Drainage oder nur isolieren?

18.07.2009



Hallo, wir wenden uns mit einer "Baufrage" an dieses Forum, weil wir bereits im Vorfeld viele wertvolle Infos aus den Beiträgen ziehen konnten.
Wir haben ein massives Gartenhaus, 35 Jahre alt, nicht unterkellert,Hanglage; vor 15 Jahren hatte der Vorbesitzer ca. 4 Meter angebaut (verlängert). Unter dem Anbau war eine kleine Quelle, damals mit Pumpe gefaßt.Gemauert ist mit Hochlochziegeln. Eine Wand des Anbaus (zum Hang hin) liegt teilweise unter der Erdoberfläche.Der Boden ist nur wenig durchlässig. Eine horizontale Abdichtung zum Mauerwerk ist vorhanden. Das Haus ist nur im Sommer bewohnt, im Winter immer etwas muffig, Luftfeuchtigkeit im Winter 80%. Vor der Sanierung gab es in einer Ecke an den Wänden schwarzen Schimmel, wohl stockig von innen. Letzten Herbst haben wir den Anbau saniert: Fußböden bis zur Bodenplatte entfernt (Betonplatte/ Teerpappe/ Styrodor/Spanplatte/ Linoleum), überall Schimmel...- Eine Firma übernahm den Fußbodenaufbau mit Schweißbahnen, Trockenschüttung, Fermacellplatten, Fußbodenheizung, Ausgleichsmasse, Fliesen. Die Wände wurden neu verputzt mit Kalkputz / Kalkfarbe/ . Jetzt im Frühjahr zur Schneeschmelze (wir liegen 470 m über Meeresspiegel und hatten ´ne Menge Schnee) hatten wir einen im Durchmesser 50 cm großen Wasserfleck an der Hangwand,oberhalb der Fliesenscheuerleiste. Diese Stelle befindet sich unter der Erdoberfläche. Wir vermuten (hoffen!!), daß das Wasser OBERHALB der horizontalen Abdichtung reingedrückt hat. Der Fleck verschwand nach einer Woche wieder, ohne Ränder.
Ein Architekt empfahl uns Drainage, aber ist das denn nicht nur ein Fall für senkrechte Isolierung? Drainage macht auch verdammt viel Arbeit, wenn´s nicht sein muß...Haben dazu auch den Artikel von Georg Böttcher im Forum gelesen und sind uns nun gar nicht mehr so sicher .
Wir würden uns über Antwort sehr freuen!



Feuchte Wand



"...Ein Architekt empfahl uns Drainage"

Gut das Sie darauf nicht eingegangen sind.
Anscheinend wird eine Dränung mittlerweile als alleinseligmachendes Heilmittel gegen jede Art von Feuchteschäden angesehen.
Die senkrechte Abdichtung ist der richtige Ansatz, glaube ich.
Nun ist es immer schwierig ohne genaue Kenntnis der Situation Ratschläge zu geben, aber wenn ich "Hochlochziegel, Hanglage, waagerechte Abdichtung" höre, ergibt das bei mir ein häufig gesehenes Szenario für lokale Feuchteerscheinungen im unteren Mauerbereich.
Das Wasser dringt außen im Sockelbereich, das ist die Spritzwasserzone bis etwa 30 cm über der Erde und ca. 20 cm unter der Erde in das Mauerwerk ein.
Oft wird die senkrechte Abdichtung nicht in den Spritzwasserbereich hochgeführt und sauber mit der Sockelabdichtung verbunden.
So kann hier Wasser in die Mauer gelangen.
Treibschnee kann im Winter bis über den Sockelbereich gehäuft werden; fällt im Frühjahr Regen darauf und schmilzt der Schnee, dringt Wasser in die Wand.
Die Hohlräume in den Ziegeln (Lochungen, knirsch gesetzte Stoßfugen, Lagerfugen) leiten das Wasser in der Wand nach unten. Dort tritt es in den Innenputz, weil es sich auf einer Lagerfuge oder der waagerechten Abdichtung aufstaut. Der Innenputz verteilt das Wasser kapillar, auch nach oben. Das Ergebnis sind die typischen Feuchteflecken im unteren Bereich der Mauern.
Es kann helfen, außen die Fehlstellen zu suchen und zu schließen, durch die das Wasser eindringt. Die Leckagen liegen immer oberhalb, aber nicht zwingend senkrecht darüber.Das Wasser kann auch treppenförmig in der Wand seitlich wandern, je nach dem wo Hohlräume sind.
Also seht Euch außen den Sockelbereich an, vielleicht findet Ihr die Fehlstellen.
Falls der Sockel fehlerhaft ausgebildet ist, sollte er erneuert werden.
An die Wand vom Hang her anströmendes Wasser sollte vor der Wand in einer Entwässerungsmulde gefangen und abgeleitet werden.
Noch ein Tipp:
Wenn wieder so ein Fleck auftritt, nehmt einen Steinbohrer, ca. 10 mm und bohrt oberhalb der waagerechten Abdichtung ein paar Löcher in die Wand. Ich habe dann schon mehrfach kleine Bäche gehabt, die aus den Steinen liefen.

Vor Jahren hatte ich einen ähnlichen Fall in einem Keller mit dem gleichen Feuchtebild. Auch hier wollte man eine Dränanlage bauen.
Als Ursache stellte sich der Lichtschacht des Kellerfensters heraus. Im Winter wurde der Lichtschacht zugeschneit; der Ablauf vereiste. Regen und Tauwetter im Frühjahr führte dazu, das Wasser unterhalb der Fensterbank und über der Abdichtung in die Wand lief. Etwa 1m rechts versetzt war unten der Wasserfleck zu sehen. In der Wand befand sich ein schönes treppenförmiges Muster der Knirschfugen, in die das Wasser lief.

Ihr habt nicht zufällig in diesem Bereich ein außen tiefliegendes Fenster?

Viele Grüße



Drainage oder nur isolieren?



Hallo,
ganz herzlichen Dank für die prompte Antwort. Wir sind nicht böse, daß Drainage für unseren Fall wohl nicht die Lösung ist. Werden erstmal Kriegsrat abhalten und uns dann bestimmt nochmal melden.
Viele Grüße und noch schönen Sonntag!