Fachwerkwand als Brandwand




Ich habe folgendes Problem, Ich muss in einer alten Schloßanlage eine Brandwand konstruieren. In einem Geschoß muß eine Fachwerkständerwand so umkonstruiert werden, dass sie die Anforderung einer Brandwand erfüllt. (F 90 und standsicher).
Da die Gefache zur Zeit nicht ausgefüllt sind, hatte ich die Idee, die Gefache mit Dämmung zu füllen und die Ständerwand von beiden Seiten mit GKF-Platten zu beplanken. So werde ich wohl zumindestens einen Feuerwiderstand von F90-B erhalten. Das Problem ist aber dabei, dass eine Brandwand, oder eine Wand, die die Anforderungen einer Brandwand erfüllen soll, auch Standsicher sein muß.
Deswegen sind ja auch bei Brandwänden in Trockenbauweise die Ständer in einem Abstand von 31,5 cm anzuordnen.
Nun habe ich aber das Problem, dass die Abstände zwischen den Fachwerkständern zwischen 1.00 m und 1.45 m sind.
Hat vielleicht jemand schon mal eine Fachwerkwand als Brandwand umgeplant und könnte mir hilfreiche Tips geben?
Ich währe wirklich sehr dankbar.
MfG Thomas Fr.



Fachwerk als Brandwand



Ich halte dieses Ansinnen für nicht durchführbar. Ich nehme doch einmal an, dass es um eine Wand in einem alten Fachwerk geht. Wer hat diese Anforderungen gestellt und aus welchem Grund?
F90-B geht bei einer Brandwand auch nicht. Ich denke es geht nur, in dem man eine neue Wand einzieht. Dies kann man im Massivbau durch Einbindungen in vorhandene gemauerte Wände erreichen, durch Aussteifungen in Stahlbeton oder durch neue Mauervorlager. Oder im Holzrahmenbau mit zugelassenen Konstruktionen (ich glaube sehr teuer) die auch wieder entsprechende Aussteifungen benötigen (Dies würde ich nicht ohne entsprechende Herstellerberatung durchführen.
Ein paar Informationen sollten noch möglich sein:
- In welchem Bundesland steht dieses Gebäude
- Wie werden die Räumlichkeiten genutzt?
- Gibt es große offene Bereiche (z.B. Scheune, ...)
- Steht es an der Grundstücksgrenze
- Steht es unter Denkmalschutz
- Wird es in irgendeiner Form verändert oder wird die Nutzung geändert?
- Woher kommt die Forderung der Brandwand reicht nicht vielleicht F90

Sie können sich auch direkt mit mir in Verbindung setzen. Telefon Fax und e-mail siehe Profil.



Fachwerkwand als Brandwand



Danke, für die rasche Antwort.
Das Gebäude steht in Sachsen-Anhalt, es steht unter Denkmalschutz.
Für dieses Gebäude wurde ein Brandschutzkonzept erstellt und dieses sieht vor, an der Stelle dieser Fachwerkwand eine "Brandwand" zu errichten.
Dies ist leider nur dort möglich, da dies die einzigste Stelle ist, an der die Wand durch alle Geschosse durchgeht.
Es ist mir auch klar, dass man aus einer Fachwerkwand keine Brandwand konstruieren kann, aber es müßte doch möglich sein, daraus eine Wand zu errichten, die einer Brandwand entspricht.
Soll heißen, man müßte durch Trockenbauverkleidung F90-B erreichen, darin sehe ich noch nicht mal das Problem.
Ich fage mich nur, wie es bei oben angegebenen Abstand der Ständer,mit der Standsicherheit gegen Anprall aussieht.
Denn laut DIN 4102 muß eine Brandwand während des Feuers auch gegen Stoßbeanspruchung standhaft sein.



Brandwand



Es ist sicher möglich die Wand in F90 zu bekleiden. Schwierigkeiten wird es aber mit Sicherheit bei den einbindenden Bautelen geben, denn sie müssen die F90 von beiden Seiten erreichen.
Die Wand wird die Stossbelastungen so lange aushalten wie die aussteifenden Bauteile, einbindende Wände und Decken, noch bestehen bleiben. Überstehen diese die 90 Minuten Brandlast nicht, haben sie auch keine Brandwand.
Eine Grundbedingung für eine Brandwand ist meines Wissens nach die Brandschutzklasse F90-A.
Wenn ein Brandschutzkonzept erstellt wurde, war es dann nicht möglich, durch Ausgleichsmaßnahmen eine evtl. geforderte Brandwand in eine F90 Wand, konstruiert wie eine Brandwand bezgl. des Brandüberschlags in der Dachebene, umzuwandeln.



Brandwand



Dag ok. In der Frage wird vermerkt, daß das Haus unter Denkmalschutz steht. Die örtlichen Gegebenheiten, Gebäudenutzung und vieles andere sind uns nicht bekannt. Was auch konstruiert werden soll, der Denkmalschutz sagt ja oder nein. Trennt die Brandwand zwei nebeneinander stehende Häuser, oder Gebäudeteile ? Machen Sie zwei/drei Vorschläge und legen diese dem Denkmalschutz vor. Die werden dann sagen, eine Brandschutzwand muß sein, aber diese muß den und den Auflagen entsprechen. Um die vorgesehen Baumaßnahmen durchzuführen muß doch sicherlich eine denkmalrechtliche Genehmigung beantragt werden. Also nehmen Sie Kontakt mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde auf. nu den man to



Brandwand



Vielen Dank, für die Tips.
Ich bin gerade dabei, mit dem Denkmalschutz Abstimmungen zu treffen.



Fachwerkwand als Brandwand



Hallo Thomas,
abhängig von den jeweiligen Landesbauordnungen sind entsprechend der Gebäudekategorie auch Fachwerkwände als Brandwände möglich, wenn sie konstruktiv so "nachgerüstet" werden, daß sie die Anforderung F 90 B erfüllen können. Bei alten Gebäuden sind die Holzdimensionen der Fachwerkbauteile auch bei größeren Stilabständen in der Regel ausreichend, um mit konstruktiven Maßnahmen F 90 B zu erreichen.
Die Abstimmung zu den Möglichkeiten der Ausführung ist mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde und dem Brandschutzamt im Vorfeld zu führen. Brandschutzmaßnahmen im Denkmal sollten immer auf Basis einer Risikoanalyse unter Berücksichtigung der Kriterien - geplante Nutzung, - Brandschutzauflagen, - Denkmalschutzauflagen, - vorhandene bauliche Bedingungen, - zu erreichende bauliche Bedingungen analysiert und geplant werden.

Ratschläge speziell zu Verbesserung des Brandschutzes sind auch bei der Firma Promat zu finden.
Für spezielle Details stehe ich auch gerne für eine telefonische Beratung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Holger Schmidt-Schuchardt



Fachwerkwand als F90?



Hallo,

Auch ich habe eine bestehende Fachwerkwand, die (wegen Umnutzung und Naehe zum Nachbargrundstueck) auf F90 aufgeruestet werden muss (laut Bauamt - ob F90-A oder -B wurde nicht erwaehnt).
Ich hatte vor die Gefache mit Heraklith und Putz zu fuellen, was laut Hersteller F90 erfuellt. Ebenso erfuellen die Hoelzer dies, aufgrund des Querschnitts (>18cm), so sagt jedenfalls die Architektin. Aber wie ist beides zusammen zu beurteilen? Sowohl der Hersteller als auch die Architektin haben keine Ahnung. Kann mir hier jemand weiterhelfen, bzw. sagen wo man weitere Informationen finden koennte? Oder hat gar jemand ein aehnliches Problem schon mal gehabt? (Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass wir die einzigen sind ...)

Viele Gruesse zum neuen Jahr,
Frank Berauer



F90 bedeutet nicht Bandwand



aber eine Brandwand muss neben ein paar anderen Bedingungen immer mindestens F90 sein.

Ich glaube nicht, dass die Fachwerkhölzer die Bedingung für F90 erfüllen. Dies wird vermutlich über einen Statiker geprüft werden müssen, da die Feuerschutzklasse auch von den Spannungen aus den Lasten abhängt. F30 oder vielleicht F60 dürfte problemlos machbar sein, aber ...:
Diese Wand als F90 Wand ist nicht nur an den einzelnen Bauteilen zu beurteilen. Selbst wenn die einzelnen Teile wie Holzständer oder Gefache F90 erfüllen können, habe ich noch keine Aussage über die Wirkung der Anschlüsse zwischen den Bauteilen und noch keine Informationen über die Verbindungen der Fachwerkhölzer. Hier kommt man nur mit einem entsprechenden Gutachten weiter. Wenn die Fa. Heraklith sich nicht dazu äußert, würde ich davon ausgehen, dass es ein solches Gutachten nicht gibt.

Aus meiner Sicht ist diese Wand nur durch eine beidseitige Beplankung in eine F90 Wand umzurüsten. Dabei bleibt dann immer noch zu klären, wie sich einbindende Bauteile (z.B. Deckenbalken und einbindende Wände verhalten.

Mein Rat: Suchen sie sich einen Statiker vor Ort, der auch das Gespräch mit der Baubehörde suchen kann oder versuchen sie über einen Brandschutzgutachter eine geringere Feuerwiderstandsklasse durch Ausgleichsmassnahmen durchzusetzen.