Mittel gegen den Hausbock / Opferanode aus Holz ?




Hallo,
bei mir im Dachstuhl sind 2 kleinere und ein längerer Balken vom Hausbock angefressen bzw. ich habe einige Fresstellen gefunden.
Daneben an einem Nagel hängend ist ein alter, total zerfressener Fihtenast angebaracht.
Der Schaden an den 3 Balken ist noch einigermaßen gering denke ich. Bin mir aber nicht sicher ob das Viech noch da ist. Was kann ich am besten tun dagegen ? Habe schon von "Thüringer Waid " gelesen oder was gibt es sonst noch ? Ein Heißluftverfahren kommt aus finanziellen Gründen leider nicht in Betracht.
Wo bekomme ich denn gegebenenfalls das Thüringer Waid her ?
Kann mir jemand sagen was der zerfressene Ast da soll ? War er eine Art " Opfer-Ast " oder hat man das Viech erst dadurch eingeschleppt ?
Bitte um Hilfe !

Vielen DAnk !


Grüße....
uwe



google:



http://www.bita-gmbh.com/

Ob´s Hilft?

Gruß Eckard



Thüringer Waid



Handelsbüro Stiller e.Kfr.
Waidplatz 6
99192 Neudietendorf
Tel. 0172 3663368
Fax. 036202 90569



da muss mal jemand schauen



Guten Tag,
es sollte ein Sachkundiger schauen, ob Käferaktivität oder ein Altschaden vorliegt. Desweiteren sollte ein Statiker beurteilen, ob Verstärkungen oder Holzersatz sinnvoll ist.
Mit Waid bekämpfen wüde ich nicht. 1) Es wirkt viel zu wenig (selbst vorbeugend ist die Wirkung doch arg begrenzt). 2) Für tragende Bauteile kommen nur Austausch, Heißluft, evtl. andere nicht genormte Hitzeverfahren, Begasung oder Bekämpfung mit bauaufsichtlich zugelassenen Holzschutzmitteln Prüfprädikat Ib in betracht. Die Bekämpfung ist von sachkundigen Personen durchzuführen. Mit freundlichen Grüßen Ulrich Arnold
PS Wie Sie vermuten: Ein "Fangklotz" wirkt nicht, allenfalls lockt er Insekten an, die sich dann in anderen Bauteilen ausbreiten. Die einzige Insektenart, wo Fangklötze eingesetzt werden sind Termiten. Dort sind aber zusätzliche Maßnahmen erforderlich nur Klötze allein reichen auch dort nicht.



auf welche Erfahrung ..



... beruht Ihr Satz Herr Arnold:
Mit Waid bekämpfen wüde ich nicht. 1) Es wirkt viel zu wenig (selbst vorbeugend ist die Wirkung doch arg begrenzt)

auf welche Informationen greifen Sie zurück?

Danke

FK



mmhm, tja,...



das, lieber Uli würde mich jetzt auch interessieren.
Habe im letzten Jahr ein wenig mit bita korrespondiert.
Dort ist man vom eigenen Produkt überzeugt, schlimm wenn es nicht so wäre, reicht mir aber alleine auch nicht aus. Die Zulassungsverfahren laufen noch, ein Ende ist allerdings momentan nicht abzusehen, bzw. habe ich nichts neues gehört.
Selber habe ich bisher nur Erfahrungsberichten gelauscht, ausgetestet auch noch nicht. Soll sich sehr schnell wieder auswaschen, weil es sich anscheinend nicht langzeitig wirksam in den Holzzellen verklammern kann.
Vorbeugend traue ich dem Mittel vielleicht einiges zu, bekämpfend bin ich aber noch nicht überzeugt.
Weisst Du was genaueres?
Mal völlig davon abgesehen, dass man Waid, wie Du schon richtig schreibst, formal und rechtlich stabil gesehen bei tragenden Bauteilen nicht einsetzen darf.
Grüße
Martin



Abgesehen davon...



hatten wir diese Diskussionen auch schon ein paar Mal. Hier nur ein Beispiel:
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/22848$.cfm



An Hr. Kurz



Guten Tag Herr Kurz,
ich habe vor einigen Jahren einen wissenschaftlichen Bericht gelesen, der sich mit der Wirksamkeit von Waid als Holzschutzmittel befasst. Dort wurde die Wirkung als nur begrenzt bewertet. Das Problem ist: Ich finde den Bericht nicht mehr. Eigentlich müsste er irgendwo in meinen Regalmetern stehen, aber wo?
Insofern nehme ich meine Aussage zurück. Ich kann keinen Beleg anführen, da ist es nur recht und billig, dass Sie mich deshalb kritisieren. Ich habe parallel auch gestern im Internet nach Berichten über die Wirkung von Waid gesucht. Das einzige, das halbwegs mehr sagte, als dass es wirken würde ist folgendes:
Dr. A. Vetter, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft,
dort seht zusammengefasst:
Es wurden Versuche über die pilzhemmende Wirkung von Waid auf Malzagarmedium vorgenommen. Versuchspilze waren Echter Hausschwamm, Brauner Kellerschwamm und Schmetterlingsporling. Der in Prozent angegeben Hemmeffekt bei verschieden hohen Konzentrationen von Waidextrakten lag zwischen über 80 % und weit unter 20 %.
Leider wurde nur sehr wenig über die genaue Prüfmethodik erläutert. Vorteilhaft erscheint mir, dass die Wirkung gegen Echten Hausschwamm und Braunen Kellerschwamm nach diesen Ergebnissen besser war, als gegen Schmetterlingsporling. Im Bauwesen haben wir nämlich öfter mit dem Hausschwamm und dem Kellerschwamm als mit Trametes versicolor zu tun.
In dem mir vorliegenden Bericht von Dr. Vetter werden zwei interessante Literaturquellen angegeben:
1. Hartleb: "Inhaltsstoffe von Isatis tinctoria L. und Verbascum songaricum Schrenk. Dissertatin Bayreuth 1994.
2. Seifert, Unger: "Insectical and fungcidal compounds from Isatis tictoria" Zeitschrift für Naturforschung 49c S. 44-48 1994
Unter anderem hat also die von mir geschätzte Kollegin Wibke Unger insektizide und fungizide Zubstanzen in Waid nachgewiesen.
Damit ist für mich aber noch nicht die Wirksamkeit in der Praxis geklärt.
Z. B. wirkt Kochsalz auch pilzhemmend, alles ist eine Frage der Dosis. Als Holzschutzmittel ist Kochsalz trotzdem nicht zu gebrauchen.
Grundsätzlich mehme ich meine von Ihnen hinterfragte Aussage aus dem Beitrag vom 5. 3. zurück.
Skeptisch bei der Anwendung von Waid bin ich dennoch.
Das erst einmal zu klären ist, ob Aktivität voriegt erscheint mir aber wesentlich. Dann kann immer noch über Maßnahmen nachgedacht werden. Wie z. B. auch Austausch von Bauteilen anstatt zu behandeln. Nicht verschweigen möchte ich auch, dass die neuste Generation der zugelassenen Ib Mittel (Häutungshemmer) auch schlecht in der Prxis wirken. Bei chmeschen Bekämpfungen wird ein Großteil der Hausbocklarven faktisch mit dem vorgeschriebenm Abbeilen beseitigt. Die Chemie soll den Rest erledigen.
Alternativen zur chemie sind mir allemal lieber. Wenn Waid ausreichend biozid wirken sollte, stellt sich natürlich auch die Frage, ob es nicht genauso schädlich auf "Nichtzielorganismen" wirkt wie die "richtigen" Holzschutzmittel.
In diesem Zusammenhang hat der Kollege Rüpke seine Internetseite ganz frisch ergänzt und mit einigen sinnvollen Denkanstößen versehen. Es lohnt sich unter letze Änderungen bei holzfragen.de nachzusehen.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



An Herrn Arnold



.. ich hatte ja nur gefragt und finde es auch gut zu hinterfragen und nicht alles zu glauben was einem so vor die Brille kommt ... aber warum werden irgendwelche Dr. oder Prof. Schreibereien denn höher bewertet als reale Erfahrung?
Ja - ich weiß - das ist so üblich in unserer Gesellschaft - das ist aber mittlerweile ein Übel von dem man sich befreien sollte.

Zur Realität:
Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Zeug und habe auch Unterlagen, die Untersuchungsergebnisse über allerei Dinge darlegen.
Melden Sie sich bei den Stillers in Neudietendorf, ob Sie Infomaterial bekommen -ich hatte das Glück Herrn Feige persönlich zu treffen und mit Ihm zu reden ...

einen Selbstversuch können Sie bei meinen Fotos hier im Forum ansehen und ich schau mal nach ob ich was pdf-mässiges finde darüber ... das könnte ich Ihen dann mailen, falls Sie Interesse haben ... Aber da muss ich auch suchen ...

FK



Nehme gern Unterlagen an



Guten Tag Herr Kurz,
falls Sie pdf. Unterlagen dazu finden, würde ich mich freuen, wenn Sie mir Kopien zukommen lassen. Da ich auch keinen halben Tag investiert habe um meine Unterlagen durchzusehen, erwarte ich selbstverständlich von Ihnen auch nicht, das Sie sich deshalb große Umstände machen.
Es kommt mir nicht auf Doktorentitel an. Es geht um wissenschftliches Arbeiten. Die Erfahrungen, die man im Beruf sammelt sind selbstverständlich sehr gut und helfen Sachverhalte richtig zu beurteilen. Das kann im Bereich von Wirksamkeitsüberprüfungen jedoch nicht wissenschaftliche Versuche ersetzen. Diese Versuche lassen sich in der Regel nur in Laboren anstellen und bilden eine gute Grundlage, um Mittel untereinander zu vergleichen. Da Waidzubereitungen offensichtlich natürliche biozid wirkende Stoffe enthalten, müssen sie sich meiner Meinung nach mit den gleichen Maßstäben messen lassen, wie die zugelassenen, bzw. RAL geprüften Holzschutzmittel. So kann man am ehesten vergleichen und abwägen.
Die eigenen Erfahrungen sind eine Seite der Medallie, die wissenschaftlichen Untersuchungen, möglichst nach Kriterien, wie sie auch bei anderen Mitteln überprüft werden, sind die andere Seite. Zusammen ist man dann ein gutes Stück weiter. Ich begrüße ausdrücklich, dass an Naturstoffen geforscht wird um sythetische Holzschutzmittel zu ersetzen. Der von mir verlegte Beitrag zu Waid war schon einige Jahre alt. Ich weiss von keinen neueren Untersuchungen. Bei anderen Naturstoffen, wie z. B. Chitosan wird aktuell an der Uni Göttingen geforscht.
Mir ist auch bekannt, dass vor einigen Jahren mit Tanninextrakten aus Fichtenrinde geforscht wurde. -Leider hat sich herausgestellt, dass die fungizide Wirkung zu zu gering ist. Das waren wissenschaftliche Untersuchungen am Institut für Holztechnologie in Dresden. Vor diesem Hintergrund bitte ich Sie meine Skepsis zu verstehen.
Ich denke wir beide versuchen immer wieder kritisch zu hinterfragen und verlassen uns nicht auf werbende Aussagen. Sie haben persönlich schon gute Erfahrungen gemacht, dass ist ein guter Anfang um das Mittel zu bewerten, reicht für meinen Geschmak jedoch noch nicht aus. Einige Leute nehmen es mit dem Hinterfragen, wenn es um "Ökobaustoffe" oder traditionell überlieferte Bauweisen geht nicht so ernst wie bei anderen Stoffen und Bauweisen. Oft sind die Naturstoffe und traditionellen Bauweisen das bessere, ich muss aber jeden Einzelfall genauso ernst untersuchen, wie ich es bei anderen Dingen mache.
Es bleibt Ihnen überlassen, ob sie sich aufgrund meines letzten Absatzes "den Schuh anziehen". Ich denke so wie Sie auftreten, sind Sie nicht auf "dem einen Auge blind", wie manche andere.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Arnold



einiges ...



ich werde mal suchen ...

der Satz: müssen sie sich meiner Meinung nach mit den gleichen Maßstäben messen lassen, wie die zugelassenen, bzw. RAL geprüften Holzschutzmittel gefällt mir eigentlich nicht, denn die gesamten Sachen wie : DIN, WTA, RAL etc. sind Interessengemeinschaften die darauf aus sind deren protegierte Produkte in einem guten Licht zu sehen und dass diese Produkte auch in einem guten Licht gesehen werden - und sich dementsprechend gut verkaufen lassen --- gute Marktchancen haben ..
Es geht doch schon lange nicht mehr um den Kunden oder die Qualität - sondern nur um den Mamon!

dann: Ökobaustoffe" oder traditionell überlieferte Bauweisen
die Plakette ÖKO oder BIO kann ich gar nicht ab - das ist doch auch schon Moneymaking - Ich halte mich da lieber an die Produkte und Bauweisen, die sich über tausende Jahre gehalten und bewährt haben ... neuen Firlefanz mag ich nicht (mehr) - fand ich früher toll und so weiter, aber mitllerweile sind mir da einige Zweifel gekommen, ob das alles Gold ist was glänzt ... ich sehe ja das mit der Dämmerei denn auch etwas anders als die meisten ... aber das wissen Sie ja!

Ich suche und werde schicken heute aber nicht mehr...

FK