Badezimmer Fachwerk Außenwand

16.02.2013



Hallo,
habe ein altes Fachwerkhaus, an eine Außenwamd soll ein Badezimmer. Die Wand ist innen mit 40 mm Holzfaserplatte isoliert. Davor soll nun eine Insalationsebene. Nun meine Frage kann ich davor OSB schrauben, oder ist das wegen Diffusionsoffenheit Schwachsinn? Eher Heraklit und mit Lehm verputzen??
Freue mich sehr über Antworten.
A. Plapp



Badezimmer



Dieser Wandaufbau ist insgesamt problematisch selbst wenn er nicht im Spritzwasserbereich liegt, egal was noch an die Wand kommt. Die kapillaraktive Innendämmung funktioniert nur wenn sie nicht verkleidet wird. Wenn Sie verkleidet wird dann dampf- bzw. diffusionsdicht. Es besteht trotzdem immer noch die Gefahr der Auffeuchtung von außen.
Ich empfehle ihnen für die Außenwand einen Neuaufbau:
- Dämmung entfernen,
- Lehmkleber entfernen,
- diffusionsdichte Dämmplatten als Trockenputz vollflächig und hohlraumfrei aufkleben,
- befliesen, spachteln, Streichen oder tapezieren.
Als Material empfehle ich Wedi Bauplatten. Die sind samt Kleber feuchteresistent. Trotzdem sollte man dafür sorgen das die Wand außen möglichst witterungsgeschützt ist.

Viele Grüße



Bad an Außenwand



Hi Anette,
ich würde die Installationswand nicht an der Außen- sondern an einer Innenwand einbauen. Spart 'ne Menge Probleme.
Oder gibt es einen zwingenden Grund dafür die Außenwand zu nehmen?





Hallo,
herzlichen Dank schon mal für die Antworten!
Zu Ihrer Antwort Herr Böttcher, die Wediplatten sind mir etwas unsympatisch, wird doch sonst auf Fachwerk.de immer sehr viel Wert auf Diffusionsoffenheit gelegt. Man muss vielleicht noch dazu sagen, dass das Badezimmer für eine Person gedacht ist und ein großes Fenster zum ablüften hat. Die Außenwand ist relativ Regen geschützt, da ich im Stadtkern wohne und das Nachbarhaus nur ca.2 m entfernt steht. Ist auch nicht die Wetterseite. Was ich nicht ganz verstehe, ist der Hohlraum problematisch, oder die Feuchte von innen?
Wäre es sinnvoller nur die Toiletteninstallationen zu verkleiden, der Rest der Wand wäre dann lehmverputze Holzfaserplatte. Die neue Dämmung wieder abzumachen, damit kann ich mich schwerlich anfreunden.

Die gesamte Insallationebene auf die Innenwand zu machen geht nicht, da ne Tür im Weg ist und Rohre im Boden zu Verlegen nicht geht, wegen zu geringer Bodenaufbauhöhe. Bin aber trotzdem gerade denkend auf der Baustelle gestanden, ob nicht doch was verlagert werden könnte. Also Danke für die Anregungen.



Badezimmer



Hallo Anette,
Installationen sollten grundsätzlich nicht IN, sondern VOR eine Wand gesetzt werden. Dafür gibt es Verkofferungen und Vorwandinstallationen. Die lassen sich mit Wediplatten übrigens auch sehr gut herstellen.
Ein diffusionsoffener Wandaufbau klingt gut, aber wenn dieser Grundsatz einfach nur ohne Verständnis für den jeweiligen konkreten Fall angewandt wird kann man damit großen Schaden anrichten.
Diffusionsoffen heißt nach außen immer diffusionsoffener. Das Prinzip ist bei der Wediplatte nicht verletzt.
Dann geht es in einem Bad nicht um normale Nutzung sondern um eine kurzzeitige hohe Feuchtebelastung bei diskontinuierlicher Heizung.
Luftfeuchte und Spritzwasser in eine Fachwerkwand eindiffundieren zu lassen ist nicht gerade intelligent. Ein Bad ist nicht vergleichbar mit einem normalen Wohnraum mit normaler Feuchtebelastung und normaler Innentemperatur bei einer massiven, sorptionsfähigen Ziegelwand. Da ist Diffusion, besser Sorption, von Vorteil. Damit kann man kurzzeitige Luftfeuchtespitzen im Wandmaterial puffern ohne das sich Nachteile ergeben, vorausgesetzt man heizt und lüftet ordentlich. Eine Fachwerkwand reagiert da schon völlig anders, sie hat weniger Masse und ist aus verschiedenen Materialien aufgebaut. Wenn sie dann noch schlecht gedämmt ist, mit kapillar leitfähigem, diffusionsfähigem, nicht wasserresistentem Material bekleidet wurde und einer kurzzeitig hohen Feuchtebelastung ausgesetzt wird kann das zum Desaster werden. Mag sein das Sie sich freuen das die Wand trocken aussieht weil das an der kalten ungedämmten Wand kondensierende Wasser sofort kapillar aufgenommen wird.
Prima, sieht trocken aus, brauche ich gar nicht groß zu lüften. Da ich fertig mit dem Duschen bin kann die Heizung wieder zugedreht werden.
Das bisschen Fachwerkwand in dem sich auch noch Holz befindet ist ein denkbar ungeeigneter Ort um Wasser darin zu parken.
Ob es Gelegenheit hat wieder zu verdunsten bleibt dann fraglich.
Deshalb ist es IN DIESEM FALL besser, erst gar kein Wasser in die Fachwerkwand zu lassen wo es Schaden anrichten kann.
Warum keine Hohlräume?
Das Forum ist voll mit Anfragen zu vorgesetzten Wandschalen die dann zu Wandbewässerungsanlagen mutierten. Wer besonders schlau war und noch Belüftungen einbaute bekam noch eine Schimmelzucht als Draufgabe. An kalten Wänden kondensiert nun mal Luftfeuchte, wenn diese Wände auch noch "diffusionsoffen" sprich sorptionsfähig sind dann werden diese Wände kontinuierlich feucht. Die vorgesetzten Materialien behindern die Rücktrocknung. Das können Sie sehr gut an der rückwand eines Kleiderschrankes oder hinter dem Nachtschrank im Schlafzimmer beobachten wenn die an der Außenwand stehen.
Ein Hohlraum, kalte Außenwand, behinderte Rücktrocknung= Schimmel.
In einem Bad mit kleiner Kubatur, wo die Heizung nach Gebrauch schnell wieder heruntergefahren wird kann kaum Feuchte rücktrocknen wohin auch? Die sich abkühlende Raumluft ist schnell am Sättigungspunkt angelangt.
Wedi- Platten führen keine Feuchte in die Fachwerkwand, die Kondensatbildung ist minimiert weil sich die Oberfläche schnell erwärmt.

Viele Grüße