hinterlüftete Plexiglasscheibe vor Lehmwand im Badewannenbereich




Hallo wertes Fachwerk-Forum,

ich bin heute das erste Mal im Forum gelandet und bin (zumindest bishe) sehr erstaunt, wie viele hilfsbereite und kompetente Fachleute sich hier tummeln.Hut ab dafür.

Jetzt zu meinem Anliegen:

Ich bewohne ein traumhaft schönes Fachwerkhaus, dass von meiner Vermiterin sehr liebevoll, wenn auch nicht immer fachgerecht saniert worden ist.

Zum Beispiel hatten wir bis vor kurzem einen gefliesten Wandbereich um unsere Badewanne.Nach dem ersten Duschen ist mir schon aufgefallen, dass man sich besser nicht an dieser Wand abstützt, da sie leicht nachgibt.
Ich habe mir darum erstmal keine Sorgen gemacht, da ich davon ausgegangen bin, das Fliesen und Fugen ja wasserdicht sind (mittlerweile bin ich schlauer).Da sich mit der Zeit einige Risse in den Fugen gebildet hatten und sich letzten Winter auch eine Maus unter der Badewanne rumgetrieben hat, wollte ich dann eines "schönen" Tages mal genau nachschauen und entfernte einige Paneelbretter, mit der die Badewanne verkleidet war:
Der Dielenboden unter der Wanne und die angrenzende Wand (unterhalb der Fliesenfläche rohes Fachwerk mit Lehmausfachung) waren satt nass!.

Also Vermieterin angerufen, Badewanne rausgerissen, Fliesen mit unterbauter Fermacell-Platte rausgerissen und dann weisse Schimmelflecken auf dem Lehm entdeckt.Danach war für mich die Sache erstmal erledigt, da musste ein Fachmann ran.
siehe Bild

Ein Lehmbau-Spezialist kam dann zusammen mit einem Zimmermann und wir sind so verblieben:

Schimmelige Lehmschichten abtragen, Zimmer dauerhaft Lüften (Fenster vorhanden) und Balken säubern (hab ich mit Drahtbürste abgebürstet), dann soll der Wandbereich vollflächig mit Lehm verputzt werden.

Jetzt (endlich) meine Fragen:

1. Ist Lehmputz in einem zwar gut belüfteten, aber nur temporär beheizten (Elektroheizung) Raum generell sinnvoll?

2. Ich hatte die Idee, vor die fertig verputzte Wand als Spitzwasserschutz eine Plexiglasplatte mit 5 cm Abstand zu montieren. Ich würde dann zwischen Wannenrand und Wand noch ein Alu-Winkelprofil montieren, damit Kondenswasser von der Scheibe in die Wanne abfliessen kann.

Ist das sinnvoll oder sind da Probleme vorprogrammiert?Ich bin mir nicht so sicher und hätte da gerne ein paar Meinungen zu.

Vielen Dank schonmal fürs Durchhaltevermögen.

Schönen Gruß, Stefan



Badsanierung



Ich kann Ihnen zwei Empfehlungen geben:
1. Suchen Sie sich eine andere Bleibe. Das wird wohl nicht die letzte Begegnung mit Sanierungsmängeln sein. Bis Sie was Neues gefunden haben steht Ihnen eine Mietminderung wegen des (auf Wochen) nicht benutzbaren Bades zu.

2. Überlassen Sie die fachlichen Entscheidungen zur Sanierungsausführung der Vermieterin bzw. deren Erfüllungsgehilfen. Ihr gehört das Haus, nicht Ihnen. Wenn Sie selber solche Entscheidungen fällen wird die Eigentümerin Sie haftbar machen wenn was schiefläuft.

Haben sie einen Energieausweis zum Mietvertrag erhalten?

Viele Grüße



Mit



einem angepassten Lüftungsverhalten geht das schon ,aber wenn der nächste Mieter sich nicht so verhält geht es vielleicht wieder in die Hose.
Von daher die zweite Empfehlung von Georg,das ist nicht eure Bude,auch wenn das Verhältniss zur Vermieterin gut zu sein scheint,seit ihr nachher haftbar.
Direkt auf Mietminderung pochen,find ich ein bisschen zu krass,auch wenn es rechtlich korrekt wäre,vermute mal das die Vermietrin selbst vom Schaden nicht s wußte.

Wenn es nur ein Bad ,Klo gibt wird das schon zur Nervenprobe.

Grüße Martin



Das ging ja mal fix!



Danke für die schnellen Antworten.

zu Georg Böttcher Punkt 1: Eine neue Bleibe suchen will ich mir nur, wenn es aus gesundheitlichen Gründen nötig ist.Also der Befall quasi unsanierbar wäre.

Ich wohne jetzt seit Ende 2008 in diesem Haus und hatte bisher keine Probleme mit Schimmelbildung, zumindest nicht erkennbar.

zu Punkt 2: bevor ich Firmen Beauftrage oder etwas selber am Haus verändere, lass ich mir das grundsätzlich von unserer Vermieterin absegnen, die entsprechenden E-Mails archiviere ich sorgfältig.

Mir ging es jetzt auch darum, mal abzuklären ob meine Idee mit der Plexiglasscheibe ihrer Meinung nach funktionieren könnte.Ich hatte übrigens vor, als Halterung für die Platte
V2A-Gewindestangen M12 mit Montagekleber in die Fachwerkbalken zu fixieren. Auch dazu nehme ich gerne Ratschläge oder Kritik an.
Einen Energieausweis hab ich nicht bekommen.

Apropos Lüftungsverhalten:

Ich beschreibe mal kurz die Gegebenheiten im ungünstigsten Fall:

Innenwände Rigips (angrenzende Räume nicht beheizt), Aussenwände (da wo vorher die Wanne nicht stand)innen mit Rigips verkleidet, aussen mit Holzverschalung bzw. Anbaudach gegen direkte Wettereinwirkung geschützt, Dielenboden, Sichtbalken an der Decke mit Rotband Verputzer Lehm-Dämmlage
Raumgröße: 3,5m x 2m x 2m
Fenstergröße: 0,35mx0,78m
minimale Aussentemperatur: -15°C (hatte ich bisher 1x)

So,... wenn ich Dusche ( ca. 10min) mache ich ca. 5 min vorher die Elektroheizung an(ist eine festinstallierte Heizung vergleichbar mit einem Quarzstrahler), dusche, trockne mich ab, reisse dann das Fenster auf und mache die Heizung aus. Das Fenster mache ich wieder zu, wenn die Spiegel auf der anderen Raumseite nicht mehr beschlagen sind.Wenns richtig kalt ist, mache ich schonmal den Saunameister und beschleunige den Luftaustausch mittels wedelndem Handtuch.
Mit dieser Strategie hatte ich bisher zumindest noch keine Probleme mit Stockflecken oder ähnlichem.

Schönen Gruß, Stefan Herweg



PS



wir haben noch ein zweites Bad zum Ausweichen, von daher ist das nicht so tragisch.



Badsanierung



Tja.
Glaube, Liebe, Hoffnung...
Was soll ich da sagen?
Ich will wirklich nicht unken aber ich glaube zur Abwechslung das sie in ein paar jahren richtig Ärger mit der Wohnung bzw. dem Haus und ihrer Vermieterin kriegen werden.
dann ein Tipp:
Vergessen Sie die Bastelei mit der Plexigklasscheibe. Auch ein Sofa das 5 cm vor einer ungedämmten Außenwand steht ist hinterlüftet. Trotzdem kann da fröhlich Schimmel sprießen. Da wird auch rostfreier Stahl nicht helfen.
Entweder eine richtige Badsanierung oder keine.
Entweder ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende.

Viele Grüße



@Herr Böttcher



Können Sie einen Kollegen im Raum Köln, Bonn, Gummersbach empfehlen?



Lehmputz im nur zeitweise ...



... beheizten Bad aufzubringen, würde ich nicht nicht wagen.

Selbst bei verantwortungsbewusstem Lüften wird der Lehm während des Duschens / Baden relativ viel Feuchtigkeit aufnehmen; insbesondere in Anbetracht der vermutlich sehr niedrigen Oberflächentemperatur(en) wird die Kondensatbildung geradezu herausfordert.
In der Zeit des Lüftens wird die vom Lehm aufgenommene Feuchtigkeit m. E. nicht vollständig wieder abgegeben werden können, da auch die zur Verdunstung erforderliche Energie - sprich Wärme - nicht zur Verfügung steht.

Das Vorsetzen einer Scheibe würde die Anreicherung von Feuchte m. E. sogar noch begünstigen bzw. verstärken.

Da sich in den meisten Lehmbaustoffen Substanzen befinden (z. B. Stroh), die eine erstklassige Nährstoffquelle für Schimmel sind, ist zu vermuten, dass sich innerhalb kürzester Zeit Schimmelkolonien bilden.

Ergo: Lehmputz im Bad würde ich nur aufbringen, wenn sichergestellt bzw. gewährleistet werden kann, dass
1. an keiner Stelle kritische Taupunkttemperaturen herrschen
und
2. für einen dauerhaften Luftaustausch gesorgt ist ("Zwangslüftung").

i. V. Dirk Meisinger



noch ne Idee



würden Elektrische Wandheizungen in den Aussenwänden was bringen?

Ich verstehe was Sie generell meinen, aber das Haus und die Umgebung ist mir schon sehr ans Herz gewachsen, von daher wäre ein Auszug nur die aller,aller letzte Möglichkeit.

Und diese Entscheidung treffe ich nicht, bevor nicht ein Gutachter vor Ort war.

Sind Sie zufälligerweise demnächst mal in der Nähe (an sonsten siehe mein letzter Post).



da war ich zu langsam



mein Post galt ursprünglich Herrn Böttcher.

Die Problematik mit der Feuchtigkeitsaufnahme des Lehmputzes habe ich ähnlich eingeschätzt.

Wie sieht es Kalkputz aus, der wurde ja schon bei einem anderen Thread fürs Badezimmer empfohlen.
Die Frage ist dann noch, ob dieser langfristig einem Duschstrahl standhält, wenn die Plexiglasscheibe nicht sinnvoll ist.

Würde als Zwangslüftung ein Baumarktlüfter (Abluft) mit Zeitschaltuhr reichen odr müsste ich zwingend eine Zu- und Ablufteinrichtung nach Aussen haben.



Eine vernünftige...



Beheizung und Belüftung würde das "Problem" in der Tat deutlich entschärfen...

MfG,
sh



Entweder



bin ein Glückspilz oder ein Fuchs...komplettes Bad aus Lehm,Wände Strohlehm,Stackendecke mit Lehm verputzt, teilweise Wände gekalkt ,oder Lehmfeinputz und seit zehn Jahren schimmelt mir das Bad nicht weg.

Heizlüfter ,im Winter wird das Bad vom Zimmer darunter dauerhaft"temperiert",keine endgültige Lösung!

Grüße Martin



Eine Zu- und Ablufteinrichtung ...



... wäre die erste Wahl sofern man keine althergebrachten Fenster ohne Dichtlippen hat, die auf ganz einfache und kostengünstige Weise für einen stetigen Luftaustausch sorgen.

Kalkputz im Bad beugt Schimmelbefall vor, sofern er nicht mit Anstrichen oder Tapeten überzogen wird, die als Nährboden für Schimmel dienen können.
"Wasserfest" ist Kalkputz aber nicht und im Fachwerkbau, der eigentlich immer ein bisschen in Bewegung ist, würde ich auch nicht darauf wetten, dass Tadelakt auf Dauer das halten kann, was man sich von ihm verspricht.


i. V. Dirk Meisinger



same precedure as every time?



Hab grade noch mal nachgeschaut: Wandheizung in diesem Bereich wäre VDE-technisch problematisch

sonst wäre noch ne Möglichkeit:

Ausfachungen ausbessern, Latten auf die Balken, OSB-Platte zur Verstärkung, Fermacell drauf, und dann großformatige Fliesen kleben.

Wäre auf jeden Fall die billigste und auch einfachste Variante.

und dann aufpassen, dat keine Risse in den Fugen entstehen.

Das Fenster ist übrigens einfachverglast und nur einfach gefalzt ohne Gummidichtungen.

Ich werde später mal alles abfotografieren, jetzt muss ich mal was tun.

Vielen Dank schon mal an alle Beteiligten.



Badausbau



Zur "same procedere" gehört dann auch der Schimmel und die Feuchte dahinter. Also in ein paar Jahren auf ein Neues.
Ob das Fachwerk diese Quälerei lange noch mitmacht bleibt abzuwarten.



Ok, Herr Böttcher



Dann habe ich folgende Bitte:

-bitte sagen Sie mir, falls aus der Ferne möglich, welche Maßnahmen zur dauerhaften Sanierung des Raumes getroffen werden müssten.

Oder sagen Sie mir, falls Sie Lust haben, sich so ausführlich mit meinem Fall zu beschäftigen, welche Informationen, Fotos, ect Sie zur Beurteilung noch brauchen.

oder

-sagen Sie mir (falls bekannt), an wen ich mich in der Region wenden kann, der möglichst keine Wartezeiten von über einem Monat hat.



Badsanierung



Ohne Informationen- und das wäre eine Ortsbesichtigung- kann man so was nicht seriös machen.
Dann wäre wie gesagt die Eigentümerin der Ansprechpartner und nicht der Mieter.
Es gibt natürlich grundsätzliche Verfahren bzw. Bauweisen die man z.B. an Fachwerkaußenwänden bei Badeinbauten einsetzt. Die Regel sind hohlraumfreie Innendämmungen mit wasserundurchlässiger Oberfläche. Wie die Wand aufgebaut wird hängt von den konkreten Bedingungen ab. Schon der Unterschied zwischen Sichtfachwerk und verkleidetem Fachwerk kann den Aufbau verändern. Dafür stehen verschiedene Materialien wie Putze, Rigtiherm, Wedi... und Abdichtsysteme verschiedener Hersteller wie PCI usw. zur Verfügung. Badsanierung heißt auch ein stimmiges Heizungs-Lüftungskonzept und ein entsprechender Bodenaufbau.

viele Grüße