Brandwand in Holztafelbauweise

10.05.2005



Sehr geehrte Damen und Herren,
im Rahmen meiner Diplomarbeit möchte ich herausfinden, ob Brandwände in Holzrahmenbauweise überhaupt möglich sind, ob es schon eine bauaufsichtliche Zulassung für solch ein Bauteil gibt.
Bei dem von mir zu bearbeitenden Gebäude handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus der Gebäudeklasse 5 in Berlin, da wird es sowieso schon schwierig mit der Verwendung von Holz!

Ich Bitte um Hilfe und Tipps

MfG Nancy



So weit ich informiert bin



hat die Firma Fermacell eine Zulassung.



Prof. Winter als Suchbegriff



Heraklith hat ein F90 Prüfzeugnis. Das Problem ist nur: wenn man sich die Bedingungen unter denen der Prüfbescheid erteilt wurde genau durchliest, gilt das Zeugnis für Wandelemente, die in einene Stahlbetonkonstruktion ähnlich wie beim Brandversuch eingebaut sind. Wohl nicht ganz die Art, wie man Holzhäuser baut. Ich bin vor einigen Jahren auf diese Sache gestoßen, habe bei Heraklith angefragt was denn nun zu tun ist, da ich das Prüfzeugnis wie oben angegeben verstehe. Mir wurde versprochen, dass sich jemand meldet und eine Gutachterliche Stellungnahme zuschickt, die die Anwendung im "normalen" Holzrahmenbau bestätigt. Ich habe bis heute nichts von Heraklith gehört. Die Bauaufgabe habe ich mit einem Fermacell-system geplant.
Prof. Winter (Uni München und Uni Leipzig) ist einer der Experten auf diesem gebiet. Es gibt in diese Richtung auch Veröffentlichungen und Forschungsberichte der DGfH und die Hefte des Informationsdienst Holz sind auch nicht schlecht.
Weiterhin findet man in alten ausgaben der fachzeitschrift "die neue quadriga" oft Beiträge zu Brandschutzund mehrgeschossigem Bauen.
Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold



Brandwand



Vielen Dank für Ihre Antworten.
Sicherlich ist es mit den fermacell-Produkten möglich, eine F90-B - Wand herzustellen, aber eine Brandwand muss doch zusätzlicheiner Stoßbeanspruchung stand halten und eigendlich, so dachte ich, aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen, die tragenden Bauteile bestehen nun aber aus Holz.

MfG
Nancy



Am Besten



mit der Fa. Fermacell in Verbindung setzen und Zulassung besorgen.



Brandwand in Holztafelbauweise



Die Ausbildung einer Brandwand in Holztafelbauweise ist nicht möglich. Sie scheidet aus, da Brandwände neben dem Feuerwiderstand von mindestens 90 Min., in ihren Haupttraggliedern (also in unserem Fall den Holzständern) aus nicht brennbaren Materialien hergestellt sein müssen, was bei Holz ganz offensichtlich nicht der Fall ist.



Richtig



die Brandwand von Fermacell ist eine Trockenbauwand mit C-Profilen. Da hab ich wohl einen Augenblick nicht aufgepasst. hinzu kommt natürlich auch noch die Bedingung, dass alle Bauteile die für die Stabilität dieser Wand, also Querwände, Decken, evtl. Dach ebenfalls die Qualität F90 erfüllen müssen.



Brandwand im Trockenbau



Wenn mit Metallständern gearbeitet wird ist das grundsätzlich o.k. - die Herstellung einer Brandwand wäre so möglich. Richtig ist auch, dass aussteifende Gebäudeteile, die für die Standsicherheit der Wand erforderlich sind, die gleiche Feuerwiderstandsdauer wie die Wand selbst - also F90 - aufweisen müssen.
Darüberhinaus gilt für die Standsicherheit der Wand, dass sie auch bei Einwirkungen von bereits versagten Bauwerksteilen (bspw. Schlageinwirkung eines Innenwandstiels oder eines Deckenbalkens o.ä.) über mind. 90 Minuten standsicher sein muß.



Dachte ich mir schon



Ich danke allen für die rege Beteiligung an der Lösung meines Problems. In vielen Fällen wurde mein Verdacht bestätigt. Trotz der Bemühungen wurde nun Entschieden, die Brandwand in Beton auszuführen, was mich persönlich besser schlafen lässt, denn sicher iss sicher!

Also bis zum nächstenmal...