten - finde, dass die zum Charakter des Hauses passen.

Wäre es möglich eventuell das Gefach ( ist das so richtig?) zwischen den Balken an der Zwischenwand zu lösen und nur die Balken stehen zu lassen? Die müssen ja schließlich bleiben, sonst fällt das Haus ein :o). Ausserdem weiß ich nicht, ob ich mit dem lösen des Gefaches die stabilität ruiniere. ( Denkmalgeschützt ist die ganze Geschichte übrigens auch noch...)

Würde gerne eure Meinung hören was sinnvoll ist und was nicht, bzw. was gar nicht durchführbar ist.

Vielen lieben Dank im voraus für alle Antworten!!!



...doch noch was gefunden



...also, hab doch noch einige Antworten gefunden. Nicht das es hinterher Ärger gibt, dass ich nicht erstmal selber suche ;o)

-Tapete scheint ja nicht so der Hit zu sein - wie ist das denn, wenn auf dem Fachwerk noch Putz ist der sogar hält? Den würd ich nicht abmachen wollen, das übersteigt meine Möglichkeiten.

-das Gefach kann ich wohl rausnehmen, allerdings sollte man wohl erst gucken an welcher Stelle und, ob sic das lohnt ( sprich das Gefach fällt von allein raus oder sitzt bombenfest )

Komme leider trotzdem noch nicht weiter was die Sanierung der Bröckelstellen betrifft...

Bin noch in der Ausbildung, hoffe also auf euren Rat was das Selber-machen angeht...

LG
Katrin



Innenwände sanieren



Hallo Katrin,
mein Rat ist folgender:
Entweder Ihr wurstelt weiter so wie Eure Vorgänger an dem Haus herum oder Ihr geht die Sache professionell an.
Holt Euch einen guten Planer mit Erfahrung in der Altbausanierung.
Lasst Ihn eine Zustandsanalyse anfertigen.
Sagt ihm, wie Ihr Euch die weitere Nutzung vorstellt bzw. welche Wohnbedürfnisse Ihr habt.
Dann könnt Ihr mit ihm darüber nachdenken, was wann und wie gemacht wird, das bringt er dann zu Papier.
Ihr könnt die 500 - 1.000,- € dafür natürlich auch in den Baumarkt tragen.
In Pisa waren vor 600 Jahren die Bauherren auch stolz, das sie ein paar Solidi für die Baugrunduntersuchung gespart hatten...

Viele Grüße
Georg Böttcher



Kelle in die Hand und lernen



Hallo Katrin,

wenn ihr das Haus gemietet habt: Soll der Vermieter sich drum kümmern, daß neu verputzt wird.

Wenn es euer Eigentum ist: Verputzen ist nicht soo schwer, das kannst du selbst. Beim Baustoffhändler gibt es fertigen Lehmputz, nur noch Wasser dabei und umrühren.
Bevor du etwas machst, lad dir deinen Denkmalpfleger ein, der hilft dir, nichts falsch zu machen.

Gruß
Michael



Lehm und Vliestapete



Hallo Katrin!
Als die Vliestapeten auf den Markt kamen, haben wir auch eine solche für den Flur erstanden - da wir den Flur nicht alle Jahre wieder tapezieren wollen (vom Keller bis zum Dach sind es über 10m!!) haben wir "Qualität" kaufen wollen - im Prinzip haben wir das Geld falsch angelegt und der größte Teil ist schon wieder in der Tonne gelandet :-( Vliestapeten sperren die Feuchtigkeit ab, damit sammelt sich hinter der Tapete die natürliche Feuchtigkeit, entweder es kommt zu Schimmel oder die Tapete löst sich von der Wand.
Du schreibst, dass der Rigips scheinbar ordentlich aussieht - was, wenn hinter dem Rigips auch schon Sporen sind - in meiner Galerie kannst Du Rigips sehen, wie er sich nach der Demontage aufgelöst hat.
Überlege bitte, ob Du - kurzfristig - ein optisch "schönes" Ergebnis haben möchtest, oder aber, ob es nicht sinnvoller ist, wie Georg und Michael schrieben, Dich an einen Profi MIT Altbausanierungskompetenz wenden solltest.

Wir hier ärgern uns heute noch um die weggeworfenen 600 DM des Flurs - die ca. 3fache Arbeitszeit darf man gar nicht rechnen.

Lieben Gruß
Silke



Das Haus...



...ist Eigentum, schon seit es gebaut wurde. Leider ist meine Oma vor einigen Wochen verstorben, und sie war die letzte die wirklich alles über das Haus wußte.

Das Problem ist, dass immer Handwerker beauftragt wurden, und diese scheinbar überhaupt keinen Plan hatten wie sie ein Fachwerk renovieren müssen bzw. dürfen.

Leider übersteigt es meine Mittel alles so zu sanieren, dass es 100%ig korrekt ist - natürlich muß trotzdem drauf geachtet werden, dass sinnvoll saniert wird, a es natürlich sonst keinen Sinn macht.

Dieser Lehmputz - kann ich darüber den Ziergips bzw. diesen Zierputz aus dem Baumarkt auftragen? Oder kann der Lehm dann nicht mehr atmen? In diesem Fall geht ja dann lt. Forum auch keine Normale Wandfarbe...

Und wie sieht das mit den bereits verputzten Wänden aus? Der Putz ist an drei Wänden quasi noch perfekt, ausser an kleineren Stellen. Dort bröckelt es auch nicht wenn ich etwas klopfe - hier Tapete oder Putz möglich? Die Wand ist ja quasi schon "versaut" :o( und das kann ich unmöglich alles neu machen - bin hier leider der einzige der Zeit und Geduld für sowas hat und kann leider auf keine familiäre / freundschaftliche Hilfe zurückgreifen)

Wir wollten, um Laminat Verlegen zu können ( der Boden ist in einem Zimmer extrem hügelig) eine Schüttung von Fermacell ( extrem leicht) aufbringen, dann Verlegeplatten und darüber dann mit Trittschalldämung das Laminat. Was ist von der Idee zu halten? Alles mit gutem Randabstand, damit Haus und Boden arbeiten können.
Teppich geht leider nicht, ich habe einen großen Hund, und die ursprünglichen Bodendielen ( die ich ja gerne hätte ) sind unter Holzplatten verschwunden und ich-weiß-nicht-wie befestigt - jedenfalls sehr fest :o(

LG Katrin



Zierputz



Liebe Karin!
Wenn du Lehmputz aufträgst benötigst Du nicht noch zusätzlich eine Zierputz es gibt die Lehmputze schon farbig fertig und Strukturen lassen sich auch mit einarbeiten.
Somit würdest Du nur Geld zusätzlich ausgeben was nicht nötig ist .
Gips und Lehm gehört nicht zusammen,da Gips eine andere physikalische Wirkung hat.
Lieben Gruß
Silke