Wasser in der Wand

19.08.2012



Hallo,

folgendes:

Lage: Steilhang
Material: Steinfachwerk
Problem: Wasser drückt ans Fundament

Wir haben ein Haus gekauft und später festgestellt das eine Wand feucht ist (Schimmel und teileweise morsche Balken)
Außen war Dachpappe und Mineralwolle, innen Styropor und Tapete.
Entweder ist Wasser aus dem etwas flasch gelegten Abwasserrohr gelaufen oder es war Wasser was vom Hang drückte.

Balken wurden durch eine Firma ausgetauscht, Lehm und Holzdämmplatten an die Innenwand und Außen?

Das ist unser Problem, was sollen wir Außen anbringen/verarbeiten?

Die hälfte des alten Putzes ist noch vorhanden und der untere längs Balke liegt leider aus gleicher Höhe mit dem Hof.
unter diesem Balken liegt zwar eine Teerpappe und es wurde Eiche verwendet, aber wir möchten trotzem noch eine Sperre von Außen.

Hofaufbau:

Felsen, Kiesschicht (oder besser größere Steine), Sand und Pflastersteine.
Die Pflastersteine gehen bis ans Haus.
Man sieht noch am tieferliegenden Fundament das Teer aufgestrichenwurde.

Jeder sagt was anderes.

Freue mich über eure Vorschläge!

Vielen Dank



Ich würde mal sagen ...



... dass das Wasser nicht im Mauerwerk aufsteigt, denn das geht bauphysikalisch praktisch nicht (wenigstens nicht über die erste Lagerfuge hinaus), sondern dass der Wandaufbau, der allen fachlichen Regeln zuwider läuft, die Ursache allen Übels ist. - Die Wände sind praktisch abgesoffen.

Hier hilft m. E. nur noch eine Totalsanierung unter Sachverständiger Anleitung.



Hallo John



Zitat : "Entweder ist Wasser aus dem etwas flasch gelegten Abwasserrohr gelaufen oder es war Wasser was vom Hang drückte." ... oder es war Kondenswasser was sich in der Dämmung gesammelt hat.

Zitat : "Balken wurden durch eine Firma ausgetauscht, Lehm und Holzdämmplatten an die Innenwand und Außen?

Das ist unser Problem, was sollen wir Außen anbringen/verarbeiten?"

Der Aufbau mit beidseitig Holzfaserdämmplatte kann schon Grenzwertig sein. Um hier einen witergehenden Rat zu geben, was ihr noch auf die Außenseite Aufbringen kann, hängt von dem exakten Aufbau mit Materialstärken und genauer Materialbezeichnung ab und von der Gegend in der du lebst.
Bei uns in der Gegend werden im Außenbereiech neben Schiefer auch Holzverbretterungen verwendet. Das kann aber in anderen Gegenden ganz unpassend wirken.

Zitat : "Die hälfte des alten Putzes ist noch vorhanden und der untere längs Balke liegt leider aus gleicher Höhe mit dem Hof.
unter diesem Balken liegt zwar eine Teerpappe und es wurde Eiche verwendet, aber wir möchten trotzem noch eine Sperre von Außen."

Die geputzte Wandfläche ist aber jetzt eine andere als die mit der Dachpappe wenn ich das richtig verstehe, oder ?

Der unterste Balken (Schwellbalken) liegt also in Bodenhöhe. Ein Schutz mit irgendwelchen Teerschichten bringt hier gar nichts sondern verschlimmert eher das Problem.
Ich würde hier ggf. 2 Reihen Pflastersteine und Sand raus nehmen um die Schwelle trocken und frei zu bekommen. Hier muss man aber auch sehen, wie die Schwelle auf dem Sockel aufliegt, um sicher zu sein, das es so funktioniert.

Ein oder mehrere Bild wäre sicher hilfreich aber das beste ist, wenn du einen Fachmann vor Ort zuziehst. Einen, der sich mit Fachwerk auskennt.



Moin John,



ich sehe es zwar nicht genau vor mir, aber wäre nicht eine Pflasterrinne, die das Oberflächenwasser vor dem Balken auffängt und abtransportiert eine Lösung?

Wie sieht's bei Regen mit dem Spritzwasser aus - oder habt ihr genügend Dachüberstand?

Ist das die Wetterseite?

Gruss, Boris



Vielen Dank für die Antworten



Als erstes die Wand wurde schon von fachlicher Hand saniert und auch der Innenaufbau ist so empfohlen wurden.
Also bitte nicht immer gleich:

"Hier hilft m. E. nur noch eine Totalsanierung unter sachverständiger Anleitung"

Angebote von Handwerkern für das Fudament haben wir auch schon eingeholt, aber keine war so richtig brauchbar.
80cm aufbuddeln, Noppenfolie oder Styropor oder Blech davor..ect.

Es ist die Regenseite, allerdings recht geschützt, da eine Seitenwand zum Nachbarn im 90° Winkel sich gleich anschließt und ein kleiner Dachüberstand ist auch da.

Wir dachten das wir einige Reihen der Pflastersteine entfernen und dort eine Kante anlegen (ähnlich einer Rasenkante und hier dann Kies bis zur Wand aufschütten.
Wir wisse nur nicht ob dann noch eine Folie ect. zwischen Kies und Wand sollte...?



Moin John,



damit wir auch "jeden Tag etwas schlauer" werden:

Lade doch bitte mal ein Bild hoch!

Ansonsten: Holz wird nass - Holz trocknet auch wieder....wenn es denn kann und darf.


Gruss, Boris



Hallo,



hat keiner eine Idee zum Bild?

Oder ist das Bild nicht aussagekräftig genug?

Lg John



Moin John,



Bild aus dem Fenster raus wäre noch hilfreich, um das andere Ende vons Janze zu sehen.

Grundsätzlich wäre wünschenswert, dass der Grundbalken sichtbar bleibt(= problemlos abtrocknen kann) und möglichst spritzwasserfrei (ausreichender Dachüberstand?). Evtl. mit dem Plaster eine Handbreit davor enden.

Oberflächenwasser über eine Rinne ins Siel einleiten, Anschluss ist ja vorhanden.

Gruss, Boris



Nummer 3



Ich würde gerde das Fachwerksichtbar lassen, aber ich dachte das wäre die schlechteste Lösung. Oder doch Nicht?

Dachte daran den alten, noch vorhandenen Putz zu entfernen und Kalkputz auftragen.

Wäre eine Folie zwischen der Kiesschicht und dem Grudbalken als Schutz sinnvoll?

Dachüberstand wird nicht ausreichen.

Lg John



Fachwerk



Dieses Mauerwerk sollte man schon aus optischen Gründen nicht sichtbar lassen. Ich hoffe das der Rücksprung für einen ordentlichen Putz reicht. Entweder sollten Sie das Bodenniveau absenken oder den Dachüberstand vergrößern um die Grundschwelle aus dem Spritzwasserbereich zu bekommen.

Viele Grüße





Die Steine sind mit Zementmörtel eingesetzt ?

Der Schwellbalkenbereich ist schlecht zu sehen. Ein Detailbild davon wäre sicher noch hilfreich. Es sieht stellenweise so aus als ob dort auch mit Zementmörtel teilweise die Schwelle überputzt worden wäre.

Ist es eigentlich überhaupt möglich vor der Schwelle das Erdreich deutlich unter die Schwellenunterkante abzusenken ?

Auch wenn sie es nicht gerne lesen, ggf kann es schneller, einfacher und am Ende günstiger sein, einen Menschen mit Fachwerk-Sachverstand drüber schauen zu lassen.



Hallo



der Schwellbalken wurde nicht mit Zement überputzt.
Und was genau meinen Sie mit
"Rücksprung für einen ordentlichen Putz"?
Den Dachabstand kann man nicht verlängern, hier müsste das Dach abgedeckt werden und die ganze Dachrinnenkostruktion verlängert werden.

Die Steine sind mit Zementmörtel gemauert wurden. Schlecht?

Das Bodenniveau richtig abzusenken wird schwer das der Felsen ja auch darunter liegt. Wie weit müsste mann es denn absenken?

Wieso sollte das Fachwerk aus optischen Gründen nicht sichtbar bleiben, abschleifen, die Stückelungen mit entsprechenen Material verfugen und dann streichen. Schon sieht man davon nichts mehr.

Wir hatten schon 5 Betreibe da die sich das angeschaut haben. Wenn sie mir jemand nennen können der verspricht was er im Namen trägt, dann gerne.

Lg John



Fachwerk



Ich habe nicht davon geschrieben das gesamte Fachwerk samt Holz zu überputzen sondern nur die Gefache, siehe die obere Wand. Steht das Holz an den gemauerten Gefachen ca. 2 cm vor?
Wurden die Felder vorher verleistet?

Viele Grüße



Hallo,



die neuen Felder wurden verleistet, die alten sind glaube ich nicht verleistet.
Der alte Putz schließt mit dem Holz ab, allerdings wird es bei dem neuen Gefachen etwas hervorstehen.

Welcher Putz wäre denn geeignet?

Lg John



Außenputz



Als Unterputz ein PII, als Oberputz ebenfalls ein PII, etwas weicher aber frostsicher.

Viele Grüße



Gesamtsystem - Sir John



Hallo

Das System dieser Problematik liegt nicht alleine in der Putzart, sondern an mehreren Einflussgrössen.

- Innendämmungszeug
- Handwerkerqualität
- kein Steinrücksprung
- Schwelle zu weit unten
- Bodenbelag zu dicht und zu nah dran
- Schwellenüberblattung ein Witz
- Fugenmaterial
- Oberfläche
- Zieldefinition
- Regenrohr
- Holz und Feuchte

Eine Kette (das System) ist immer so gut wie das schwächste Glied!

Klären Sie erst die Systemzusammenhänge und lassen Sie sich aufklären was für Ihr altes Haus gut ist!

Bei Realbedarf: mail

Florian Kurz
www.slow-house.de

P.S.
Sparen Sie nicht an der Planung sondern durch die Planung!



P II



Uns wurde ein leichter, mineralischer Klak-Zemetputz empfohlen

Von SGH Bauprotect 850m.

Reicht 1cm oder müssen es 2cm Putz sein?

Den Hof senken wir etwas ab, und legen das Regenrohr von dort weg.
Der Untergrund ist auch trotz Regen in dieser Ecke trocken geblieben.

Was sollten wir als Spritzschutz über den Schwellenbalken machen?

Lg John



Moin John,



wenn Regen auf eine gerade, waagrechte Fläche pladdert, spritzt er ziemlich hoch zu allen Seiten weg, eben auch an deinen Schwellbalken (besonders z.B. bei alten Häusern noch ohne Dachrinne).

Durch die optimale Kombination aus Dachüberstand (Regen kommt garnicht erst an die Wand oder kurz davor), Untergrund (z.B. Splitt oder Kies, damit nicht soviel wegspritzt) und eine geeignete Lasur auf Ölbasis, die verhindert das aufspritzendes Wasser in das Holz eindringen kann und gleichzeitig doch eingedrungene Feuchte auch wieder rauslässt (diffussionsoffen) versuchst du den Schaden zu verhindern, den du gerade hast reparieren lassen.

Das verstehe ich unter "Spritzschutz".

Gruss, Boris



Hallo,



wenn man hier solch einen Dachüberstand bauen würde,dann wäre von unserem Hof 1/4 weniger Fläche und Licht hätten wir in diesem Zimmer fast keines mehr.

Splitt soll eh dort hin.
Also keine Folie oder Bleche sondern nur die richtige Lasur, bzgw. das richtige Öl aufs Holz?

Was ist mit dem geschriebenen Leicht Putz? Ok? 1cm reicht?

Vielen Dank für die Antworten!!

Lg John