Isolierung eines neuen Fachwerks

09.06.2004



Hab ne Frage...

Ich will meinen Geräteschuppen mit Sauna (9x5 m) neue errichten. Habe baurechtlicherseits nur mit Holzständer und nicht mit Mauerwerk arbeiten dürfen. Nun habe ich eine schöne Grundkonstruktion mit 14 er Balken alles verzapft. Kann mir jemand sagen, wie ich nun die Ausfachung erstelle. Die HAuptkriterien sind für mich Langlebigkeit und Isolierung (wgen Sauna mit Ruhebereich).Die Konstruktion ruht auf einer 24er Sockelmauer aus Betonschalsteinen.
Ich dachte an eine Aufbau ser von innen nach außen wie folgt aussieht:
Holzverschalung (flächig)
Lattung
Konterlattung
Dampfsperre
6 cm Mineralwolle
6 cm Syrodurhartschaumplatte als Putzträger
1 cm Vorputz mit Armeirungsgewebe
0,5 cm Feinputz

Was meint man dazu? KAnn mir jemand sagen, ob das so funktioniert oder hat jemand gar einen konstruktiven Vorschlag? Vielen Dank schon im Vorraus für jegliche Antwort.



Saunahaus Dämmung


Saunahaus Dämmung

guten tag herr oder frau hönmann
wir haben auch ein Fachwerk saunahaus gebaut (siehe foto)
aufbau außen bis innen
-Kalkputz 2lagig
-11,5er leichtlehmsteine mit leichtlehmmörtel
-Pawatex-platte innen
-lehm ober und unterputz

mit zimmerlichem gruß
andreas vollack
aus hann.münden



Fachwerk innen oder außen sichtbar?





antwort an fred heim



guten tag
das fachwerk ist außen sichtbar

mit zimmerlichem gruß
andreas vollack
aus hann.münden



Antwort an Andreas Vollack



Ich meinte natürlich den Bau von Herrn oder Frau Hönmann. Sollte bei diesem Wandaufbau das Fachwerk sichtbar bleiben, halte ich die Situation für die Holzkonstruktion für absolut tödlich. Wird das Fachwerk mit der Styroporplatte abgedeckt und komplett verputzt ist die Konstruktion nur schlecht.
Dagegen finde ich die Ausführung mit den Lehmsteinen schon fast super. Ich würde mir allerdings für die Sauna noch eine etwas bessere Dämmung einfallen lassen - oder wie dick ist die Innendämmung?

Es grüßt der rheinische Ingenieur den Zimmermann in Münden
Fred Heim



Frage an die Fachwelt



Hallo Leute,

ich habe fast das gleiche Problem wie oben, habe eine alte Scheune im EG Bereich komplett aus neuen Eichenbalken aufgebaut. Die Balken haben eine Stärke von 18cm. Beide Seiten sollen auf sicht bleiben. Jetzt bin ich auf der Suche nach einer geeigneten Dämmung? Könnt Ihr mir einen Tipp geben. Die verschiedenen Meinungen hier im Forum verwirren mich teilweise mehr als sie mir nützen. Könnt ihr mir Weiterhelfen?

Mein Vorschlag, von innen nach außen. 1,5 cm Kalkputz, 11 cm Leichtlehmstein, 4 cm Weichfaserplatte, 1,5 cm Kalkputz.

Ist Lehmputz evtl. besser? Ich habe keine Erfahrungen damit bis heute gemacht.


Ist das ok oder mache ich da einen Fehler? Mich wundert, dass der Autor oben die Dämmplatte nach innen und nicht nach außen verbaut hat. Was ist denn nun richtig?

Ich bedanke mich für die Mühe

dirk



Einen großen Fehler!



Der 'Autor oben', Andreas Vollack war wohl gemeint, hat die Dämmung nicht nach außen gebracht, weil die Dämmung nicht im Fachwerk untergebracht werden kann. Da man die Fugen zwischen Putz und Holzwerk nicht sicher verschließen kann und darf, würde die Dämmung hier mehr Feuchtigkeit/Nässe mitbekommen, wie sie vertragen kann. Es für das Holzwerk nicht sinnvoll diese Fugen abzudichten, da sich die Nässe ansonsten im Wandaufbau anreichern würde. Dies tut weder dem Holz noch den Gefachen gut.
Daraus folgt, dass die Fugen des Fachwerks vermutlich nicht winddicht sein werden, so dass Sie auch im Inneren des Gebäudes Probleme mit Zugluft bekommen würden.
Hinzu kommt noch, dass der Dämmwert Ihres Wandaufbaus vermutlich bei weitem nicht ausreichen wird. Hier sind Berechnungen durch einen entsprechenden Sachverständigen erforderlich. Beachten Sie, dass Herr oder Frau Hönmann sowie Andreas Vollack von einem Geräteschuppen mit Sauna geschrieben haben und nicht von einem Wohnraum.

Ergo: Man muß sich schon entscheiden, ob das Holzwerk von innen oder außen sichtbar bleiben soll. Ist das geklärt, kann man verschiedenen Aufbauvarianten besprechen.

Grüße aus dem sonnigen Rheinland
Fred Heim



Beide Wände sollen auf Sicht bleiben



Danke für die schnelle Antwort.

Es handelt sich bei meinem Wintergarten um ca. 14mm Außenwand. Der Rest steht neben anderen Gebäuden. Ichhabe alle Blken über eine Abrichte geschoben, um die Balken auf Sicht zu lassen. Das hat mich viel Arbeit gekostet und darum suche ich nun nach einem Idealen Gefacheaufbau. Ich werde natürlich leisten im Fachwerk verarbeiten, damit die Zugluft nicht in den Raum gelangen kann.
Ich habe mich nur gewundert, das Herr Vollack die Dämmplatte nach innen und nichtnach außen gebracht hat. ER holt sich doch auf diese Weise die Feutigkeit ins Gefache oder liege ich hier falsch? Was sagen Sie angesichts meines Vorhabens zu meinem Vorschlag das Gefache zu füllen?

otter



Wintergarten?



Soll's ein Wintergarten werden? Dann kommt doch sicher Glas in die Gefache, es gibt keine Heizung und folglich auch kein Dämmproblem, aber ein paar konstruktive Probleme.
Ich glaube hier muß noch etwas Aufklärung betrieben werden, damit man gute Antworten liefern kann.

Fred Heim



Wintergarten, Wandaufbau



Hallo Herr Heim,

ja ich denke etwas Aufklärung ist notwendig, um eine vernünftige Aussage treffen zu können. Eine pauschale Antwort scheint es nicht zu geben.
Es ist ein alter Schuppen, in dem ich die ganzen Fachwerkwände in EG erneuert habe. Es sind in Summe 3 Fachwerkwände und eine Steinfeuerschutzwand! Eine Heizung wird es auch geben, die aber nicht durch laufen wird, da es ein externes Gebäude ist wird es zu starken Temperaturänderungen kommen, aber keinen Frost!.

Wand 1 habe ich mit Porenbeton zugemauert, da ich von dem Baustoff bis Dato überzeugt war (ist sehr leicht). Ich habe einen Tag nach dem Kauf des Porenbetons dieses Forum entdeckt, sonst hatte ich das nicht getan. Es gibt aber auch eine Menge Gutachte über den Baustoff, die sich alle für ihn aussprechen. Da die Wand kein Schlagregen ausgesetzt ist, habe ich den Baustoff trotzdem verbaut.
Von innen nach außen will ich mit der Porenbetonwand wie folgt vorgehen:
1,5 cm Kalkputz, 10mm Porenbeton, 5 cm Styropor, 1,5 cm Kalkputz, wobei erst der Porenbeton derzeit verbaut ist!

Wand 2 ist eine Südwand mit Schlagregen, sie ist fast mit Fenstern und Glas zugebaut, so dass noch 3 Felder am Ende offen sind.

Wand 3 ist eine Innenwand, da eine Scheune davor steht.
Um den Rest von Wand 2 und um Wand 3 geht es mir.

Zwischen der Innenwand und der Großen Scheune ist ein ca. 10 cm großer Spalt. Was meinen Sie, sollte man den verfüllen? Achtung, die Wand der großen Scheune ist oft feucht, da die Ziegelsteine einfach auf deb Sandstein platziert wurden.

Ich bedanke mich für Ihre rege Mühe

Mit freundlichen Grüßen Dirk Otter



Wintergarten?



Hallo Herr Otter,

ich muß Ihnen von Ihrem Wandaufbau noch einmal abraten. Es kommt bei diesem Wandaufbau gem. der Berechnung nach DIN zu Kondensatbildung in Gasbeton und Styropor. Nach der Berechnung wird dieses Kondensat zwar wieder austrockenen, aus folgenden Gründen habe ich an dieser Stelle allerdings kein Vertrauen in die Berechnung:
1. Gasbeton ist dafür bekannt, dass er Feuchtigkeit, die er einmal aufgenommen hat nur sehr schwer wieder abgibt. Das heißt, das Feuchte Material steht lange am Holzwerk an. Ich habe in der Eifel schon etliche Fachwerkhäuser gesehen, die auf diese Art kaputt saniert wurden.
2. Wenn Sie mit einer Dämmschicht im Fachwerk arbeiten wollen, kommen Sie nicht umhin die Fugen zwischen Putz und Holzwerk abzudichten. Dies führt natürlich dazu, dass die Austrocknung der durch Kondensat feuchten Schichten behindert wird.
Alles in allem glaube ich, dass Sie an diesem Wandaufbau nicht lange Freude haben werden.
Sie sollten sich noch einmal den Wandaufbau von Herrn Vollack genau ansehen. Je nach gewünschter Raumqualität ist es auch denkbar komplett auf den Wärmeschutz zu verzichten, die Wände mit Lehm ausmauern und innen und außen verputzen. Wirklich dicht werden Sie das Fachwerk so allerdings nicht bekommen.
Ich kann die Nutzung des Raumes immer noch schwer einstufen. Wird hier gering geheizt, also 12-19° oder gibt es lediglich einen Frostwächter. Wie sieht es mit geplanten Bepflanzungen aus.
Daher bleibt eine Restunsicherheit erhalten.
Die Wand zur Scheune:
Ist das Ihre eigene Scheune? Oder gibt es hier eine Grundstücksgrenze? (Brandschutz!)
Ich würde diese Wand aus einem porosierten Ziegel herstellen. Den Hohlraum nicht verfüllen sondern gut belüften. Achten Sie darauf, dass beim Mauern kein Mörtel in die Hohlschicht fällt, damit keine Mörtelbrücken entstehen. Ziegelauswahl je nach Anforderung aus Brand-, Wärme- und Schallschutz. Ebenso wichtig ist ein sorgfältig ausgeführter Wandanschluß durch den Dachdecker.





Hallo Herr Heim,


der Raum wird mindestens 50% der Zeit nicht geheizt werden, aber frostsicher wird er sein. In der Benutzungszeit wird er dann kurzfristig auf die Temperatur von möglichen 20° angehoben.

Meinen Sie, dass eine Weichholzfaserplatte geeigneter ist, als Styropor in der Porenbetonwand? Sie ist jedenfalls diffusionsoffener als Syropor.

Die Scheunen gehören alle mir, Feuerschutzprobleme gibt dann also nicht.

Was meinen Sie mit Fugen abdichten? Im Gefache habe ich Leisten vorgesehen, damit man später nach der Trocknung nicht durchsehen kann. Soll Abdichten in Form von Gefacheausschäumen mit PUSchaum gemeint sein oder nur das verhindern, dass Regenwasser von außen einfließen kann? Wenn wir das versiegeln, kann das Holz in mir atmen. Kann also auch nichtgut sein.

st das ok? Die Faserplatte und der Lehm sollten doch genügend Feuchtigkeit speichern und transportieren können.

Was sagen Sie zur Ausmauerung der restlichen Gefache, wie ich sie bereits beschrieben habe:

Mein Vorschlag, von innen nach außen. 1,5 cm Kalkputz, 11 cm Leichtlehmstein, 4 cm Weichfaserplatte, 1,5 cm Kalkputz

Wenn Sie Zeit und Luste haben, rufe ich Sie gerne mal an.


Mit freundlichen Grüßen Dirk Otter



Antwort für Herrn Hönnmann



Zum Thema Langlebigkeit,

Die Problematik die ich hier erkenne ist die erhöhte Luftfeuchtigkeit durch den Saunabetrieb. Würde wie vorgeschlagen eine Dampfsperre eingebaut werden könnte die Feuchtigkeit nicht aus dem Raum entweichen (Warme Luft transportiert Feuchtigkeit) Die Feuchtigkeit kann also nur durch öffnen der Fenster entweichen - dann kann man sich auch die Mühe der Isolierung sparen. Bleiben die Fenster aus Wärme oder Behaglichkeitsgründen zu, so ergibt sich ein neues Problem: die Luft sucht nach "Schlupflöchern" und dies sind meisst nicht richtig verklebte Dampffolien kleine Löcher Unachtsamkeiten etc.
Ist die Feuchte Luft "hindurchgeschlüft" kondensiert sie in der Wand (Muss nicht sein - ist aber häufig so, besonders wenn die Aussentemperatur niedrig ist).

ZuM Thema Isolierung:

Ich schlage folgenden Wandaufbau vor:

1 Variante:

Ausmauerung der Gefache mit Leichtlehmsteinen
Innenseitig Pavatex (Holzfaserdämmplatte) aufgeklebt mit Lehmgrundputz.
Lehmoberputz.

2 Variante

Ausfachung mit gestampfter Leichtlehmschüttung (in Schalung)
Innenseitig Pavatex (Holzfaserdämmplatte) aufgeklebt mit Lehmgrundputz.
oder auch Leichtlehmschüttung bündig an die Aussenwand (kann man ohne weiteres auch in einem Arbeitsgang einbringen)

Über die Vorteile von Lehm in Holzfachwerk gibt´s hier im Forum massig Beiträge - wichtig ist mir hier nur folgendes Argument:
Feuchtigkeitsausgleich in beide Richtungen (innen - aussen) durch Verzicht auf Dampfbremsen !
(LEHM - dieser Baustoff hat sich über jahrhunderte bewährt - Styropor, Mineralfaser u.a. zerstören dies jedoch in wenigen Jahren)



Nochwas für Hönmann´s



sollte eine Verkleidungvariante (innen oder außen egal) gewählt werden -

in beiden Fällen - keinensfalls auf Hinterlüftung verzichten

und auch bitte keine Fließen direkt auf die Wand Kleben - auch hier kann man eine Hinterlüftung einbauen - Fließenspiegel würde auch hier wie eine Dampfsperre wirken - wobei hier unter Umständen noch zusätzlich Spritzwasser durch Fugen in die Wände gelangen kann.

viel Spaß beim Saunieren



Verkleidungsvariante



Sollte eine Verkleidungsvariante von außen gewählt werden, empfehle ich die Dämmung von außen anzubringen. Dies ist bauphysikalisch in jedem Fall der bessere Weg.
Den Einbau von Fliesen auf die wirklich erforderlichen Flächen (Dusche und vielleicht Teile des Fußbodens) reduzieren.

Fred Heim



@ Dirk Otter



Ich habe Ihre e-mail bereits beantwortet, bevor ich ins Forum geschaut habe. Sie können mich natürlich gerne Anrufen. Ich bin allerdings im Augenblick viel auf Baustellen unterwegs.
Wenn nur 25% der Zeit auf 20° geheizt wird, würde ich die Situation schon wie einen normalen Wohnraum ansehen. Es bleibt noch die Frage der Bepflanzung (Wintergarten).
Verstehen Sie mich um Gottes willen bzgl. der Abdichtung der Fugen nicht falsch. Und verzichten Sie auf alle geschäumten "Baustoffe". Ich habe nur versucht zu erklären, warum Ihr Aufbau innerhalb der Gefache nicht funktionieren kann.

Freundliche Grüße Fred Heim