Feuchte Innenwand durch Zement und außenliegendes Beton-Fundament?

05.08.2008



Vor kurzem haben meine Frau und ich ein Fachwerkhaus mit Baujahr deutlich vor 1900 gekauft. Eine Außenwand weißt leider eine recht hohe Feuchtigkeit auf die bereits nach Innen gezogen ist. Aufgrund der exzellenten Information die hier im Forum verfügbar ist habe ich auch schon eine ungefähre Ahnung wo das Problem liegt. Jetzt brauche ich Bestätigung oder muß korrigiert werden :-)

Die linke Außenwand des Hauses stellt gleichzeitig die Innenwand einer Scheune dar, dessen Boden mit Beton o.Ä. ausgegossen wurde. Dieses Beton-Fundament grenzt somit direkt an das Naturstein-Fundament des Hauses an, wobei der unterste Holzbalken (sorry, ich weiß nicht wie der Fachausdruck ist) sich bereits mit Feuchtigkeit vollgezogen hat. Zwei Felder oberhalb des Balkens sind mit Zement verputzt und (wie man auf den Bildern sehen kann, wenn ich es schaffe welche hochzuladen) vermutlich mit Porenbeton o.Ä. Steinen ausgemauert worden. Außerdem ist der Naturstein Sockel ebenfalls per Zement mit dem Holzbalken verbunden worden (verkleidet).

Auf der Innenseite des Hauses sind die betroffenen Innenwände ebenfalls mit Zement neu verputzt worden. Die Tapete auf diesen Wänden ist an einigen Stellen so feucht, dass selbst der Kleister wieder klebt.

Von dem was ich hier nachgelesen habe besteht das Problem sicherlich aus mehreren Faktoren:
1) Das Beton-Fundament in der angrenzenden Scheune (ca. 10m x 10m) verhindert eine Atmung des Bodens, womit das Wasser dazu gezwungen wird entlang des verputzten Natursteinsockels in die zementierten Wände zu wandern.
2) Der Porenbetonstein wirkt wie ein Strohhalm, der das gesamte ankommende Wasser in die Wände zieht.
3) Die mit Zement verputzten Wände tun auch ihren Teil.

Meine Sanierungsmaßnahmen sehen so aus:
1) Zement vom Naturstein-Sockel abklopfen um die direkt Verbindung zwischen Beton und untersten Holzbalken zu unterbrechen.
2) Die mit Porenbeton ausgemauerten Fächer entfernen und mit Lehmsteinen oder entsprechendem Geflecht und Lehm neu aufzubauen.
3) Sämtlichen Zement von den Innenwänden entfernen und durch Lehmputz ersetzen.

Ich denke das kann soweit nicht falsch sein. Das letzte Problem bleibt das Beton-Fundament in der Scheune. Muß ich dieses komplett entfernen oder würde es reichen, wenn ich 30-50cm neben der Außenwand heraustrennen würde? Dann hätte der Boden doch wieder genug Platz um die Feuchtigkeit verdunsten zu lassen?

Es würde mich freuen etwas von der sehr regen Community hier zu hören.



Das Fundament



Hier auch zu sehen: Der Feuchte Balken und das Beton-Fundament.



Feuchte Wand



Ich würde mit dieser Ursachenfindung und der geplanten Sanierung vorsichtig sein.
Die Menge an Wasser, die hier zu sehen ist, kann man nicht mit Bodenfeuchte erklären.
Die Trennung von der Bodenplatte bringt nichts außer eventuellen statischen Problemen.
Ehe nicht die eigentlichen Ursachen gefunden und abgestellt sind, rate ich von der vorgeschlagenen Sanierung ab. Lehmsteine und Lehmputz sind genau so kapillar wie Gasbeton und Zementputz.

Viele Grüße



Noch etwas zur Erläuterung...



Links von dem oben abgebildeten Fach ist ein 1,25" Brunnenanschluss (also der Brunnen befindet sich direkt hier an der Hauswand). Die Vorbesitzer haben hier viel mit Wasser gearbeitet und die Wände sind nicht mehr in der hier abgebildeten Höhe Feucht (von dieser Seite). An der Innenwand ist die Feuchtigkeit noch vorhanden...

Vielleicht war auch das das Problem? Wir sind jedenfalls ständig am Lüften indem wir beide Scheunentore offen lassen.

Das Hauswasserwerk ist nicht mehr vorhanden aber rund um den Brunnen sieht das Mauerwerk gut aus.

Das Beton-Fundament ist wesentlich später als die Scheune gegossen worden, denn die andere Hälfte ist noch als Lehmstampfboden ausgelegt.

Trotzdem habe ich heute einen Fachmann aufgesucht und mir Rat geholt. Ich denke ich werde den Mann in den nächsten Tagen mal zu mir bitten.

Wenn noch jemand Ideen hat... ich bin immer offen für Ratschläge ;-)

Gruß,



Feuchte Wand



Das Ergebnis dieser Besichtigung mit dem Fachmann interessiert mich.

Viele Grüße



Trockenlegen



Hallo Herr Voß,

heute wird einem so manches auch längst überholte Methoden angeboten. Unter diesem Link können Sie sich genau informieren.

http://www.porofin.de/POROFIN_INFOMAPPE_PMD.PDF

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder hier im Forum zu Verfügung. TNr. letzte Seite der Infomappe.

Mit freundlichem Gruß

Rupnow



Diverse Gespräche



Hallo,

wir haben nunmehr mit insgesamt 3 Leuten gesprochen die entweder direkt vom Fach sind oder aber selbst Sanierungen vorgenommen haben. Im Kern bleibt es dabei, dass die Bodenschweller saniert werden müssen (also Stückweise ersetzt werden), wir Streifenfundamente unter die Schweller und eine Betonsohle/Platte zwischen die Streifenfundamente schütten werden. Weil ich dazu nochmal Rat brauche bzw. Anregungen suche, werde ich gleich ein neues Thema eröffnen.
Wir werden die voranschreitenden Bauarbeiten mit Fotos dokumentieren und (wenn Luft ist oder wir sonst zu Faul zum Arbeiten sind) hier einstellen.

Vielen Dank für die Rückmeldungen!



Sanierung



Hallo Ole,

aus Deinen Erklärungen ist zu vermuten das die Feuchtigkeit über das Bruchsteinfundament wie durch einen Docht über den sicher schon geschwächten Mörtel aufsteigt. Um so geschwächter, wegen der Auswaschung des Bindemittels durch die aufsteigende Feuchtigkeit vergößerten Baustoffporen, transportiert dieser immer mehr Feuchtigkeit in den oberen Bereich. Da Holz wie das Mauerwerk saugend ist, steigt natürlich diese Feuchtigkeit auch weiter nach oben. Wenn es Dir also möglich ist eine Kapillarwassersperre im Bruchsteinsockel einzubringen sollten die Wände abtrocknen. Wegen der vielen Hohlräume im Mauerwerk sollte das Abdichtungsmittel eine starke Eigenverteilung besitzen, also nicht mit Wasser als Lösemittel versetzt sein und die Hydrophobierwirkung sollte in der Lage sein auch Porendurchmesser von mehr als 1 mm Porenoffen zu hydrophobieren, also keine Silikone die gerade mal Porendurchmesser bis ca. 0,35 mm offen hydrophobieren können.
Über einen Betonfußboden kann man sich in einem Fachwerkhaus wie auch über dichte Fenster und verschlossene Kamine, nicht freuen. Schauen ob der Betonfußboden trocken und funktionstüchtig gesperrt ist, Feuchtigkeit sollte auch nicht seitlich über den feuchten Fußboden aufgenommen werden können denn auch Beton besitzt eine Kapillaraktivität. Sperrputze die die Diffusion behindern müssen alle beseitigt werden.

Gutes gelingen bei der Sanierung,

Gruß Ralf