Faule Balken im Erdgeschoss/feuchte Wand

03.11.2003



In unserem Fachwerkhaus bestehen die Außenwände aus Mischsteinwerk und die Innenwände aus Fachwerk, die Gefache sind gleichfalls aus unterschiedlichen Steinarten ausgemauert. Nun haben wir an drei Stellen nasse Balken. Der eine befindet sich an einer Wand, die gleichfalls feucht war/ist. Dies ist die Außenwand zur Scheune, wobei wir bereits gesehen haben, daß zwischen beiden Dächern einige Ziegel fehlen und wir annehmen, daß dur eindringendes Regenwasser die Wand durchfeuchtet wurde, da das Regenwasser unten keinen Abfluss findet.
Die andere Stelle befindet sich gleichfalls an einer Außenmauer, wobei der Balken direkt an der Mauer und ein Balken kurz dahinter betroffen sind, direkt außerhalb liegt unser Brunnen, wir wissen nun nicht, ob der daran schuld ist? Dieses müssen wir abklären. Die dritte Stelle ist gleichfalls eine Außenwand, wobei wir annehmen,daß hier durch eine fehlende Drainage im Hof das Wasser gegen die Wand drückt. Alle betroffenen Balken sind circa bis zu 30 cm in die Höhe morsch.
Gibt es eine Möglichkeit die Balken ohne Entfernung der Gefache mit irgendwelchen Kunststoffen oder ähnlichem zu härten (es ist nie der Balken in seinem gesamten Durchmesser betroffen sondern immer nur circa eine Hälfte)??? Oder ist es immer zwingend notwendig die betroffenen Teile auszutauschen. Könnte mir diesbezüglich jemand eine gute Adresse nennen im Bereich Hunsrück ? Wie verfahren wir am besten mit der feuchten Wand (das Loch im Dach lassen wir schnellstmöglichst reparieren), wir wollten sie ganz offen lassen, die Zwischenräume zwischen den Steinen neu verfugen und die Steine versiegeln. Unsere Vorbewohner hatten einfach eine neue Wand vor diese Wand gesetzt, dabei aber die Lüftungsschlitze wieder zutapeziert (!!!!).





Da muss ein Zimmermann her. Ohne größere Eingriffe wird es wohl nicht gehen, und wahrscheinlich brauchen Sie auch eien mechanische Sperre gegen aufsteigende Feuchte zwischen Grundmauer und Grundschwelle.
Gruß gf



verfault oder nur erstmal nass?



Hallo Simone, wenn die Balken erstmal nur feucht sind, können Sie dennoch noch gut sein (wenn dann wieder trocken). Wenn sie allerdings schon sehr lange feucht sind und möglicherweise schon verfault, dann müssen diese ausgetauscht werden, und zwar fachmännisch. Ein Zimmermann kann prüfen, ob die Balken noch "gut" sind. Die FachwerkHolzkonstruktion ist der wichtigste Bestandteil eines Hauses und muss tip-top repariert werden. Grüße Annette



Morsch heisst...



dunkelbraun verfärbt und weiches Holz, meist nicht mehr tragfähig. Das ist dann grundsätzlich auf einen Pilzbefall zurückzuführen. Pilzbefallenes Holz muß großräumig ausgetauscht werden (bei Echtem Hausschwamm + 1,50 m des gesunden Holzes in jede Richtung, bei anderen Pilzen + 0,30 m). Um eine fachgerechte Reparatur durchzuführen, ist dazu meist das Entkernen der betroffenen Felder notwendig. Natürlich gibt es künstliche Holzersatzmassen, aber wenn Pilzsporen im Holz verbleiben, hilft auch diese Methode nix. Auch dabei heisst es Gesundschnitt! Außerdem sind diese Methoden so teuer, das es sich meist für die Otto Normalverbraucherdurchschnittsdenkmalbaustelle nicht lohnt. Wie Sie bereits richtig erkannt haben, Simone, ist die Ursache abzustellen! (Gaaanz wichtig) Leider läßt sich das nur örtlich beurteilen, woher nun das Wasser ins Fundament dringt (von der Seite, von unten, Gefälle zum Haus, Schichtenwasser, hoher Grundwasserspiegel, Vertikalabdichtung, Horizontalabdichtung, Wärmebrücken mit Kondenswasserbildung ?????) Mein Vorschlag: Sachverständigen für Holzschutz oder Zimmermann mit Fortbildung zum Sachkundigen für Holzschutz ran holen, Pilzbefall bestimmen lassen, daraus ergibt sich zu beschreibendes Sanierungsprogramm. Ebenfalls sollte die Feuchtigkeitsursache sehr sorgfältig eruiert werden und beseitigt werden.
Grüße aus Leipzig von





Vielen Dank, am Mittwoch nehmen wir Kontakt mit einem Zimmermann auf, der sich das Ganze mal anschauen soll.



Kleine Korrektur



Es heisst natürlich nur + 1,00 m und nicht + 1,50 m bei Echtem Hausschwamm. Das noch, bevor Ulrich Arnold mich wieder erwischt. Aber, Uli, Du kannst mich gerne auch so anrufen, ich weiß das Du mitliest! ;-))



Ergänzung zu Hrn. Malangeri!



Hr. Malangeri hat schon alles Wichtige gesagt; dem ist soweit nichts mehr hinzuzufügen.
Die Methode, bei der angefaulte Holzteile durch Kunstharz ersetzt werden nennt sich BETA-Verfahren, ist jedoch, wie schon gesagt eine sehr teure Variante (dies nur als Ergänzung!)
Aber nocheinmal: Feuchteursache abklären, Pilzart bestimmen, Schadensausmaß feststellen, Feuchteursache DAUERHAFT!!! beseitigen, dann restliche Sanierungsmaßnahmen durchführen.
Gruß aus Salzburg